Was gestern im Fernsehen Wichtiges zu sehen war und von mir archiviert wurde. Täglich im rauskuck.

Nahost / Arabien:  Syrien #18                                                             (letzter Eintrag 17.11.19)

Syrien #1 (bis Ende 2011)

Syrien #2 (bis März 2012)

 Syrien #3  (bis Juni 2012)

Syrien #4  (bis September 2012)

Syrien #5 (bis Februar 2013)

Syrien #6 (bis Juli '13)

Syrien #7 (bis Oktober '13)

Syrien #8 (bis März '14)

Syrien #9 (bis Ende 2014)

Syrien #10 (bis 29.9.15)

Syrien #11 (bis 31.1.16)

Syrien #12 (bis 30.6.16)

Syrien #13 (bis 30.11.16)

Syrien #14 (bis 30.6.17)

Syrien #15 (bis 28.2.18)

Syrien #16 ( bis 12.8.18)

Syrien #17 (bis 26.9.19)

Datum Beitrag Sender (Schlüssel) Länge (Min.)
28.9.19

Außenminister Muallem fordert in seiner Rede vor den UN den sofortigen Abzug aller fremden Truppen (mit Ausnahme der russischen) aus Syrien. Infos bei AJE und PressTV (von Mohamad Ali). - Die UN legen ein Konzept vor für ein neues "Verfassungskomitee" für Syrien. Bei AJE Infos dazu von James Bays und Einschätzungen von Joshua Landis

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29.9.19

Phoebe Gaa berichtet aus Khan Shaykhun (Provinz Idlib). Einige tausend Bewohner kehren in die stark zerstörte Stadt zurück. Frauen sagen, die Rebellen hätten ihre Männer verschleppt. Geführte Besichtigung durch ein Höhlensystem der Rebellen.

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6.10.19

Syrien / Türkei : Der Einmarsch der Türkei ins syrische Kurdengebiet steht anscheinend bevor. Die USA haben in den letzten Tagen ihre Truppen dort abgezogen, und die türkische Armee verlegt weitere Truppen, Panzer und Geschütze an die Grenze. Erdogan kündigt in einer Rede den Einmarsch ("einen Strom des Friedens") für die nächsten Tage an. Meldungen dazu bisher nur bei der ARD. Im Weltspiegel ein Bericht von Daniel Hechler aus Ras el Ain im syrischen Kurdengebiet und Infos aus Kairo.   ¤

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7.10.19

 

Syrien / Türkei : Offenbar auf direkte Anordnung von Donald Trump ziehen die US-Truppen aus der "Sicherheitszone" an der türkischen Grenze ab und machen so den Weg frei für einen Einmarsch der Türkei ins nordost-syrische Kurdengebiet. Trump "droht" zugleich der Türkei für diesen Fall mit "totaler Zerstörung" ihrer Wirtschaft, allerdings in einem dermaßen durchgeknallten Tweet, daß Erdogan das kaum ernstnehmen wird. Die Kurden sehen sich - mal wieder - verraten, und auch Republikaner kritisieren Trumps Schritt. Russland fordert die Türkei auf, die "territoriale Integrität Syriens" zu bewahren. Laut RT hat die türkische Armee mit dem Beschuß Syriens begonnen. ¤

Berichte und Hintergrundinfos bei allen Sendern. Bei AJE eine Reaktion von Alan Semo (Vertreter der kurdischen PYD in Britannien) und Einschätzungen von Joshua Landis (Trump hat keine Ahnung von der Region, von der Geschichte zwischen Türkei und Kurden, er sieht Erdogan offenbar als Verbündeten, und niemand weiß, was er eigentlich will.). In den Tagesthemen Einschätzungen von Volker Perthes und Kommentar von Ute Brucker.

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8.10.19 Syrien / Türkei : Der Einmarsch der türkischen Armee ins syrische Kurdengebiet steht offenbar kurz bevor. Die Kurden warnen, daß dabei tausende ISIS-Gefangene aus den Lagern der SDF entkommen könnten. (Vermutlich ist dies Erdogans eigentliches Ziel.) Kurden demonstrieren gegen Trumps Truppenabzug und seinen Verrat an den Kurden. Trump verteidigt den Abzug und schreibt, es habe sich dabei nur um 50 US-Soldaten gehandelt. Die syrische Regierung bietet den Kurden ein neues Bündnis an.  ¤

Bei allen internationalen Sendern ausführliche Berichte aus dem Grenzgebiet und Hintergrundinfos. Bei CNN Einschätzungen von Kimberly Dozier. Bei arte ein Bericht über die allgemeine Wehrpflicht im kurdischen Autonomiegebiet, die von vielen jungen Leuten abgelehnt wird.

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8.10.19

Syrien / Türkei : "Inside Story: What is the US plan for Syria?" - Folly Bah Thibault spricht mit Giran Ozchan (HDP), Osman Sert (Berater von Ex-Premier Davutoglu), Wael Alzayat (Berater von Samantha Power, Ex-UN-Botschafterin der USA) und Molly Sweeney (Journalistin).  (NNA)*

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9.10.19

 

 

Syrien / Türkei :

Die türkische Armee beginnt mit ihrem Einmarsch ins syrische Kurdengebiet. Türkische Flugzeuge fliegen Luftangriffe auf die Städte Ras al-Ain und Tal Abjad, Artillerie beschießt kurdische Stellungen, Panzer und später Fußsoldaten dringen an drei Fronten auf syrisches Gebiet vor. Dort gibt es offenbar schwere Kämpfe mit kurdischen Einheiten. Bisher leider wenig präzise Infos zum Kampfgeschehen. Man sieht von weitem schwere Explosionen. Berichte über eine Massenflucht von Zivilisten. Angeblich gibt es Gegenschläge der kurdischen Kämpfer auf türkischem Gebiet. Noch keine Angaben über Opferzahlen, es dürften aber bereits hunderte sein.  ¤¤

Hauptthema bei allen internationalen Sendern. Die meisten, auch AJE, haben Korrespondenten auf der türkischen Seite der Grenze. Bisher keine Berichte aus dem Kampfgebiet. Bei AJE auch Berichte zu internationalen Reaktionen sowie Einschätzungen von Afzal Ashraf und Rim Turkmani (beides Experten). Bei PressTV Infos aus Damaskus von Mohamad Ali (die syrische Regierung verurteilt die türkische Aggression) und Einschätzungen von Jason Unruhe. Bei den deutschen Sendern nur zweites Thema, wegen des Terroranschlags in Halle. Bei der ARD gibt es darum zwei "Brennpunkte", in dem zu Syrien u.a. Einschätzungen von Markus Kaim. In den Tagesthemen ein Kommentar von Esther Saoub.

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9.10.19 TrumpLive-OT: bei einer Pressekonferenz wird Donald nach dem türkischen Angriffskrieg gegen Syrien befragt. Er tut so, als gehe ihn das alles nichts an. Von Sanktionen gegen Erdogan ist keine Rede mehr. 

Die schönste Stelle hat Sky News verpasst: Donald lamentiert über die Kurden, die den USA auch nicht geholfen hätten, im zweiten Weltkrieg, in der Normandie zum Beispiel. Dieser Ausschnitt bei CNN. (Dort wurde die PK nicht live übertragen.)  ¤

Und ein OT von Außenminister Pompeo: in einem TV-Interview bestreitet er, daß die USA der Türkei "grünes Licht" für den Einmarsch in Syrien gegeben haben.

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Syrien / Türkei : Die türkische Armee und mit ihr verbündete syrische Jihadisten dringen weiter auf syrisch-kurdisches Gebiet vor. (Laut arte stellen syrische Rebellen den Großteil der türkischen Bodentruppen.) Sie treffen dabei offenbar auf erbitterten Widerstand der kurdischen Kämpfer. Über das Kräfteverhältnis kann man noch keine Aussagen machen. Weiter massive Luftangriffe und Artilleriebeschuß auf die Städte Ras al-Ain und Tal Abjad. Weiter keine genauen Infos über Opferzahlen, die Rede ist von "dutzenden Toten". Die türkische Armee spricht von "170 getöteten Terroristen". Zigtausende Zivilisten auf der Flucht. Auch bei kurdischen Gegenangriffen auf türkische Orte werden mehrere Zivilisten getötet.  ¤

Praktisch alle Länder verurteilen den türkischen Einmarsch, Syrien, Iran, Israel, Saudi-Arabien, die EU, die UN. Erdogan warnt im Gegenzug die EU, daß er wieder Millionen Flüchtlinge aus der Türkei nach Europa schicken könnte. 

Berichte über die Gefahr, daß die gefangenen ISIS-Terroristen aus den kurdischen Lagern ausbrechen. Diese feiern den türkischen Einmarsch, in mindestens einem Lager versuchen sie einen Aufstand. Die US-Truppen haben eine Gruppe von zehn besonders gefährlichen ISIS-Männern, die u.a. an den Morden an westlichen Journalisten beteiligt waren, unter ihre Obhut gebracht.

Weiter Hauptthema. Bei CNN und Sky News inzwischen auch Berichte von Korrespondenten (Clarissa Ward und Stewart Ramsay) im Kriegsgebiet, aber kaum Bilder von dort. 

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10.10.19

"Inside Story: Will Turkey succeed in creating a 'safe zone' in Syria?" - Folly Bah Thibault spricht mit Nour Adam (syrischer Journalist im Exil), Mehmet Celik (Herausgeber der Zeitung "Sabah"), Fabrizio Carboni (ICRC) und Chris Doyle (Council for Arab-British Understanding).  (NNA)*

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11.10.19

 

 

Die Türkei setzt ihren Angriffskrieg gegen die syrischen Kurden fort. Angeblich haben die Soldaten gemeinsam mit syrischen Jihadistenmilizen bisher 15 Dörfer erobert. Mindestens 15 kurdische Zivilisten und 29 Kämpfer wurden getötet. Keine Angaben zu Verlusten der Angreifer. ¤

Ab dem Abend wird gemeldet, daß die türkische Armee einen US-Stützpunkt bei Kobane beschossen hat. Angeblich wurde ein NATO-Soldat dabei getötet. Der Vorfall wird später heruntergespielt.  ¤

Nachdem Rußland sich zunächst als einziges Land unkritisch gegenüber dem türkischen Einmarsch gezeigt hatte, äußert nun auch Putin Bedenken wegen der Gefahr, daß die ISIS-Terroristen dadurch freikommen könnten. 

Die US-Regierung gibt (durch Finanzminister Mnuchin) bekannt, sie bereite wegen des türkischen Einmarsches strenge Wirtschaftssanktionen gegen die Türkei vor. Eine präzise Drohung, wann die "rote Linie" überschritten wäre, erfolgt aber nicht. O-Töne und Infos dazu bisher nur bei CNN.

Weiter ausführliche Berichte bei allen Sendern, aber schon bei keinem Sender mehr Hauptthema. Bei "buten un binnen" ein Bericht von einer Solidaritätsdemo für die Kurden in Bremen.

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12.10.19

 

 

 

Die türkische Armee hat angeblich die Stadt Ras al-Ain eingenommen. Die SDF bestreitet das. Dort und entlang der Grenze gibt es überall schwere Gefechte. Mehr als 100.000 Menschen sind auf der Flucht vor den syrischen Jihadisten und der türkischen Armee. (In den sozialen Medien gibt es zahlreiche angebliche Videos von deren Greueltaten. In den TV-Berichten bisher nichts davon.) Im Gefangenenlager Al Hol greifen ISIS-Leute die Wachen an und unternehmen einen Ausbruchsversuch. Dieses Mal konnten sie noch zurückgehalten werden.  ¤

Wachsende internationale Kritik an dem türkischen Einmarsch. Die Regierungen von Deutschland und Frankreich erklären einen Waffenexportstopp, der allerdings keinerlei praktische Auswirkungen hat. In der Türkei gibt es eine Verfolgungswelle gegen Kriegsgegner.

CNN berichtet über die harsche Kritik eines Sprechers der Kurden am Abzug der USA. "Ihr habt uns aufgegeben und uns zum Abschlachten zurückgelassen. Ihr wollt uns nicht schützen aber ihr wollt auch nicht, daß eine andere Macht uns schützt. Ihr habt uns verkauft. Das ist amoralisch."  ¤

Berichte bei allen Sendern. Die meisten Reporter sitzen weiter auf der türkischen Seite der Grenze. Nur wenige Aufnahmen aus dem Kampfgebiet. Bei AJE Einschätzungen von Sanj Srikanthan (Int. Rescue Commitee).

Im irakischen Kurdengebiet protestieren Kurden gegen die Türkei und den Verrat der USA, weltweit gibt es Solidaritätsdemonstrationen, u.a. in Berlin, Köln und Paris. Bei allen Sendern kurze Berichte davon. Ausführlich ein Bericht bei "buten un binnen" über die Demo in Bremen, die vierte in vier Tagen.  ¤

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13.10.19

 

 

 

 

 

 

 

 

Die türkische Armee setzt den massiven Artilleriebeschuß kurdischer Städte fort. Die Stadt Suluk wurde angeblich eingenommen. Laut der Londoner Beobachtungsstelle sollen bisher 85 kurdische Kämpfer und 40 Zivilisten getötet worden sei, aber diese Zahlen dürften weit untertrieben sein. Die türkische Armee behauptet, 480 kurdische "Terroristen" getötet zu haben. Die Zahl dürfte realistisch sein, wobei für die Türkei alle Kurden Terroristen sind.  ¤

Aus einem Lager mit ISIS-Gefangenen in Ain Issa ist eine unbekannte Zahl (bzw. 785 laut CNN) von Personen ausgebrochen, darunter viele ehemalige ISIS-Kämpfer. Bereits am Freitag hatte die türkische Armee ein Gefangenenlager der SDF bei Qamishli beschossen. Dadurch konnten dort mehr als 100 ISIS-Leute (vor allem Frauen) entkommen. Auch Nick Paton Walsh (CNN) weist darauf hin, daß die syrischen Verbündeten der türkischen Armee ("FSA") selber ISIS sehr nahestehen.  ¤

Nach dem durchschlagenden Erfolg des Rückzugs der US-Soldaten aus dem Grenzgebiet gibt die US-Regierung bekannt, daß nun fast alle US-Truppen aus Nordsyrien (etwa 1000 Soldaten) abgezogen werden sollen. - Die syrische Regierung hat sich unterdessen mit den Kurden darauf geeinigt, daß die syrische Armee entlang der Grenze zur Türkei Position beziehen soll. PressTV meldet, daß die Armee bereits auf dem Weg dorthin ist.

CNN zeigt ein Video, das syrische Jihadisten selber gedreht haben. Darauf ist zu sehen, wie sie gefangengenommene kurdische Kämpfer erschießen, unter lautem "Allahu Akbar!"-Gebrüll. Es soll auch Videos geben, auf denen die Verbündeten der Türkei kurdische Zivilisten erschießen. Auch andere Sender berichten darüber.  ¤

Sehr ausführliche Berichte und Infos bei AJE und CNN. Berichte aus dem Kampfgebiet nur von Nick Paton Walsh (CNN). Bei AJE Einschätzungen von Rim Turkmani, Simon Mabon, und Joshua Landis, bei CNN von Mark Hertling (Ex-General), bei PressTV von Jim Dean. Bei CNN berichtet Matthew Chance aus Riad über die bizarre (und unglaubwürdige) Reaktion der Saudis, die zwar den türkischen Einmarsch verurteilen, aber kein Wort der Kritik an Trump über die Lippen bekommen.  ¤

Die Berichte der deutschen Sender erwähnen alles oben beschriebene allenfalls am Rande und beschäftigen sich vor allem mit dem verbalradikalen Getöse deutscher Politiker. Interessanter sind die Berichte bei arte und Euronews. (Der Titel des eingebundenen YT-Videos ist ein Rätsel.)

Im "Weltspiegel" ein Bericht zur Lage in der Türkei, ein Bericht und Infos von Daniel Hechler aus Qamishli (noch nicht umkämpft), ein Beitrag zur Rolle Russlands in Syrien und Infos aus Washington.

 Insgesamt heute zu Syrien 32 einzelne Stücke mit zusammen 110 Minuten. 

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14.10.19

 

 

 

 

Die syrische Armee ist ins Kurdengebiet eingerückt und hält nun mehrere Orte in der Nähe des von der Türkei besetzten Gebietes, u.a. Manbij. Bisher keine Kämpfe zwischen syrischen und türkischen Truppen. Der Vormarsch der Türkei und ihrer Islamistenmilizen geht weiter. Weiterhin nur wenig Infos zum Kampfgeschehen. 130.000 Zivilisten sind auf der Flucht vor den Angreifern.  ¤

Trump gibt bekannt, daß die USA wegen des Einmarschs der Türkei Sanktionen gegen Vertreter der türkischen Regierung verhängen. Wirtschaftssanktionen werden "vorbereitet". Pence erklärt, die USA würden die Invasion Syriens durch die Türkei "nicht tolerieren".  - Die EU "verurteilt" die türkische Invasion und ruft ihre Mitgliedsstaaten auf, Waffenverkäufe einzustellen. Ein echtes Waffenembargo oder handfeste Wirtschaftssanktionen gibt es aber nicht. Und NATO-Vertreter drohen gar mit dem "Bündnisfall", falls Syrien die Türkei angreifen sollte. Als hätte ihr Verbündeter, die Türkei, nicht gerade einen Angriffskrieg gegen Syrien begonnen.

Weiter sehr ausführliche Berichte bei AJE und CNN. Direkt aus Syrien berichten nur Nick Paton Walsh (CNN) und Stuart Ramsay (Sky News). Bei CNN ein Hintergrund von Barbara Starr mit scharfer Kritik an Trumps Truppenabzug.  ¤

Die ARD berichtet vor allem über die Reaktionen der europäischen Politik. Kaum Infos zum Kriegsgeschehen, und bisher praktisch nichts über den Ausbruch von ca. 800 ISIS-Leuten aus ihren Lagern. Die syrische Armee wird verächtlich als "die Truppen von Diktator Assad" bezeichnet. In den Tagesthemen aber ein guter Kommentar von Ute Brucker. Wesentlich informativer und auch deutlicher sind die Berichte im ZDF. U.a. eine kurze deutliche Stellungnahme von Michael Lüders. Bei "kulturzeit" ein Gespräch mit Kristin Helberg

  Insgesamt heute zu Syrien 29 einzelne Stücke mit zusammen 98 Minuten. 

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15.10.19

 

 

 

Erdogan zeigt sich von US-Sanktionsdrohungen und EU-Gerede völlig unbeeindruckt und setzt seinen Einmarsch in Nordsyrien fort. Eine Waffenruhe komme gar nicht in Frage. Weiter schwere Kämpfe zwischen türkisch-islamistischen Truppen und kurdischen Kämpfern. U.a. in Ras al-Ain, das angeblich von den Türken erobert wurde. Inzwischen sollen über 275.000 Zivilisten auf der Flucht sein. Hilfsorganisationen ziehen aus dem Kampfgebiet ab.  ¤

Weiter Hauptthema bei allen Sendern. Ausführliche Berichte vor allem bei AJE, u.a. ein interessanter Bericht von Zeina Khodr zur Lage in Manbij. Dort standen bisher US-Truppen zwischen der türkischen Armee und der kurdischen SDF. Nach dem Abzug der US-Truppen haben nun russische Truppen deren Stellungen bezogen und stehen damit nun zwischen der türkischen und der syrischen Armee, die nun die Kontrolle im Kurdengebiet übernommen hat. - Bei AJE Einschätzungen von Chris Doyle zur strategischen Entwicklung.  ¤

Auch auf deutsch nun informative Berichte. Im heute-journal ein Bericht von Elmar Theveßen, der zeigt, wie die syrische Armee in Stellungen der USA im Kurdengebiet einrückt und wie sich ISIS-Gefangene auf ihre Befreiung durch die Türken freuen. Tausende sollen schon aus den Gefangenenlagern entkommen sein. In den Tagesthemen ein guter Kommentar von Volker Schwenck zu den Kindern der ISIS-Anhänger.  ¤

Bei "frontal 21" ein guter Beitrag von Armin Coerper über Erdogans Angriffskrieg, Trumps Verrat an den Kurden und das erbärmliche leere Gerede europäischer Politiker. Dazu u.a. einige Erläuterungen von Michael Lüders. Unter den  nun zu erwartenden Flüchtlingen werden auch viele freigekommene ISIS-Kämpfer sein.  ¤

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16.10.19

 

 

 

 

 

Die türkische Armee und die Jihadistenmilizen setzen ihren Einmarsch ins Kurdengebiet fort. In der angeblich von den Türken eroberten Stadt Ras al-Ain gibt es weiter schwere Gefechte. Die kurdischen Kämpfer der SDF behaupten sogar, sie hätten die Stadt zurückerobert. Während der türkische Vormarsch weiter auf erbitterten Widerstand stößt, rückt die syrische Armee in die noch von den Kurden gehaltene Stadt Kobane ein und wird von Bewohnern dafür gefeiert.  ¤

Der US-Kongress verurteilt Trumps Truppenabzug und den türkischen Einmarsch. Trump hat letzte Woche einen Brief an Erdogan geschrieben und ihn ermahnt, nicht allzu viel Blut zu vergießen. Heute erklärt er, der türkische Einmarsch sei "nicht unser Problem" und die PKK sei schlimmer als ISIS. Bei AJE Einschätzungen dazu von Hillary Mann Leverett. Bei CNN nimmt Anderson Cooper Trumps wirre Erklärungen auseinander.  ¤

Erdogan redet vor dem türkischen Parlament und zeigt sich erneut von allen Friedensforderungen und Sanktionsdrohungen unbeeindruckt. Erdogan beschimpft den deutschen Außenminister, weil der ein Waffenembargo gegen die Türkei verkündet hat. Er sagt, Maas sei ein Dilettant und habe von Politik keine Ahnung. Seltsamerweise wird das bei den deutschen TV-Sendern nur am Rande erwähnt, bei der ARD gar nicht.

Weiter Hauptthema. Ausführliche Berichte vor allem bei AJE und CNN. Bei CNN ein Bericht von Nick Paton Walsh über die Opfer der Kurden und ihre berechtigte Wut auf den Verrat des US-Präsidenten. Bei RT eine Stellungnahme von Bouthaina Shabban (Beraterin von Präsident Assad).  ¤

Im ZDF-auslandsjournal ein Bericht von Christian Sievers über Kinder und ISIS-Frauen im Gefangenenlager al-Hol, entstanden kurz vor dem türkischen Einmarsch. Und ein Hintergrundbeitrag zur Entwicklung im syrischen Kurdengebiet, mit Erläuterungen von Daniel Gerlach ("Zenith").

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17.10.19

 

 

 

Bei einem Besuch von US-Vizepräsident Pence und Außenminister Pompeo stimmt Erdogan einem Vorschlag für eine fünftägige Kampfpause zu. In dieser Zeit sollen die kurdischen Kämpfer aus der von Erdogan beanspruchten 30 km breiten "Sicherheitszone" an der Grenze zur Türkei abziehen. Sprecher der SDF stimmen dem zu, wobei allerdings nur von den Gebieten die Rede ist, in denen die Türkei bereits einmarschiert ist. Erdogan meint hingegen, die Kurden müßten aus dem gesamten Gebiet auf 300 km Länge abziehen. Trump feiert sich selber für diese tolle Lösung einer Krise, die er selber ausgelöst hat, wie CNN bissig anmerkt.

Bei allen Sendern Berichte, Hintergrundinfos, O-Töne und Einschätzungen dazu (heute nicht ganz so ausführlich, weil sich auch Boris Johnson mit der EU auf einen "Brexit-Deal" geeinigt hat). Über die Lage im Kriegsgebiet heute praktisch gar nichts. Nur bei PressTV ein Bericht aus Manbij. Einschätzungen bei AJE von Marwan Bishara, Rami Khouri ("Pence und Pompeo sind die unglaubwürdigsten Diplomaten der Welt, das Abkommen klingt gut - Waffenruhe!, löst den Konflikt aber überhaupt nicht und bringt allenfalls für ein paar Tage etwas Ruhe.") und Joshua Landis, bei CNN von Aaron David Miller und bei der BBC von Dana Stoul¤

Bei "Monitor" ein Beitrag über den Verrat der deutschen Regierung an den Kurden. Diese verurteilt zwar Erdogans Angriffskrieg in scharfen Tönen, tut aber rein gar nichts dagegen. Außenminister Maas belügt die Öffentlichkeit über angeblich gestoppte Rüstungslieferungen: deren Umfang ist in den letzten zwei Jahren massiv gesteigert worden, kein Land hat mehr Kriegswaffen bekommen als die Türkei. Ein ausdrückliches Waffenembargo der EU wurde durch den Einspruch von Maas verhindert.  ¤

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18.10.19

 

Es ist unklar, ob die Waffenruhe funktioniert. Laut einigen Berichten hält sie im Wesentlichen, es gibt aber immer wieder vereinzelte Gefechte. Laut anderen Berichten dauern die Kämpfe vor allem in Ras al-Ain unvermindert an. Es gibt auch weiterhin türkische Luftangriffe.  ¤

EU-Ratspräsident Tusk stellt zutreffend fest, daß es sich nicht um einen Waffenstillstand handelt, sondern daß Erdogan von den Kurden eine Kapitulation verlangt. Die EU fordere die Türkei auf, ihre Truppen aus Syrien abzuziehen und sich an das Völkerrecht zu halten. ¤

Sky News zeigt Bilder von Kindern, die angeblich beim Einsatz von Phosphorbomben durch die Türkei verletzt wurden. Nach kurdischen Angaben wurden bisher etwa 200 Zivilisten im Krieg getötet (zitiert bei der TS24), laut der Londoner Beobachtungsstelle starben allein am Freitag, nach Beginn der Waffenruhe, 14 (zitiert bei PressTV).

Berichte bei fast allen Sendern. Bei AJE Einschätzungen von Robert Ford (Ex-US-Botschafter). Auf deutsch gute Berichte von Luc Walpot (ZDF) und Daniel Hechler (ARD) und Einschätzungen von Oliver Mayer-Rüth (TS24).

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19.10.19

 

Die Waffenruhe ist weiter brüchig. Die kurdischen Kämpfer werfen den USA vor, die Einhaltung der Waffenruhe nicht zu überwachen. In Ras al-Ain wollten sie ja abziehen, würden aber von den pro-türkischen Jihadistenmilizen beschossen, sobald sie ihre Positionen verlassen. Heute nur wenige Berichte über das Kriegsgeschehen, bei den deutschen Sendern praktisch nichts. 

Bei RT ein Beitrag, der feststellt, daß die Jihadistenmilizen, die jetzt mit Erdogan gegen die Kurden kämpfen, früher bei westlichen Medien ("MSM") als Freiheitskämpfer gegen Assad galten. Nun werden sie als das dargestellt, was sie immer waren: blutrünstige Massenmörder und Verbündete von ISIS und Al Kaida.

Die deutschen Sender berichten dafür über die Demonstrationen von Kurdinnen, Linken und Friedensfreundinnen gegen den türkischen Einmarsch. Allein in Köln gingen mehr als 10.000 Menschen auf die Straße. Trotz einiger Panikmache seitens der Polizei blieb alles völlig friedlich. Am Rande gab es aber Provokationen von türkischen Nazis.

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19.10.19

Im "Listening Post" ein Beitrag über die Offensive der türkischen Medien zur Unterstützung von Erdogans Angriffskrieg gegen die Kurden. Kritische Stimmen werden in der Türkei verfolgt und mundtot gemacht.

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19.10.19

Afshin Rattansi ("Going Underground") spricht erst mit einem Vertreter des Erdogan-Regimes, der die kurdischen Kämpfer und deren Partei PYD als Terroristen und Verbündete von ISIS beschimpft. (Nicht aufgehoben.) Dann Gespräch mit Saleh Moslem (Sprecher der PYD, der Partei "Kurdisch Demokratische Union" im kurdischen Teil Syriens). Die PYD habe seit acht Jahren keine Beziehungen mehr zur PKK, und im Gegensatz zu Erdogan immer gegen Al Kaida und ISIS gekämpft. Und die EU solle endlich ernsthaft etwas zum Schutz der Kurden vor dem Angriff Erdogans tun. Dabei vergleicht er Erdogan ausdrücklich mit Hitler. (Unter dem Video bei YT eine Stellungnahme der türkischen Botschaft, die man als generelle Bestätigung der kurdischen Vorwürfe verstehen kann.)

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20.10.19

Die kurdischen Kämpfer der SDF ziehen nun doch aus Ras al-Ain ab. Mehrere hundert werden zusammen mit Zivilisten in ca. 80 Krankenwagen aus der Stadt gebracht. Vereinzelt gibt es weiterhin Gefechte. Infos bei allen Sendern. Berichte auf deutsch heute nur bei arte und Euronews. - Bei AJE Infos von Amjad Yamin (Save the Children) zur Situation der Zivilisten im Kriegsgebiet und der Vertriebenen.  ¤

CNN berichtet über den Abzug der restlichen US-Truppen aus Nordsyrien, die größtenteils in den Irak verlegt werden. Einschätzungen dazu von Cedric Leighton (Ex-US-Oberst) und Robert Baer. Baer: "Für die Leute in der Region sieht das aus wie eine Kapitulation der USA gegenüber der Türkei."   ¤

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20.10.19

Im "Weltspiegel" berichtet erst Katharina Willinger über die Verfolgung von türkischen Journalisten, die kritisch über den Angriffskrieg gegen die syrischen Kurden berichten. Dann Marie Kristin Boese über Kriegsverbrechen der pro-türkischen Jihadistenmilizen, die mit Unterstützung der türkischen Armee gezielt Kurden ermorden. Auch die türkische Luftwaffe hat absichtlich Zivilisten bombardiert.   ¤

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21.10.19

Kaum Neues aus dem Gebiet, in das Erdogans Armee und seine Jihadistenbanden einmarschiert sind. Dafür Bilder vom Abzug der US-Truppen, die bei ihrer Fahrt in den Irak von wütenden Kurden mit Kartoffeln beworfen werden. Die weltweite Kritik an Trumps Abzug und am türkischen Einmarsch dauert an. Bei AJE ausführliche Infos zu Trumps Reaktion darauf. Bei CNN ein Gespräch mit Alan Semo (Vertreter der kurdischen Partei PYD in Britannien). Die deutschen Sender berichten vor allem über einen Vorschlag von AKK. (Habe das meiste davon, u.a. zwei Interviews mit AKK, weggelassen: irrelevant.) In den Tagesthemen berichtet Alexander Stenzel über den Schulterschluß zwischen syrischer Armee und kurdischen Kämpfern. Bei RTL (Nachtausgabe) berichtet Kavita Sharma aus dem türkisch-syrischen Grenzgebiet.

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22.10.19

Bei einem Treffen in Sochi verkünden Erdogan und Putin, daß sie sich über ein Abkommen zum Abzug der kurdischen Kämpfer aus dem Grenzgebiet geeinigt haben. Demnach soll die YPG (bzw. SDF) auch aus Manbij und Tal Afar abziehen, das Grenzgebiet soll dann von Türken und Russen gemeinsam kontrolliert werden. Erdogan verlängert zugleich die mit den USA vereinbarte Feuerpause um sechs Tage.  - Bei AJE Einschätzungen von Chris Doyle: ein Erfolg für Rußland und gute Nachrichten für die syrische Regierung, Verlierer sind wie immer die Kurden. Bei CNN spricht Christiane Amanpour mit US-Kriegsminister Mark Esper.

Bei den deutschen Sendern weiter viel zu den Reaktionen auf AKKs Geistesblitz (weggelassen: unwichtig), aber auch Aktuelles zur Entwicklung der türkischen "Sicherheitszone". Im heute-journal ein Kommentar von Wulf Schmiese.

A,B,C,Sky

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23.10.19

 

Syrien / Türkei : Nachdem Erdogan und Putin die Feuerpause verlängert haben, feiert Trump das als seinen Erfolg und hebt die Sanktionen gegen die Türkei wieder auf. Die US-Truppen ziehen weiter aus Syrien ab, russische und syrische Truppen rücken weiter ins Kurdengebiet nach. Ausführliche Infos vor allem bei CNN. Bei CNN auch ein Bericht von Nick Paton Walsh über die Kriegsverbrechen der pro-türkischen Jihadistenmilizen gegen Kurden.  ¤

Im heute-journal eine gute Zusammenfassung der Entwicklungen. Bei den Tagesthemen berichtet Oliver Mayer-Rüth aus Tall Abyad, das nun von türkischen Soldaten und Jihadisten kontrolliert wird. Und Daniel Hechler berichtet aus Qamishli, wo immer mehr kurdische Flüchtlinge ankommen. Auch dieser Bericht geht auf die Kriegsverbrechen der pro-türkischen Jihadistenmilizen ein. Diese haben u.a. zahlreiche Gebetsstätten der Yeziden zerstört.  ¤

Bei "Markus Lanz" sind die Nahostexpertin Kristin Helberg und der Journalist Robin Alexander ("Die Welt") und versuchen, die jüngsten Entwicklungen zu erklären. U.a. zum AKK-Vorschlag, der gar nicht so falsch gewesen wäre, wenn er ein paar Jahre früher gekommen wäre.

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24.10.19

Trotz der Waffenruhe an der türkischen Grenze gibt es weiterhin vereinzelte Gefechte. Weitere russische Truppen rücken in den Nordosten ein, kurdische Verbände ziehen ab. Das Pentagon gibt bekannt, daß nun doch einige US-Truppen dort bleiben bzw. zurückkehren, um die Ölanlagen zu sichern.

Diverse Berichte. Bei AJE Einschätzungen von Joshua Landis zum Chaos der US-Außenpolitik. Bei Sky News ein Bericht über die Gefahr durch freigekommene ISIS-Kämpfer. Die deutschen Sender beschäftigen sich weiter mit der Debatte um AKKs Vorschlag.

A,C,Sky,P,arj

zus.24
           
25.10.19

Rußland verstärkt seine Truppen im syrischen Kurdengebiet. Nur eine Meldung bei AJE. - Das ZDF berichtet über Trumps chaotische Politik in Syrien. Gerade wurden die US-Truppen in den Irak abgezogen, jetzt kehren einige zurück, angeblich zum "Schutz der Ölfelder" bei Deir az-Zor vor ISIS-Angriffen, tatsächlich wohl eher als Gegengewicht zu russischen und iranischen Einflüssen. Bericht mit Einschätzungen von Michael Lüders, Einschätzungen aus Washington von Elmar Theveßen.

A,ht,hj,h+

zus.8
26.10.19

In dem von der Türkei besetzten kurdischen Gebiet gibt es trotz Feuerpause weiter Gefechte. Erdogan droht, wenn die Kurden dort nicht abzögen werde sein Einmarsch weitergehen. Er droht auch der EU erneut, daß er die Flüchtlinge nach Europa schicken werde, wenn sie nicht in Syrien angesiedelt werden könnten. Der deutsche Außenminister besucht Erdogan und versucht zu beschwichtigen. - Ein Teil der US-Truppen kehrt aus dem Irak zurück zu den Ölfeldern bei Deir az-Zor. - Diverse Berichte.

A,C,P,arj,,E

zus.12
           
27.10.19

Syrien / Türkei : Alexander Stenzel berichtet aus einem kurdischen Flüchtlingslager bei Dohuk (im Nordirak). Aussagen über willkürliche Luftangriffe der Türkei auf kurdische Orte.

WS 5
28.10.19

Syrien / Türkei : Vor dem Auslaufen der zweiten Feuerpause spricht Aleem Maqbool im Nordirak mit dem Sprecher der PKK, Zagros Hiwa. Der besteht darauf, daß die PKK in der Türkei nur die Rechte der Kurden verteidigt, und das habe nichts mit Terrorismus zu tun. Die PKK habe die YPG beim Kampf gegen ISIS unterstützt, aber nie von Syrien aus die Türkei angegriffen.

Euronews berichtet über Drohungen des türkischen Regimes gegen die syrischen Kurden. Wenn sich die YPG nicht weiter aus dem Grenzgebiet zurückziehe, werde die Türkei das Gebiet "von Terroristen säubern".

B,E zus.5
29.10.19

Syrien / Türkei : Vor dem angekündigten Ende der türkischen Feuerpause haben zigtausende kurdische Kämpfer das von der Türkei beanspruchte Gebiet geräumt. In Ain Issa und Manbij kommt es erstmals zu Gefechten zwischen der syrischen Armee und pro-türkischen Jihadisten (angeblich auch zwischen syrischer und türkischer Armee).

A,ht,TS,h+,E

zus.8
           
29.10.19

"Re: Erdogan gegen die Kurden - Was wird aus den IS-Kämpfern?" - Film von Andreas Lünser und Detlev Konnerth. Ein paar aktuelle Aufnahmen aus einem kurdischen Flüchtlingslager im Nordirak. Der Großteil des Films ist aber etwa ein halbes Jahr alt, aus dem Kurdengebiet (Rojava) in der Zeit nach dem Sieg der Kurden über ISIS und vor dem Angriffskrieg der Türkei. Ein kurdischer Kommandeur gibt Einblicke. Viel über die ISIS-Gefangenen, Frauen mit Kindern und Kämpfer, die fast alle immer noch an ISIS glauben. Die 12.000 Gefangenen stellen die Kurden vor kaum zu bewältigende Probleme. (Die Kurden haben damals immer wieder gefordert, daß Europa seine ISIS-Terroristen zurückholen soll. Jetzt kommen sie mit Erdogans Hilfe von allein.) Mehrere tausend Reisepässe, die sauber abgestempelt belegen, daß die ISIS-Terroristen jederzeit unbehelligt in die Türkei ein- und ausreisen konnten. Zwei Gespräche mit gefangenen ISIS-Männern wurden damals schon bei "Spiegel-TV" gezeigt.  ¤

arte

 

32

 

30.10.19

In Genf beginnt eine "Verfassungskomitee" genannte Konferenz mit je 50 Vertretern von Regierung, Rebellen und Zivilgesellschaft. Nur die Kurden (die einzige Gruppe, die am Krieg in Syrien keine Schuld trägt) sind, auf Druck Erdogans, nicht dabei. Bei AJE berichtet James Bays aus Genf.

A,arj,TS zus.7
           
30.10.19

Syrien / Türkei : Weitere Gefechte zwischen syrischen und türkischen Truppen (bzw. deren syrischen Rebellenmilizen) bei Ras al-Ain. Laut russischen Angaben sind die kurdischen Kämpfer komplett aus der türkischen "Sicherheitszone" abgezogen. Erdogan behauptet, es seien noch welche dort, und er droht, den Einmarsch fortzusetzen, um sie zu vertreiben.

A,E zus.5
           
31.10.19

Syrien / Türkei : Die pro-türkischen Jihadistenmilizen rücken in der türkischen "Sicherheitszone" weiter vor, sie liefern sich dabei schwere Gefechte sowohl mit syrischen Regierungstruppen als auch mit kurdischen Kämpfern der SDF. Leider kaum Infos darüber, außer im Bericht von Hashem Ahelbarra bei AJE. - PressTV meldet, daß Präsident Assad verkündet, die Armee werde im gesamten Nordosten die staatliche Kontrolle wiederherstellen. Einschätzungen dazu von Paul Larudee. - Im ZDF ein Bericht von Jörg Brase aus dem türkischen Grenzgebiet, der die Sichtweise der türkischen Islamisten und Kurdenhasser unkritisch wiedergibt.  

A,P,hj

zus.11
           
31.10.19

Syrien / Türkei : Ein Beitrag von Stefan Buchen und Philipp Hennig. Ferngespräch mit dem pro-kurdischen Aktivisten "Felix" sowie ein paar eigene Aufnahmen von ihm. Er lebt seit Jahren in Rojava, unterstützt den Aufbau der kurdischen Selbstverwaltung und arbeitet u.a. als Lehrer. Dort wo er wohnt, in Derik (am Ostende der türkischen "Sicherheitszone"), gab es einige Luftangriffe auf Wohnhäuser, aber noch keine türkischen Truppen, keine Kämpfe. Die Angst vor den anrückenden Besatzern ist aber groß, und viele Leute flüchten.  ¤

Panorama 7
1.11.19

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Syrien / Türkei : Alle Sender berichten über die ersten gemeinsamen Patrouillen von russischen und türkischen Soldaten in der türkischen "Sicherheitszone" im syrischen Kurdengebiet. 

Bei AJE ein detaillierter Bericht von Hashem Ahelbarra. Nur hier auch ein wichtiger OT von Assad. Präsident Assad kündigt an, das ganze Land wieder unter syrische Kontrolle zu bringen, auch wenn das bedeutet, gegen die Türkei Krieg zu führen. "Das Operationsgebiet ist syrisches Territorium, von ganz im Süden bis zum Norden. Die Türkei ist in diesem Krieg der Agent der USA. Wir werden diesen Agenten Türkei überall bekämpfen, und wenn sie das versuchen durchzuführen was sie vorhaben (gemeint: dauerhaft einen Teil Syriens besetzen), dann bleibt uns keine andere Option als Krieg. Das ist offensichtlich. Aber ich sage auch: wir werden die Gelegenheit offenhalten für einen politischen Prozeß, in allen Formen. Nur, wenn das kein Ergebnis bringt, dann werden wir sie als Feind betrachten, und es gibt Krieg. Es gibt keine andere Option."  ¤

Bei CNN ein Gespräch mit dem Helfer Dave Eubank (Ex-US-Soldat, jetzt bei den "Free Burma Rangers") in Tal Tamr (im Kriegsgebiet). Trump hat heute im Wahlkampf behauptet, er habe einen "erfolgreichen Waffenstillstand" ausgehandelt. Eubank dazu: "In zwei Wochen hat es hier noch keinen Tag sowas wie einen Waffenstillstand gegeben. Seit fast drei Wochen täglich Gefechte, türkische Luftangriffe mit Drohnen, Panzer, Maschinengewehrfeuer. Die FSA (also die syrischen Jihadisten) greifen an, mit türkischer Luftunterstützung. Es gibt tote Kämpfer der SDF (Kurden und Araber) und Zivilisten." Er schildert sehr präzise Aussagen über diverse Kriegsverbrechen der Jihadisten und stellt fest, daß die SDF-Männer finstere Islamisten sind, die hier ihr islamisches Kalifat errichten wollen. Viele haben Verbindungen zu Al Kaida oder ISIS. Was die Kurden zum Verrat der USA sagen? "Na, alle fühlen sich enorm betrogen. Sie sagen: wir haben Amerika vertraut. ... Es bricht mir als Amerikaner das Herz: das hier ist keine sichere Zone, das ist eine Todeszone. Es gibt Vertreibungen, Tote, ethnische Säuberungen. Sie nennen es eine zone of genocide. Aber ich glaube, es ist noch nicht zu spät. Wir können sagen: sorry, we betrayed you, we made a mistake, und dann hierher zurückkommen mit unseren Truppen und mit allen verhandeln, und vor allem mit den Einheimischen reden." - Video unten. Ich hoffe, daß das ein paar Leute sehen.  ¤¤

Bei der BBC eine Reportage von Jiyar Gol. Zunächst aus Qamishli, der größten Stadt der Kurden in Syrien. Hier ist der Krieg noch nicht angekommen. "Ein Mann sagt: wir haben dieses Gebiet sieben Jahre kontrolliert und nie einen Schuß auf die Türkei abgegeben. Als Nachbarn haben wir kein Problem mit der Türkei. Und jetzt überfallen die uns mit Artillerie, Panzern und Luftangriffen." Dann Aufnahmen vom Aufmarsch der FSA an der türkischen Grenze, nur wenige Kilometer entfernt. Und Videos, die die Jihadisten selber gedreht haben. Die gleichen pseudoreligiösen Hassreden wie früher bei den syrischen "Rebellen", Salafisten, "Takfiri", egal ob Al Kaida oder ISIS, jetzt alle in schicken Uniformen aus der Türkei, zu unterscheiden allenfalls am Haarschnitt. (Die langhaarigen Hippies sind ISIS, die kurzgeschorenen smarten Typen sind Al-Kaida.) Es folgen zwei Aufnahmen, wo sie kurdische Kämpferinnen gefangennehmen, die eine wird mißhandelt (hat aber wohl überlebt), die andere getötet und brutal verstümmelt. Die Aufnahmen wurden auch im US-Senat gezeigt und diskutiert. Es wird von der Türkei eine "Erklärung" für die Kriegsverbrechen verlangt. - Dann wieder bei Leuten in Qamishli, die um ihre Toten trauern, deren Bilder sie hier noch an der Wand hängen haben, und nicht verstehen, warum sie von den Amerikanern so im Stich gelassen wurden. - Leider gibt es den Bericht anscheinend noch nicht online.  ¤¤

In der Tagesschau ein Bericht von Oliver Mayer-Rüth, über die russisch/türkischen Patrouillen. Zum Assad-Interview wird hier nur erwähnt, daß er das russisch-türkische Abkommen gutheißt und den AKK-Plan ablehnt. Der Krieg wird nur kurz erwähnt ("Die Kämpfe sind weniger geworden"), aber es gibt Infos über die Verfolgung von Kriegsgegnern in der Türkei. Allein über 200 Politiker der HDP wurden seit Kriegsbeginn festgenommen. - Auch arte bringt das obige Zitat von Assad, allerdings etwas anders übersetzt. Bei Euronews ein anderer Abschnitt aus demselben Interview.

A,B,C

arj,TS,E

 

 

 

 

 

 

 

 

 

zus.16

zus.6

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                     
2.11.19

Syrien / Türkei : In der von der Türkei besetzten kurdischen Stadt Tal Abyad explodiert eine Autobombe auf einem Marktplatz, mindestens 13 Menschen werden getötet. Das türkische Regime beschuldigt die kurdische YPG. In der Tagesschau berichtet Alexander Stenzel auch über die Proteste der Kurden in Qamishli gegen die türkische Besatzung. - AJE berichtet außerdem über verstärkte Kämpfe und Luftangriffe in der Rebellenprovinz Idlib. Die Armee hat ihre Offensive offenbar wieder aufgenommen um die Rebellen aus dem Gebiet zu vertreiben.

A,B,C,TS,E

zus.13
                 
3.11.19

Syrien / Türkei : Bei AJE ein Bericht von Hashem Ahelbarra über die Lage im türkisch besetzten Tal Abyad. - In der Tagesschau berichtet Daniel Hechler über ISIS-Frauen im Lager al-Hol, die sich wegen des türkischen Einmarsches Hoffnung auf einen Neuanfang ihres "Staates" machen. Weil die kurdischen Bewacher zum Krieg eingezogen wurden, sind hunderte ISIS-Terroristen aus anderen Lagern geflüchtet. - In den Tagesthemen berichtet Oliver Mayer-Rüth aus der türkischen Grenzstadt Nusaybin. Die überwiegend kurdische Stadt liegt direkt gegenüber von Qamishli. Viele Bewohner beider Orte sind miteinander verwandt. Am Beginn des Krieges wurden beide Städte mit Artillerie beschossen. Die beiden Bürgermeister der HDP wurden von Erdogan abgesetzt, ein Zwangsverwalter eingesetzt.  ¤

A,TS,TT zus.7
           
5.11.19

Syrien / Türkei : CNN meldet, daß türkische Soldaten die Schwester des getöteten ISIS-Chefs al-Baghdadi verhaftet haben. Infos aus dem besetzten Tal Abyad von Jomana Karadsheh. Die Reporterin ist bei der türkischen Armee "eingebettet" und erwähnt, daß die Besatzungssoldaten dort die Gegend nach Sprengfallen und Verstecken von kurdischen Widerstandskämpfern durchkämmen. Angeblich sind 20.000 geflüchtete Bewohner in die Stadt zurückgekehrt.

PressTV meldet, daß die syrische Armee Truppen in den Nordosten des Kurdengebiets verlagert, in die Nähe von Qamishli, um das Gebiet gegen einen möglichen Einmarsch der Türkei zu verteidigen. Infos aus Damaskus von Mohamad Ali.

C,P

zus.5
6.11.19

Die "Weißhelme" haben in Idlib mal wieder einen Propagandafilm gedreht, arte zeigt die Bilder als bisher einziger Sender.

arj 4
7.11.19

Das Pentagon hat erklärt, daß die Einnahmen aus den von den USA kontrollierten syrischen Ölfeldern "an die Kurden und die SDF" fließen. Erläuterungen und Einschätzungen dazu von Mohamad Ali (Damaskus) und Kevin Barrett.

P

 
8.11.19

Bei arte ein Bericht aus der Rebellenprovinz Idlib. In mehreren Städten lehnt sich die Bevölkerung gegen die Herrschaft der Jihadisten auf. Große Demonstrationen fordern, daß sie endlich abhauen sollen. (Was der Bericht nicht erwähnt: es sind genau diese Jihadisten, die die Türkei für den Krieg gegen die Kurden einsetzt.)  ¤

arj 2
8.11.19

Syrien / Türkei : Türkische Besatzungssoldaten werden in ihrer "Sicherheitszone" von Bewohnern mit Steinen beworfen. Bei AJE Infos zur Lage im besetzten Gebiet, bei Sky News berichtet Mark Stone aus der Gegend des kurdischen Ortes Sermisax in der "Sicherheitszone".

A,Sky zus.6
9.11.19

Ausschnitt aus einem Interview von Afshin Rattansi mit Präsident Bashar al-Assad. U.a. über das Verhältnis der EU zu dem fanatischen Islamisten Erdogan.

RT 2
           
9.11.19

Syrien / Türkei : Nur PressTV meldet schwere Kämpfe zwischen syrischen und türkischen Truppen bei Ras al-Ayn.

P

1
10.11.19

Syrien / Türkei : Meldung: bei der Explosion einer Autobombe in einem Dorf bei Tal Abyad sind acht Menschen getötet worden. - Bei CNN berichtet Jomana Karadsheh aus Tal Abyad in der türkisch besetzten "Sicherheitszone". Sie ist bei der türkischen Armee "eingebettet". Über Soldaten bei der Minensuche, den Bombenanschlag von vorgestern, Zivilisten zwischen den Fronten.

A,C zus.5
11.11.19

Das komplette Interview von Afshin Rattansi mit Präsident Bashar al-Assad. (NNA)*

RT 54
           
11.11.19

"Her War - Women vs. ISIS" (Zwei Teile) - Reportage von TV Novosti über die Frauenmilizen der kurdischen YPG. Aus dem Jahr 2015.

RT 2x26
11.11.19

Syrien / Türkei : Meldungen und Bilder nur bei AJE, Sky News und PressTV: in Qamishli (syrisches Kurdengebiet) sind bei drei Anschlägen mit Autobomben zusammen mindestens sechs Menschen getötet worden. Die Kurden beschuldigen direkt ISIS und indirekt die Türkei. - Auf deutsch keine Berichte, keine Meldungen. 

A,P

zus.1
12.11.19

Lawrow wirft den USA vor, daß sie sich nur noch die Kontrolle über das syrische Erdöl sichern wollen.  (NNA)*

E 2
           
12.11.19

Syrien / Israel : Israel bombardiert nicht nur Gaza, sondern auch ein Wohnhaus in Damaskus, in dem ein Mitglied des palästinensischen Widerstandes wohnte. Der Mann überlebt, aber zwei andere Zivilisten werden getötet. Bei den meisten Sendern allenfalls Kurzmeldungen, nur bei PressTV ein Bericht aus Damaskus.

P

2
           
13.11.19

Syrien / Türkei : Erdogan ist zu Besuch bei Trump. Die beiden verstehen sich bestens, von Sanktionen wegen des türkischen Einmarsches in Syrien ist keine Rede mehr. Bei AJE Einschätzungen von Marwan Bishara.

A,B zus.8
           
14.11.19

PressTV meldet eine neue Offensive der Armee im Rebellengebiet in der Provinz Idlib. Zwei Ortschaften seien dabei eingenommen worden. Einschätzungen dazu von Ken Stone.

P

2
15.11.19

Bericht von Alex Crawford aus dem Rebellengebiet in Idlib. Crawford behauptet, es gebe Beweise, daß die syrische Luftwaffe dort gezielt und absichtlich Wohnhäuser bombardiert hat. Alle Bilder und angeblichen Zeugenaussagen stammen allerdings von der jihadistischen Propagandatruppe "Weißhelme", die Bilder wurden teilweise offensichtlich extra für die Filmaufnahmen inszeniert. Traurig, daß Crawford und Sky News sich auf so ein Niveau herablassen.  - (Wobei ich nicht bestreite, daß die syrische Luftwaffe Wohnhäuser bombardiert und daß es sich dabei um Kriegsverbrechen handeln kann. Genauso tun es auch die USA, die Saudis und Israel im Kampf gegen wirkliche oder angebliche Terroristen.)

Sky 5
16.11.19

Syrien / Türkei : In al-Bab im türkisch besetzten Kurdengebiet sind durch eine Autobombe mindestens 19 Menschen getötet worden. Die türkische Regierung beschuldigt die kurdische YPG. Meldungen, bei AJE Einschätzungen von Afzal Ashraf.

A,Sky,RT,P

zus.4
17.11.19

Meldung über Luftangriffe in Saraqeb (Provinz Idlib) mit mindestens neun Toten.

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