Was gestern im Fernsehen Wichtiges zu sehen war und von mir archiviert wurde. Täglich im rauskuck.

Britannien                                                                                             (letzter Eintrag  4.8.17)

(UK, England, nix "Groß-")

Datum Beitrag Sender (Schlüssel) Länge (Min.)
6.5.10 Bei der Parlamentswahl kommt es zu Unregelmäßigkeiten: in etlichen Wahllokalen können abends jeweils Hunderte Wähler, die sich rechtzeitig angestellt hatten, ihre Stimme nicht mehr abgeben, weil die Lokale einfach dichtmachen. Wütende Reaktionen der Betroffenen.  (Hier ein Bericht von Al Jazeera dazu:)

B

1
     
7.5.10 Weitere Berichte über die Probleme bei der Wahl mit völlig überlaufenen Wahllokalen, in denen Hunderte Wähler nicht mehr drankamen. Das somit anfechtbare Wahlergebnis: keine absolute Mehrheit für die beiden großen Parteien, die (eher linken) Liberaldemokraten müssen sich entscheiden.

E,A,B

zus.8
11.5.10

 

Koalitionsregierung der Konservativen und der Liberaldemokraten, neuer Premier ist David Cameron.

Gespräch mit George Galloway, der mit seiner Respect-Party leider keinen Sitz erringen konnte. Er meint, die drei Parteien unterscheiden sich nur in Nuancen, sie sind alle für Privatisierung, für Sozialkürzungen, für Krieg, und alle sind sklavische Unterstützer Israels.  Das antike britische Wahlrecht muß unbedingt reformiert werden, aber die Libdems werden jetzt nur eine sehr halbherzige Reform ("Alternative Vote") bekommen statt eines echten proportionalen Systems (und auch dies erst ggf. nach einer Volksabstimmung). Galloway berichtet nochmal von sehr ernsten Wahlbetrugsfällen, gerade auch in den Bezirken, wo Respect Kandidaten hatte.    ¤

E

 

Press

5

 

8

11.8.10 "CinePolitics": Über den britischen Dokumentarfilm "The Fear Factory" von Juana Natasigara (?) und Richard Simmons, in dem es um ein Thema geht, das auch in Deutschland immer wieder aktuell ist: die Kampagnen von Boulevardmedien, die entgegen allen Fakten das Bild von zunehmender Unsicherheit und Gewaltkriminalität erzeugen und so mit künstlicher Angst den gewünschten öffentlichen Druck machen für Gesetzesverschärfungen und Überwachungswahn. Dies, obwohl Britannien schon die höchste Zahl von Knastinsassen in Europa hat. - Ausschnitte aus dem Film und Diskussion über den Film und die Fragen, die er aufwirft, mit der Sozialarbeiterin Gracia McGrath und dem Filmkritiker Mike McCahill.     ¤

Press

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  (Video folgt)  Einen Trailer des Films gibt es auch beim Guardian.   Und die Sendung kann man sich auch hier ansehen.    
24.8.10 Nordirland : Ein katholischer Priester war angeblich in ein Attentat verwickelt, bei dem 1972 neun Menschen getötet wurden. Er wurde danach von seiner Kirche und der britischen Regierung gedeckt. (Er ist 1980 gestorben.)

A,E

zus.3
21.10.10 Auch in London gibt es Proteste gegen das Sparprogramm der Regierung, allerdings sind es hier nur ein paar Hundert Linke, die die Gewerkschaften zum Handeln drängen.

Press

3

23.10.10 Auch in Britannien wächst der Widerstand gegen ungerechte staatliche Sparmaßnahmen, in mehreren Städten demonstrieren mehrere tausend Leute.

E,NC

zus.3
10.11.10 In London protestieren über 20.000 Studenten gegen die drastische Anhebung der Studiengebühren. (Im Wahlkampf hatten die Libdems deren Abschaffung versprochen.) Einige Hundert erstürmen zur Überraschung der Polizei das Hauptquartier der Tory-Partei und machen dort Einiges kaputt. 

TS,E,A,B,NC

zus.15
     
24.11.10 Studenten protestieren in London. Diesmal mit massivem Polizeieinsatz eingedämmt. Hasssan Ghani von Press-TV berichtet stundenlang live (mit Bildern aus dem Hubschrauber) und mit besten Hintergrundinfos. Glanzleistung! (Hier nur Ausschnitte.)  ¤

Press,A,B,E,TS,NC

zus.27

9.12.10

 

Während das Parlament in London beschließt, die Studiengebühren zu verdreifachen, um den Reichen noch mehr Steuergeschenke machen zu können, demonstrieren draußen in der Kälte wieder zigtausende von Studenten. Es gibt stundenlang Reibereien mit der Polizei, die die Leute vom Sturm aufs Parlament abhält. Press-TV berichtet wieder live, mit Bildern vom Hubschrauber, Befragungen von durchweg blitzgescheiten Demonstranten und einem phänomenal guten Reporter Hassan Ghani, der immer wieder die Proteste in einen europäischen Zusammenhang stellt. (Dieses nicht komplett, aber in etlichen Stücken aufgehoben. Sehenswert!). Zusammenfassende Berichte von BBC und Al Jazeera.  - In die Menschenmenge ist auch ein gewisser Mr. Charles Windsor mit seiner Frau geraten, ihr Auto wurde von den aufsässigen Untertanen leicht beschädigt und eingefärbt. Schade, daß er sich nicht rausgetraut hat.  ¤¤

Press,A,B,arj,E,NC

 

zus.47

 

10.12.10 Bericht und noch ein paar Bilder von der Begegnung von "Prinz"  Charles mit der Wirklichkeit. Und Hassan Ghani schildert am Telefon (live vom Donnerstagabend), wie er und sein Kameramann von dubiosen Gewalttätern angegriffen und von Demonstranten gerettet wurden.

E,Press,B

zus.4

11.12.10 Mehr über den Angriff von mutmaßlichen Polizei-Provokateuren auf das Kamerateam von Press-TV bei den Protesten in London am Donnerstag. Die maskierten Männer hatten den Kameramann Adam Apostol mit einem Hammer verletzt (vermutlich wollten sie die Kamera zerstören). Bilder von dem Vorfall und ein Gespräch mit Apostol.   ¤¤

Press

5

     
15.12.10 Nochmal Bilder von den Protesten in London vor einer Woche. Mehrere Studenten berichten von Polizeibrutalität, der Körperbehinderte Jody McIntyre davon, wie Polizisten ihn aus dem Rollstuhl schmissen und über die Straße schleiften. (Davon auch ein sehr verschwommenes Video.)

Press

3

29.1.11 Proteste von Tausenden Studenten gegen die Studiengebühren und generell gegen die Privatisierungspolitik der Rechtsregierung. - Schade, daß noch nicht alle mitmachen.

E

1

26.3.11 Etwa 250.000 Menschen demonstrieren in London gegen die geplanten Sozialkürzungen der Rechts-Regierung. Die Berichte konzentrieren sich auf die Argumente der Demonstranten, obwohl eine kleine Gruppe von  Idioten (Provokateure?) wieder für Randale sorgen und Geschäfte und eine Bank attackieren. Sehr ausführliche und gute Berichte bei Press-TV.

A,B,P,NC

zus.14

28.3.11 Nach den Massenprotesten in London gegen Sozialkürzungen berichtet Hassan Ghani über prügelnde Polizisten. Und in einem Video ist deutlich zu sehen, wie ein Provokateur bei seinen Polizeikollegen aufgenommen wird.

P

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29.4.11 Statt über den Rummel um die Prinzenhochzeit berichtet arte über Proteste gegen die geplanten Privatisierungen im Gesundheitswesen. 

arj

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30.4.11 Die spinnen, die Briten, aber nicht alle: einige Republikaner protestieren gegen die selbsternannte Monarchie.

P

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29.5.11 Die Queen hat in einem Interview gesagt, daß sie das Ende der Monarchie (und damit auch des UK) befürchtet. Press-TV bringt dazu eine deftige Tirade des Aktivisten Charlie Veith, der das Ende der "lächerlichen parasitären Monarchie" ebenso wie der Macht des Geldes kommen sieht.

 P

2
30.6.11 Streik von 750.000 Angestellten im öffentlichen Dienst und große Demonstrationen gegen dreiste unsoziale Sparmaßnahmen der rechten Regierung.

A,E

zus.6

2.8.11 In London macht die Polizei Hatz auf Anarchisten (weil die angeblich für Randale bei Demos gesorgt haben) und fordert Bewohner auf, "jede Information über Anarchisten" an die Polizei zu melden. Andy Meinke vom anarchistischen Buchladen nimmt Stellung. Bericht von Hassan Ghani.   ¤

P

3

8.8.11

 

Seit drei Tagen gibt es heftige Krawalle von Jugendlichen in London, zuerst im Stadtteil Tottenham. Jetzt gibt es Krawalle in etlichen Stadtteilen und auch in anderen britischen Städten. Plünderungen von Geschäften, Brandstiftungen, teilweise brennen ganze Ladenzeilen und wohl auch Wohnhäuser aus. Über Personenschäden keine Angaben, Hunderte Festnahmen. Die Polizei ist offensichtlich überfordert. Einige Live-Bilder vom Hubschrauber aus, die übrigens auch die Fähigkeiten moderner Kameratechnik demonstrieren. Aus über 1 km Entfernung sind noch Gesichter zu erkennen.  ¤

Bei Al Jazeera gibt's ein Live-Blog zu den London-Riots.  

TT,E,A,B,P

 

zus.28

 

           
9.8.11

 

 

 

Berichte mit weiteren Bildern von den enormen Zerstörungen durch randalierende Jugendliche in London und anderen Städten. Geschockte Reaktionen von Normalbürgern. Und Versuche von Antworten auf die Frage nach dem Warum. Relativ vernünftig der Beitrag im heute-journal. Guter Kommentar von Jochen Spengler im DLF.   ¤

Jugendarbeitslosigkeit, Perspektivlosigkeit, Polizeirassismus. Und dann ein korrupter und kriminell asozialer Premierminister, der den Tätern (Leute die nichts zu verlieren haben) mit schweren Strafen droht. Ich denke, die Leute die so einen Mistkerl wählen und sich von ihm regieren lassen, sollten sich nicht allzusehr wundern. Die kritisieren aber nur ihren rechtsextremen Bürgermeister, weil er zu lasch durchgreife. (Wobei ich es natürlich ablehne, normalen Kleinbürgern ihren Besitz zu zerstören. Aber Rache ist immer ungerecht. Und die Bilder vom brennenden Warenlager des Raubkonzerns Sony können einen schon etwas erwärmen.)

In der vierten Nacht verlagern sich die Krawalle wieder auf andere englische Städte, nachdem die Polizei in London massiv verstärkt wurde. Plünderungen und Brandstiftungen jetzt u.a. in Manchester und Birmingham. 

hj,E,A,B,P,NC

 

 

 

zus.31

 

 

 

                  
  Vor über 40 Jahren hat Frank Zappa das alles schon mal gesehen und besungen: 

Trouble every Day

      

Wednesday I watched the riot . . .
Seen the cops out on the street
Watched 'em throwin' rocks and stuff
And chokin' in the heat
Listened to reports
About the whisky passin' 'round
Seen the smoke and fire
And the market burnin' down
Watched while everybody
On his street would take a turn
To stomp and smash and bash and crash
And slash and bust and burn

Well, I seen the fires burnin'
And the local people turnin'
On the merchants and the shops
Who used to sell their brooms and mops
And every other household item
Watched the mob just turn and bite 'em
And they say it served 'em right
Because a few of them are white,
And it's the same across the nation
Black and white discrimination
Yellin' "You can't understand me!"
'N all that other jazz they hand me
In the papers and TV and
All that mass stupidity
That seems to grow more every day
Each time you hear some nitwit say
He wants to go and do you in
Because the color of your skin
Just don't appeal to him
(No matter if it's black or white)
Because he's out for blood tonight

   
10.8.11 In der Nacht zum Mittwoch weitere schwere Krawalle in einigen englischen Städten, aber nicht mehr in London. Es bilden sich als Gegenbewegung örtliche Bürgerwehren, teilweise mit rechter, rassistischer Tendenz. In Birmingham werden drei muslimische Männer, die ihren Laden schützen wollten, von einem Autofahrer offenbar absichtlich totgefahren. Über das Motiv kann man bisher nur spekulieren.   ¤

Berichte mit weiteren Bildern von Plünderungen und brennenden Häusern, Zeugenaussagen. Immer wieder die Frage nach den Ursachen, bei den deutschen Sendern auch die Frage, ob Ähnliches auch hier droht. Bei Euronews ein Beitrag, der an die ganz ähnlichen Unruhen in Brixton vor 30 Jahren erinnert.

A,B,NC,ht,
ktzt,arj,TS,E

zus.32

11.8.11 Die Krawalle sind erstmal beendet. Während der korrupte Cameron im Parlament die Kriegserklärung annimmt, und fürs nächstemal mit dem Einsatz der Armee und Zensur der freien Medien droht, und von Ursachen und Armut nichts wissen will, zeigen die Berichte Menschen wie Tariq Jahan, die selber unter der Gewalt leiden mußten, aber mit Aufrufen zu Mäßigung und Verständigung reagieren, um eine weitere Eskalation und rassistische Gegenreaktionen zu vermeiden. Solche sind von den Nazis der EDF bereits geplant. - In den Tagesthemen ein Gespräch mit Wilhelm Heitmeyer (Konfliktforscher).   ¤

hj,TT,B

zus.18
12.8.11 Bericht von Barnaby Phillips aus Birmingham, über Leute aus verschiedenen ethnischen Gruppen, die sich bei den Riots für Vernunft und Gelassenheit (und gegen rassistische Vorurteile) eingesetzt haben.   ¤

A

3
          
13.8.11 In Tottenham gibt es einen friedlichen Solidaritätsmarsch. Einige Tausend Leute rufen zur Einheit der Unterklassen auf. Nicht die "kriminellen" Jugendlichen tragen die Schuld an der Eskalation der Gewalt, sondern die kriminelle und korrupte Polizei und die Sparpolitik der Regierung. "Blame the Tories, not our Kids"  Berichte von Tim Friend und Steve McCaul.   ¤

George Galloway ("The real Deal") sieht es genauso und fügt noch die heuchlerischen Medien hinzu, die sich stets an der staatlichen Kriegspropaganda beteiligen. Wegen der Kriege fehlt das Geld für den Sozialstaat. Traurige und zornige Worte.

A,P

zus.8
          
2.10.11 In Manchester demonstrieren 30.000 Leute am Rand des Tory-Parteitags gegen die Sparpolitik der Rechtsregierung und fordern den Rücktritt des korrupten Premiers Cameron.

A,P,E

zus.2

19.10.11 "The English Riots" - Film von Dom Rotheroe und Nav Kandola über die Jugendkrawalle vom August dieses Jahres. (P&P)  (NNA)*   ¤

A

25

9.11.11 In London demonstrieren 10.000 Schüler und Studenten gegen die Studiengebühren, begleitet von einem massiven Polizeiaufgebot. Auch streikende Bauarbeiter bekunden ihre Unterstützung für die Studenten.

A,P,E,NC

zus.8

30.11.11 Zwei Millionen Arbeiter des öffentlichen Dienstes streiken gegen geplante Rentenkürzungen. Im Bericht von Laurence Lee auch ein sehr bösartiger O-Ton des Premierverbrechers Cameron über Leute, die sowieso zu lange leben. In den Tagesthemen ein sehr guter Bericht von Annette Dittert.   ¤

A,TT,NC

zus.8
29.3.12 Bei einer Nachwahl in Bradford (Yorkshire) gewinnt der Linke George Galloway (Respect-Party) einen Sitz im britischen Parlament, mit einer großen (und für Labour schockierenden) Mehrheit von 56 Prozent. Das ist wunderbar, damit sind die Kriegsgegner endlich wieder vertreten.   ¤

B,P

zus.5

30.3.12 Nach dem Wahlsieg von George Galloway in Bradford, großer Jubel und Hoffnung auf eine landesweite Welle der Empörung über die großen Parteien. Ausführlicher Bericht und recht vernünftige Stellungnahmen bei Sky News.

B,Sky

zus.7

2.4.12 George Galloway und seine Anhänger feiern den Wahlsieg bei der Nachwahl in Bradford. 

P

3

1.9.12 Die rechte Regierung "verbietet" per Gesetz Hausbesetzungen (also das Menschenrecht,  in leerstehenden Häusern zu wohnen). Aktivisten protestieren  mit Räumungsverfügungen gegen den Besetzer von Downing Street No. 10. Bericht aus London von Peter Sharp.   ¤

A

3
           
20.10.12 Massendemo in London (ca. 100.000) gegen die Sparpolitik der Rechtsregierung. Guter, ausführlicher Bericht von Amina Taylor bei PressTV.

A,B,C,P,E,NC

zus.13
                 
7.1.13 Britisch besetztes Nordirland : Weil die Stadtverwaltung von Belfast beschlossen hat, die Fahne der britischen Besatzer nicht mehr jeden Tag auf dem Rathaus wehen zu lassen, randalieren seit Tagen extremistische britische Siedler ("Unionisten"). Hintergrundbericht.

E

3
17.1.13 Meldung: die britische Polizei ermittelt gegen mehrere frühere Parlamentsabgeordnete der Tories, die zu einem Ring von Kinderfickern gehört haben sollen.

P

1
8.4.13 Der Tod von Margaret Thatcher bestimmt bei den Nachrichtensendern das Programm, meist wird dabei dem neoliberal-faschistischen Monster bedenkenlos gehuldigt. Nur am Rande waren auch durchaus angemessene Reaktionen zu sehen: AJE und Euronews berichten kurz über die öffentliche Freudenparty in Brixton. A,E zus.2
           
9.4.13 Noch zwei Berichte über den Jubel nach Thatchers Tod. Vor allem bei arte (Mittagsausgabe) wird schön zusammengefasst, warum es keinen Grund gibt, dem Monster eine Träne nachzuweinen, besonders auch nicht für die Menschen in Nordirland. arj,E zus.3
12.4.13

 

Das Lied "Ding Dong The Witch is dead" ist wegen des Todes der Hexe Thatcher ganz oben in den Charts. Die BBC findet das "unangemessen und geschmacklos", spielt das Lied aber immerhin trotzdem, aber nur ganz kurz (es ist ohnehin nur 51 Sekunden lang.) Bei Sky News ein halbwegs neutraler Bericht darüber, und ein Gespräch mit einer Anti-Thatcher-Aktivistin, Romany Blythe, die einige treffende und kluge Dinge sagt, für die sich Interviewerin Rachel Younger mehrmals beim Publikum entschuldigt. U.a. erklärt Blythe, warum gerade Feministen Thatcher überhaupt nichts zu danken haben.

Amina Taylor berichtet aus London über die Vorbereitungen für das Staatsbegräbnis (nächsten Mittwoch) für das Monster, seitens Gegendemonstranten und "Sicherheitskräften".

Sky

 

P

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3

27.5.13

Die Nazis der EDL schlagen weiter Kapital aus dem Terroranschlag in Woolwich und der Welle des Patriotismus. In Grimsby gibt es einen Brandanschlag auf eine Moschee, die Zahl von rassistischen Vorfällen hat sich vervielfacht. Bei einer Demo von ca. 1000 EDL-Nazis in London gibt es Prügeleien mit Antifaschisten. Diverse Berichte, bei PressTV von Nargess Moballeghi.

A,C,Sky,RT,P,E

zus.15

                 
24.6.13 1993 wurde der schwarze Jugendliche Stephen Lawrence von Rassisten ermordet. Die Polizei hat Jahre gebraucht, um zwei der Täter zu ermitteln (die erst 2012 verurteilt wurden), hat stattdessen antirassistische Solidaritätsdemos überwacht und infiltriert. Jetzt sagt der frühere Undercover-Polizist Peter Francis aus, daß er und seine Kollegen damals den Auftrag hatten, die Familíe von Lawrence zu bespitzeln und gezielt nach Material zu suchen, das für eine Verleumdungskampagne gegen sie verwendet werden konnte ¤

A,Sky,P

zus.8

23.7.13 Während die BBC durchdreht und praktisch nur noch über die Geburt eines blaublütigen Windelkackers berichtet, bei PressTV ein Bericht von Maysam Bizar über die Kritik von demokratischen / republikanischen Gruppen an dem Hype. Sie weist darauf hin, wie viele wichtige Themen in den britischen Medien unterdessen keine Rolle spielen. Z.B. die 1,5 Millionen Kinder, die jedes Jahr an Hunger sterben.

P

4

5.8.13 Die britische Polizei entschuldigt sich bei den Angehörigen von Ian Tomlinson. Polizisten hatten den Unbeteiligten am Rande einer Demo in London vor vier Jahren ohne Grund angegriffen und brutal zu Boden geworfen. Er war kurz danach an seinen Verletzungen gestorben.

Sky,E

zus.4

14.9.13 In Leicester ist bei einem Brandanschlag das Wohnhaus einer muslimischen Familie niedergebrannt, die Frau und ihre drei Kinder wurden getötet. Fünf Personen, davon drei Frauen, sind als mutmaßliche Täter verhaftet worden. Angeblich soll es sich um einen Racheangriff für einen Mord gehandelt haben, mit dem die Familie aber nichts zu tun hatte.

Sky

3

3.11.13 Die britische Regierung plant ein Gesetz, um kritische Bürgerinitiativen mundtot zu machen. Dies ausgerechnet unter dem Vorwand, damit Lobbyismus zu bekämpfen. Interessanter Bericht von Laurence Lee, auch wenn er meint, dieser antidemokratische Effekt des Gesetzes sei eigentlich nicht beabsichtigt. A

3

           
3.1.15 Seit Wochen gibt es Meldungen über die Verstrickung von diversen Angehörigen der britischen Oberschicht in einen Skandal, bei dem es um Sexpartys mit Minderjährigen, Vergewaltigungen von Kindern und Mord geht. Bis jetzt als Einziger überführt wurde der Millionär Jeffrey Epstein. Jetzt wird auch der royale Nichtsnutz "Prinz Andrew" beschuldigt, sowie der bekannte US-Rechtsanwalt und Wortführer der Zionistenlobby Alan Dershowitz. Beide bestreiten bisher die Vorwürfe energisch. Die Namen Zuguttenberg und Vonderleyen sind in dem Zusammenhang bislang nicht gefallen.

B,P

zus.5
4.1.15 Bisher hat als einziger Sender auf deutsch Euronews über die Vorwürfe gegen "Prinz Andrew" berichtet, der angeblich an den Vergewaltigungspartys auf Epsteins Privatinsel teilgenommen hat. Die auffallend scharfen Dementis aus der Buckinghambude kann man wohl als Geständnis werten.

E

1

5.1.15 CNN ist aus dem Winterschlaf aufgewacht. Hier ein Bericht über die Vergewaltigungsvorwürfe gegen "Prinz Andrew" und die seltsamen Dementis seiner Sippschaft. Außerdem O-Töne von Alan Dershowitz, der auch alles bestreitet und dabei lustigerweise seine "unbeschädigte Reputation" anführt. - Bei den deutschen Sendern findet bisher nur das Boulevardmagazin "Brisant" den Fall brisant, und auch nur wegen dem "Prinzen". (Und natürlich weiter kein Wort über Gutti. Warum auch.)

C,ARD

zus.8

           
6.1.15 Weitere Infos über die Beziehungen zwischen "Prinz Andrew", Alan Dershowitz und dem Kinderzuhälter Jeffrey Epstein. Und weitere O-Töne aus immer neuen Interviews von Dershowitz, der mit jeder theatralisch vorgetragenen Wiederholung unglaubwürdiger wird.

C,Sky

zus.8
7.4.15 Ein Richter in Florida hat angeordnet, die Vergewaltigungsvorwürfe gegen "Prinz" Andrew aus den Akten zu löschen. Bericht bei Sky News. Bei CNN Gespräch mit Alan Dershowitz, der erneut pauschal alle Vorwürfe bestreitet und die beiden Klägerinnen der Lüge bezichtigt. Angeblich hätten diese auch behauptet, Sex mit Stephen Hawking gehabt zu haben.

C,Sky

zus.7
8.5.15

 

Bei der Parlamentswahl holen die Tories von Premier Cameron eine absolute Mehrheit der Sitze. Der nicht liberale Koalitionspartner wird für seine Verlogenheit abgestraft. Labour stagniert. In Schottland holen die eher linken Nationalisten der SNP fast alle Mandate. Die Rassisten der UKIP bekommen zwar nur einen Sitz, aber erschreckende 13 Prozent der Stimmen. Die Grünen haben nur vier Prozent und einen Sitz. George Galloway wird als unabhängiger Abgeordneter wiedergewählt doch nicht wiedergewählt. (Die BBC hatte dies am Morgen noch gemeldet.) - Zwei Berichte, die konkrete Zahlen liefern. Die Wahl war bei BBC und CNN praktisch das einzige Thema des Tages.

B,E

 

zus.2

 

           
20.6.15 In London und anderen Städten gibt es Großdemonstrationen (allein in London ca. 100.000) gegen das Vorhaben der konservativen Regierung, die Sozialausgaben erneut massiv zu senken. Bei Sky News ein ausführlicher Bericht und Stellungnahmen der Demoteilnehmer.  ¤

A,Sky,RT,E,NC

zus.16
                  
11.8.15 Der aufrechte Linke Jeremy Corbyn hat gute Chancen, zum nächsten Chef der Labour-Partei gewählt zu werden. (Darüber gab es schon mehrere Beiträge, u.a. bei RT, die mir aber bisher alle nicht gefallen. Warte weiter auf ein ordentliches Portrait.)

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1

            
12.8.15 Noch ein Beitrag über Jeremy Corbyn, den sympathischen linksradikalen Hoffnungsträger. Ganz netter Beitrag, aber nur wenig über Corbyns politische Positionen. Und nur ein Satz von ihm selber. TT

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13.8.15 Der Massenmörder und Berufslügner Blair warnt die Labour-Partei davor, den Linken Corbyn zum Vorsitzenden zu wählen.

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14.8.15 Bei CNN berichtet Max Foster über Jeremy Corbyn, leider auch hier mehr über Corbyns "Sexiness" als über seine politischen Positionen.

C

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17.8.15 Nadim Baba berichtet über die Wahl zum neuen Labour-Vorsitzenden und den möglichen Linksschwenk der Partei bei einem Sieg von Corbyn.

A

3

9.9.15

Bericht von Diana Zimmermann über die Kandidatur von Jeremy Corbyn zum Labour-Vorsitz.  (NNA)*   ¤

auslandsjournal

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10.9.15

Bericht von Nargess Moballeghi über den Wahlkampf von Jeremy Corbyn. (PressTV hat den Linken und Kriegsgegner immer sehr freundlich zitiert, er ist auch selber irgendwann mal bei dem Feindsender aufgetreten.)

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11.9.15

Laurence Lee berichtet über die Rebellion der Basis der Labour-Partei, die morgen hoffentlich Jeremy Corbyn zum neuen Parteichef machen wird. Endlich ein Bericht, der sowohl die Begeisterung der Leute rüberbringt als auch die guten inhaltlichen Gründe dafür erläutert.    ¤

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3

12.9.15

 

 

Jeremy Corbyn ist mit fast 60 Prozent zum neuen Vorsitzenden der Labour-Partei und damit zum neuen Oppositionsführer und Kandidaten für das Amt des Premierministers gewählt worden. Die linke Basis feiert, das rechte Establishment ist konsterniert. Viele Leute sehen erstmals seit Jahrzehnten wieder Hoffnung, eine echte Aufbruchstimmung, vergleichbar mit Obamas "Yes we can!". Nur, daß er das mit dem "Change" ernstmeint. "We don't have to be unequal, it doesn't have to be unfair, poverty isn't inevitable. Things can, and they will change."   ¤¤

Berichte bei allen Sendern, besonders ausführlich bei Sky News. Diverse O-Töne und Stellungnahmen, u.a. Ausschnitte aus Corbyns mitreißender und inhaltlich bedeutender Siegesrede (die anscheinend nirgends live übertragen wurde). Auch die deutschen Berichte halbwegs brauchbar. Die Inhalte und die Aufbruchstimmung kommen am ehesten im Bericht von Björn Staschen (Tagesthemen) rüber.

A,B,C,Sky,RT

arj,ht,TS,TT,E

 

zus.27

zus.10

 

                  
14.9.15

 

 

Die Tories reagieren auf Corbyns Wahl mit einer Angstkampagne. Labour sei nun "eine Bedrohung für die nationale Sicherheit, die ökonomische Sicherheit und die Sicherheit der Familien." In einem TV-Spot werden Corbyn-Zitate aus dem Zusammenhang gerissen. Interessanter Beitrag dazu bei RT von Daniel Hawkins.

Bei PressTV ein Interview mit George Galloway (Ex-Labour, jetzt RESPECT). Die Kommentare der Tories sind unwürdig und sie zeigen, daß sie Angst haben, daß Corbyn doch nicht so "unwählbar" ist. Die Sicherheit Britanniens gefährdet haben Blair und Cameron.  ¤

Corbyn stellt ein neues Schattenkabinett auf. Darin sind auch Vertreter des rechten Parteiflügels. Als Finanzminister ist der Linke John McDonnell gesetzt, der für die Verstaatlichung der Banken eintritt. (Bericht bei Euronews.)

RT

P

E

4

4

1

           
14.9.15

Die Gewerkschaften und der neue Labour-Chef protestieren gegen den Plan der Regierung, das Gewerkschaftsgesetz noch weiter zu verschärfen. Bericht von Amina Taylor.

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15.9.15

O-Ton aus einer Rede von Corbyn beim Kongress der Gewerkschaft TUC. "Sie nennen uns "Schuldenleugner". Dabei sind sie selber Armutsleugner. Sie ignorieren die wachsende Kinderarmut während sie die Steuern für die Reichen senken."

Sky,RT

zus.2

16.9.15

In der Fragestunde des Parlaments stellt Corbyn erstmals die Fragen an Cameron. Dieser ist plötzlich wieder ganz sachlich.

Afshin Rattansi ("Going Underground") stellt fest, daß fast alle Minister in Corbyns Schattenkabinett für die Kriege gegen Irak und Libyen gestimmt haben (John McDonnell allerdings nicht).

E

RT

1

2

18.9.15

George Galloway ("Comment") über Jeremy Corbyn und die Frage: "Is Corbyn a threat to national security or to imperialism?" Eher Letzteres, meint Galloway, der seit Jahrzehnten mit Corbyn befreundet ist. Allerdings habe Corbyn zwar die Basis hinter sich, aber nicht die meisten Labour-Abgeordneten und die Parteiführung.

P

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20.9.15

Bericht über die Pläne von Labour, die Eisenbahnen schrittweise wieder zu verstaatlichen.

Meldung: ein britischer General hat angekündigt, die Militärführung werde "meutern" (bzw. zurücktreten), wenn Corbyn wirklich die Nuklearwaffen abschafft. 

Sky

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23.9.15

Nochmal in ganzer Länge das Zitat eines (anonymen) britischen Generals, der meint, wenn Corbyn die Atomwaffen abschaffe, werde es einen Militärputsch geben: "Der Generalstab der britischen Armee wird nicht zulassen, dass die Sicherheit dieses Landes durch einen Premierminister in Gefahr gebracht wird. Man wird alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, egal ob fair oder unfair. Es würde massenhafte Rücktritte geben. Außerdem bestünde dann die wirkliche Möglichkeit eines Ereignisses, das man als Meuterei bezeichnen könnte." (deutsche Übersetzung aus dem Artikel der jW dazu.)

RT 1
26.9.15 Britannien / USA : Beitrag im "Listening Post" über die Probleme der britischen und US-Medien mit den Linken Corbyn und Sanders.

A

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27.9.15

Ein Bericht vom Labour-Parteitag. Eine Debatte über den Vorschlag, die Nuklearrüstung abzuschaffen, wurde von der Tagesordnung abgesetzt. Der Gewerkschafter Len McCluskey erklärt ernsthaft, es wäre zwar sehr schön, die Atomwaffen abzuschaffen, aber das ginge ja nicht wegen der Arbeitsplätze in der Rüstungsindustrie (OT).

Talk to Al Jazeera: Jamal Elshayyal spricht mit Jeremy Corbyn. Vor allem über außenpolitische Themen (Syrien, Israel), wo Corbyn lauter sehr kluge und direkte Antworten gibt. (Habe aber leider nicht alles gehört.)  ¤

Sky

A

4

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29.9.15

Erste Rede von Corbyn als Parteivorsitzender beim Labour-Parteitag in Brighton. Den Vorwurf, er gefährde die nationale Sicherheit, gibt er zurück: es hat der Sicherheit auch nicht genutzt, als die Tories mit verlogenen Gründen in den Krieg gegen den Irak gezogen sind. 

Sky,E zus.5
8.11.15

Nachdem zwei britische Generäle Jeremy Corbyn kritisiert haben (wegen seiner Ablehnung eines Eingreifens in Syrien und seiner Ablehnung der Nuklearrüstung), ermahnt Corbyn das Militär, sich aus der Politik herauszuhalten. Auch der außenpolitische Sprecher der Tories stimmt Corbyn da zu, wenn auch widerwillig.

Sky

3

7.4.16

Premier Cameron hat die Briefkastenfirmen seiner Familie erst zur Privatsache erklärt, dann behauptet, er habe damit nicht zu tun, und nun zugegeben, daß er doch selber damit Gewinne gemacht hat. Es sei aber alles rechtsgemäß versteuert worden.

A,E

zus.4
ab
28.4.16
Beiträge über die Hexenjagd auf Labour-Politiker wegen vorgeblich antisemitischer Äußerungen finden sich unter "Gebroder".    
16.6.16

 

 

 

 

 

In Birstall (bei Leeds) greift ein Mann auf der Straße die Labour-Abgeordnete Jo Cox an (nach einem kurzen heftigen Wortgefecht mit Cox und einem anderen Mann), sticht mit einem Messer auf sie ein und schießt mehrmals auf sie. Dabei ruft er "Britain first!". Cox stirbt kurz danach, der Mann wird festgenommen. Er heißt Tommy Mair, ist 52 und gehört zu keiner Gruppe, ist aber offenbar von der Hetze der Nazis beeinflußt. Cox war nicht nur gegen den "Brexit", sie hat sich auch aktiv für Migranten eingesetzt.

Der Mord ist Hauptthema aller internationaler Nachrichtenkanäle, bei den deutschen Sendern gleich nach dem Fußball. Das Motiv des Täters wird zunächst sehr vage im Zusammenhang mit der "Brexit"-Kampagne vermutet, die zuletzt sehr scharf geführt wurde. Mehrere Sender zeigen ein Statement von Paul Golding, dem Führer der Nazibewegung "Britain First" (die z.B. gegen den Bau von Moscheen hetzt), der sich vor seinen Nazifahnen stehend von dem Mord distanziert. Laut BBC hatte Mair Kontakt zu anderen Nazigruppen. Nur bei CNN wird deutlich vermutet (Max Foster), daß Cox wegen ihrer Pro-Immigrations-Haltung ermordet wurde.  ¤

George Galloway ("Comment") verurteilt den Mord als Anschlag auf die Demokratie und fordert mehr Sicherheit für Politiker. Zu den Motiven des Täters sagt er nichts. Galloway ist für den Austritt Britanniens aus der EU, aber nicht aus nationalistischen Motiven, sondern um eine echte Demokratie verwirklichen zu können. - Außerdem sagt Galloway über das Massaker von Orlando, daß dieses nichts mit dem Islam zu tun gehabt habe. Aber auch das Wort "Schwulenhass" kommt ihm (auf einem iranischen Sender) nicht über die Lippen, er sieht in Mateen nur einen alkoholtrinkenden gewalttätigen Schwulen. Die tun sowas anscheinend. Sehr schwach, George!

Nebenbei: bei der BBC ein Bild von einer Demo der "Britain First"-Nazis, bei der deren Transparent so vom Wind gefaltet wird, daß da plötzlich "Brain First" steht. Wäre besser.

A,B,C,Sky,RT

TS,E

P

 

 

 

zus.26

zus.5

9

 

 

 

                 
17.6.16

Die Hinweise mehren sich, daß der Mörder von Jo Cox Verbindungen zu Nazis hatte. Die Schußwaffe hat er selber gebaut, nach einer Anleitung, die er bei US-Nazis bestellt hatte.

nam,E

zus.4

18.6.16

Bei der ersten Vernehmung vor dem Haftrichter erklärt Thomas Mair auf die Frage nach seinem Namen: "Mein Name ist Tod den Verrätern, Freiheit für Britannien." Die meisten Sender finden das absurderweise bizarr und sehen darin ein Zeichen für geistige Verwirrung. (Außerdem wird der Satz fast überall unkorrekt zitiert.) Es ist im Gegenteil die Ansage, daß Mair ein politischer Überzeugungstäter ist, der einen politischen Prozeß führen will. Geisteskrank ist er nur insoweit, als Rassismus immer ein Zeichen für eine seelische Störung ist. Das haben wir doch alles schon im Fall Breivik durchgesprochen. Es sind ansonsten im Netz einige weitere Belege dafür aufgetaucht, daß Mair ein aktiver Nazi ist, der u.a. an rassistischen Aktionen von "Britain first" teilgenommen hat. Nur bei "heute" wird das erwähnt und eins der Fotos gezeigt. ¤

B,ht

zus.3
24.6.16

 

Bei der Volksabstimmung über den Austritt aus der EU hat eine knappe Mehrheit (51,9 Prozent) der Briten für den sog. "Brexit" gestimmt. Daraufhin kündigt Premier Cameron seinen Rücktritt (aber erst für den Herbst) an, aber keine Neuwahlen. Wie der Austritt aus der EU vonstatten gehen wird, ist noch völlig unklar. Anscheinend ist das eher eine Sache von Jahren als von Tagen, wie die "Brexit"-Anhänger sich das wohl dachten. In Schottland und Nordirland war eine deutliche Mehrheit für den Verbleib, beide Länder werden wohl erneut eine Unabhängigkeit von England anstreben. 

Bei allen Sendern praktisch das einzige Thema an diesem Tag. Ich habe nur zwei Zusammenfassungen von AJE aufbewahrt, sowie zwei Stellungnahmen von Ken Livingstone bei RT mit interessanten Hintergrundinfos.

A,RT

zus.20
                 
25.6.16

Nach dem "Brexit"-Votum gibt es allseits Streit darüber, wie der Abschied von der EU ablaufen soll und wie lange das dauern soll. Bisher über 3 Millionen Bürger fordern in einer Petition, die Abstimmung zu wiederholen, weil der Ausgang so knapp war. Gegner des Brexit demonstrieren gegen das Ergebnis und gegen Nationalismus und Rassismus. In der Labour-Partei feuert Corbyn seinen Schatten-Außenminister Hilary Benn, der mit anderen Corbyns Haltung zum Referendum kritisiert hatte und nun wohl versucht hat, Corbyn abzusetzen.

A,B,Sky,E,NC zus.11
           
26.6.16

In der Labour-Partei treten 11 Mitglieder des Schattenkabinetts zurück. Sie verlangen einen Rücktritt von Parteichef Corbyn, was der aber ablehnt. An der Parteibasis hat der Linke Corbyn weiter viel Rückhalt, hier spricht man erneut von einem Putschversuch.

A,E

zus.5
28.6.16

Bei einer Vertrauensabstimmung der Labour-Fraktion erhält Parteichef Corbyn nur 40 von 212 Stimmen. Er lehnt einen Rücktritt trotzdem weiterhin ab, - In London demonstrieren einige Tausend Leute gegen den "Brexit". 

B,Sky,TS,hj,E,NC

zus.13
           
2.7.16

In London demonstrieren etwa 30.000 Menschen (junge Leute und Linke) gegen den "Brexit" und fordern, die Politik solle die Volksabstimmung einfach ignorieren. Das Ergebnis sei sehr knapp gewesen und die Kampagne für den "Brexit" habe auf Lügen und Desinformation beruht. Viele fordern Neuwahlen.  ¤

A,Sky,RT,
TS,TT,hj,E

zus.16
                 
4.7.16

 

 

Der Chef der rechtspopulistischen Partei UKIP, Nigel Farage, einer der Erfinder der "Brexit"-Kampagne, hat nun keine Lust mehr, Verantwortung für den von ihm verursachten Schlamassel zu übernehmen, und tritt einfach zurück. Seine Abgeordnetendiäten im EU-Parlament will er aber weiter einstreichen. - Seltsamerweise haben außer RT alle englischsprachiger Sender in ihren Berichten den lustigsten Satz aus Farages Rücktrittsrede weggelassen. Alle (AJE, BBC, CNN, Sky News, Euronews) zeigen die Rede, aber alle schneiden rechtzeitig vor jenem Satz, mit dem sich Farage zur Knalltüte des Jahres gemacht hat: "During the referendum campaign I said: I want my country back. What I'm saying today is: I want my life back." - Dagegen wird bei fast allen deutschen Sendern gerade dieser Satz zitiert. Der Bericht von Hanni Hüsch in der TS auch sonst sehr schön.

(Und bei jenem Satz von Farage denkt man unwillkürlich an den anderen großen Zampano, Donald Trump, mit seinem Wahlspruch "Make America great again". Ob der auch am Wahlabend abtritt und verkündet: "Thanks für making me great again, and now I want my life back"?)

A,RT,TS

 

zus.6

 

13.7.16

Premier Cameron ist zurückgetreten, seine Nachfolgerin ist (ohne Neuwahl) die bisherige Innenministerin Theresa May. Als Außenminister benennt sie den rechtspopulistischen Faxenkasper Boris Johnson.

A,E

zus.6

17.7.16

Die schottische Schriftstellerin A.L.Kennedy und ihre Empörung über den Klüngel von rassistischen dummen Egomanen, die sich für die Elite halten und dabei die Spaltung in Arm und Reich immer weiter vergrößern.  ¤

ttt

6

20.7.16

Afshin Rattansi ("Going Underground") spricht mit dem Regisseur Ken Loach über die Entwicklung nach dem "Brexit"-Votum.  (NNA)*  ¤

RT

13

           
21.7.16

Die Labour-Partei soll erneut einen neuen Vorsitzenden wählen. Owen Smith, der aus dem Schattenkabinett zurückgetreten ist, stellt sich gegen Jeremy Corbyn zur Wahl.

Sky,E

zus.5
18.8.16

 

Owen Smith, der gerne Chef der Labour-Partei werden möchte, hat erklärt, letztlich müsse man auch mit ISIS irgendwann verhandeln. Corbyn dagegen ist dagegen, mit Terroristen zu verhandeln.

Rechte Labour-Kreise werfen Corbyn vor, er wolle die Partei wieder für Linksradikale öffne, sogar für die schrecklichen Trotzkisten! Corbyns Antwort darauf ist etwas undurchsichtig. RT hat ein kurzes Erklärstück, was eigentlich Trotzkisten sind (ganz normale Linke - was sie von anderen unterscheidet, wird leider nicht erwähnt), und Anastasia Churkina berichtet aus Liverpool und London über Linke, die unter Corbyn wieder in die offizielle Arbeiterpartei kommen.

RT

RT

2

5

20.8.16

Bei "Going Underground" spricht Afshin Rattansi mit Ken Livingstone über den Machtkampf in der Labour-Party.

RT

11

           
21.8.16

Londons Bürgermeister Sadiq Khan bezieht im Streit um den Labour-Vorsitz Position gegen Jeremy Corbyn, weil dessen Haltung zum EU-Austritt unklar gewesen sei. Die Labour-Rechten behaupten, die differenzierten und deutlich linken Vorstellungen Corbyns seien den Wählern nicht vermittelbar. (Im Gegensatz zu den simplen Lügen der Blair-Bande.)

Sky

4

17.9.16

Afshin Rattansi ("Going Underground") spricht mit Eveline Lubbers (Undercover Research group, Autorin von "Secret manoeuvres in the Dark") über Spitzel, die die Polizei in linke Gruppen einschleust. U.a. wurde (und wird vermutlich immer noch) der Parlamentsabgeordnete und heutige Labourchef Corbyn bespitzelt.

RT

5

           
24.9.16

Bei der von den Parteirechten erzwungenen Neuwahl des Labour-Vorsitzenden gewinnt Jeremy Corbyn noch deutlicher, diesmal stimmen 62 Prozent der Parteimitglieder für Corbyn. Er kündigt an, nun die Partei wiederzuvereinen. 

A,Sky,TS,TT,E zus.12
28.9.16

Beim jährlichen Labour-Parteitag hält der wiedergewählte Vorsitzende Corbyn eine kämpferische Rede. Bericht von Barnaby Philips.

A

3

           
4.12.16

Julie Kurz berichtet aus einem Ort bei Manchester über Alte und Kranke, die keine Sozialhilfe mehr bekommen, weil sie nicht arbeiten können. Das System der "Sanktionen" ist völlig außer Rand und Band, die Absurditäten des Films "I, Daniel Blake" sind alltägliche Realität. Und die "konservative" Regierung will die Bestrafung der Armen noch verschärfen, um weitere Steuersenkungen für die Reichen zu finanzieren.   ¤

WS

7

18.4.17

Premierministerin May kündigt überraschend an, die Parlamentswahl vorzuziehen. Wenn das Parlament zustimmt, soll sie schon am 8.6. stattfinden. Die Oppositionsparteien sind wohl einverstanden.

E

3

19.4.17

Das Parlament hat fast einstimmig dem vorgezogenen Wahltermin zugestimmt.

E

1

20.5.17

Im "Listening Post" ein Beitrag über den Wahlkampf in Britannien und die offene Unterstützung der meisten privaten Medien und die etwas subtilere Unterstützung der BBC für die regierenden Tories.

A

10

           
29.5.17

"The Battle for Number 10": Im Wahlkampf stellen sich nacheinander Labourchef Corbyn und Premierin May den Fragen eines Studiopublikums sowie einem Kreuzverhör durch Jeremy Paxman. Im Vergleich zu ähnlichen Formaten in Deutschland hier eine hochintelligente Debatte, wesentliche Fragen und ernsthaftes Nachhaken. Corbyn wird allerdings auch ausführlich zu irrelevanten Details seiner politischen Vergangenheit (z.B. zu seinem Verhältnis zum Terror der IRA) befragt.  - Bei Sky News eine Zusammenfassung des Ganzen und die Publikumsdebatte mit Corbyn (Aufzeichnung).

Sky

zus.30

           
5.6.17

Drei Tage vor der Parlamentswahl ist der Terroranschlag von London auch Thema im Wahlkampf. Corbyn wirft May vor, daß sie als Innenministerin 20.000 Stellen bei der Polizei abgebaut hat und fordert ihren Rücktritt. Auf Fragen zu Trumps boshaften Angriffen auf den Londoner Bürgermeister verweigert May klare Antworten. In den Umfragen gewinnt Labour deutlich dazu und ist nun fast so stark wie die Tories. Allerdings ist die Partei weiterhin zerstritten.

A,Sky,TS

zus.9
           
8.6.17

Tag der Parlamentswahl. Zunächst in den Tagesthemen noch ein Rückblick auf den Wahlkampf, in dem Premierin May ein sehr schlechtes Bild abgab, während Labourchef Corbyn mit linken Themen (Abrüstung, Ende der Austerität, Umverteilung) viel Anklang fand.

Bei der Wahl bleiben die Tories zwar stärkste Partei, verlieren aber stark an Stimmen und vor allem ihre absolute Mehrheit. Labour gewinnt deutlich dazu und könnte mit den Sitzen von Liberalen, Schotten und Unabhängigen (und dem einen Grünen) vielleicht eine Regierungsmehrheit bilden. Dieses Bild zeichnet sich schon mit der ersten Hochrechnung ab. Hier erstmal ein erster zusammenfassender Bericht aus der Nacht. - In jedem Fall ein grandioser Erfolg für Corbyn, der beweist, daß man mit ehrlicher linker Politik Wahlen gewinnen kann.  ¤

TT

A

4

3

           
9.6.17

May will trotz ihrer Wahlniederlage nicht zurücktreten und stattdessen eine Minderheitsregierung bilden, für die sie auf die Unterstützung von zehn Abgeordneten der nordirischen Unionisten hofft. 

A,E zus.7
10.6.17

Im "Listening Post" ein Beitrag über die Rolle der Zeitungen im Wahlkampf. Die mehrheitlich konservativen Blätter haben eine üble Kampagne gegen Labour und Corbyn gefahren und diesen als Sicherheitsrisiko dargestellt. Durch die jüngsten Terroranschläge entstanden aber Zweifel an dieser Darstellung, und Argumente konnten durchdringen, die Ursachen für den Terror auch in der britischen Außenpolitik (die Unterstützung der Rebellen in Syrien, der ganze "Krieg gegen den Terror") zu sehen.

A 9
    (Video später)    
14.6.17

 

 

In London brennt ein Hochhaus. Obwohl die Feuerwehr innerhalb von fünf Minuten vor Ort ist, kann sie nichts mehr tun. Innerhalb von 10 Minuten breitet sich das Feuer vom vierten Stock aus über die brennbare Außenfassade auf das ganze Haus aus, das komplett ausbrennt. Mindestens 12 Menschen sterben, vermutlich noch einige mehr. Die Fassade aus Styropor zur Wärmedämmung war vor einem Jahr trotz der Brandschutzbedenken der Bewohner angebracht worden.  - Das heute-journal beschäftigt sich ausführlich mit Brandschutzfragen, Claus Kleber spricht darüber mit Prof. Reinhard Ries von der Frankfurter Feuerwehr. 

Bei Sky News schon am frühen Morgen ein Beitrag über die wahrscheinliche Ursache der Katastrophe, die Fassadenverkleidung aus Styroporplatten. Darin ein Zitat der Gebäudeverwaltungsfirma Rydon, wonach bei der Renovierung alle Sicherheits- und Brandschutzbestimmungen beachtet wurden. ¤

A,Sky,TS,hj,E

 

 

zus.24

 

 

                  
15.6.17

 

 

 

Nach dem Feuer im Grenfell Tower in London sind inzwischen 17 Leichen gefunden worden. Die Zahl der Opfer wird noch weiter steigen, weil die Feuerwehr wegen Einsturzgefahr noch nicht alle Wohnungen betreten kann. Sehr viele Bewohner werden noch vermisst. (Genaue Zahlen gibt es nicht. Es dürften wohl weit über 100 sein.) 17 Verletzte im Krankenhaus schweben noch in Lebensgefahr. Für die Überlebenden gibt es eine enorme Welle der Hilfsbereitschaft. Über 400 Menschen haben buchstäblich alles verloren. ¤

Premierministerin May besucht den Ort der Katastrophe, spricht mit Feuerwehrleuten, aber nicht mit den betroffenen Bürgern, und kündigt kopfwackelnd an, die Ursachen sollten untersucht werden.   

In diesem und anderen Hochhäuser gibt es Aktivisten des "Radical Housing Network", die die Behörden seit Jahren auf die akuten Gefahren hinweisen, u.a. nichtfunktionierende Alarmanlagen und Sprinkler. Sie haben auch versucht, die Fassadenverkleidung mit brennbarem Styropor zu verhindern. Bei AJE ein Gespräch darüber mit der Aktivistin Pilgrim Tucker. "Die Firmen haben uns entweder total ignoriert und einfach nicht zugehört, oder sie haben uns zu Unruhestiftern erklärt. Das ganze System muß hinterfragt werden. Menschenleben sind wertvoller als Geld." ¤¤

Nachtrag: einen guten ausführlichen Bericht von Sky News hinzugefügt. Im BBC-Bericht ein gemaltes Schild: "Justice for Genfell. Jail those responsible!" Und die Schlagzeile der jW bringt es auf den Punkt: "Kapitalismus tötet"

A,B,Sky,E

 

 

 

zus.25

 

 

 

           
16.6.17

 

 

Inzwischen sind im Grenfell Tower 30 Leichen gefunden worden. Über 70 Bewohner werden vermißt, die meisten sind wahrscheinlich ebenfalls tot. Viele sind so stark verbannt, daß sie nicht mehr identifiziert werden können.

Die Wut der Bevölkerung im Stadtteil Kensington macht sich Luft. Die Leute fordern eine ernsthafte öffentliche Untersuchung über die Verantwortung, eine Anklage wegen Totschlag und eine Bestrafung der Schuldigen. Bislang ist keiner der Verantwortlichen (deren Namen durchaus bekannt sind) verhaftet worden. Mehrere Demonstrationen, lautstarke Buhrufe gegen die Premierin, die diesmal Leute im Krankenhaus besucht, sich aber erneut nicht den Bürgern stellt. Hunderte Menschen stürmen das Rathaus, wo gerade eine geschlossene Sitzung stattfindet. Am Abend eine weitere wütende Demonstration vor dem Haus der Premierministerin. Die Forderung nach Enteignung von Hausbesitzern verbreitet sich.  ¤¤

Der Brand im Grenfell Tower macht die sozialen Gegensätze und die Menschenverachtung der besitzenden Klasse deutlich. Bei den Häusern der Armen wird an den simpelsten und notwendigsten Sicherheitsmaßnahmen gespart. Ein Bericht bei AJE zeigt leerstehende Luxusapartments im selben Stadtteil. Die Leute fordern, die durch das Feuer obdachlos gewordenen dort unterzubringen. Corbyn unterstützt die Forderung. Wirklich gute Berichte auch bei Sky News, BBC und CNN, mit zahlreichen Aussagen von einfachen Leuten, die belegen, daß sich die Oberschicht wirklich zu Unrecht für etwas Besseres hält. - Auf deutsch ein sehr deutlicher Bericht von Andreas Stamm im heute-journal.

A,B,C,Sky,RT,P

hj,TT,E

 

 

zus.44

zus.8

 

 

                    
                 
                   
17.6.17

 

 

 

 

Nach Angaben der Polizei werden noch mindestens 58 Menschen vermißt, die wahrscheinlich bei dem Brand im Grenfell Tower umgekommen sind. (Darunter auch die bislang bestätigten 30 Toten.) Die Zahl wird sicherlich weiter steigen. Es ist unbekannt, wie viele Menschen sich in dem Gebäude aufgehalten haben.

Die Wut der Menschen wegen der Verantwortungslosigkeit der Hausverwaltung und der Vernachlässigung der Armen durch die neoliberale Regierung dauert an. Erneut demonstrieren Tausende gegen das Tory-Regime. In allen Berichten harsche und deutliche Schuldzuweisungen, immer wieder auch an die Premierministerin. May empfängt nun doch eine kleine Abordnung von Familienmitgliedern.  ¤

U.a. bei CNN eine Stellungnahme von David Lammy (Labour-Abgeordneter), der die Situation der Armen in London heute mit der Schilderung von Charles Dickens in "A Tale of two Cities" (nämlich die Stadt der Reichen und die Stadt der Armen) gleichsetzt. Bei PressTV erläutert Richard Sudan, daß die brennbare Außenfassade auf Wunsch von reicheren Nachbarn angebracht wurde, die den Anblick verschönern wollten. Bei RT sagt ein junger Mann, daß die wohl gerne ihre armen Nachbarn loswerden wollten.

Afshin Rattansi ("Going Underground") spricht mit Liza McKenzie (Autorin von "Getting by - Estate, Class and Culture in Austerity Britain"). (leider NNA)*  ¤

A,B,C,Sky,RT,
P
,ht,arj,E

 

 

RT

zus.40

 

 

8

                
                 
18.6.17

Nach der Brandkatastrophe im Grenfell Tower. Gewaltige Hilfsbereitschaft für die Überlebenden. Wut auf die Verantwortlichen und die Regierung. Bei AJE rechnet eine Frau vor, daß die Angaben über die Opferzahl nicht stimmen können (offiziell immer noch 58) und daß noch über 300 Menschen fehlen. Regierungsvertreter erklären, die verwendete Fassadenisolierung sei wahrscheinlich auch in Britannien gar nicht zugelassen gewesen. Bei Sky News einige Details zu diesem Thema. Bei RT weitere Stimmen von den Demonstrationen vom Vortag.  ¤

A,Sky,RT,E

zus.19
           
18.6.17

 

In London fährt kurz nach Mitternacht ein Mann mit einem Lieferwagen in die Menschenmenge, die dort gerade nach dem Abendgebet aus der Moschee kommt. Er überfährt offenbar gezielt Leute. Nachdem der Wagen zum Stehen gekommen ist, wird der Mann von Bürgern festgehalten und dann der Polizei übergeben. Nach Angaben von Zeugen soll er gerufen haben "Ich töte alle Muslime". Angeblich sind noch zwei Männer mit Messern aus dem Wagen gesprungen und geflüchtet. Das wird aber von der Polizei bestritten. Bei dem Terroranschlag wurde eine Person getötet und etwa 10 verletzt. Alle Opfer sind Muslime.  

In der Nacht ist der Vorfall einziges Thema bei allen englischsprachigen Sendern. Diverse Zeugenaussagen und Versuche, den Ablauf nachzuvollziehen. Bei Sky News auch ein Video, das den Täter (einen weißen Briten) zeigt.  ¤

A,Sky,E

 

zus.18

 

                  
18.6.17 NORDIRLAND : Hanni Hüsch berichtet aus Belfast. Die Stadtviertel von pro-irischen Katholiken und pro-britischen Protestanten sind bis heute durch eine hohe Mauer getrennt. Man zeigt sich unversöhnlich, auch 19 Jahre nach dem Friedensabkommen, mit dem die Gewalt beendet wurde. Nach Mays Wahlniederlage sollen die rechtsextremen Nationalisten der DUP in London als Koalitionspartner herhalten, was die Spannungen in Nordirland wieder verschärfen könnte.  ¤ WS

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19.6.17

Mehr über den Terroranschlag auf Muslime in London. Video von der Festnahme des Täters durch die Leute direkt am Anschlagsort. Der Mann ist ein 47-jähriger Familienvater aus Cardiff und heißt Darren Osbourne. Die Polizei bestreitet weiterhin, daß es weitere Täter gab. Die Behörden behandeln den Vorfall als Terroranschlag. May, Khan und Corbyn besuchen den Anschlagsort. Berichte über eine massive Zunahme von rassistischen Angriffen auf Muslime seit den letzten Terroranschlägen von ISIS-Anhängern.  ¤

A,C,Sky,TS,hj,E

zus.24
           
19.6.17

Nach dem Brand im Grenfell Tower zählt die Polizei nun 79 Tote. Es wird erwartet, daß die Zahl weiter steigt. Mittags eine landesweite Schweigeminute für die Opfer. - Bei AJE Gespräch mit dem Architekten Sam Webb über den Brand. "Wenn dieses Gebäude den Vorschriften entsprach, dann stimmt mit diesen Vorschriften etwas ganz und gar nicht."  ¤

Thema auch bei "The Stream", "London's tower of tragedy", mit Dawn Foster ("Guardian"), Piers Thompson (Wohnungsaktivist), DJ Isla (Bewohnerin) und Omar Salha (Ramadan Tent Project).

A,Sky,E

A

zus.10

25

           
21.6.17

Die ersten Opfer des Brandes im Grenfell Tower werden beigesetzt. Einige der Überlebenden sind Bürgerkriegsflüchtlinge denen die Abschiebung droht. Die Premierin "entschuldigt" sich vor dem Parlament für das Versagen des Staates. Bei einer weiteren Demonstration fordern Tausende ihren Rücktritt, und daß endlich die Verantwortlichen bestraft werden.

Im ZDF-auslandsjournal ein Bericht von Diana Zimmermann über den krassen Gegensatz zwischen Arm und Reich im Stadtteil Kensington, der durch den Brand ein düsteres Ausrufezeichen bekommen hat. Viele stellen fest, daß sowas immer nur die Armen trifft. Ihre Wut hat das Potential zum Klassenkampf.  ¤

A,RT,P,NC

 

auslandsjnl

zus.11

 

7

22.6.17

Eine Untersuchung der Regierung hat ergeben, daß etwa 600 Hochhäuser in England eine Fassadenverkleidung aus brennbarem Material haben. Sie sollen nun noch mal näher untersucht werden.

A,E zus.5
                 
23.6.17

Die Polizei bestätigt, daß die Brandursache im Grenfell Tower ein defekter Kühlschrank war. Es war also keine Brandstiftung. - In London entscheidet die Verwaltung, daß fünf Hochhäuser (800 Wohnungen, alles sozialer Wohnungsbau) wegen der Brandgefahr durch die brennbare Fassadenverkleidung sofort evakuiert werden müssen. Noch in der Nacht müssen mehrere Tausend Menschen ihre Wohnungen verlassen. Sie sollen für etwa drei oder vier Wochen in Turnhallen und Hotels untergebracht werden. Für viele kommt die Anweisung völlig überraschend, manche weigern sich, die Wohnung einfach so zu verlassen. - Die plötzliche Eile überrascht. Auch wenn der Grund für die Räumungen sachlich einleuchtet, sieht das Ganze doch irgendwie nach "Schock-Strategie" (Naomi Klein) aus.

B,Sky,E

zus.13
           
24.6.17

Im Londoner Stadtteil Camden müssen die Bewohner von fünf Hochhäusern wegen der Brandgefahr ihre Wohnungen verlassen. Viele sind über die plötzliche und übertriebene Aktion empört und verzweifelt, mindestens 80 weigern sich, auszuziehen.   ¤

A,B,Sky,
arj,TS,hj,E

zus.24
24.6.17

Ein Beitrag im "Listening Post" untersucht die Medienberichterstattung zum Grenfell Tower und fragt, ob die Medien im Umgang mit marginalisierten Gemeinschaften besser sind als die Regierung, bei Themen wie Wohnungsbau, Ungleichheit, Austerität und Rassendiskriminierung?   ¤

Bei "Going Underground" Ausschnitte aus dem Film "Dispossession - The great social housing swindle", und Afshin Rattansi spricht mit dem Regisseur Paul Sng.  (Leider NNA)*  ¤

A

RT

9

13

                 
25.6.17

In Britannien ist bisher bei 60 Hochhäusern die Fassadendämmung überprüft worden, und in allen 60 Fällen hat sich herausgestellt, daß diese brennbar ist. AJE berichtet außerdem, daß es sich um ein weltweites Problem handelt. Z.B. in Melbourne (Australien) hat die Hälfte der Hochhäuser solche brennbaren Fassaden, in anderen Städten und Ländern wird es ähnlich sein.  

A,B

zus.
           
26.6.17

Inzwischen sind bei 75 Hochhäusern leicht entflammbare Fassadendämmungen gefunden worden. Sky News zeigt Dokumente die belegen, daß Regierungsstellen das auch schon vor dem Brand im Grenfell Tower gewußt haben. 

Sky

4

           
1.7.17

"Not one day more!" Unter diesem Motto demonstrieren in London etwa 10.000 Menschen gegen die konservative Regierung und fordern deren Rücktritt, außerdem ein Ende der Verarmungspolitik und des Krieges gegen die Armen. Feurige Rede von Jeremy Corbyn. Noch keine Massenkundgebung, aber eine sehr energische und deutliche (und friedliche) Ansage an das herrschende Pack. Schöner Bericht bei Sky News (leider nicht bei YT), dagegen kein Wort bei der BBC. Einziger Bericht auf deutsch bei Euronews.   ¤

A,Sky,RT,E

zus.10
                 
1.7.17

Überlebende der Brandkatastrophe von Grenfell Tower erklären, daß sie die öffentliche Untersuchung boykottieren werden, wenn dabei nicht auch die Vorgeschichte behandelt wird, also die Verantwortung dafür, daß das Haus mit brandbeschleunigendem Material verkleidet wurde. Corbyn fordert, daß die Untersuchung nicht länger hinausgezögert wird. Die meisten der überlebenden Bewohner sind nach drei Wochen immer noch nicht in neuen Wohnungen untergebracht, sollen aber weiterhin ihre Miete bezahlen. 

Sky

4

1.7.17

Bei "Going Underground" Ausschnitte aus der ersten Debatte des britischen Parlaments, mit albernen persönlichen Attacken des regierenden Gesindels auf den Oppositionsführer Corbyn, der darauf mit sachlichen und sehr klaren Ansagen antwortet, z.B. zur Verantwortung der Tories für die Toten der Brandkatastrophe, wegen der Kürzungen bei der Feuerwehr und bei den Behörden, die die Gebäudesicherheit kontrollieren. "Die Tragödie von Grenfell Tower verdeutlicht die desaströsen Folgen der Austerität."  ¤

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5

           
2.7.17

"Talk to Al Jazeera": Jamal Elshayyal spricht mit Jeremy Corbyn.  (leider NNA)*  ¤

A

25

           
4.7.17

Drei Wochen nach dem Brand im Grenfell Tower gibt es erstmals ein Treffen von Überlebenden mit Polizisten. Antworten auf ihre Fragen bekommen die Bewohner kaum. Bisher ist noch kein einziger der Verantwortlichen verhaftet worden. Die Regierung bestimmt ausgerechnet einen Tory-Politiker als Vorsitzenden der Untersuchungskommission, völlig inakzeptabel für die Überlebenden.

B,Sky

zus.4
7.7.17

Bericht über die Vorgespräche zur öffentlichen Untersuchung zum Brand im Grenfell Tower. Der designierte Vorsitzende "Sir" Martin Moore-Bick stößt auf massive Vorbehalte der Betroffenen.

Sky

3

8.7.17

In der ehemaligen Bergbaustadt Durham wird jedes Jahr die jahrhundertelange industrielle Tradition gefeiert. Dieses Mal ist Jeremy Corbyn Ehrengast. Er wird empfangen wie ein Wahlsieger und hält eine Rede, in der er u.a. die Premierin zu Neuwahlen auffordert.

Sky

4

8.7.17

Beim Brand im Grenfell Tower hat es offenbar auch einige Fehler beim Einsatz der Feuerwehr gegeben. U.a. wurde viel zu lange gewartet bis eine extralange Drehleiter angefordert wurde.

B

2

10.7.17

Die Polizei hat eine vorläufige Bilanz der Opferzahlen im Grenfell Tower gezogen. Demnach sind mindestens 80 Menschen getötet worden, von denen bisher erst 32 identifiziert werden konnten. 255 haben demnach überlebt. Einige der Überlebenden glauben, daß die Zahl der Opfer sehr viel größer ist, und sie beklagen, daß sie über die Befunde kaum informiert werden.

Sky

3
11.7.17

Im ZDF gleich zwei gute Berichte (von Andreas Stamm und Diana Zimmermann) über die Folgen des Brandes im Grenfell Tower. Die Überlebenden beklagen fehlende staatliche Hilfe, viele haben immer noch keine neue feste Wohnung. Und sie bezweifeln die offizielle Zählung der Toten. Die zahlreichen dort wohnenden Flüchtlinge wurden einfach nicht mitgezählt, weil sie nicht im Register standen. Die Tory-Regierung hat jedes Vertrauen verspielt, der Leiter der offiziellen Untersuchung wird darum von den Leuten abgelehnt.  ¤

ht,hj

zus.6
19.7.17

In London protestieren einige Hundert Leute vor der ersten Sitzung des Lokalparlaments von Kensington seit dem Brand im Grenfell Tower. Sie fordern, die gesamte Lokalregierung sollte zurücktreten, und die Verantwortlichen für die Katastrophe sollten endlich verhaftet werden. Roshan Salih berichtet live von der Kundgebung und spricht mit dem Aktivisten Daniel Renwick. Später noch ein Bericht von Roshan Salih.

P

7

26.7.17

Bei "Going Underground" berichtet Sebastian Pacher über eine Kunstausstellung von Jasper Delamothe und anderen zum Thema Gentrifizierung (Vertreibung der Armen aus den Städten) in London.  (NNA)*

RT 8
           
28.7.17

Die Londoner Polizei erklärt, daß sie im Fall des Brandes im Grenfell Tower eine Anklage wegen fahrlässiger Tötung ("corporate manslaughter") gegen die verantwortlichen Firmen für angebracht hält. Als Strafen kämen dann nur Geldstrafen in Frage. Die Betroffenen fordern echte Mordanklagen gegen die verantwortlichen Personen.

A,C,P

zus.5

31.7.17

Bei "The Stream": "The smouldering impact of London’s tower block fire" - Malika Bilal spricht mit Wohnungsaktivisten darüber, was sie tun, damit den Bewohnern von Grenfell Tower Gerechtigkeit zukommt und sich solche Katastrophen nicht wiederholen. Teilnehmer: Tomassina Hessel, Melvyn Akins, Pilgrim Tucker und Feargus O’Sullivan. (Leider NNA)*  ¤

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25

           
4.8.17

Neave Barker berichtet über den Fortgang der Untersuchung zum Brand im Grenfell Tower. Bewohner und Angehörige der Opfer haben dazu hunderte Fragen eingereicht. Sie kritisieren die Zusammensetzung der Untersuchungskommission und fürchten, daß die persönliche Verantwortung für die Katastrophe nicht geklärt wird.

A

2

           
       

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