Was gestern im Fernsehen Wichtiges zu sehen war und von mir archiviert wurde. Täglich im rauskuck.

Natur und Umwelt #3 ( Raubbau, Artensterben, Ökozid)                                      (letzter Eintrag 19.7.19)

   Natur und Umwelt #1  (bis 11.10.11)  

  Natur und Umwelt #2 (bis 18.10.18)

  Waldzerstörung #1   Waldzerstörung #2     

Datum Beitrag Sender (Schlüssel) Länge (Min.)
29.10.18 Artensterben : Die kapitalistische Form der "Zivilisation" bringt die lebende Natur auf der Erde an den Rand des Abgrunds. Neue Zahlen des WWF ("Living Planet Report"): die Zahl der wildlebenden Wirbeltiere ist in den letzten 50 Jahren um 60 Prozent zurückgegangen, in Mittel- und Südamerika sogar um 89 Prozent. 

A

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30.10.18 Weitere Berichte über die Befunde der WWF-Studie "Living Planet Report". Die Populationen der freilebenden Wirbeltiere sind im Schnitt um 60 % geschrumpft. Heute sind 96 % aller Säugetiere entweder Menschen oder menschliche Nutztiere. - Bei der BBC Erläuterungen von Mike Barrett (WWF). - In allen Berichten wird "Der Mensch" verantwortlich gemacht, niemand nennt das eigentliche Problem beim Namen. Es wird nur vage angedeutet, wenn es heißt, "wir" müßten "unser Benehmen" ändern.   ¤  B,Sky

nano,arj

zus.7

zus.7

5.11.18

Neue Forschungsergebnisse aus Österreich zeigen, daß Glyphosat auch Regenwürmer erheblich schädigt. Die Tiere werden zwar nicht direkt getötet, stellen aber das Fressen und die Vermehrung ein.

nano 5
15.11.18

"Hochgiftig und trotzdem zugelassen: Pestizide in der EU" - In der EU müssen Behörden die gesundheitliche Unbedenklichkeit von bereits eingesetzten Pestiziden regelmäßig überprüfen. Wenn diese staatliche Prüfung aber zu lange dauert, dürfen die Mittel einfach auch so immer weiter eingesetzt werden. Dank dieser "technischen Verlängerung" ist ein Viertel der verkauften Spritzmittel nicht untersucht worden, darunter Mittel, die vermutlich Krebs oder Parkinson verursachen. Es sieht aus, als ob die Konzerne hier im Zusammenspiel mit korrupten Behörden systematisch eine Gesetzeslücke ausnutzen.

Monitor

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24.11.18

Afshin Rattansi ("Going Underground") spricht mit Clare Farrell von der Aktivistengruppe "Extinction Rebellion". Die Gruppe hat vor einer Woche mit der Sperrung mehrerer Brücken den Verkehr in London zum Stillstand gebracht. Sie wollte damit darauf aufmerksam machen, daß eine Wirtschaftsordnung, die auf der Verbrennung fossiler Stoffe beruht, nicht nur die Natur und die Artenvielfalt zerstört, sondern zur Auslöschung des menschlichen Lebens auf diesem Planeten führen kann. Obwohl die Gruppe streng gewaltlose Protestformen einsetzt, wird sie von den Behörden scharf überwacht wie eine Terrorgruppe.   ¤

RT

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25.11.18

Der US-amerikanische Fotograf Henry Fair reist um die Welt und fotografiert vom Flugzeug aus die Narben, die die menschliche Zivilisation dem Planeten zufügt. Die Bilder sollen vor allem "schön" sein und erscheinen wie abstrakte Graphiken. Der Schreck entsteht erst, wenn man erfährt, was sie zeigen: Abraumhalden, auslaufende Giftströme, Ölverschmutzungen auf dem Meer. Zu sehen zur Zeit in einer Ausstellung im Berliner Naturkundemuseum.

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27.11.18

"Die Bienenkiller" - Nachdem die bienentötenden Neonicotinoide in der Landwirtschaft ab nächstem Jahr endlich verboten werden, bringt die Industrie schon das nächste Pestizid auf den Markt, um die Insekten doch noch auszurotten: Sulfoxaflor (Isoclast). Die EU-Kommission hält Dokumente über die Giftigkeit unter Verschluß.

frontal21

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27.11.18

"Das Jahr des Igels" - Naturfilm von Kurt Mündl über Lebensweise und Verhalten der Igel, und auch über ihre Bedrohung, vor allem durch den Autoverkehr, und darüber, wie man ihnen helfen kann.  ¤

3sat 44
6.12.18 Verkehr : Während die Bundesregierung sich weigert, die kriminelle Autoindustrie dazu zu zwingen, endlich die Umweltvorschriften einzuhalten, will die CDU nun  - offenbar im Auftrag der sie finanzierenden Autoindustrie - gegen die "Deutsche Umwelthilfe" vorgehen, die in zahlreichen Städten Fahrverbote für Dieselstinker erreicht hat. 

Monitor

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25.1.19

In Brasilien ist erneut in einer Eisenerzmine der Damm eines Klärbeckens gebrochen. Wie vor drei Jahren in Mariana wird diesmal in Brumadinho (400 km nördlich von Rio) die ganze Gegend mit giftigem Schlamm überflutet. Mindestens 7 Menschen werden getötet, über 150 werden vermißt. Der Chef der Betreiberfirma "Vale", Fabio Schvartsman, zeigt sich in einer Erklärung zerknirscht und tieftraurig.

A,C zus.4
           
26.1.19

Weitere Berichte über die Schlammkatastrophe in Brumadinho. Die Zahl der Todesopfer ist auf mehr als 34 gestiegen, über 300 Menschen werden vermißt.

A,Sky,TS,E

zus.9
7.2.19

 

Verkehr : Bei "Quer" der Brennpunkt: "Ist das Auto noch zu retten?" Immer mehr Autoschützer gehen auf die Straße und kämpfen gegen die schlechten Lebensbedingungen von Autos. Immer mehr Einschränkungen bedrohen das Auto in seinem natürlichen Habitat: Dieselfahrverbot, Tempolimit, Fußgänger, Häuser, ... Das Auto braucht den Menschen nicht, der Mensch ist auf das Auto angewiesen. Wir müssen uns entscheiden: wollen wir wohnen oder wollen wir fahren? Tragen Sie sich ein für das Volksbegehren "Rettet die Autos!" Ein Zeichen der Hoffnung für alle, denen das satte Brumm-Brumm eines Motors lieber ist als das sinnlose Geplauder von Menschen oder das nervtötende Gezwitscher von Vögeln.

Grandiose Persiflage. Beim Zuhören habe ich die O-Töne von Hubert Aiwanger ("Freie Wähler") und Markus Söder (CSU, beide beim "Zukunftsforum Automobil") für eine absurde Leistung der "Quer"-Parodisten gehalten. Der geisteskranke Unfug war aber echt und von den beiden Regierungspolitikern ernstgemeint.  ¤¤

Quer

 

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10.2.19 Artensterben : Nach einer neuen Studie sterben die Insekten weltweit immer schneller aus. Mehr als 40 Prozent der Arten sind zurückgegangen, etwa ein Drittel direkt vom Aussterben bedroht. Jährlich nimmt die Masse an Insekten um 2,5 % ab. Das Verschwinden der Insekten bedroht alle Ökosysteme und alle anderen Arten. Bei AJE Erläuterungen von Prof. Paul Ralph Ehrlich (Stanford University) und Prof. Francisco Sanchez-Bayo (University of Sydney, einer der Autoren der Studie).

Ehrlich: "Die Studie ist viel zu optimistisch, denn sie schlägt Maßnahmen gegen das Insektensterben vor, während wir in den USA eine Regierung haben, die alles tut, um die Insekten möglichst schnell endgültig auszurotten. Der Einzelne kann kaum etwas gegen das Artensterben tun, außer politisch aktiv zu werden und solche Politiker abzusetzen."  ¤¤

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11.2.19 Artensterben : Bei AJE noch ein Bericht über das weltweite Verschwinden der Insekten. Außerdem gab es bei der BBC einen Bericht, der allerdings die Hauptursache (die industrielle Landwirtschaft) nur nebenbei erwähnt. Bei den deutschen Sendern keine Meldung.

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12.2.19 Artensterben : In Bayern hat das Volksbegehren "Rettet die Bienen!" mehr als eine Million Unterschriften erhalten und ist damit erfolgreich. Nun muß sich der Landtag mit den Forderungen zum Natur- und Artenschutz vor allem in der Landwirtschaft befassen. In den Tagesthemen ein guter Kommentar von Werner Eckert.

TS,TT,h+

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13.2.19

Bei 3sat-nano ein Beitrag über die Forderungen des Volksbegehens in Bayern und ein Gespräch mit Prof. Johannes Steidle (Ökologe) über das weltweite Aussterben der Insekten.

nano

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14.2.19

 

 

Verkehr : Der pensionierte Lungenarzt Dieter Köhler hat im Januar über 100 Kollegen und den Verkehrsminister davon überzeugt, die Grenzwerte für Luftschadstoffe seien "unwissenschaftlich" und willkürlich, jedenfalls viel zu niedrig. Wochenlang hat er in Talkshows offensichtlichen Unsinn über die frische Luft aus Dieselauspuffen verbreitet, er wurde von der "BILD" zum Kronzeugen gegen Fahrverbote gemacht, und der Minister hat mit dieser willkommenen Unterstützung eine Überprüfung der EU-Grenzwerte veranlasst. Nun hat endlich mal jemand die Thesen des Doktors geprüft und seine Zahlen nachgerechnet. Die "taz" weist ausführlich nach, daß Köhlers Stellungnahme mehrere gravierende "Rechenfehler" enthält. Die "Fehler" sind teilweise so haarsträubend, daß man dem Mann getrost auch eine böswillige Fälschung unterstellen könnte. Daß die "BILD" und der Autominister sich dazu erstmal ausschweigen, ist verständlich. Aber auch im TV gibt es kaum Berichte (wie gesagt: Köhler war mit seinen Thesen wochenlang in praktisch jeder Nachrichtensendung). Heute nur ein (allerdings sehr oberflächlicher) Bericht bei n-tv und eine Meldung im heute-journal.

n,hj

 

zus.3

 

15.2.19

Mit einem Tag Verspätung berichtet das heute-journal dann doch noch über die Rechenschwäche der 107 Lungenärzte, leider mit wenig Details und ohne Selbstkritik.

hj

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16.2.19 Artensterben : Noch ein Bericht über das weltweite Aussterben der Insekten, mit Bildern aus dem Natural History Museum in London. Von den Zigtausenden Insektenarten in den Schaukästen sind viele längst ausgestorben, der Rest könnte in diesem Jahrhundert folgen, mit katastrophalen Folgen für die Ökosysteme.

Sky

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17.2.19 Kapitalismus : Harald Welzer bleibt ein unverbesserlicher Optimist. In seinem neuen Buch "Alles könnte anders sein" träumt er von einem Kapitalismus ohne Wachstum und Ausbeutung, und davon, die Errungenschaften der Moderne weiterzuentwickeln, die zerstörte Natur wiederherzustellen, und mit demokratischem Protest radikale Reformen umzusetzen, z.B. die nationalen Grenzen und entfremdete Arbeit abzuschaffen oder autofreie Städte zu verwirklichen.  - Vielleicht etwas blauäugig gegenüber dem bereits erreichten Grad der Zerstörung (in der Natur und in den Köpfen) und vor allem gegenüber den ökonomischen Zwängen des kapitalistischen Systems, aber als Handlungsaufruf brauchbar.  ¤ ttt 7
18.2.19

Faszinierende Bilder eines Schwarmflugs von Staren in England.   ¤

B

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19.2.19 Plastikmüll : "Die Recycling-Lüge" - Angeblich wird der deutsche Verpackungsmüll zu 50 Prozent recycelt. Als "recycelt" gelten dabei aber automatisch auch alle Müllexporte, auch wenn der deutsche Müll (vor allem Plastik) dann unsortiert auf illegalen Müllkippen in Malaysia landet.   ¤

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20.2.19 Artensterben : Claus Kleber eröffnet das heute-journal mit der Erklärung, das Insektensterben sei keineswegs ein unwichtiges Thema, sondern von existentieller (wirtschaftlicher) Bedeutung. Ein Beitrag mit Zahlen und Fakten zum Massenschwund der Insekten und seinen Ursachen, und ein Bericht über den Auftakt von Söders "Rundem Tisch". Leider kaum etwas zu den gegensätzlichen Positionen dort.

hj

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24.2.19 Artensterben : In Botswana gibt es noch die größte Population von Elefanten in Afrika. Offenbar nimmt aber auch hier die Wilderei dramatisch zu. Bei Hubschrauberflügen entdecken die Tierschützer von "Elefants without Borders" Hunderte von Elefantenleichen. Alastair Leithead nimmt an einem der Rundflüge teil und zählt an zwei Tagen 60 tote Elefanten. Entsetzliche Bilder von Tieren, denen noch bei lebendigem Leib die Stoßzähne abgesägt wurden.

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27.2.19 Verkehr : Dank der erfolgreichen Politik von Verkehrsminister Scheuer hat 2018 die Zahl der Verkehrstoten endlich wieder zugenommen, auf 3265. Insbesondere wurden über 430 verkehrsbehindernde Radfahrer aus dem Weg geräumt, 13 Prozent mehr als im Vorjahr. (Das ZDF nennt die falsche Zahl von 50 getöteten Radfahrern. Die genaue Zahl ist noch unklar.) hj 1/2
11.3.19 Biomüll : Bericht über eine Familie in Bremen, die ihre organischen Abfälle in der Wohnung in eine Wurmkiste entsorgt. Die Regenwürmer darin verwandeln den Abfall in beste Gartenerde. Das Ganze stinkt nicht, Probleme mit Fliegen gibt es auch nicht, und das Möbel nimmt nichtmal Platz weg, weil man es auch als Hocker benutzen kann. 

b&b

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27.3.19

"Die Plastik-Invasion - Coca Cola und der vermüllte Planet" - Film von Sandrine Rigaud.   (NNA)*  ¤

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31.3.19

Beitrag über das Verschwinden der Wiesen. Mit schönen Naturaufnahmen aus dem Film "Die Wiese - Ein Paradies nebenan" von Jan Haft.

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3.4.19

"Das Schweigen der Vögel" - Film von Yannick Tenet und Françoise Weilhammer über das Aussterben der Vögel in der Schweiz und seine Ursachen.  (NNA)*  ¤¤

3sat 49
19.4.19

Kamal Hyder berichtet über die katastrophale Müllentsorgung in der pakistanischen Millionenstadt Karachi. Der Müll landet in offenen Gruben direkt neben Slumvierteln, zum Teil auch zusammen mit ungeklärten Abwässern direkt im Meer. Ein Bericht, den sich Leute ansehen sollten, die behaupten, im Durchschnitt habe sich die Lage der Menschen gebessert.  ¤

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27.4.19

"Mit offenen Karten: Droht eine Welt ohne Vögel?" - Weltweit sinken die Bestände der meisten Vogelarten, 14 Prozent der Arten sind vom Aussterben bedroht. Der Hauptgrund ist die intensive Landwirtschaft, außerdem das Abholzen der Urwälder und die Ausbreitung invasiver Arten. Seevögel leiden an der Überfischung der Meere. Schutzprogramme und Abkommen wie CITES sind nur teilweise wirksam. Buchempfehlung: "Der Stumme Frühling" von Rachel Carson (erschienen 1963).

arte

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29.4.19

In Paris reden internationale Experten bei der "IPBES"-Konferenz über das weltweite Artensterben. Es heißt, von den acht Millionen Arten seien bis zu eine Million vom Aussterben bedroht. - Das würde bedeuten, daß sieben Millionen Arten überleben würden. Das ist aber eine grobe Verharmlosung! Erstens ist bzw. war die Zahl der Arten wesentlich größer (ca. 100 Millionen, man wird das nie mehr ermitteln können), und zweitens sind diese durch den kapitalistischen Zerstörungswahn praktisch alle bedroht. Auch die noch nicht aktuell "bedrohten" Arten werden durch die Zerstörung der Lebensräume stark reduziert. Es hat vermutlich noch nie in der Erdgeschichte ein so schnelles und totales Aussterben stattgefunden wie heute. (Das Aussterben nach dem Einschlag des Chicxulub-Asteroiden in Mexiko vor 66 Millionen Jahren ging vielleicht noch schneller, war aber nicht so umfassend. Damals haben etwa 25 Prozent der Arten überlebt, u.a. ein kleines rattenartiges Tier, aus dem sich alle heutigen Säugetiere entwickelt haben.)

R,arj,TS

zus.6
           
30.4.19

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

"Die Erdzerstörer" ("L'Homme a mangé la Terre") - Film von Jean-Robert Viallet über das neue Erdzeitalter des "Anthropozän", in dem die Menschheit mit ihrer kapitalistischen Produktionsweise den Planeten Erde massiv verändert und das Leben hier ausrottet. Sehr klare historische Analyse. Reihenweise spannende Details der Geschichte.  ¤¤

Die letzten 200 Jahre in Stichpunkten: Beginn des Industriezeitalters im 18. Jhd. in England. Der Ölrausch in den USA. Der 1. WK und die Entwicklung der Chemie. Die "Killermaschine" Auto erobert die Städte. US-Autokonzerne zerstören das Straßenbahnnetz. Hitlers Autobahn, die Verbindung von Krieg und Öl, der 2. WK als radikaler Entwicklungssprung. Die Atombombe und das Projekt Plowshare. Im Kalten Krieg Konsumideologie und Wohnungsbau. Die Ölkonzerne verhindern den Bau von Solarhäusern in den USA. Erste Warnungen vor der Überausbeutung der Erde. Auch in den USA Autobahnen für den Krieg. Die weltweite Industrialisierung der Landwirtschaft. Carter und der Bericht des Club of Rome. Beginn des Turbokapitalismus mit Reagan und Thatcher. Konsum als Mittel gegen sozialen Aufruhr. Auch Computer und Solaranlagen verschlingen Rohstoffe. Kein Ausweg aus dem Anthropozän. 

Text von arte: "Mit der Erfindung der Dampfmaschine fing es an. Mit revolutionärer Rasanz machte sich der Mensch die Erde Untertan. Eine Erfindung jagte die nächste, eine Technologie toppte die andere. Für mehr Komfort. Mehr Konsum. Mehr Wohlstand. Und die Erde? Wie lange hält sie den Menschen noch aus? Kompromissloser Blick auf die vergangenen 200 Jahre des Industriekapitalismus.
Der Anstieg des Meeresspiegels und das Abschmelzen der Polkappen stehen symptomatisch für einen Prozess, der unaufhaltsam scheint. Regierungen und multinationale Konzerne werden immer öfter als Verantwortliche ausgemacht: Umweltorganisationen reichen Petitionen ein und berühmte Persönlichkeiten rufen zum Handeln auf. Forscher veröffentlichen erschreckende Zahlen: Seit Beginn des Industriezeitalters wurden über 1.400 Milliarden Tonnen Kohlenstoffdioxid in die Atmosphäre gepumpt. Die biologische Vielfalt ging rapide zurück, und Prognosen sprechen von 250 Millionen bis eine Milliarde Klimaflüchtlingen – hochgerechnet bis ins Jahr 2050. Bis 2100 werden auf knapp 40 Prozent der Erdoberfläche Bedingungen herrschen, mit denen kein lebender Organismus des blauen Planeten je konfrontiert wurde. Würde man die Lebensdauer der Erde auf 24 Stunden herunterbrechen, so entwickelte sich der Homo habilis in der allerletzten Minute; das Holozän – die letzten 10.000 Jahre – entspräche der letzten Viertelsekunde und das Industriezeitalter den zwei letzten Tausendstelsekunden. In dieser kurzen Zeit hat der Mensch eine so immense Kraft entwickelt, dass er die Macht über das System Erde übernehmen konnte.
„Die Erdzerstörer“ entstand in Zusammenarbeit mit den Wissenschaftshistorikern Christophe Bonneuil und Jean-Baptiste Fressoz. Die Autoren werfen einen kompromisslosen Blick auf die letzten 200 Jahre des Industriekapitalismus: Sie erzählen vom Abbau der fossilen Brennstoffe, der Erfindung des Automobils, der Kernkraft und dem Massenkonsum; vom Imperialismus, von Kriegen, vom Wachstum der Städte, von industrieller Landwirtschaft und von Globalisierung. Die Sendung möchte auch zeigen, wer für all das verantwortlich ist. Denn die Schuld an der Umweltkrise trägt nicht die Menschheit an sich – historisch gesehen trifft sie nur eine kleine Minderheit, als erstes Nordamerikaner und Europäer. Die reichsten 20 Prozent der Erdenbürger sind die schlimmsten CO2-Sünder, und ein Fünftel der Weltbevölkerung pflegt heute die verschwenderische Lebensweise, die sich bereits ab dem frühen 19. Jahrhundert im Bürgertum von Industrieländern und Kolonialmächten entwickelte."

arte

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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4.5.19

"Brazil dam collapse: A disaster waiting to happen?" - Bei "BBC-Newsnight" eine Reportage von Gabriel Gatehouse über das katastrophale Minenunglück von Brumadinho, wo im Januar der Staudamm des Rückhaltebeckens einer Eisenerzmine gebrochen war und über 250 Menschen durch die Schlammfluten getötet wurden. (Über 50 werden immer noch vermisst.) Erstmals Bilder vom Moment des Dammbruchs. Eindrücke der enormen Zerstörungen. Die Reaktionen der Überlebenden, von denen viele die Systemfrage stellen, ob ein Wirtschaftssystem nachhaltig ist, das zu solchen Verheerungen führt. Der Bürgermeister, der angeblich selber im Dienst des Minenkonzerns "Vale" steht, behauptet, ohne die Mine könne der Ort nicht überleben ("Arbeitsplätze", Geld für Krankenhaus und Schule usw.), Vale sei ein notwendiges Übel.   ¤¤

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5.5.19

Ein Bericht aus den Coltan-Minen im Nord-Kivu (Kongo), über absolut untragbare lebensgefährliche Arbeitsbedingungen und Proteste der Arbeiter, die höhere und feste Löhne fordern. (Leider nicht alles verstanden.) Zu sehen ist auch die entsetzliche Zerstörung der Landschaft durch den Bergbau. Früher war dort mal Regenwald, Lebensraum der Gorillas.   ¤

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6.5.19

 

 

 

Die Pariser Artenschutzkonferenz des IPBES (Intergovernmental Platform on Biodiversity and Ecosystem Service) wiederholt in ihrer Abschlußerklärung, was schon letzte Woche erklärt wurde: etwa eine Million Tier- und Pflanzenarten (laut IPBES etwa ein Achtel aller Arten) stehen kurz vor der Ausrottung. Die Zahlenangaben erscheinen dabei im Detail eher willkürlich, z.B. sollen nur 10 % der Insekten und 40 % der Amphibien bedroht sein. Beides dürfte stark untertrieben sein. Auch wird kein Zeitraum benannt. Wenn man das sonst oft bemühte Jahr 2100 nimmt, dürften bei Andauern des kapitalistischen Systems bis dahin etwa 90 Prozent der Arten verschwunden sein. (Das Artensterben hat sich immer weiter beschleunigt.) ¤

Diverse alarmierende Berichte, und Erläuterungen von David Santillo (Greenpeace, bei AJE), Louisa Casson (auch Greenpeace, bei AJE), Bill McKibben (bei CNN) und Volker Angres (ZDF), in den Tagesthemen ein Kommentar von Werner Eckert. (Das interview mit der "Umweltministerin" habe ich ignoriert.) Daß es Änderungen an der Wirtschaftsweise geben müsse, wird mehrfach angesprochen (deutlich z.B. von McKibben und Angres), den Namen des eigentlichen Problems zu erwähnen traut sich aber niemand. 

Als Kontrast bei CNN ein OT von US-Außenminister Pompeo, der sich am selben Tag begeistert zeigt über das Verschwinden des Seeeises in der Arktis, weil dadurch der Schiffsverkehr beschleunigt wird. Und hier plant und baut man unverdrossen weiter Autobahnen durch Feuchtgebiete.

A,B,C,Sky

arj,TS,hj,TT,E

 

zus.24

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23.5.19 Landwirtschaft :Die Pestizide der Giftbauern breiten sich mitunter kilometerweit auf die benachbarten Felder aus. Betroffene Biobauern müssen mühsam die Schuldigen ermitteln und hoffen, daß deren Versicherung für den finanziellen Schaden aufkommt. Bei einer Untersuchung von Bäumen wurde festgestellt, daß praktisch alle mit Pestiziden belastet sind, auch mit dem seit Jahrzehnten verbotenen DDT. Frau Klöckner weigert sich trotzdem, endlich den Einsatz von Agrogiften zu verbieten. Quer 7
           
23.5.19

Im Südosten Brasiliens steht eine weitere Mine des Bergbaukonzerns "Vale" offenbar kurz vor einem Dammbruch des Rückhaltebeckens. Die Menschen in der betroffenen Region sind diesmal immerhin vorgewarnt. Will Grant berichtet aus ¤

B 3
24.5.19 Plastikmüll : Die reichen Länder benutzen die armen als Müllkippe für ihren nicht verwertbaren Plastikmüll. Der Präsident der Philippinen, Duterte, hat jetzt Kanada aufgefordert, solchen Müll zurückzunehmen, sonst werde er das Zeug einfach vor der kanadischen Küste ins Meer kippen lassen. Beitrag von Murad Gazdiev.

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31.5.19 Plastikmüll : Die Philippinen haben 69 Container mit falsch deklariertem Hausmüll zurück nach Kanada geschickt. Der Müll wurde vor fünf Jahren als angeblich recycelbares Plastik geliefert. Kanada hat sich jahrelang geweigert, den Müll zurückzunehmen. Erst nach höchst undiplomatischen Drohungen von Präsident Duterte (bis hin zu Kriegsdrohungen) war Kanada dazu bereit. Alle Länder Südostasiens sind zur Müllhalde für Plastik- und Giftmüll aus den reichen Industriestaaten geworden. Auch Malaysia hat angekündigt, 3000 Tonnen Plastikmüll an Kanada und die USA zurückzuschicken. Jamela Alindogan berichtet aus Manila. A

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10.6.19 Artensterben : Nach einer neuen Studie (Plant Extinction Survey) sind seit 1750 mindestens 571 Pflanzenarten verschwunden. Die Aussterberate hat sich seit damals verfünfhundertfacht. Erläuterungen von Maria Vorontsova (Taxonomin in Kew Gardens). Sie weist darauf hin, daß die 571 nur die bekannten Arten sind, und vor allem in den Tropenwäldern die allermeisten Pflanzenarten nie erfaßt wurden, die Zahl der ausgestorbenen Arten also sicherlich wesentlich größer ist.

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10.6.19 Invasive Arten : Ein Beitrag über den Japanischen Staudenknöterich, der sich seit fast 200 Jahren in Europa ausbreitet und gegen den bisher alle Mittel versagen. Ein Forscherteam an der Uni Wageningen (Niederlande) hat nun angeblich ein Mittel gefunden, die Rhizome der Pflanze abzutöten. Wie es funktioniert, ist noch geheim. Im Bericht Bilder eines Ortes in Holland, der schon fast von den Pflanzen zugewuchert ist. Dort sollen nun Bentheimer Landschweine die Rhizome ausbuddeln und fressen. 

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11.6.19

Auf Sardinien gibt es eine Heuschreckenplage. Apokalyptische Bilder von Schwärmen, die sämtliche Felder kahlfressen. 

TS24,E

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21.6.19 Artensterben : Ein schöner Beitrag über die "Gärten des Grauens" und erste Ansätze, solche Betongärten zu verbieten. TT 3
           
23.6.19 Raubbau : Max Moor zu Garzweiler: "Der Stoff, der unser Klima ruiniert, zerstört auch den Boden, denn wir entreißen ihn der Erde mit Gewalt. In Deutschland werden täglich 120 Fußballfelder lebendiger, fruchtbarer Erde zubetoniert. Die Menschheit behandelt ihr Land wie Piranhas ihre Beute, wir roden, wir sprengen, betonieren, graben, wühlen und vergiften, daß es ein Graus ist."  - Der Dokumentarfilm "Erde" von Nikolaus Geyrhalter zeigt diese Verwüstung und auch die Menschen, die von ihr abhängig sind. Bilder der Zerstörung, aus Kalifornien, wo sie den Boden plattmachen für eine neue Stadt, aus einer Kupfermine in Spanien, aus dem Teersand-Tagebau in Kanada, aus einem Marmorsteinbruch in Italien, Ein Archäologe stellt fest, daß dieses Wirtschaftmodell nicht nachhaltig ist und zum Untergang führen wird.  ¤¤ ttt 5
26.6.19 Artensterben : Laurence Lee berichtet aus England über das Verschwinden der Insekten. A 3
           
26.6.19 Nitrat : In fast der Hälfte Deutschlands ist das Grundwasser mit Nitrat verseucht. Auf Druck der EU ordnet die unfähige und korrupte Landwirtschaftsministerin nun als Gegenmaßnahme an, daß in den betroffenen Gebieten alle Bauern 20 % weniger Gülle ausbringen sollen. Eine kontraproduktive und ungerechte Regelung, die pauschal auch die Bauern trifft, die vernünftig mit dem Dünger umgehen. TT 4
27.6.19

Einige Gegenden in Bayern werden von Insektenplagen heimgesucht. Mücken und Schwarmspinner treten massenhaft auf und stellen damit den Willen zum Artenschutz auf die Probe.  - Der Beitrag fragt leider nicht nach, welche Begleitschäden der Einsatz von Chemie für andere Arten bringt, und auch nicht, welchen anderen Tieren die Mückenmassen vielleicht als Futter gerade recht kommen.

Quer 6
             
18.7.19

Bei Almeria im Süden Spaniens, in einer der trockensten Regionen Europas, wird unter riesigen Plastikfolien das Gemüse für Nordeuropa angebaut. Durch den enormen Wasserverbrauch wird die Region in eine Wüste verwandelt. Bericht von Stefan Schaaf.  - Er hätte noch erwähnen können, daß die Unmengen an Plastikfolien "entsorgt" werden, indem man sie einfach in den Boden einpflügt. Nach uns die Sintflut, nach uns die Wüste.

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19.7.19

"Das Ende des Autos?" - Der Autor Klaus Gietinger ("Vollbremsung") wünscht sich nicht Verkehrswende und Elektroautos sondern die Abschaffung der Massenvernichtungswaffe Auto und menschengerechte Städte.

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