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Israel / Palästina
Israelische Polizisten stürmen die Al-Aksa-Moschee auf dem Tempelberg (im
besetzten Ost-Jerusalem), beschießen die dort Betenden mit Tränengas und
Schockgranaten und prügeln wie besessen mit Schlagstöcken auf die am Boden
liegenden Gläubigen (Männer, Frauen und Kinder) ein. Videos davon bisher nur bei
AJE. Außerdem ausführliche Infos aus Jerusalem von Natasha Ghoneim. Die etwa 400
muslimischen Gläubigen wurden anschließend verhaftet. Israel wirft ihnen vor,
sie hätten sich in der Moschee verbarrikadiert, um dann jüdischen Gläubigen, die
am Mittwoch dort zum Pessah-Fest erwartet werden, den Zutritt zu deren heiligen
Bezirk zu versperren. ¤¤
Offenbar als Reaktion auf die Provokation der israelischen
Armee
schießen Militante von Gaza aus etwa zehn Raketen nach Israel, die wie
üblich abgefangen werden. Daraufhin bombardiert Israels Luftwaffe wieder
angebliche Hamas-Ziele in Gaza. Bei AJE Infos aus Gaza von Youmna el Sayed.
Knappe Infos auch bei BBC und CNN. |
A,B,C
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zus.12 |
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Trump
Donald fährt in New York im SUV zum Gericht. Mit dem
Betreten des Gebäudes (durch einen Hintereingang) steht er nun vorübergehend
unter Arrest, wird ED-behandelt. Historische Schlagzeile bei CNN: "Donald
Trump under Arrest" ¤
Von der etwa einstündigen Gerichtsverhandlung gibt es keine
Videoaufnahmen, nur ein Foto. Hinterher live-OT der Pressekonferenz von
Staatsanwalt Alwin Bragg.
Donald hat sich in allen 34 einzelnen Anklagepunkten für "unschuldig" erklärt.
Nach seinem Rückflug nach Florida hält Donald in Mar-a-Lago
eine Ansprache an seine Anhänger. Darin behauptet er, er werde von denen, die
das Land zerstören wollten, aus politischen Gründen angeklagt, weil er versucht
habe, das Land zu retten. Und er wiederholt seine Lügen über "Wahlbetrug". Eine
alberne Wahlkampfrede (vom Prompter abgelesen), und eigentlich hätte man den
Senf nicht ausstrahlen sollen. CNN klinkt sich dann auch zwei Minuten vor dem
Ende aus. Berichte über das Gerichtsverfahren (bei
AJE und im ZDF) und über Donalds Ansprache (bei AJE). Bei CNN geht es den ganzen
Abend um nichts Anderes, mit Livebildern von Donalds An- und Abreise und
endlosen Diskussionen. |
A,C (live) A (live)
A/C/A (live) A,hj |
zus.3 13
34
zus.15 |
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Religionen
"Evangelikale - Mit Gott an die Macht" -
Dokumentation von Thomas Johnson und Philippe Gonzalez. (NNA)*
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(Im dritten Teil geht es u.a. um die "christlichen
Zionisten", die einen Großteil der israelischen Nazisiedler im besetzten
Palästina stellen. Interessant.) - Texte von arte:
Teil 1: "Der große Kreuzzug"
"Jesus lebt, und das Christentum ist
in vollem Aufschwung. Diese Wiederauferstehung ist nicht den sogenannten
„historischen“ Konfessionen – katholisch, evangelisch, orthodox – zu verdanken,
sondern den Evangelikalen. Laut Schätzungen werden 2025 über 800 Millionen
Menschen dieser Strömung angehören. Die christliche Erneuerungsbewegung hat sie
über alle Kontinente hinweg binnen weniger Jahrzehnte bis an die Spitze der
Macht gebracht.
Wie ist es den Evangelikalen gelungen, ihre neue moralische Ordnung
durchzusetzen und überall dort, wo sie an die Regierung kommen, die Trennung von
Geistlichem und Weltlichem, von Religion und Politik in Frage zu stellen? Wie
lässt sich dieser ultrakonservative Umschwung erklären?
Am Anfang war Billy Graham. Mitten im Kalten Krieg faszinierte der
charismatische Prediger die Massen auf der ganzen Welt ebenso wie die
herrschenden Eliten in Washington. Er wurde zum „Papst“ der Evangelikalen und
verhalf dieser neuen christlichen Bewegung zu einem enormen Aufschwung. Auf
seinen Reisen um den Globus füllte er ganze Stadien, wandte sich in einfachen
Worten an die Neubekehrten und brachte so eine Missionierungsdynamik in Gang,
die immer mehr Menschen dazu bewegte, sich in den Dienst Gottes zu stellen. Bald
wimmelte es auf allen Kontinenten nur so von Megachurches, und von Korea über
Nigeria bis Brasilien ernteten neue religiöse Führer erfolgreich, was Billy
Graham gesät hatte – und gaben ihrem spirituellen Kampf eine noch radikalere
Ausrichtung.
Die Evangelikalen zählen nicht nur zu den dynamischsten Strömungen des
zeitgenössischen Christentums, sie sind auch eine mächtige politisch-religiöse
Bewegung, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, jede Entwicklung zu bekämpfen,
die eine Gefahr für die gesellschaftliche Vormacht der sogenannten
„jüdisch-christlichen“ Kultur darstellen könnte. Aus diesem Grund lehnen sie
Abtreibung, Gleichberechtigung von LGBTIQ-Personen und Islam vehement ab und
bestreiten die Evolutionstheorie ebenso wie die Existenz des Klimawandels. Im
Ergebnis verhalf die Christliche Rechte mit Unterstützung ihrer evangelikalen
Gefolgschaft Gestalten wie Donald Trump in den USA und Jair Bolsonaro in
Brasilien zur Macht, die zwar zwielichtige Machenschaften verfolgten, aber im
Namen Gottes regieren wollten."
Teil 2: "Evangelikale an der Macht"
"In den 1970er Jahren ebnete die
steile Karriere von Billy Graham den Weg für weitere, noch extremere
TV-Missionare wie Jerry Falwell oder Francis Schaeffer. Dank dieser
Star-Prediger gingen Gott, Medien und Politik nun Hand in Hand. Obwohl Billy
Graham mit der Starrheit der Christlichen Rechten fremdelte, wuchs deren
Einfluss. In den 1980er Jahren radikalisierte sich der Diskurs um die Wahrung
der familiären Werte weiter und verhalf Ronald Reagan ins Weiße Haus. Auch die
„Sünde“ der Abtreibung sorgte für eine Polarisierung der Gesellschaft – oder
zumindest trugen die Evangelikalen massiv dazu bei, diesen Eindruck zu erwecken.
Bisher unveröffentlichte Archivbilder und Interviews mit evangelikalen
Aussteigern veranschaulichen diesen Wendepunkt in der Geschichte der Bewegung,
dessen ideologische Auswirkungen heute mehr denn zu spüren sind. Sie
verdeutlichen nicht nur den Ursprung der von den Evangelikalen propagierten
Morallehre, sondern vermitteln auch einen Eindruck von den Lobby-Methoden, mit
denen sowohl um Seelen als auch um Wählerstimmen gekämpft wird.
Nach den Wahlsiegen von Trump und Bolsonaro hat die evangelikale Lobbyarbeit
spektakuläre Ausmaße angenommen. Vor allem in Brasilien, das lange Zeit als
größte katholische Nation der Welt galt, verblüfft der Siegeszug des
Evangelikalismus, der dort in den vergangene 30 Jahren rasanten Zulauf erlebt
hat. 2022 stellten die Abgeordneten der Evangelischen Parlamentarischen Front
(FPE) sogar 35 % der Sitze im brasilianischen Nationalkongress. Vor allem die
Ärmsten der Armen wenden sich ihrer Kirche zu, die ihnen Nahrung, medizinische
Versorgung, Zugang zu Bildung und – mit Gottes Hilfe – Wohlstand verspricht."
Teil 3: "Gott über allem?"
"Am 6. Januar 2021 stürmte ein
aufgeheizter Mob das Washingtoner Kapitol, drang in das Repräsentantenhaus ein
und betete. Die Bilder schockierten Beobachter auf der ganzen Welt, waren aber
die Konsequenz einer extrem polarisierten Stimmung, die Donald Trump im Verlauf
seiner Präsidentschaft geschürt hatte. Nie zuvor war die Verbindung zwischen
Religion und Politik so offensichtlich wie in seiner Amtszeit, in der sich ein
christlicher Nationalismus ungebremst entfalten konnte.
In den vier Jahren der Trump-Regierung verschärften die von ihm unter
evangelikalem Einfluss getroffenen Entscheidungen die Spannungen und
Verwerfungen innerhalb der US-amerikanischen Gesellschaft. Nur wenige Monate
nach seinem Einzug ins Weiße Haus erkannte Donald Trump Jerusalem als Hauptstadt
Israels an. Dieser symbolträchtige Schritt war das Ergebnis geheimer
Verhandlungen seiner evangelikalen Ratgeber und verlieh dem Präsidenten eine
fast biblische Statur. Der radikalste Teil seiner Wählerschaft stützt sich auf
eine „Prophezeiung“ aus der Heiligen Schrift und ist fest von einer baldigen
Rückkehr Christi überzeugt – im Heiligen Land! Diese messianische Hoffnung lässt
die palästinensische Frage völlig außer Acht und setzt auf eine massive
Finanzierung der israelischen Siedler, die sich die Gunst der Stunde zunutze
machen. Was diese Umtriebe so beunruhigend macht, ist ihr Schauplatz, der seit
Jahrzehnten als Pulverfass gilt.
2021 rang sich die von der Entwicklung offenbar überforderte Weltweite
Evangelische Allianz dazu durch, den Aufstieg des christlichen Nationalismus und
den Schulterschluss mit rechtsextremen Parteien zu verurteilen. Was jedoch den
Wertekanon angeht, bleibt das Erbe Trumps und seiner evangelikalen Gefolgschaft
besorgniserregend. Während ein Teil seiner Wähler sich – abgeschreckt durch
diverse Auswüchse – von ihm abgewandt hat, haben viele noch immer Vertrauen in
seinen ehemaligen Vizepräsidenten Mike Pence. Als „evangelikaler Thronfolger“ im
Weißen Haus kann er sich Chancen für 2024 ausrechnen und bandelt bereits
heimlich mit der extremen Rechten in Europa an. Vor allem aber wurden drei
ultrakonservative Richter am Obersten Gerichtshof der USA ernannt. Dies führte
bereits dazu, dass das Recht auf Abtreibung gekippt wurde, und lässt mit Blick
auf die Zukunft das Schlimmste befürchten." |
arte
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