Was gestern im Fernsehen Wichtiges zu sehen war und von mir archiviert wurde. Täglich im rauskuck.

Klima, Erderhitzung, Energie / Entropie #6                                                  

Die meiner Meinung nach zur Zeit beste Darstellung der Weltlage und des nötigen Auswegs habe ich bei der "Initiative Ökosozialismus" gefunden. Speziell in der Broschüre "Ökosozialismus oder Barbarei. Eine zeitgemäße Kapitalismuskritik" (unten auf der Seite gibt's die ganze Broschüre als .pdf)  (Links aktualisiert.) 

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    (letzter Eintrag 19.11.21)

26.10.21

 

"Der Kampf ums Klima - Im Maschinenraum der Klimapolitik" - Film von Lena Müller und Alexander Ebert. Insider erzählen, wie wirtschaftliche Interessen die Rettung des Planeten verhindern.  (NNA)*   ¤

Text von arte: "Werden (gegen die Erderwärmung) nicht bald global Maßnahmen ergriffen, wird sich der Planet weiter aufheizen und es droht der sogenannte Tipping Point, der Kipppunkt. Ist der verpasst, sind die Grundlagen unseres Wohlstands existenziell bedroht – und zwar weltweit. Kritiker befürchten, dass auch der nächste Weltklimagipfel im November in Glasgow keinen Durchbruch in Sachen globaler Klimaschutz erreichen wird. Wieder einmal.
Es entsteht der Eindruck, dass Politik und Gesellschaft sehenden Auges auf eine Katastrophe zurasen, obwohl Regierungschefs seit 30 Jahren über den Klimawandel debattieren und die Lösungen bekannt sind. Warum ist das so? Wird die Rettung des Klimas einfach vertrödelt oder gibt es andere Gründe? In dieser Dokumentation berichten Insider aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, wie wirtschaftliche Interessen, politische Ideologien und gesellschaftliche Beharrungskräfte verhindern, dass die Welt gerettet wird."

arte

 

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26.10.21

 

 

"Mein Fußabdruck - Das Klima und ich" - Film von Anna Marohn. Fragen auf der Suche nach der eigenen Verantwortung, zugleich auch Fragen nach der globalen Verteilungsgerechtigkeit.  (NNA)*  ¤

Text von arte: "Eine Studie des Umweltbundesamtes beweist: Wer zu den besserverdienenden Akademikern gehört, die sich besonders gut fühlen, weil sie nie ohne Stoffbeutel das Haus verlassen, belastet das Klima oft besonders stark.
Das gilt auch für die Journalistin Anna Marohn, ihren Mann Daniel und den zweijährigen Jakob. Für diese Dokumentation wollen sie ihren klimaschädlichen Alltag endlich entrümpeln – weg mit dem CO2-Ballast! Fast ein Jahr lang beschäftigen sie sich mit den großen und kleinen Fragen. Mit Fachleuten diskutieren sie den Weg zum klimafreundlichen Leben - was macht wirklich einen Unterschied, und was beruhigt nur das eigene Gewissen? Denn bald wird deutlich: Wer jedes eingesparte CO2-Gramm auflistet und errechnet, frustriert eher sich und sein Umfeld als dass er wirklich etwas auf Dauer bewirkt.
Aber sind am Ende nicht unser Wirtschaftssystem und die globale Politik dafür verantwortlich, dass ein CO2-armes Leben in unseren Breitengraden ziemlich unmöglich ist? ARTE forscht nach dem Zusammenhang von individuellem Handeln und nötigem Systemwandel. Laurence Tubiana, die als Architektin des Pariser Klimaabkommens gilt, hat dazu eine eindeutige Haltung: "Das Handeln auf individueller Ebene ist essenziell. Wenn sich jeder der Verantwortung entzieht, kann es keinen Wandel geben."

arte

 

 

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26.10.21

 

 

 

 

"Klimawandel - Die Macht der Lobbyisten" - Dokumentation von Mads Ellesøe über die Desinformationskampagnen von Fossil-Konzernen, die seit Jahrzehnten über die Folgen der Erderwärmung bescheidwissen, aber gezielt und systematisch Lügen darüber verbreiten, um die Öffentlichkeit und die Politik von Maßnahmen gegen die Verbrennung abzuhalten. Bislang erfolgreich. (Englische Fassung lief bei AJE am 16.4.21. Dort weitere Infos.)   ¤¤

Text von arte: "Bereits 1988 ließ sich der Klimawandel mit 99-prozentiger Sicherheit voraussagen. Der Treibhauseffekt stand außer Frage, und es war klar, dass keine Zeit mehr verloren werden durfte. In einer gemeinsamen Erklärung verpflichteten sich damals Wissenschaft und Politik, die Emissionen bis 2005 um 20 Prozent zu senken. Der Weltklimarat wurde aus der Taufe gehoben, um einen globalen Klimavertrag auszuarbeiten. Doch bis heute ist fraglich, ob und wann definierte Klimaziele weltweit überhaupt noch erreichbar sein werden. Denn die Menge an Kohlendioxid in der Atmosphäre hat sich seit Ende der 1980er-Jahre noch einmal verdoppelt.
Große Ölkonzerne bemerkten die Klimaerwärmung anscheinend schon sehr früh - doch anstatt dagegen anzugehen, leiteten sie eine gigantische Kampagne in die Wege, um den Kampf gegen den Klimawandel zu torpedieren: Sie entließen ihre eigenen Forscher, die Alarm geschlagen hatten, stellten die gleichen Personen ein, die der Tabakindustrie schon erfolgreich dabei geholfen hatten, die wissenschaftlich nachgewiesenen Gefahren des Rauchens herunterzuspielen und finanzierten insgeheim vermeintliche „Experten“, die sich dazu hergaben, die Existenz des Klimawandels medial anzufechten.
Heute stellen sich Konzerne gern als Öko-Pioniere dar, obwohl sie genau das Gegenteil tun: Bis zu 95 Prozent der Investitionen in neue Energien fließen in die Förderung fossiler Brennstoffe, die die Erderwärmung weiter vorantreiben. Die Dokumentation zeigt, mit welchen Strategien die öffentliche Meinung in Sachen Klimawandel beeinflusst wurde - und mit welchem Erfolg."

arte

 

 

 

 

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27.10.21

Über Süditalien und Sizilien hat sich mal wieder ein Tiefdruckwirbel festgesetzt. Seit Tagen gibt es immer wieder schwere Unwetter mit Rekordregenmengen und schwere Schäden durch Überschwemmungen. In den nächsten Tagen soll es eher noch schlimmer werden.

Sky,C,n,TS,hj

zus.8
           
27.10.21

Nach einer Studie haben mindestens zehn der 250 als UN-Welterbe geschützten Wälder in den letzten 20 Jahren mehr Kohlenstoff abgegeben als aufgenommen - Folge von illegalen Abholzungen und Waldbränden.

B

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28.10.21

Im US-Kongress beginnt eine Anhörung der Chefs von vier Ölkonzernen. Sie müssen unter Eid über die Rolle ihrer Unternehmen bei der Zerstörung des lebensfreundlichen Klimas auf der Erde aussagen. Die Firmen wußten darüber schon vor 40 Jahren bescheid und haben Milliarden für gezielte Kampagnen ausgegeben, um die Öffentlichkeit darüber zu belügen. Einschätzungen dazu bei AJE von Jeff Colgan (Klimaexperte) und bei CNN von Prof. Michael Mann. Mann: sie haben umgeschwenkt vom Leugnen des Klimawandels zum Leugnen der Tatsache, daß sie den Klimawandel geleugnet haben.  ¤

A,C

zus.14

           
28.10.21

Karsten Schwanke beim ARD-Wetter über die enormen Regenmengen auf Sizilien und den "Medicane", der sich dort weiter auf der Stelle dreht.

TT

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29.10.21

Beitrag über das Abtauen des Permafrosts in Sibirien. Zunehmende Freisetzung von Methan, zunehmende Schäden an Infrastruktur.

hj

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29.10.21

Christian Blenker berichtet von Grönland über das Abschmelzen der Gletscher und ein Verbot von Ölbohrungen durch die Regierung.

TT

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29.10.21

Sophie Shevardnadze spricht mit dem Glaziologen Prof. Martin Siegert über die Gefahren durch die Erderwärmung. Nichts Neues, aber sehr präzise Erläuterungen der geologischen Zusammenhänge. Spannend.  ¤

RT

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29.10.21

In London, Paris und Brüssel demonstrieren Aktivisten von FfF vor Banken und fordern, die Investitionen in fossile Brennstoffe zu beenden.

Ausschnitt aus einem Gespräch mit Greta Thunberg vor der Klimakonferenz in Glasgow. Über Joe Biden, der trotz aller schönen Worte weiter in fossile Brennstoffe investiert.

E

B

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1.11.21

Bei der Klimakonferenz "COP26" in Glasgow halten Politiker tolle Reden und versprechen alles Mögliche. Besonders große Töne spuckt Boris Johnson, dessen Regierung unterdessen in neue Öl- und Kohle-Projekte investiert als wenn nicht gewesen wäre. Indiens Regierungschef Modi verspricht "Klimaneutralität bis 2070"!  - Es ist alles nur noch lächerlich.

Gespräch mit Prof. Michael Mann: der Ton spiegelt den Ernst der Lage wider. Jetzt muß man sehen, ob entsprechende Taten folgen. Man streitet, ob es bei 1,5° gefährlich wird oder bei 2°, aber schon jetzt, bei 1,2°, wissen die Leute in Puerto Rico, Kalifornien oder anderen Gegenden, die von früher unbekannten Extremwetterkatastrophen getroffen wurden: der Klimawandel ist jetzt schon gefährlich.  - Außerdem Einschätzungen von Asad Rehman (War on Want).

A,C

C

zus.11

zus.14

1.11.21

Bei der Klimakonferenz "COP26" haben die Länder mit den größten Waldbeständen (u.a. Brasilien) vereinbart, bis zum Jahr 2030 sämtliche Wälder abzuholzen. Bzw.: sie haben vereinbart, bis 2030 "die Abholzung der Wälder zu beenden". Würden sie den Schutz der Wälder ernstmeinen, hätten sie auch einen sofortigen Stopp aller Abholzungen beschließen können. So sieht es eben danach aus, daß sie noch acht Jahre lang alles aus den Wäldern rausholen wollen, was sich zu Geld machen lässt. Danach wird nicht mehr viel übrig sein. Bei CNN Infos von Phil Black.

C

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1.11.21

Erstmals ein Bericht (von Zein Basravi aus Bahunepati) mit Bildern der extremen Verwüstungen durch Überschwemmungen und Erdrutsche in Nepal. Mehr als 100 Menschen sind dort ums Legen gekommen, mehr als 5000 Gebäude wurden zerstört. Ganze Flußtäler, die landwirtschaftlich genutzt wurden, sind nun von Matsch bedeckt. Das Land bekommt dadurch ernste Versorgungsprobleme.   ¤

A

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1.11.21

Greta Thunberg sagt bei einer Protestkundgebung am Rand der Klimakonferenz: "Die Politiker und die Mächtigen machen weiter wie bisher, sie tun nur so, als wenn sie unsere Zukunft ernstnehmen würden. Von dort drinnen wird kein Wandel ausgehen. Von hier draußen kommt der Wandel."

C,nam,E

zus.2

2.11.21

Noch ein Bericht von Zein Basravi aus Nepal über die schweren Verwüstungen durch Überschwemmungen und Erdrutsche.  ¤

Der Tschadsee trocknet immer weiter aus. Seit den 60er-Jahren hat er 90 Prozent seiner Fläche verloren, Folge von ausbleibenden Niederschlägen und Wasserentnahme für die Landwirtschaft. Diese wird allmählich unmöglich, einige Millionen Menschen haben hier keine Zukunft mehr. Bericht von Ahmed Idris.  ¤

Ein Bericht über das Abtauen des Inlandeises auf Grönland und das Verschwinden des Meereises in der Arktis.

A

A

E

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2

           
2.11.21

Werden die für die Erderwärmung Verantwortlichen dafür irgendwann vor Gericht gestellt? Ein Beitrag über das Gerichtsdrama "Ökozid" (ARD 18.11.20), das eine solche Verhandlung im Jahr 2034 inszeniert, und Gespräch mit dem Regisseur des Film, Andres Veiel. Die Absichtserklärungen von Glasgow bedeuten erstmal nicht viel. Das würde sich ändern, wenn der Ökozid tatsächlich als Straftatbestand eingeführt würde. Die Frage wäre dann, wer dieses Recht international durchsetzen soll. Es ist wichtig, jetzt schon präzise Ross und Reiter zu benennen.  ¤

ktzt

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2.11.21

Mehr zu der Absichtserklärung von 100 Staaten bei der COP26, wonach diese bis 2030 die Entwaldung stoppen wollen. Es hat ähnliche Ankündigungen schon etwa 20 mal gegeben, zuletzt haben sie 2014 beschlossen, die Entwaldung bis 2020 zu halbieren. Auch das wurde nicht umgesetzt. Ein paar Berichte, und bei AJE eine schön klare Stellungnahme von Danielle van Ooijen (Friends of the Earth). Trotz aller Absichtserklärung hat die Entwaldung sogar noch zugenommen. Das muß aufhören, und es muß jetzt aufhören. Die EU weigert sich, die Einfuhr von Produkten aus abgeholzten Regenwäldern (Palmöl, Tropenholz, Soja, Kautschuk) zu stoppen oder die Finanzierung von Investitionen in die Zerstörung zu regulieren.  ¤

A,arj,TS,hj

zus.19

         
3.11.21

Prof. Will Steffen über die bislang nicht ausreichende Reduktion der Kohleverbrennung. Vor allem Australien, China und Indien setzen weiter auf die Förderung und Verbrennung von Kohle.

A

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3.11.21

"Crisis ... What Crisis?" - Film von Amanda Burrell und anderen. Warum schaffen es die Regierungen nicht, die nötigen Maßnahmen gegen die Erderwärmung zu ergreifen? Amanda Burrell spricht darüber mit Politikern und Aktivisten, u.a. dem großartigen George Monbiot.  (P+P) (NNA)*   ¤ 

A

26

           
4.11.21

Nepal wurde in diesem Jahr von einer Kaskade von Naturkatastrophen getroffen. Im Februar riesige Waldbrände, dann im Juni, August und Oktober sintflutartige Regenfälle, die jeweils zu verheerenden Überschwemmungen und Erdrutschen führten. Ganze Flusstäler liegen nun unter Schlamm begraben. Jedem ist klar, daß diese Häufung von Katastrophen eine Folge der Erderwärmung ist, zu der Nepal kaum etwas beigetragen hat. Das Land ist arm und hat nicht die Mittel, sich vor solchen Gewalten zu schützen. Zein Basravi berichtet aus Melamchi. - Über die letzte Überschwemmungskatastrophe im Oktober hat außer AJE kein Sender irgendetwas berichtet.  ¤

A

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4.11.21

"Scobel: Klimakrise und Verantwortung" - Gert Scobel spricht mit Prof. Angela Kallhoff (Ethikerin), Prof. Felix Ekardt (Jurist) und Prof. Anders Levermann (Physiker, PKI).  (NNA)*

3sat

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4.11.21

In Glasgow demonstrieren tausende junge Leute am Rande der Klimakonferenz und verlangen von den Herrschenden ernsthafte Maßnahmen zur Beendung der Erderwärmung.

B

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5.11.21

In Glasgow demonstrieren erneut tausende Klimaschützer gegen den Klimagipfel der Herrschenden, gegen die immer neuen wertlosen Versprechen und das Ausbleiben von ernsthaften Maßnahmen und für globale Gerechtigkeit. Greta Thunberg hält eine Rede, in der sie das sehr deutlich anspricht. (Bei allen Sendern leider nur kurze Ausschnitte daraus.) ¤

Den kompletten O-Ton der Rede habe ich von Reuters aus dem Netz. (Inzwischen auch von FfF bei YT, zweites Video.) Ein leider unvollständiges Transkript gibt es bei "Democracy Now!". Hier meine Übersetzung der wichtigsten Sätze.  

A,B,C,Sky

R,arj,TS,hj,TT,E,NC

Reuters

zus.12

zus.19

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Greta: "Es ist offensichtlich, daß die COP26 ein Fehlschlag ist. Man kann eine Krise nicht mit den gleichen Mitteln lösen, die uns da hineingebracht haben. Viele fragen sich, was es braucht, damit die Herrschenden aufwachen. Aber die sind schon lange wach. Die wissen genau was sie tun. Sie wissen genau, welche Werte sie opfern, um mit dem Business-as-usual weiterzumachen. Es ist nicht so, daß die Führer nichts tun. Sie sind sehr aktiv dabei, Schlupflöcher zu erzeugen und Rahmenbedingungen zu formen, um weiterhin selber von diesem destruktivem System zu profitieren. Es ist eine aktive Entscheidung der Mächtigen, die Ausbeutung von Menschen und Natur und die Zerstörung der heutigen und zukünftigen Lebensgrundlagen weiterzutreiben.

Die COP ist zu einer PR-Veranstaltung geworden, bei der die Führer schöne Reden halten und fantastische Versprechen abgeben, aber hinter den Kulissen weigern sich die Führer der reichen Länder des globalen Nordens, irgendwelche drastischen Maßnahmen für das Klima zu ergreifen. Dies ist keine Klimakonferenz - es ist ein Greenwash-Festival des globalen Nordens. Eine zweiwöchige Feier des Business-as-usual und des Bla-Bla-Bla. Aber die Fakten lügen nicht, und wir wissen, daß unsere Kaiser nackt sind. Um zu verhindern, daß irreversible Kettenreaktionen jenseits menschlicher Kontrolle in Gang gesetzt werden, brauchen wir sofort jährliche drastische Emissionssenkungen. Und weil es keine technischen Lösungen gibt, mit denen man das erreichen könnte, bedeutet das, daß wir unsere Gesellschaft fundamental ändern müssen. 

Die Klimakrise besteht natürlich nicht in einem Vakuum. Sie ist direkt verbunden mit anderen Krisen und Ungerechtigkeiten, die zurückgehen auf den Kolonialismus. Krisen, die auf der Idee beruhen, manche Leute seien mehr wert als andere und hätten darum das Recht, andere zu bestehlen und auszubeuten und ihnen ihr Land und ihre Ressourcen zu rauben. Es wäre naiv zu glauben, daß wir diese Krise bewältigen könnten ohne die Wurzel des Problems anzupacken. Aber darüber wird nicht gesprochen bei der COP. Das ist zu unangenehm. Es ist einfacher, die historische Schuld einfach zu ignorieren, die die Länder des globalen Nordens gegenüber den am stärksten betroffenen Völkern und Regionen tragen.

Wir brauchen keine weit entfernten, unverbindlichen Ankündigungen, keine leeren Versprechen. Über die Hälfte der Kohlenstoffemissionen sind seit 1990 entstanden, mehr als ein Drittel seit 2005. (Trotz aller Klimakonferenzen.) Die Medien versagen immer wieder dabei, die Mächtigen für ihr Handeln und ihr Nichthandeln verantwortlich zu machen. Während sie weitermachen, die Infrastruktur der fossilen Energien noch weiter ausbauen, neue Ölfelder erschließen, neue Kohlegruben aufmachen, neue Kohlekraftwerke bauen, weigern sie sich, auch nur ihre minimalen Versprechen gegenüber den armen Ländern zu erfüllen, die am wenigsten an der Erderwärmung schuld sind aber am meisten darunter leiden. Das ist eine Schande!

Manche Leute meinen, wir seien zu radikal. In Wahrheit sind sie es, die radikal sind. Für den Erhalt unseres Lebenserhaltungssystem zu kämpfen ist nicht radikal. Aber zu glauben, unsere Zivilisation könne in einer drei Grad wärmeren Welt überleben, ist nicht nur extrem radikal: das ist der pure Irrsinn. 

Wir hier draußen sagen die Wahrheit. Die Mächtigen haben offensichtlich Angst vor der Wahrheit. Aber sie können der Wahrheit nicht entkommen. Sie können die Wissenschaft nicht ignorieren, sie können das Volk nicht ignorieren, inklusive ihrer eigenen Kinder. Sie können unseren Ruf nicht überhören, wenn wir die Macht zurückfordern. Die Führer führen nicht - das hier ist echte Führung."  ¤¤

5.11.21

Gespräch mit Asad Rehman (COP26 Coalition, War on Want), der Greta absolut zustimmt. Die meisten Versprechen sind genauso schon früher abgegeben und nicht eingehalten worden. Während sie zukünftige Reduzierungen der Verbrennung von fossilen Stoffen versprechen, investieren sie weiter massiv in die Erschließung von weiteren Kohle-, Öl- und Gasvorkommen.

C

7

5.11.21

Ausgerechnet bei "Welt" ein Beitrag darüber, welche Bevölkerungsgruppe weltweit das Klima am stärksten ruiniert. Die "Öko-Vandalen" der Welt sind die Superreichen mit ihren Yachten und Privatjets. Das reichste eine Prozent ist allein für 16 Prozent der Treibhausgase verantwortlich, mehr als die ärmere Hälfte der Menschheit.

W

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6.11.21

Gespräch mit David Wallace-Wells ("The Unihabitable Earth"). Greta Thunberg hat recht: die Versprechen bei der Klimakonferenz reichen nicht, denn es gibt keine konkreten Pläne, wie die Länder ihre Versprechen erreichen wollen. Wenn man mich einen Alarmisten nennt: es ist die Wissenschaft selbst, die alarmierend ist.

C

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6.11.21

Im "Listening Post" ein Beitrag über die Berichterstattung der Medien zu Klimathemen und was sich daran verbessern muß.  (NNA)*  ¤

A

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6.11.21

In Warschau demonstrieren polnische Bergmänner gegen den von der polnischen Regierung für irgendwann angekündigten Kohleausstieg und für den Erhalt ihrer "Arbeitsplätze". - Hier liegt ein Mißverständnis vor. Das was ihr da macht, ist keine Arbeit, sondern die Beteiligung an einem Verbrechen! Arbeit, und zwar genug Arbeit für einige Jahrtausende, wird es sein, die von euch gegrabenen Löcher wieder mit Kohle und Erde aufzufüllen. Da ihr die ganze Kohle leider sinnlos verbrannt habt, wird man die Kohle dafür sehr mühsam aus toten Bäumen (und vielleicht auch aus Hanf) gewinnen müssen.

E 1
             
6.11.21

In der Serie "42 - Die Antwort auf fast alles": "Was, wenn es kein Eis mehr gäbe?" - Dokumentation von Herbert Hackl. Darin werden sehr gut verständlich und präzise die Zusammenhänge beim Abschmelzen des Polareises erklärt, und welche Kettenreaktionen des Erdklimas dadurch ausgelöst werden. Auch die Sache mit dem Jetstream und den festsitzenden Tiefdruckgebieten wird sehr anschaulich erklärt. Zum Verstehen der Kipp-Punkte vielleicht einer der besten Beiträge bisher.  ¤

arte

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6.11.21

In Glasgow demonstrieren erneut Zigtausende gegen die Show der "Klimakonferenz", zugleich demonstrieren am weltweiten Klima-Aktionstag in 300 Städten Leute für einen ernsthaften Schutz des Erdklimas.

A,B,C,Sky

R,arj,TS,
TT,hj,E,NC

zus.16

zus.19

                 
7.11.21

Rob Reynolds berichtet aus San Joaquin über die Dürre in Kalifornien und die Folgen für die Landwirtschaft.

A

3

           
8.11.21

Australiens Regierung erklärt, daß das Land weder seine Kohleminen noch seine Kohlekraftwerke schließen werde. Australien habe "die beste Kohle der Welt".

E

1

           
11.11.21

 

 

"nano" und "kulturzeit" haben gemeinsam eine Sondersendung gemacht: "Das Klima und wir" (da steckt das Nichtverstehenwollen schon im Titel). Ingolf Baur und Nina Brunner betätigen sich als Propagandisten des Scheinklimaschutzes* und verbreiten unbegründeten Optimismus. Natürlich kein Wort zur grundlegenden Ursache des Problems. -  Interessant ist nur ein Beitrag über den schwedischen Autor Andreas Malm, der angesichts der beginnenden Klimakatastrophe direkte Aktionen, Sabotage gegen die Verursacher (die Konzerne und ihre Infrastruktur) für gerechtfertigt hält. Terrorismus, der sich gegen Personen richtet, lehnt er aber ab. Der Beitrag weist darauf hin, daß die Gewalt - der anderen Seite - in den armen Ländern längst stattfindet: letztes Jahr wurden über 200 Umweltschützer ermordet.  ¤

*Reinhard Steurer: "Die COPs haben eine wichtige Funktion. Sie sind ein zentrales Element unseres über 30 Jahre entwickelten Systems von Scheinklimaschutz, das uns die Klimakrise mit gutem Gewissen aushalten lässt, weil wir ja eh tun was wir können. Ohne Scheinklimaschutz wäre sie unerträglich."

3sat

 

6

 

12.11.21

Beim ZDF-Wetter die Karte der globalen Temperaturabweichung im Oktober. Deutlich zu warm in Kanada, Sibirien und Teilen der Antarktis, relativ kühl in Südeuropa und Zentralasien.

ZDF

1/2
12.11.21

Bei der Klimakonferenz wird weiter über nutzlose Formelkompromisse verhandelt. John Kerry stellt richtig (aber folgenlos) fest, daß bereits heute Menschen durch die Erderwärmung sterben.

Gespräch mit Bill McKibben: eine weitere verpasste Gelegenheit. Es ist offensichtlich zu spät, die Erderwärmung noch zu verhindern. Die Frage ist, ob es bereits zu spät ist, sie noch vor dem Punkt zu stoppen, wo sie die Zivilisation ausschaltet.

arj

Sky

2

5

13.11.21

 

 

 

Die Klimakonferenz "COP26" wurde noch etwas verlängert, um für die Abschlußerklärung wenigstens einen völlig verwässerten Formelkompromiss zu erreichen. Konferenzleiter Alok Sharma entschuldigt sich ausdrücklich für dieses lächerliche Dokument, meint aber, das sei ja immerhin besser als gar nichts - was natürlich falsch ist. Ein formelles Scheitern der Konferenz hätte das Scheitern der Diplomatie offensichtlich werden lassen. Jetzt können sich alle selbst auf die Schultern klopfen und noch ein paar Jahre so weitermachen. Greta Thunberg fasst das Ergebnis in einem Tweet treffend so zusammen: "Blah, blah, blah."

Bei AJE etwas ausführlichere Infos und weitere kritische Bewertungen von Aderonke Ige (Corporate Accountability Africa) und Rafe Pomerance (Woodwell Climate Research Center), dazu passende Bilder von gigantischen Kohleminen und endlosen Kohlezügen. Ein ebenfalls sehr kritischer Bericht bei CNN. Auch bei ZDF und ARD wird mehr oder weniger deutlich bemerkt, daß sich vor allem die Kohleindustrie durchgesetzt hat. Volker Angres (ZDF) sieht darin aber trotzdem irgendwie einen Erfolg und "ein klares Signal" (womit er - ungewollt - mal wieder recht hat.) Danach ein Gespräch mit Annalena Baerbock (Grüne), die gerade in der zukünftigen "Ampel" versucht, gegen die FDP wenigstens ein Bißchen Klimaschutz durchzusetzen.

A,B,C

hj,TT,E

 

zus.22

zus.19

 

           
13.11.21

Im "Listening Post" ein Video von "Juice Media": wenn die Regierung dem seltsamen Konzept "Ehrlichkeit" folgen und öffentlich zugeben würde, daß sie mit dem Klimaschutz gescheitert ist. Schön.  ¤

A 2
           
13.11.21

In Burundi führt der Klimawandel (mehr Dürren, mehr Starkregen) zu verstärkter Erosion, weiter verstärkt durch die Abholzung der letzten Schutzwälder auf den Hügeln. Mehrmals sind ganze Dörfer durch Bergrutsche verschüttet worden. Die Leute benutzen das Holz als Feuerholz. Eine Fabrik für Pflanzenkohle (aus Ernteresten) soll das Problem mildern. Bericht von Catherine Soi.

In der unsäglichen Sendung von nano und kulturzeit (11.11.) kam auch ein Bericht von Susann von Lojewski über den Anstieg des Wasserspiegels am Tanganjikasee, vermutlich eine Folge insgesamt zunehmender Niederschläge. Etwa 100.000 Anwohner des Sees, vor allem in Bujumbura, mußten ihre Häuser verlassen und leben jetzt in Flüchtlingslagern.

A

3sat

3

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14.11.21

Noch einige Berichte zur Klimakonferenz. Die Abschwächung des angekündigten Kohleausstiegs haben wir den Vertretern von China, Indien und Australien zu verdanken. In China und Indien leiden die Menschen auch direkt unter den Wirkungen der Kohleverbrennung. Bei AJE ein Bericht über die katastrophale Luftverschmutzung in Delhi, und Sarah Clarke berichtet aus Brisbane über die Macht der Kohleindustrie in Australien. Gespräch mit Patience Nabukalu (Klimaaktivistin aus Uganda) über das Versagen der Politiker. Auch darüber bei CNN Teresa Anderson (Action Aid): "Eine Beleidigung für Millionen von Menschen." - Bei der Tagesschau ein Nachbericht. Natürlich sieht auch die absolut dumme deutsche "Umweltministerin" in Glasgow "ein ganz ganz wichtiges Signal" (bloß wofür?).

A,C

TS

zus.13

5

16.11.21

Der Westen Kanadas wird seit Tagen von sintflutartigen Regenfällen getroffen. Rund um Vancouver sind sämtliche Landstraßen wegen Überschwemmungen und Erdrutschen gesperrt worden. Große Teile von Britisch Columbia sind von der Außenwelt abgeschnitten. Überschwemmungen auch im US-Bundesstaat Washington.  ¤

A,Sky

zus.7
17.11.21

Schwere Überschwemmungen und Zerstörungen durch Erdrutsche in British Columbia (Kanada). Die Regierung hat den Notstand ausgerufen. Bei AJE berichtet Jody Vance aus Vancouver, auch die BBC berichtet, CNN erstaunlicherweise nicht. Ebenso fast komplettes Schweigen bei den deutschen Sendern. Nur bei RTL (und ntv) ein Kurzbericht.  ¤

A,B,R

zus.8
           
17.11.21

Bei "Zapp" ein Beitrag von Daniel Bouhs über das offenkundige Desinteresse der Medien (speziell ARD und ZDF) an der Klimakatastrophe. Wenn nicht gerade Klimakonferenz ist oder es Unwetter in Deutschland gibt, kommt das Thema Erderwärmung kaum vor. Das kritisieren nicht nur Wissenschaftler sondern auch die Wetterleute, die in ihren Wettersendungen dafür keine Zeit haben.  - Auch die Leute von "Zapp" sehen anscheinend keine internationalen Sender. Sonst hätten sie mitbekommen, daß diverse Wetterkatastrophen im Ausland bei den deutschen Sendern einfach ignoriert wurden. Z.B. die Überschwemmungen in China im August und im Sudan im September, die Flutkatastrophen in Indien und Nepal im Oktober, jetzt gerade die Flutkatastrophe in Kanada. Da mischt sich Erkenntnisverweigerung mit Weltblindheit und gewollter Abschottung. Anscheinend will man die Leute nicht beunruhigen - gerade das ist beunruhigend.  ¤

Zapp

13

           
18.11.21

 

Durch die extremen Niederschläge in British Columbia sind große Teile der Provinz überschwemmt, wegen zahlreicher Erdrutsche sind sämtliche Straßen gesperrt. Von den enormen Schäden sind praktisch alle Bewohner betroffen. Schwere Schäden auch im benachbarten US-Bundesstaat Washington. Die Regenfälle werden wahrscheinlich noch Tage andauern.  ¤

Bei AJE berichten Shihab Rattansi live aus British Columbia und Gabriel Elizondo live aus Washington. Rattansi sagt, in Kanada stellt niemand mehr die Frage, ob irgendwas nun eine Folge des Klimawandels sei: "Nein, das ist der Klimawandel!" Ein ausführlicher Bericht nun auch bei CNN, sowie Erläuterungen des Wettermanns. - Die deutschen Sender haben heute praktisch ausschließlich über Corona berichtet. Für den Weltuntergang war nur bei "heute" ganz kurz und dann spätnachts im Nachtmagazin Zeit. Bei Tagesschau und Tagesthemen bisher kein Wort darüber, nichtmal von Wettermann Sven Plöger.

A,B,C,ht,nam,E

 

zus.28

 

                 
19.11.21

Große Teile von British Columbia (Kanada) stehen weiter unter Wasser und sind von der Außenwelt abgeschnitten. Auch der Bau einer Ölpipeline für das Öl aus den Teersanden in Alberta wurde durch die Katastrophe unterbrochen. Klimaschützer verlangen, das klimaschädliche Projekt endlich zu beenden, aber die Regierung von Trudeau hält daran fest. Shihab Rattansi berichtet aus Abbotsford. Außerdem Infos von Gabriel Elizondo aus Sumas (Washington). Auch dort enorme Schäden, u.a. wurde ein Bahndamm mitsamt einem Güterzug weggespült.  ¤

A

7

           
       

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