Was gestern im Fernsehen Wichtiges zu sehen war und von mir archiviert wurde. Täglich im rauskuck.

Haiti             (letzter Eintrag 13.4.17)

Datum Beitrag Sender (Schlüssel) Länge (Min.)
13.10.07

Dorf von Hochwasser zerstört, viele Tote 

E  
16.10.07

Haitianer als Zuckerrohr-Billigarbeiter in der Dom.Rep. 

A  
15.11.07 Menschen in Armut und Elend in Port au Prince

A

3

5.4.08

4 Tote bei Unruhen und Demonstrationen gegen teure Nahrungsmittel, UN-Soldaten schießen, als die Menge versucht, mit Gewalt ein Versorgungslager zu stürmen. (Meldungen, kurze Bilder, wie die vier ums Leben kamen wird nicht klar.)

A,B

zus.1

8.4.08

Weiter Proteste und schwere Unruhen wegen dramatisch gestiegener Nahrungspreise. (Der Beitrag von Euronews war der Einzige im deutschen TV.)

A,E

zus.3

9.4.08

Hungerrevolte: Tausende belagern den Präsidentenpalast und werden von UN-Blauhelmen vertrieben. Mike Kirsch (Al Jazeera) ist in Port-au-Prince und referiert, was Präsident Preval in seiner Rede ans Volk sagte, nämlich daß er nichts für die Preisexplosion kann und die Leute um Ruhe bittet. (Schade, daß hier kein Sender diese bemerkenswerte Rede ausgestrahlt hat. Zitate daraus in einem guten Beitrag des DLF, den ich hier mal ausnahmsweise selber anbiete.)

ht,ari,A,B

zus.12

10.4.08

Nach den Unruhen und Plünderungen. Al-Jazeera-Reporter Mike Kirsch berichtet, daß UN-Truppen und Polizei wieder für Ruhe gesorgt haben.

ari,A

zus.2

11.4.08

Mike Kirsch berichtet (teilweise live) vom Aufräumen nach den Unruhen und über die allgemeine tägliche Katastrophe des (Über-)Lebens in Port au Prince.

A

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12.4.08

Parlament setzt Premier Alexis ab, Präsident Preval verspricht, den Reispreis um 15 Prozent zu senken, der sich innerhalb einer Woche verdoppelt hatte. Abends wird ein UN-Blauhelm von Unbekannten erschossen.

A,B,E

zus.9

13.4.08

Weiter unruhige Lage, Regierung Alexis gestürzt.

ari,E

zus.3

16.4.08

Stefan Schaaf berichtet, daß die Wut der Leute über die Verdoppelung der Lebensmittelpreise andauert, die von der Regierung versprochene Senkung der Preise hat noch nicht stattgefunden. Bilder von schweren Zerstörungen, abgebrannte Markthallen.

TS

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20.4.08

"Wo die Menschen Erde essen" - Stefan Schaaf berichtet über den Hunger und zeigt, wie aus Lehm Kekse gebacken werden, die zwar nicht nähren, aber den Hunger vertreiben.

WS

7

25.4.08

Mike Kirsch berichtet über das ökologische Desaster. Der tödliche Kreislauf von Abholzung, Erosion, Brennstoffmangel, Hunger, Armut und weiterer Abholzung.

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3

26.4.08

Portrait des Dichters, Sängers und Aktivisten Jan Sebon. Seine Ansichten über den Hunger in Haiti.

Kurz: Tausende demonstrieren gegen Hunger und für die Rückkehr von Präsident Aristide.

A

3

4.7.08

Bei Al-Jazeera ein Bericht über den US-Einfluß auf Haitis Nahrungskrise und Ansätze zur Selbsthilfe. - Bei n-tv ein sehr anschaulicher Bericht von Volker Albers über Elend und Hunger in einem Slum von Port-Au-Prince.

n-AR,A

zus.9

5.7.08

"Politics of rice" -  Hintergrundbericht über Zusammenhänge der Nahrungskrise mit der Politik der USA. ("Inside USA") (NNA)*

Bericht über die UN-Stabilisierungstruppe und die ausufernde Gewalt von kriminellen Banden.

A

A

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3

6.7.08

Bericht von Mike Kirsch über ausufernde Bandengewalt und Entführungen. Die UN-Truppen und private Sicherheitsfirmen kämpfen dagegen.

A

3

4.9.08

Katastrophale Überschwemmungen und schwere Zerstörungen nach dem dritten Hurrikan in drei Wochen.

A,E

3

5.9.08

Der dritte Hurrikan hat Teile Haitis verwüstet. Die Stadt Gonaives ist komplett überschwemmt. Die Ernte ist vernichtet, Millionen sind von Hunger und Seuchen bedroht.

ht,E,A,B

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6.9.08

Teresa Bo berichtet über die katastrophalen Zustände in Gonaives und Versuche der UN, zu helfen. Die Stadt ist großteils noch unter Wasser, die Menschen haben weder Nahrung noch Wasser, und allen Besitz verloren. Vermutlich wurden weit über 500 Menschen getötet.

A

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7.9.08

Bericht von Teresa Bo über die Flutkatastrophe und die Not der Überlebenden in Gonaive. Der nächste, vierte Hurrikan ist vorbeigezogen und bedroht Kuba.

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8.9.08

Haiti / Kuba : Der Hurrikan Ike hat Haiti nur gestreift, aber zu neuen Überschwemmungen geführt, mindestens 60 Tote. Auf Kuba richtet er schwere Schäden an, aber über eine Million Menschen sind vorher in Sicherheit gebracht worden. AlJazeeras Korrespondentinnen berichten von den beiden so völlig verschiedenen Nachbarinseln. CNN berichtet über US-Hilfe für Haiti; Hilfe für Kuba hat die Bush-Regierung ausdrücklich abgelehnt.

A,C zus.7
9.9.08 Kuba / Haiti : Der Hurrikan Ike verwüstet große Teile beider Inselstaaten. Auf Kuba zwei Tote, auf Haiti etwa 60. 

A

zus.5

12.9.08

Marc Thompson berichtet aus Gonaives über die menschliche Katastrophe nach der Naturkatastrophe. Die Menschen sind hungrig und zunehmend wütend auf ihre hilflose Regierung.

B

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17.9.08

Hunger und Verschärfung des Massenelends als Folge der Hurrikankatastrophe. UN-Blauhelme verteilen Lebensmittel. (Bericht aus Gonaive)

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18.9.08

Noch ein Bericht über die desaströse Lage in Gonaives. Die Stadt steht immer noch unter Wasser, die Menschen hungern, Krankheiten breiten sich aus.

ht

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19.9.08

Ein Bericht über die dramatische Lage in Gonaive mit teilweise drastischen Bildern.

n-AR

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26.9.08

Teresa Bo berichtet über die Vorwürfe gegen UN-Soldaten wegen sexueller Übergriffe.

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27.9.08

 

Reportage von Thomas Dandois und Pierre Creisson über die Auswirkungen der vier Hurrikane. Das ohnehin bitterarme Land versinkt in Chaos, Hunger und Verzweiflung. Bilder von absoluter Zerstörung. Die Stadt Gonaive steht immer noch unter Wasser; Tausende Menschen in auswegloser Lage warten auf Nahrungshilfe von den Blauhelmen; Ärzte von MSF als hilflose Helfer; Matt Damon und Wyclaf Jean zu Besuch; Lehmfladen als Hungerstiller. Am Ende ein Arbeiter, der eines der letzten Waldstücke zu Holzkohle macht. Ihm ist völlig klar, daß das verheerende Folgen hat, er sagt, er würde lieber Bäume pflanzen- aber er habe keine Wahl, wenn er nicht verhungern wolle.

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25.10.08

Ein Pfarrer als Kämpfer gegen das Elend  (NNA)*

Die schweren Schäden durch die Hurrikane (NNA)*

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8.11.08

Beim Einsturz eines Schulgebäudes in Port-au-Prince sterben mindestens 75 Schüler.

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29.11.08

Ein Bericht über das unglaubliche Elend in Gonaives nach den 4 Hurrikanen.  (People & Power)

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14.2.09

 

 

 

 

 

Haiti / Dom. Rep. :  "Das Geschäft mit der Not" - Reportage von Yann Le Gléau und Sébastien Mesquida   (NNA)*

(Text von der arte-Seite): Es sind zwei Welten auf einer Insel : Im Westen liegt Haiti, das ärmste Land der nördlichen Hemisphäre, seit 20 Jahren von Krisen geschüttelt - im Osten der Insel liegt die Dominikanische Republik, ein Eldorado für Touristen und Investoren. 
Vor allem nach den verheerenden Stürmen versuchen immer mehr Menschen von Haiti in die Dominikanische Republik zu flüchten. Der Marktplatz in Dajabon an der nordöstlichen Grenze ist ein Treffpunkt für viele Flüchtlinge. Getrieben von Hunger und Elend versuchen sie, sich von dort ins „gelobte Land“ schleusen zu lassen. 
In die Grenzstadt Dajabon kommen die Haitianer auch, um Reis, Mehl und Holzkohle zu kaufen, Dinge, die es in ihrem Land kaum noch gibt. Zweimal in der Woche liefern Lastwagen Tonnen von Lebensmitteln in die Hauptstadt Port-au-Prince und in die von Stürmen zerstörten Landesteile. Ohne den Markt von Dajabon könnte das haitianische Volk wohl kaum überleben. 
Ein Drittel der Bevölkerung, beinahe drei Millionen Menschen, leben von der internationalen Nahrungsmittel-Hilfe. Die Vereinten Nationen helfen weiter, denn das Risiko einer Hungersnot ist groß. Die Stürme haben die meisten Anbauflächen verwüstet und die Hälfte der für dieses Jahr erwarteten Ernte vernichtet. 
Haiti bittet den reichen Nachbarn um Hilfe, die Dominikanische Republik. Vor 20 Jahren war das noch undenkbar. Damals produzierte Haiti noch 80 Prozent seines Eigenbedarfs an Nahrungsmitteln. In diesen Tagen aber müssen sie beinahe alles importieren - im Schnitt verdient ein Haitianer einen Euro am Tag. Das reicht kaum zum Überleben, denn im letzten Jahr sind die Preise für Lebensmittel explodiert und es kam zu Aufständen im Land wegen des Hungers der Menschen. 
Es erscheint heute hoffnungslos. Eine Million Menschen sind durch die Stürme obdachlos geworden und für sie gibt es nur eine Lösung - raus aus dem Land und in die Dominikanische Republik, um Geld für das Überleben der Familie zu verdienen. 
Ein gewaltiger Menschenschmuggler-Ring ist entstanden. Die Schleuser kommen in die Dörfer und erzählen den Menschen dort vom dominikanischen Eldorado. Und kaum dort angekommen, lauern den Flüchtlingen die dominikanischen Soldaten auf, um ihnen ihr letztes Geld abzupressen oder sie sofort wieder abzuschieben. 
Die ARTE-Reporter sind an diese Grenze gefahren, eine Grenze an der sich die größten Hoffnungen und die tiefsten Enttäuschungen begegnen. Eine Reise in zwei Welten auf einer Insel, zwei Welten, die verschiedener nicht sein könnten. 
arep

 

 

 

 

 

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9.3.09

Bill Clinton und Ban Ki Mun besuchen das ärmste Land Amerikas und versprechen einen Hilfsaktionsplan.

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13.3.09

Anhaltendes Elend  (NNA)*

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8.4.09

"Haiti in Crisis" - "Laura Trevelyan travels to Haiti with the United Nations, as the country tries desperately to recover from the impact of successive hurricanes against a backdrop of diminishing global aid. Can Haiti be helped?" (our world) (NNA)*

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18.4.09

In einer Woche wird ein Teil des Senats neugewählt. Ein Vorbericht von Teresa Bo. Viele sind empört, daß die Lavalas-Partei von Ex-Präsident Aristides nicht zur Wahl zugelassen ist.

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25.4.09

"Die Verdammten von Haiti" - Reportage von Frédéric Boisset und Pierre Creisson über den schleppenden Wiederaufbau der Stadt Gonaive nach den Unwettern des letzten Jahres. Während staatliche Wiederaufforstungsprogramme die Menschen zum Anlegen von Terrassen bringen, werden die verkarsteten Berge von Holzkohlesammlern und illegalen Steinbrüchen weiter zerstört.

Text von der arte-Seite: "Im September vergangenen Jahres berichtete ARTE Reportage über die Katastrophe in Gonaïves, die Stadt auf Haiti, die nach drei Wirbelstürmen hintereinander im Schlamm zu versinken drohte. 
Sechs Monate später reisten unsere Reporter wieder nach Haiti, auf der Suche nach den Menschen, deren Not sie uns in der ersten Reportage gezeigt hatten. Augustin, der sein Geld mit der Herstellung von Holzkohle verdient, geht weiter in die Berge und fällt die letzten Bäume dort. Und er bessert seinen Unterhalt als „Steine-Sammler“ auf – die Öko-Katastrophe in Haiti wird dadurch weiter voran getrieben.
Céliphane, die junge Mutter, hat kein Geld, um ihren Kleiderhandel wieder in Schwung zu bringen – die Stürme hat sie überlebt, weil sie sich auf ein Dach retten konnte. Jetzt steht sie vor dem Nichts, und wenn nicht noch ein Wunder geschieht, dann wird sie wohl auf der Straße landen. 
Die Ärmsten der Armen ernähren sich weiter von gebackenem Schlamm. Den Hilfsorganisationen geht das Geld aus, sie verlassen Haiti, obwohl die Not kaum gelindert ist. Überall haben Bauarbeiten begonnen, um die Stadt vor den nächsten Stürmen zu schützen, aber sie werden kaum fertig gestellt sein, vor der nächsten Sturm-Saison. 
Sechs Monate nach den großen Stürmen scheint die Stadt einem eventuellen neuen Unglück trotz aller Anstrengungen weiter schutzlos ausgeliefert zu sein."

arep

 

 

 

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6.9.09

"Die Kindersklaven in den Slums" - Ein Bericht von Stefan Schaaf.  (NNA)*

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16.10.09

Am "World-Food-Day" ein allgemeiner Bericht von Teresa Bo, über Armut, Ungleichheit, Erosion, Mißernten durch Hurrikane, und die Folge: Hunger.

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30.10.09

Der Präsident setzt die Premierministerin Michelle Pierre Louis nach Korruptionsvorwürfen ab.

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14.11.09

 

 

 

"Haiti, das Paradies der Sektengründer" - Reportage von Michel Dumont und Eric Bergeron   (NNA)*  ¤

Text von der arte-Seite: "Haiti scheint eine von Gott verlassene Insel zu sein: Die Menschen sind extrem arm, ihr Leben ist bedroht durch Kriminalität, sie werden heimgesucht vom Stürmen und über-schwemmt von Fluten – und doch oder vielleicht gerade deshalb zweifeln sie nicht an ihrem Schöpfer. Viele viele Kirchen bieten den Menschen auf Haiti Trost und Beistand.
Doch es sind nicht mehr nur die klassischen Kirchen, katholisch oder evangelisch – unzählige Arten von Sekten und « Neuen Kirchen » haben sich gebildet. In Haiti fragt niemand einen Kirchengründer nach einem theologischen Diplom.
Vor 13 Jahren gründete Pastor Joseph, heute 33 Jahre alt, im Viertel Jalousie seine Kirche der „Heiligen Désermite“, einer „haitianischen Heiligen“, von der noch nie jemand etwas gehört hätte, würde nicht Pastor Joseph so ausführlich über ihr Leben und Werk berichten.
Dreimal in der Woche ist Messe, eine wahre Show über vier Stunden mit einigen hundert Kirch-gängern - alles arme Leute, die sich ein paar Münzen vom Munde absparen, um dem Pastor zu spenden oder das „Parfum des Glücks“ zu kaufen, eine Lösung, die Wunder verspricht.
Auch in der „Cité Soleil“, dem großen und gefährlichen Slum der Hauptstadt Port au Prince, läuft das Geschäft für die „Neuen Kirchen“ hervorragend. Dort rekrutierte der Ex-Präsident Aristide, auch er ein ehemaliger Priester, einst seine Bodygards, die berüchtigen „Chimères“. Der katholischen Kirche in Haiti, einst die größte im Land, laufen immer mehr ihrer Schafe davon, geradewegs in die Fänge der geschäftstüchtigen, „Neuen Kirchen“. "

arep

 

 

 

13

 

 

 

12.1.10

Um 22:53 Uhr MEZ wird Port-au-Prince von einem sehr schweren Erdbeben erschüttert. Al Jazeera bringt die Meldung nach 8 Minuten und berichtet dann die ganze Nacht ausführlich, sachlich und präzise. Erste Bilder (über Satellitentelefone und Internet) von extremer Zerstörung, von Toten und verzweifelten Überlebenden. Über der Stadt liegt eine Staubwolke, nachdem wohl fast alle massiven Gebäude eingestürzt sind. Eine Schätzung der Totenzahl wagt noch niemand. Man hofft, daß die Bewohner der Slumviertel in der Dreimillionenstadt den Einsturz ihrer Hütten überlebt haben. Kommunikation und Infrastruktur sind völlig außer Funktion.   ¤

A,B

 

zus.12

 

13.1.10

 

 

Das katastrophale Erdbeben von Port-au-Prince ist Hauptthema aller Sender. Weiterhin nur wenige Bilder, am Abend treffen die ersten Korrespondenten dort ein. Einige verwackelte Luftbilder. Weitere Bilder von den schweren Zerstörungen und vom Leid der Menschen. Da auch die Krankenhäuser eingestürzt sind, warten Schwerverletzte unbehandelt auf den Straßen. Die Menschen sind völlig auf sich selbst angewiesen, nichts funktioniert. Die Zahl der Toten wird auf zwischen 20.000 und über 100.000 geschätzt. Die Leichen können aus den eingestürzten Häusern nicht geborgen werden.  ¤

Der Al-Jazeera-Journalist Avi Lewis erklärt (in zwei Gesprächen) den sozioökonomischen Hintergrund des ärmsten Staates der Welt. Die Armut ist Produkt einer Geschichte von Kolonialismus, die in den letzten Jahrzehnten verlängert wurde durch die marktliberalen Einmischungen der USA (zusammen mit IWF und Weltbank). Dank Clintons Politik ist das Land von US-Reislieferungen abhängig geworden. Eine eigenständige Entwicklung (so wie unter Aristide) wurde nie zugelassen. Die jetzt von den USA angebotene massive "Hilfe" ist als Teil der "Schockstrategie" zu sehen.  ¤

Hier der entsprechende Bericht von Avi Lewis:

E,TS,TT,
A,B,C,NC

 

 

A

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14.1.10

 

 

Bilder und Berichte aus dem großenteils zerstörten Port-au-Prince. Tote und Überlebende, Menschen die einander zu helfen versuchen, verzweifelte Menschen. Kein Staat, keine Versorgung, keine Sicherheit.   Hervorzuheben: Anderson Cooper (CNN) über die Rettung eines verschütteten 13-jährigen Mädchens. -  Aufnahmen eines unbekannten Kameramanns direkt nach dem Beben (ebenfalls bei CNN) - Bilder aus einem Hubschrauber zeigen Prunkvillen etwas außerhalb der Stadt, auch davon sind einige eingestürzt. Weitere Luftbilder, u.a. von der zerstörten Kathedrale.  - Bilder von Hunderten aufgeschichteten Leichen. - Ein Bericht bei Al Jazeera über ein Krankenhaus in der Dom. Rep., wo Hunderte Haitianer behandelt werden. - Immer wieder in den Berichten Menschen, die die Welt um Hilfe anflehen. - Ein paar Bilder von Plünderungen, aber auch Bilder von Leuten, die an einer Wasserstelle stundenlang schlangestehen.  ¤

In deutschen Berichten ist öfters davon die Rede, angesichts der fehlenden staatlichen Strukturen drohten jetzt Anarchie und Chaos. Für mich zeigen die Bilder bislang etwas ganz anderes: wie bewundernswert uneigennützig und kooperativ Menschen sich gerade in der tiefsten Not verhalten. Daß hier jedes autoritäre Gehabe völlig fehl am Platze ist. Die Menschen wissen besser als jeder Staat und jedes Gesetz, was zu tun ist und was sich gehört.

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14.1.10

 

Ein kurzer geschichtlicher Rückblick über Haiti. Und Gespräch mit dem Autor Hans Christoph Buch über den kulturellen Reichtum Haitis und die Ursachen der dauernden politisch-sozialen Rückständigkeit des Landes.

Was ist von der überwältigenden Hilfe der USA (durch das US-Militär) zu halten, für die jetzt neben Bill Clinton ausgerechnet G.W.Bush zuständig ist? Angesichts der Geschichte von ökonomischen und militärischen Interventionen der USA in ihrem ärmsten Nachbarland. Gespräche dazu mit dem Autor William Blum, dem haitianischen Aktivisten Ray Laforest und dem Nahrungsexperten Raj Patal (Autor von "Stuffed and stubbed"). Spannend.  ¤

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15.1.10

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Bislang wurden etwa 50.000 Tote gefunden, man rechnet mit 200.000 beim Erdbeben Getöteten. Wie viele durch den Ausfall jeglicher Versorgung noch umkommen?

Insgesamt 22 ausgewählte Stücke in drei Sprachen, und ein paar Bilderstrecken ohne Worte aus den Nachrichten und Sondersendungen. 
Es wird weiter versucht, das Ausmaß der Zerstörung und des menschlichen Leids zu dokumentieren. Daneben Berichte über die Gründe, warum die externen Hilfsanstrengungen bisher kaum vorankommen und über zunehmende Sorgen, daß die Menschen in ihrer völlig hoffnungslosen Lage zur Gewalt greifen könnten. Und einige Berichte über Menschen, die versuchen, zufuß oder auf überfüllten LKW die Stadt und das Land zu verlassen. Das Nachbarland Dom. Rep. nimmt zwar Verletzte zur Versorgung in Krankenhäusern auf, hat aber inzwischen die Grenze abgeriegelt.

Besonders hervorzuhebende Berichte: Anderson Cooper (CNN) aus dem stark beschädigten Staatsgefängnis, wo alle 4500 Insassen entkommen sind. - Mathew Price (BBC) bei einem langen Rundgang durch ein zerstörtes Viertel, überall Leichen unter den Trümmern und Überlebende ohne jede Versorgung, vor allem ohne genug sauberes Wasser. - Sebastian Walker (Al Jazeera) bei einem eingestürzten Supermarkt, wo Leute nach Lebensmitteln graben und Polizisten und Blauhelme (vergeblich) versuchen, die "Plünderer"  davon abzuhalten. - Teresa Bo (Al Jazeera) zwischen Massengräbern und auf der Straße vegetierenden Überlebenden. - Susan Candiotti (CNN) aus dem zerstörten Containerhafen. Ein Geschäftsmann erklärt ihr, daß ohne den Hafen das halbe Land ohne Versorgung ist und verhungern wird. -   

Ähnliche Berichte auch im französischen und deutschen TV, u.a. von Christoph Röckerath (ZDF) und Stefan Schaaf (ARD). Bilder von einer eingestürzten Grundschule, in der 700 getötete Kinder vermutet werden. 

Und ein Interview bei CNN mit dem US-Ex-General Russel Honoré, der erklärt, daß die US-Soldaten als Helfer kommen. Es gehe nicht darum, gegen Aufständische zu kämpfen. "Nur weil diese Leute arm sind, heißt das nicht, daß sie gefährlich sind."

A,B,C
R,ht,arj,TS,E
TV5
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zus.4
zus.4

 

 

 

 

 

 

     
15.1.10

Hintergrund : Der Journalist Kim Ives von der New Yorker Zeitung "Haiti Liberte" kritisiert die Militarisierung der Hilfe durch die USA, die den Flughafen unter ihre Kontrolle nehmen und sich um die "Sicherheit" der Helfer sorgen statt einfach zu helfen.

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16.1.10

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Die UN sprechen von der schwersten Katastrophe in ihrer Geschichte. Die internationale Hilfe erreicht weiter nur einen Bruchteil der etwa 3 Millionen Betroffenen. Einige Boote mit Flüchtlingen machen sich auf die Reise.

23 ausgewählte Berichte und Meldungen, zwei "No Comment". Darunter:  Tarek Basley (A) über die Bemühungen der Leute, ihre Toten zu beerdigen. - Mike Kirsch (A) über eine weitere Rettung eines verschütteten Kindes. - Rob Reynolds (A) und Matt Frei (B) über das Leid und die zunehmende Wut der Leute, die auf Hilfe warten. - Neue Luftbilder aus ebenfalls zerstörten Nachbarorten. Luftbilder der demolierten Hafenanlagen. Bilder eines Massengrabes. - Matthew Price (B) und Teresa Bo (A) berichten aus dem zu 90 Prozent zerstörten Ort Leogane, wo bisher überhaupt keine Hilfe ankommt. UN-Blauhelme versuchen erstmal, die Straße dorthin freizuräumen. - Luis Carballo (E) berichtet von chaotischen Zuständen bei der Verteilung von Hilfsgütern und über den Flüchtlingsstrom an der dominikanischen Grenze. - 

A,B
TV5
R,ht,arj,TS,E
NC

 

 

zus.23
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zus.26
zus.4

 

 

        

  

   
16.1.10

 

Haiti / USA :; Ein Bericht über die politische Diskussion in den USA über die Aufnahme von haitianischen Flüchtlingen bzw. den Stopp der Abschiebungen von "Illegalen". Zynische Kommentare dazu von rechten Republikanern.
Ein Bericht über die gemeinsame Spendenkampagne von Obama, Bush und Clinton (mit OT des Wahlbetrügers und Massenmörders). Kritisiert wird die Beteiligung Bushs z.B. von dem Journalisten Kevin Pina, der auf das negative Ansehen von Bush in Haiti hinweist, der Aristide absetzen ließ. Pina rechnet als Folge mit einem noch stärkeren Mißtrauen gegen die US-Helfer. Außerdem meint er, daß das US-Militär die Hilfsaktionen eher behindert.
Avi Lewis (Al Jazeera) sieht den Einfluß der rechtsextremen Republikaner auf die US-Hilfsanstrengungen ähnlich. Außer dem Punktesammeln bei "Fox-News" und Geschäftemacherei und weiterhin ungestörter Ausbeutung des armen Landes haben die nichts im Sinn.    ¤

A

 

zus.13

 

     
17.1.10

 

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Insgesamt 19 Korrespondentenberichte bzw. Reportagen, 17 weitere Stücke mit interessanten Bildern und Informationen, davon fünf "No Comment". 

Immer noch werden Überlebende aus den Trümmern geborgen. - RTL zeigt ziemlich hilflose Helfer einer deutschen Organisation. - Es gibt keinen Platz mehr um die Toten zu begraben. Gottesdienste in Zelten und auf offener Straße. Auch Alte und Kranke leben ohne wirkliche Hilfe auf der Straße. - Verteilung von Lebensmitteln durch internationale Helfer. 
Ein Bericht (s.u.) von Sebastian Walker (A), der einen UN-Hilfskonvoi begleitet und bemerkt, daß die Leute auf die Bewaffnung der UN-Blauhelme und der US-Soldaten gereizt reagieren. Haitis Ex-Verteidigungsminister Patrice Elie sagt dazu: "Wir brauchen keine Soldaten. Das ist hier kein Krieg." 
Viele Berichte erwähnen die Furcht vor "Plünderungen", andere Reporter sehen im Gegenteil eine bewundernswerte Ruhe der Menschen, die ohne jede Versorgung auf Hilfe warten. Es gibt genau drei "Plünder"-Szenen, die in Ausschnitten immer wieder zu sehen sind, aber meist nicht erklärt werden. Eine davon bei CNN in ganzer Länge: Leute bergen Sachen aus einem eingestürzten Haus (es ist kein Grund zu erkennen, warum sie das nicht tun sollten!), Polizisten kommen im Auto angerast, schießen in die Luft und verjagen die Leute. Sie machen einen recht professionellen Eindruck, also energisch, aber nicht brutal.

Im Weltspiegel Berichte von Anja Bröker und Matthias Ebert und Infos von Stefan Schaaf, bei Spiegel-TV (RTL) eine Reportage von Helmar Büchel.

Weitere ausführliche Informationen, Kommentare und Links auf den Seiten von Al Jazeera.

A,B,C
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17.1.10

Haiti / USA : Ein kurzer Bericht über Hetze von Rechten in den USA (z.B. Rush Limbaugh) gegen die Hilfe für verarmte Schwarze in Haiti.

Interview mit dem Sprecher des US-Außenministeriums P.J. Crowley. Er weist die Kritik an der Rolle des US-Militärs bei der Hilfsaktion für Haiti zurück. Es gehe in keiner Weise darum, Haiti zu erobern. Die Angaben einiger Hilfsorganisationen seien nicht korrekt, die US-Armee mache genau das, worum die Regierung von Haiti sie gebeten habe. - Hört sich recht glaubwürdig an. Andererseits wundert man sich schon über Bilder von US-Soldaten, die dort mit Gewehren herumlaufen. Die Hubschrauber sind sicher auch nicht unbewaffnet.

A

 

zus.12

 

     
17.1.10

Haiti : Geschichte : In der Sendung "GPS" von Fareed Zakaria ein kurzer recht vernünftiger historischer Rückblick und ein Gespräch mit drei Haiti-Experten: Tracy Kidder (Autor von "Mountains beyond Mountains"), Amy Wilentz (Journalistin) und Madison Smartt Bell (Autor einer Biografie von Toussant Louverture). Interessant, leider (NNA)*    ¤

Man kann sich den Rückblick und das Gespräch bei CNN ansehen.

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18.1.10

 

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Zusammen 28 ausgewählte Stücke, Korrespondentenberichte, Gespräche, Kurzberichte, "No Comments"

Berichte aus dem völlig zerstörten Ort Leogane, mit erschütternden Geschichten von Überlebenden. - Besuche von Ban Ki Mun und Bill Clinton. - Es gibt nach dem Einsturz der Nationalbank auch kein Bargeld mehr. - 
Eine Reihe von Berichten über zunehmende Gewalt und Unruhe. Die Korrespondenten sagen aber alle, daß das angesichts der desolaten Situation und der zögerlichen Hilfe noch sehr harmlos ist. Meist wird nur in Ruinen von Geschäften nach Nutzbarem gesucht, manchmal läßt die Polizei das auch zu. Anderson Cooper (C) berichtet vom Schauplatz so einer Plünderungsszene und hat keine Scheu, mit den jungen Leuten zu reden, die einfach nur verzweifelt nach Lebensmitteln suchen. Es kommt dort aber auch zu Kämpfen zwischen jungen Männern.
US-Ex-General Russel Honoré sagt dazu (bei CNN), "Plünderungen" habe es auch in New Orleans nach Katrina gegeben. Das sei ganz natürlich, weil die Menschen die Sachen aus Geschäften zum Überleben brauchen.
Die Helfer merken, daß es jetzt nicht mehr um Rettung von Verschütteten geht, sondern um Hilfe für die Lebenden. Eine Reihe von Berichten über das Elend der Obdachlosen. - Die US-Armee wirft Nahrungspakete aus Hubschraubern ab, was am Boden zu panischen Aufläufen führt. - Ein sehr berührender Bericht von George Allagiah (B) über die brisante Stimmung bei der Verteilung von Nahrung durch UN-Blauhelme und über eine Müllkippe am Stadtrand, wo Hunderte Leichen abgelegt werden. Eine alte Frau sagt: "Das sind doch alles meine Brüder und Schwestern. Wir sind alle vom selben Gott geschaffen." 

Weitere ausführliche Informationen, Kommentare und Links auf den Seiten von Al Jazeera.

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Brennpunkt

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zus.6

 

 

 

 

          
18.1.10

Haiti : Solidarität : Auch vom zerbombten Gazastreifen wird eine Ladung mit symbolischen Spenden für Haiti abgeschickt. - Welle der Hilfsbereitschaft in afrikanischen Ländern, Senegals Präsident Wade bietet Flüchtlingen aus Haiti sogar ein eigenes Gebiet in seinem Land an. Kirchengemeinden in Kinshasa sammeln Geld für Haiti.

A,JA

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19.1.10

 

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Nochmal 30 ausgewählte Korrespondentenberichte und Informationsstücke, sowie 3 "No Comments". 

- Auch eine Woche nach dem Beben werden immer noch Menschen (ältere Frauen) lebend aus den Trümmern geborgen. In mehreren Berichten wird aber deutlich, daß es für die Rettungsteams schwer ist, den Gefundenen anschließend auch medizinische Hilfe anzubieten.
- Die US-Armee wirft Lebensmittel aus Flugzeugen ab. Taucher beginnen damit, den Hafen wieder nutzbar zu machen.
- Zwei Reporter (Karl Penhaul von CNN und Mike Kirsch von Al Jazeera) wagen sich mitten unter die "Plünderer" und lassen sich deren Beweggründe erklären. Wer nichts zu Essen hat, fragt nicht nach Eigentumsrechten. Kirsch begleitet einen kleinen Jungen, der seine Eltern verloren hat und in den Trümmern nach Brauchbarem für seine Familie sucht. Ob er denn meine, daß er ein Krimineller sei, fragt er ihn. (Video sh.u.)
- Mehrere Berichte aus Jaqmel und Leogane. In die völlig zerstörten Orte gelangt weiter kaum Hilfe. In Leogane sollen 10.000 Menschen gestorben sein, ein Fünftel der Einwohner.
- Mehrere Berichte über die sehr schwierige medizinische Versorgung. Sebastian Walker (A) befragt einen haitischen Arzt, u.a. auch über die Bewachung seines Freiluft-Hospitals durch bewaffnete US-Soldaten. Er ist durchaus froh darüber, sie böten immerhin Sicherheit. Medikamente wären aber noch besser.
- Laura Trevalian (B) berichtet, daß Hunderte von Waisenkindern in die USA ausgeflogen werden. Alle Sender berichten schwerpunktartig über das Leid von Kindern.
- Im Bericht der Tagesschau Leute, die in der Nachbarschaft die Toten einsammeln und wegbringen.
- In den Tagesthemen berichten Anja Bröker und Stephan Schlentrich über Flüchtlinge, die versuchen, die Stadt und das Land zu verlassen.
- Ein Bericht von Zeina Khodr (A) über die haitianische Regierung, die genauso im Chaos steckt wie ihr Land.
- Bei Euronews ein Bericht über den nationalen TV-Sender von Haiti, der sein Studio wieder hergerichtet hat.

Weitere ausführliche Informationen, Kommentare und Links auf den Seiten von Al Jazeera.

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19.1.10

Haiti / USA : Gespräch mit Avi Lewis über Rolle des US-Militärs bei der Hilfsaktion und politische Hintergründe der Hilfsbereitschaft.

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20.1.10

 

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Wegen eines technischen Problems fehlen heute leider die meisten deutschen Sendungen. Trotzdem zusammen 23 einzelne Beiträge.

- Neue Schäden durch ein starkes Nachbeben. Die Zahl der bislang Gestorbenen wird auf 200.000 geschätzt, täglich kommen mehrere Tausend hinzu, eine NGO schätzt, daß es bis zu 20.000 sind, die täglich an Nahrungsmangel und Verletzungen sterben.
- Ein Bericht von Christian Frazer (B) von der Grenze der Dom.Rep., wo überraschend wenig Hilfstransporte Richtung Haiti unterwegs sind.
- Tony Birtley (A) berichtet ausgiebig über den verzweifelten Kampf der Menschen in Port-au-Prince ums Überleben. Bilder von dramatischen, mitunter panischen Situationen. 
- Eine Reihe von Berichten über die weiter desolate Lage in den improvisierten Krankenhäusern. Verzweifelte Mediziner, die ohne Material kaum helfen können.
- Rob Reynolds (A) berichtet von einer Müllkippe am Stadtrand, die jetzt als Massengrab dient. Die Ladungen, die hier von LKWs abgekippt werden, sind ein Gemisch von Gebäudetrümmern und Leichen. Karl Penhaul (C) berichtet über eine Gruppe von Männern, die in ihrem Viertel die Leichen einsammeln und verbrennen.
- Immer noch immer wieder Bilder von Rettungsaktionen, mehrere Kinder werden lebend aus den Trümmern geborgen.
-  Ivan Watson (C) berichtet aus dem Hafen, wo Hunderte in kleinen Booten auf eine Fähre übersetzen, mit der sie in zu einem anderen Ort in Haiti fahren wollen. Das Schiff ist mit mehreren Tausend Passagieren völlig überladen.
- Im Bericht des arte-journals geht es um gegenseitige Hilfe und Bürgerinitiativen der Bewohner von Port-au-Prince. 
- Im ZDF-auslandsjournal eine Reportage von Luten Leinhos über den Journalisten Carel Pedre vom Sender "Radio One" und die Arbeit der haitianischen Journalisten nach der Katastrophe. Dann ein Bericht über Reaktionen in der Dom.Rep. auf die Notlage des Nachbarlandes.

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auslandsjnl.
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21.1.10

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Insgesamt 27 aktuelle Stücke. Korrespondentenberichte, Nachrichtenberichte, zwei "No Comments"

- Weiter etliche Berichte über die langsam ankommende Hilfe, Ursachen der Verzögerungen, Geschichten von verzweifelt Wartenden, von Leuten die sich weiter geduldig und hilflos in ihr Schicksal fügen, und anderen, die das Gesetz des Stärkeren umsetzen. 
- Berichte über Ansätze des Wiederaufbaus, z.B. an den Hafenanlagen, und über Probleme mit dem dauerhaften Neubau der Stadt. In mehreren Berichten geht es um Projekte, bei denen Haitianer Geld für ihre Aufräumarbeiten bekommen.
- Teresa Bo (A) berichtet von einer der letzten Suchoperationen nach in den Trümmern Verschütteten.
- Berichte über Waisenkinder in den Trümmern und auf dem Weg nach Europa und in die USA. Luten Leinhos im heute-journal und Michael Strempel in den Tagesthemen berichten von Befürchtungen, daß jetzt ein lebhafter Handel mit Adoptionskindern startet.
- Bei Euronews ein Bericht mit recht gegensätzlichen Ansichten von Haitianern über die Invasion der Helfer aus Europa und der Soldaten aus den USA. Das Thema der militarisierten US-Hilfe wird auch in den Tagesthemen diskutiert, und zwar sehr unkritisch. Es sind jede Menge schwerbewaffnete GIs zu sehen, und niemand stellt die Frage, nach welchem Gesetz sie dort ggf. schießen würden und wem sie dafür dann verantwortlich wären.
- Bei TV5 ein Bericht über Leute, die die Stadt verlassen haben und ins Landesinnere umsiedeln.
- Nur Euronews berichtet vom Besuch des EU-Kommissars Karel de Gucht in Port-au-Prince.

- Karl Penhaul (C) berichtet über einen Fall, in dem Polizisten zwei Männer, die sie als "Plünderer" verdächtigten, durch Schüsse schwer verletzt haben und offenbar hinrichten wollten. Nach Aussagen von Zeugen handelte es sich aber um einen Irrtum, die Männer hatten Reissäcke aufgehoben, die von einem LKW gefallen waren. Die Reportercrew kümmert sich um Aufklärung und um die Versorgung der beiden Opfer. Einer der Männer stirbt später.

Ein lesenswerter Artikel über politische Dimensionen der Haiti-Hilfe steht beim Spiegelfechter.

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21.1.10

Haiti / Hintergrund

Gespräch mit Jeremy Scahill (Blackwater-Experte) über Pläne in den USA, rechtsextreme Söldnertruppen nach Haiti zu schicken und dort gegen mögliche Unruhen einzusetzen.

Bei TV5 eine Diskussionssendung über Haiti und politische Hintergründe der Armut. U.a. mit Jean Ziegler und Rony Brauman (MSF). (Ausschnitte) (NNA)*

 

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22.1.10

 

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22 aktuelle Berichte, 3 "No Comments"

- Viele Berichte über die Flucht von Tausenden Menschen aus der Stadt, die hoffen, im Hinterland irgendwo unterzukommen, oder mit Booten übers Meer wollen.
- In vielen Berichten Bilder von einer Massenprügelei bei einer Essens-Verteilungsstation. Kommentare dazu wie: "Survival of the fittest".
- Christian Frazer (B) berichtet dagegen über die sehr gut organisierte Verteilung bei einer anderen Hilfsorganisation. Hier stehen die Leute zu Hunderten geduldig in Schlangen an.
- Die US-Armee hat im Hafen einen Schiffsanlegeplatz wieder hergerichtet. Es kann jetzt ein Schiff zur Zeit entladen werden - von Hand. (hj u.a.)
- Bei TV5 ein Bericht über Bauarbeiter, die begonnen haben, mit Baggern die Ruinen abzureißen und den Schutt mit LKW fortzubringen.
- In der Tagesschau eine gute Animation mit aktuellen Satellitenbildern von Port-au-Prince.

- Teresa Bo (A) berichtet über Einzelfälle von Lynchjustiz an Plünderern und vermutete Exekutionen durch Polizisten, und sie trifft zwei Männer, die beim Beben aus dem Gefängnis geflohen sind.
- Zeina Khodr (A) berichtet ausführlich über die Befürchtungen, daß Waisenkinder jetzt vermehrt bei Kinderhändlern landen.

- Zu dem gestrigen CNN-Bericht von Karl Penhaul ein längeres Gespräch mit Penhaul und seinem Kameramann Jerry Simonson. Sie hatten sich um die Aufklärung einer mutmaßlichen Polizeiexekution gekümmert. Sie antworten jetzt auf die teilweise heftige Kritik von Zuschauern (z.B., warum sie denn den Opfern nicht lieber geholfen hätten... Was sie ja getan haben, soweit noch möglich.)  Ich finde dagegen das Handeln der Reporter vorbildlich und absolut professionell.

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22.1.10

Hintergrund I : Ein Bericht über Haitis Geschichte und die Gründe der Armut. U.a. mit Hans Christoph Buch und dem Historiker Oliver Gliech.  (NNA)*  (zum Ansehen beim ZDF)

aspekte (ZDF)

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22.1.10

Hintergrund II : Focus on Haiti: "The Politics of Rice" - Eine Recherche von Avi Lewis  aus dem Jahr 2008 über die Ursachen von Haitis Elend. Spannend.  (NNA)*  ¤

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22.1.10

Haiti / Medien

Zapp (vom 20.1.): Wie Journalisten im Katastrophengebiet arbeiten. - "Wenn Medien ein Land vergessen" - Das Versagen der Medien (beim Berichten über Haitis Not schon vor dem Beben). -  (NNA)*   ¤

Listening Post: Eine sehr kritische Analyse der internationalen Medienberichterstattung zur Erdbebenkatastrophe.  (NNA)*   ¤

 

Zapp

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23.1.10

 

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Noch 19 einzelne Berichte, Reportagen und Meldungen. Das Interesse der meisten Sender beginnt abzuflauen, nachdem die allergrößte Not durchstanden scheint.

- Es werden nochmal sechs Verschüttete lebend geborgen, aber der Fokus liegt jetzt klar auf der Versorgung der Überlebenden, der Umsiedlung in Notlager und dem Beginn der Aufräumarbeiten. Offiziell werden die Rettungsarbeiten für beendet erklärt, die Suchteams beginnen abzureisen.
- Reportage von Matt Frei (B) über die Hilfsbemühungen und das Leid der Menschen in der letzten Woche. 
- Karl Penhaul (C) besucht Totengräber und zeigt Bilder von einem Notfriedhof. Drei Berichte von der Begräbnisfeier für den Erzbischof und andere umgekommene Priester.
- Eine kurze bewegende Szene von einer Prozession laut singender und tanzender Menschen.
- Bei CNN ein kurzer Bericht über den bekannten Violinisten Romel Joseph, der verletzt gerettet wurde.
- Bei Euronews ein weiterer Bericht zum Handel mit Waisenkindern. Und ein Bericht über ein Kreuzfahrtschiff, das an der Nordküste Touristen an Land schickt.
- Im arte-journal geht es um die Schwäche der haitianischen Regierung. Manche Leute verlangen, Haiti zu einem Protektorat zu machen.

- Al Jazeera berichtet über die deutliche Kritik der medizinischen Zeitschrift "The Lancet" am Geschäft mit der Hilfe. Teresa Bo macht in einem Bericht deutlich, wie die Konkurrenz der Hilfsorganisationen das Chaos vermehrt. Manche Gebäude wurden von drei Teams nacheinander durchsucht. Weniger Personal und mehr Material hätte viele Menschenleben retten können.

Die Haiti-Seite bei Al Jazeera.

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23.1.10

Haiti / Peru : Nach dem Erdbeben von Pisco am 15.8.07 ist dort der Wiederaufbau kaum vorangekommen. Monica Villamizar berichtet darüber, daß die dafür gezahlten Millionen in dunklen Kanälen verschwunden sind. Die Bewohner der Ruinenstadt demonstrierten am Jahrestag des Bebens.

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24.1.10

 

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13 Berichte, zwei Reportagen, zwei "No Comments"

- Weitere Berichte über langsam ankommende Versorgung. Leute protestieren vor dem provisorischen Regierungsgebäude, weil sie immer noch hungern müssen. 
- Die Zahl der offiziell bestätigten Toten ist jetzt über 150.000. Auch nach dem Ende der Suchoperationen werden noch Menschen lebend aus den Trümmern geborgen.
- Carl Penhaul (C) berichtet aus dem alten Armen-Stadtteil Cité Soleil, wo US-Soldaten Nahrungshilfe verteilen, allerdings bei weitem nicht genug für Alle.
- Außerhalb der Stadt sollen Zeltstädte für zigtausend Bewohner errichtet werden. Gabriel Elizondo (A) berichtet, daß davon noch nicht viel zu sehen ist. Teresa Bo (A) fährt mit in einem Bus von Leuten, die aufs Land umsiedeln. Ein ähnlicher Bericht im arte-journal.
- Christian Frazer (B) berichtet aus dem zerstörten Leogane, wo weiterhin kaum Hilfe ankommt. Neben fehlender Nahrung sind die fehlenden sanitären Anlagen ein Hauptproblem. Ärzte befürchten den Ausbruch der Cholera.
- Stefan Schlendrich (TT) über religiöse Reaktionen der Menschen auf ihr Leid.
- Noch ein Bericht (von Sebastian Walker, A) über die Kreuzfahrtschiffe an der Nordküste.

Reportagen im Weltspiegel (Stefan Schaaf) über die Folgen des Bebens für die Menschen, und von Helmar Büchel (Spiegel-TV) über die Arbeit einer deutschen Ärztin (MSF).

Die Haiti-Seite bei Al Jazeera.

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WS,Spiegel-TV
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24.1.10

Hintergrund

Noch ein Gespräch mit Hans Christoph Buch, über richtige und falsche Hilfe. Manch Bedenkenswertes, viel wirres Gerede.

Der Haiti-Experte Peter Hallward ("Damming the Flood") über Zusammenhänge von Ausbeutung, kolonialer Unterdrückung und systematischer Verarmung, die tödliche Rolle des IWF, rassistische Aspekte bei der Hilfsaktion.  (Rattansi & Ridley)

 

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Press

 

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25.1.10

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Das Thema Haiti steht nicht mehr im Vordergrund des Medieninteresses, aber immer noch gibt es zahlreiche interessante Berichte, 19 Stück (davon zwei "No Comments") habe ich aufbewahrt.

- Weitere Berichte über die Nahrungsmittelausgabe, immer noch gibt es nicht genug für Alle. Bilder von endlos langen Warteschlangen. Ein Bericht von Todd Baer (A) zeigt Zusammenstöße mit UN-Blauhelmen bei einer Essensausgabe am Präsidentenpalast. Ähnliche Szenen in einem Bericht von Teresa Bo (A) aus Cité Soleil. Kräftige Männer versuchen mit Gewalt, Frauen ihre Rationen abzunehmen. (Video unten)
- Orla Guerin (B) berichtet von gelegentlichen Schießereien und von Sorgen wegen der entflohenen Häftlinge. 
- Ben Brown (B) berichtet über das US-Lazarettschiff "Comfort", auf dem jetzt viele verletzte Haitianer behandelt werden.
- In den Tagesthemen ein Bericht von Christiane Meier. Sie beobachtet ein Team von deutschen Medizinern im Einsatz. Die psychische Belastung wird spürbar, als ein Fall geschildert wird, wo ein alter Mann nach stundenlanger Notoperation dann doch stirbt.
- Weitere Berichte über den Exodus der Bewohner von Port-au-Prince.  
- Stefan Hallmann (hj) berichtet aus Gonaive. Nach den Hurrikanen waren vor einem Jahr Tausende von hier nach Port-au-Prince geflüchtet. Viele von ihnen kehren jetzt wieder zurück in ihre ebenfalls großenteils zerstörte Heimatstadt. Der Bericht spricht das Problem an, daß die Nahrungsmittelhilfe das Land auch wieder abhängig macht. Es muß aber die eigene Landwirtschaft wieder gestärkt werden.
- 3sat-kulturzeit bringt einen Bericht über die belgische Fotografin Alice Smeets, die sich schon seit Jahren mit Haiti und seinen Bewohnern beschäftigt und dabei einen sehr eigenen Blick entwickelt hat. "Ich habe mich in das Land und seine Bevölkerung verliebt," sagt sie, und daß deren Stärke, Stolz und Überlebenswille sie faszinieren. Daraus resultieren bemerkenswerte, berührende (und preisgekrönte) Bilder. Für eine 22-Jährige eine erstaunlich reife, ebenso engagierte wie professionelle Arbeitshaltung.

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26.1.10

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In den deutschen Nachrichtensendungen kommt Haiti jetzt kaum noch vor, auch die internationalen Sender haben das Thema weiter nach hinten geschoben.

- Gabriel Elizondo und Monica Villamizar (A) berichten von weiteren Tumulten bei einer Nahrungsverteilung. Viele Leute werden zunehmend aggressiv, weil bei ihnen immer noch kaum Hilfe ankommt. Ein ähnlicher Bericht auch von Karl Penhaul (C). Blauhelme setzen Tränengas, Pfefferspray und Warnschüsse ein.
- Rob Reynolds (A) berichtet von Selbsthilfeinitiativen, die sich in ihrem Viertel um Dinge wie Wasser und Licht kümmern.
- Peter Sonnenberg berichtet in der Tagesschau von Baumaschinen, die im Hof herumstehen, statt mit den Aufräumarbeiten zu beginnen.
- Nochmal mehrere Berichte von Menschen, die zwei Wochen in Hohlräumen unter den Ruinen überlebt haben.

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27.1.10

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Nochmal werden zwei Menschen lebend aus den Trümmern geborgen. - Robert Moore (C) berichtet über die Bewohner eines Slumviertels, die vorher schon nichts hatten und auch jetzt kaum Hilfe bekommen. -  Monica Villamizar (A) über Kinder, die ihre Schule verloren haben. - Laura Trevalian (B) über Kinder, die nach dem Beben in die USA gebracht wurden. -  Sebastian Walker (A) über die schwache und überforderte Regierung Haitis. -  Und weitere Berichte von Not, Hilfe, Wiederaufbau.

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zus.21

 

27.1.10

Haiti  / USA : Ein US-Regierungssprecher (Philip J. Crowley) kritisiert einen Bericht von Al Jazeera, in dem von einer "Green Zone" der Amerikaner am Flughafen die Rede war.  Dazu ein freundliches Gespräch zwischen PJ Crowley und Anand Naidoo von Al Jazeera. 

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28.1.10

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Al Jazeera hatte als erster Sender aus Haiti berichtet. Jetzt, nachdem die meisten Kamerateams wieder abgezogen sind, ist Al Jazeera wieder der einzige Sender, der noch mit mehreren Korrespondenten ausführlich über die Nachwirkungen des Bebens informiert.

- Monica Villamizar über die andauernden logistischen Probleme bei der Versorgung der Obdachlosen. Sie begleitet einen Hilfskonvoi der Blauhelme, der einen ganzen Tag durch die Stadt kurvt. Aber wegen schlechter Planung schaffen sie es nicht, ihre Nahrungsmittel unters Volk zu bringen. - Fragen zu diesen Problemen an Kim Bolduc von der UN-Mission. - Jonah Hull über andauernde Befürchtungen, daß sich Seuchen ausbreiten könnten. Die medizinischen Helfer sind immer noch völlig überlastet, es gibt keine Kanalisation, es liegen noch Tausende von Leichen im Schutt. - No Comment: Bilder von Leuten, die sich nach einer Verteilungsaktion um Nahrungspakete prügeln.

A,C,NC

 

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28.1.10

"Trauma Haiti - Überleben in Ruinen" - Film von Stefan Schaaf, der die letzten zwei Wochen der Katastrophe zusammenfaßt. Das Beben, die Trümmer, die Verschütteten, der Hunger, der Kampf ums Überleben, die militarisierte Hilfe, der Schwarzmarkt. Mit etlichen bewegenden Schilderungen von Augenzeugen. Bislang der beste längere Film zum Thema.   ¤   (zuvor eine Kurzfassung in den Tagesthemen)

TT,ARD

4;15

28.1.10

Haiti / extra  : Ein Teil des Interviews von Christiane Amanpour mit Ministerpräsident Jean-Max Bellerive. Bemerkenswert die Stelle, an der er von Fällen des Organhandels (mit Körperteilen von Erdbebenopfern) spricht. Leider keine Vertiefung des Themas.

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29.1.10

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- Neue Bilder von einer Massenpanik bei der Ausgabe von Lebensmitteln.
- Gabriel Elizondo (A) berichtet aus Gonaive. Tausende Flüchtlinge aus der Hauptstadt füllen die Krankenhäuser und Flüchtlingslager der von den Hurrikanen schwer beschädigten Stadt, auch hier hungern die Menschen. Und der Wiederaufbau ist hier bisher kaum vorangekommen.
- Rupert Wingfield-Hayes (B) berichtet über den Aufbau des ersten ordentlichen Zeltlagers für die Obdachlosen durch die UN. 
- Gary Tuchman (C) berichtet über ein vergessenes Tal am Rande der Hauptstadt, wo die Bewohner auf eigene Faust mit dem Bau von neuen Häusern beginnen.
- In der Tagesschau berichtet Stefan Schaaf über erste Arbeiten zum Wegräumen der Trümmer, teils mit Baggern, teils durch Leute, die sich aus dem Schutt Material für neue Hütten suchen.
- "heute" bringt einen Bericht über verlorene Waisenkinder und Bemühungen von UNICEF, ihnen zu helfen. 

In der kulturzeit ein Gespräch mit der Fotografin Alice Smeets (sh. 25.1.), die gerade aus Haiti zurückgekehrt ist. Sie war dort nicht als Katastrophenreporterin, sondern weil sie sich in Haiti zuhause fühlt. Die Chancen des Wiederaufbau sieht sie sehr skeptisch, die Rolle des US-Militärs ebenfalls.  - Lesenswert: die Einträge von Alice Smeets im kulturzeit-Blog. Sie stellt die richtigen Fragen, und es macht sie sympathisch, daß sie offen sagt, daß sie auf Vieles auch keine Antwort weiß.

A,B,C,NC
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29.1.10 Hier außerdem noch ein interessantes Video. Im Interview mit Avi Lewis kritisiert Premier Jean-Max Bellerive das übertriebene Sicherheitsgehabe der US-Soldaten. "Die Leute brauchen Nahrung, Wasser und Medizin, nicht so sehr Sicherheit."  ¤    
     
30.1.10

 

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Die Wut der Haitianer über die schlecht funktionierende Nahrungsverteilung wächst. Monica Villamizar (A) berichtet ausführlich und mehrmals live aus den Warteschlangen. Das WFP verteilt an manchen Stellen Hilfe nur noch an Frauen.
- Außerdem ein Bericht von Monica Villamizar über Menschen, die nach der Katastrophe an schweren psychischen Traumata leiden
- Jonah Hull (A) und Stephan Hallmann (ZDF) berichten über die haitische Regierung, von der kaum etwas zu sehen ist, die sich aber beklagt, daß sie von den Humanitären nicht gefragt wird.
- Patti Gohayne (A) berichtet aus Miami über die Anstrengungen der US-Behörden, um Flüchtlinge aus Haiti nicht an Land zu lassen bzw. wieder zurückzuschicken.
- An der Grenze zur Dom. Rep. verhaftet die Polizei eine Gruppe von 10 Amerikanern, die 33 Kinder bei sich hatten, aber keine passenden Papiere. Es ist unklar, ob es sich wirklich um Kinderhändler handelt oder um eine sehr ungeschickte humanitäre Hilfsaktion. (Berichte bei BBC und Euronews).

Bei TV5 eine längere Reportage, Zusammenfassung der letzten Wochen. (Ende fehlt)

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TV5
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31.1.10

 

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- Die meisten Berichte gehen um den Fall der 10 wegen mutmaßlichem Kinderhandel verhafteten US-Amerikaner, diverse Interviews mit den Betroffenen und Angehörigen. Viel Pro und Kontra, einige der Kinder haben offenbar doch noch Eltern. Im Weltspiegel dazu der Bericht "Adoption zwischen Kinderliebe und Menschenhandel" von Udo Lielischkies. - Vermutlich sind das keine kriminellen Händler, sondern nur völlig naive verfettete religiöse Amis, die mal ein paar arme Negerkinder retten wollten. Ein paar Tage im haitianischen Knast tun denen sicher mal ganz gut.
- Karl Penhaul (C) beobachtet eine wütende Menge am Zaun des zerstörten Präsidentenpalasts. Die Leute sind zunehmend über ihre untätige und unfähige Regierung empört, greifen zur Selbsthilfe, kämpfen leider auch oft untereinander um lebenswichtige Dinge.
- Gabriel Elizondo A) berichtet von Leuten, die sich aus Holzresten neue Hütten bauen.
- Weitere Berichte von der schwierigen Verteilung von Nahrungsmitteln, Bilder von kilometerlangen Menschenschlangen, jetzt getrennt nach Männern und Frauen.

Lucia Newman (A) berichtet aus Porto Alegre (Brasilien) über den Vorschlag von Präsident Lula, Haiti solle sich mit Zuckerrohranbau von Energieimporten unabhängig machen, so wie Brasilien das gemacht hat. Und über Kritik von Ökologen an solchen Ideen.

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1.2.10

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- Die zehn US-Missionare sitzen weiter im Gefängnis und geben Interviews, in denen sie ihre Unschuld (und Blödheit) betonen. Karl Penhaul (C) spricht mit einem der "Waisenkinder". Das Mädchen erzählt, daß sie gegen ihren Willen mitgenommen wurde. "Ich wollte aus dem Bus aussteigen, durfte aber nicht. Ich habe geweint, und gesagt, ich will zurück zu meiner Mama."
- Monica Villamizar (A) und Joe Johns (C) berichten von einer Trauerfeier an einem Massengrab von mehreren Zehntausend unidentifizierten Bebenopfern.

Beim arte-journal stellt ein Beitrag den Fotografen Frédéric Sauteriau vor, der rund um die Welt von Katastrophe zu Katastrophe reist um dort  technisch perfekte Bilder zu machen. Auch die notleidenden Menschen in Haiti hat er heimgesucht. Was er sagt, zeugt von wenig Verständnis für deren Situation. Ich frage mich, was er mit seinen Bildern beweisen will und vermute bei ihm Voyeurismus als Hauptantrieb.

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2.2.10

 

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Karl Penhaul (CNN) geht weiter den Spuren der entführten "Waisenkinder" nach. Ein Vater erzählt, er habe seine beiden Töchter den Missionaren mitgegeben, in der Hoffnung, daß die Amerikaner ihnen eine bessere Zukunft geben würden. Auch die meisten anderen Kinder haben noch ein oder beide Eltern. Zu dem Thema auch ein Bericht von Jonah Hull (Al Jazeera, s.u.).
Ein guter Kommentar zum Export von Kindern aus Krisengebieten stand in der taz.

Informationen über vermehrte Fälle von Überfällen auf Nahrungskonvois und die gespannte Sicherheitslage. Bilder von Rangeleien zwischen US-Soldaten und Leuten, die Nahrung bekommen wollen. 
Informationen über die akute Gefahr der Ausbreitung von Seuchen.

Ein Bericht von Jonah Hull über die sehr lebendige Voodoo-Religion. Die meisten Haitianer (auch die christlichen) hängen dem Glauben an Naturgeister an.

Martin Niessen (ZDF) berichtet über eine Textilfabrik, die beim Beben unbeschädigt blieb. 750 Arbeiterinnen verdienen hier wieder Geld. Ihr Chef (Charles Baker, ein Weißer) hofft auf eine Karriere als konservativer Politiker.

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3.2.10

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- Weitere Berichte über die eingesperrten Kindesentführer, über zähe Notversorgung, vorsichtigen Wiederaufbau.
- Rosiland Jordan berichtet von Ratlosigkeit bei Regierung und Helfern von UN und USA. Mehrfach werden Demonstrationen gegen die politisch Verantwortlichen erwähnt (aber leider nicht gezeigt).
- Kim Ives ("Haiti Liberté") über die Hilflosigkeit der Politik vor den Problemen Haitis.
- CNN zeigt einen Film mit Eindrücken vom Leben im Flüchtlingslager, mit Kaffeezeremonie und Streit ums Wasser. Gespräch darüber mit Kameramann Rich Brooks.

"Hope among the Rubble" - Reportage von Juliana Rufus über das Leben nach der Katastrophe.  (P+P)  (NNA)*   ¤

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3.2.10

In der Schweiz wird darüber gestritten, was mit den Milliarden von Ex-Diktator Duvallier passieren soll. Er selber soll das Geld nicht bekommen, aber auch die Rückgabe an den Staat Haiti ist von einem Gericht verworfen worden.

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4.2.10

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In den meisten Berichten geht es um die 10 amerikanischen Missionare, die jetzt wohl wegen Kindesentführung angeklagt werden.

Daneben: - Die offizielle Zahl der Bebentoten ist jetzt über 200.000.  
- Stephan Hallmann (ZDF) über die notdürftigen Hütten und Zelte der Überlebenden.
- Im arte-journal ein Bericht über die Probleme bei der Lebensmittelausgabe.
- Monica Villamizar (A) berichtet aus Cap Haitien darüber, daß dort immer mehr Leute hinkommen um mit Booten in die USA zu fahren.
- Ivan Watson (C) über Hip-Hopper in Haiti und ihre Antwort auf die Katastrophe.

"Kunst in Trümmern - Haitis verlorene Schätze" - Ein Bericht von Martin Niessen bei 3sat-kulturzeit über das Musée Nadaire, das Musée d'Art Haitién, das Centre d'Art, die alle beim Beben völlig zerstört wurden. Mitarbeiter versuchen, wenigstens einige der Kunstwerke noch aus den Trümmern zu bergen. Einige der geretteten Gemälde machen deutlich, welche wunderbare Kunst hier, in diesem armen, bunten Land, entstanden war und nun verlorengegangen ist.    ¤

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5.2.10

 

- Der UN-Sondergesandte Bill Clinton kommt zu Besuch. Vor dem Regierungssitz protestieren Hunderte Menschen gegen die mangelhafte Versorgung. Bei Euronews gibt es ein paar Bilder davon. Bei der BBC wird gemeldet (aber nicht gezeigt), daß Clinton sich bei den Demonstranten für die schlechte Koordination der Hilfe entschuldigt habe.  ¤
- Jonah Hull (A) mit Neuigkeiten vom Fall der christlichen Kindessentführer.

- Beverly Bell (Beraterin von Ex-Präsident Aristide) übt heftige Kritik an Clinton, dessen Politik in den 90ern die Notlage Haitis verschärft habe, und an der "militärischen Besatzung" Haitis durch die USA nach dem Beben.  ¤

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6.2.10

- Die reichen Länder sagen zu, Haiti die "Schulden" zu erlassen.
- Rob Reynolds (A) berichtet von zunehmender Furcht vor dem Ausbruch von Seuchen, und von vereinzelten Gewalttaten.
- Über die desolate medizinische Versorgung berichtet auch Susanne Sterzenbach in der Tagesschau.
- Paul Adams (B) berichtet über Leute, die in Handarbeit den Schutt wegräumen.
- Bei RTL berichtet Gordian Fritz über die Eltern, die ihre Kinder den US-Missionaren mitgegeben haben.

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7.2.10

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- Im Weltspiegel ein Bericht von Stefan Schaaf über Seismologen, die vorher vor einem solchen Beben gewarnt haben, und über die Korruption am Bau (man könnte auch sagen: die Schwäche des Staates), die die Folgen des Bebens so dramatisch hat werden lassen.
- Monica Villamizar berichtet darüber, daß die Hilfsgüter oft auf dem Schwarzmarkt landen.
- Rob Reynolds über die Sorgen vor Seuchen. Das Rote Kreuz hat eine große Impfaktion gestartet.
- Jonah Hull berichtet aus den toten Straßen von Leogane. 30.000 von 130.000 Einwohnern wurden hier durch das Beben getötet, 90 Prozent der Gebäude zerstört. Viele der Überlebenden sind nach Port-au-Prince gewandert, wo immer noch mehr Hilfe ankommt als hier.

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8.2.10

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- Rob Reynolds berichtet über gefälschte Lebensmittelcoupons und über eine Demo gegen die Bürgermeisterin des Stadtteils Petionville. Sie soll Hilfsgüter unterschlagen und an ihre eigenen Leute gegeben haben, was sie vor der Kamera abstreitet.
- Jonah Hull berichtet aus Leogane. Leute holen sich aus den Ruinen Holz und Metallteile, die sie zum Bau neuer Hütten brauchen.

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9.2.10

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- Jonah Hull berichtet über das Programm "Food for Work", bei dem jetzt viele in Handarbeit mit Aufräumen und Wiederaufbau begonnen haben. Es gibt erste Planungen für neue Stadtviertel, aber immernoch haben Hunderttausende nicht mal ein Zeltdach über dem Kopf.
- Gabriel Elizondo darüber, daß private Krankenhäuser für die Behandlung von Erdbebenopfern Geld von diesen verlangt haben, und darum jetzt keine Hilfe mehr von der WHO bekommen.
- Die Zahl der beerdigten Toten ist auf 220.000 gestiegen.
- Rob Reynolds berichtet zunächst von der Demonstration einer Frauenorganisation gegen nicht ankommende Hilfe und das Versagen der Regierung. Dann geht es um die Diskussion über die Rolle der US-Truppen, die von manchen als Besatzer gesehen werden.
- Sanjay Gupta (CNN) berichtet vom Besuch in einem Feldlazarett, wo etwa 20 Patienten mit TBC behandelt werden. Eine Ärztin erklärt, daß es sich um eine Form handelt, die gegen alle Medikamente resistent ist, und daß die Gefahr der Ausbreitung in der zerstörten Stadt sehr groß ist.

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10.2.10

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- Offiziell ist die Zahl der Toten auf 230.000 gestiegen. Es ist unklar, wieviele davon erst nach dem Beben an Hunger, Wassermangel und unbehandelten Verletzungen gestorben sind. Vermutlich mehrere Zehntausend. (Angaben von Gabriel Elizondo, Al Jazeera.)
- Bericht von Gabriel Elizondo darüber, daß private Krankenhäuser für die Behandlung von Erdbebenopfern Geld von diesen verlangt haben, und darum jetzt keine Hilfe mehr von der WHO bekommen.
- Anderson Cooper (CNN) führt uns durch eine Zeltstadt, und zeigt uns, wie man dort lebt, bei Tag und bei Nacht.
- Rob Reynolds (A) berichtet über das Leben in einer anderen Zeltstadt ("Camp Simon Bolivar").
- Bei Aufräumarbeiten von französischen Helfern stürzt ein Supermarkt ein und verschüttet eine unbekannte Zahl von Haitianern.
- Karl Penhaul (CNN) über eine Mutter, die den US-Missionaren ihre Kinder mitgegeben hat.
- Angelina Jolie kommt zu Besuch.

Avi Lewis mit einer Vorschau auf sein "Fault Lines"-Special über den Wiederaufbau.

A,B,C,NC

 

 

zus.29

 

 

11.2.10

  ¤

 

- Zum ersten Mal gibt es heftigen Regen. Jonah Hull erklärt, welche Probleme dadurch entstehen.
- Matthew Price (BBC) berichtet von einer Verteilungsstelle, daß immernoch viel zu wenig Nahrung vorhanden ist.
- Bericht von Jonah Hull über Schulen in den Zeltstädten und über den verbreiteten Analphabetismus.
- Matthias Fornoff (ZDF) berichtet von US-Soldaten als Helfern, und stellt fest, daß sie oft wie Besatzer aussehen.
- Anderson Cooper (CNN) zeigt die Ruinen einer Schwesternschule, die jetzt mit Baggern weggeräumt werden. Helfer suchen zwischendurch nach den Leichen der über Hundert dort verschütteten Schülerinnen.
-Bericht von Paul Adams über die zerstörten Kunstschätze. Der Sänger Lolo Beaubrun über die Katastrophe als Inspiration.

E,hj,A,B,C

 

zus.30

 

11.2.10

"Focus on Haiti: Rescue from the ruins" - Film von John Goheen über "Ruuska Village", ein Waisenheim am Stadtrand von Port-au-Prince, das beim Beben schwer beschädigt wurde und zugleich vor ganz neuen Aufgaben steht.   (NNA)*    ¤

"Fault Lines: The Politics of Rebuilding" - Avi Lewis berichtet über die Diskussionen der Haitianer über den Wiederaufbau der Stadt und des Landes. Sehr interessant. (NNA)*    ¤

A

 

A

22

 

23

         
12.2.10

  ¤

Ein Monat nach dem Beben. Etwa 100.000 Menschen nehmen an einer gemeinsamen Trauerfeier aller Konfessionen teil. Al Jazeera berichtet ausführlich und mehrmals live. Außerdem einige Berichte, die die Lage zusammenfassen, das Leben in Ruinen, das alltägliche Elend, die Bemühungen der Helfer (die immer noch nicht überall ankommen). 
- Jonah Hull beginnt eine Reihe von Berichten, die eine Frau, Edmonde Roseline, in einem der Lager über die nächsten Monate begleiten soll.

A,B
E,ht,arj,TS
TV5
zus.23
zus.10
4
     
12.2.10

"Beyond the mountains there are mountains" - Die Reportage von Euronews fasst nochmal die Bilder und Geschichten des letzten Monats zusammen. Gut gemacht und eindringlich.    ¤    Wird als "special report" am Wochenende noch mehrmals wiederholt.

E

26

13.2.10

  ¤

Nochmal nehmen Zehntausende an einer Trauerfeier teil. Al Jazeera berichtet teilweise live.

Bei arte-Reportage werden Bilder des Fotografen Bruno Stevens gezeigt, von Menschen kurz nach der Katastrophe. Manche Bilder muß man in Schwarz-Weiß sehen, die Brillanz der Farben verdeckt das Wesentliche.

E,A,B,C

arep

zus.15

6

14.2.10

- Jonah Hull berichtet über den dritten Tag der Trauer und des Gedenkens. Und er sieht neue Unruhen des notleidenden Volkes voraus.
- First Person: Der Schüler Alexandre Fabrice erzählt, er hoffe auf ein neues gemeinsames Nationalgefühl als Folge der Katastrophe.

A

4

14.2.10

"In der Hölle von Haiti - Wie deutsche Ärzte helfen" - Reportage von Michael Höft.  (Gott und die Welt)

ARD

28

15.2.10

   ¤

- Sebastian Walker (A) berichtet über Demonstrationen der Lavalas-Bewegung gegen das Versagen der Regierung und für die Rückkehr von Aristide.
- Der Anwalt der 10 US-Missionare wird beschuldigt, früher selber in Fälle von Entführungen und Menschenhandel in El Salvador verwickelt gewesen zu sein. Bericht von Karl Penhaul (CNN).

A,C,NC

zus.10

     
16.2.10

Sebastian Walker über die finanziellen Probleme des Wiederaufbaus und Forderungen nach der Rückkehr Aristides. Vor dem Besuch von Sarkozy erwähnt er, daß den Haitianern noch sehr bewußt ist, daß am Beginn ihrer Armut die Milliarden-Tributzahlungen an Frankreich standen.

Rasia Igbal (?) berichtet aus Malaga/ Spanien über Betrüger, die versuchen, mit nichtexistierenden Hilfsprojekten für Haiti Spendengeld abzuzocken. In diesem Fall steckt wohl die Nigeria-Connection dahinter. Es gelingt den Reportern, einen der Männer bei einer inszenierten Geldübergabe zu filmen.

A

B

4

4

17.2.10

 

Sarkozy besucht Haiti, das erste Mal seit der Sklaverei, daß ein französischer Präsident sich hertraut. Öffentlichkeitswirksam verspricht er 400 Millionen Dollar Hilfe (und verkündet unverschämterweise einen "Schuldenerlass" für Haiti.) Sebastian Walker (Al Jazeera) weist auf die französischen Schulden von etwa 20 Milliarden Dollar hin und fragt erst den Botschafter und dann Sarkozy selber, wie sie denn über Reparationen dächten. Beide verweigern eine Antwort. (Bei TV5 ein paar O-Töne aus Sarkozys zynischer Ansprache.)  ¤

Acht der zehn US-Missionare werden freigelassen und fliegen nach Hause.

TV5,A,arj,E

 

B,E

zus.19

 

zus.2

     
18.2.10

Es gibt erste heftige Regenfälle, auch wenn dies noch nicht die Regenzeit ist. Sebastian Walker berichtet aus einem der Zeltlager, das jetzt schon in Schlamm und Dreck versinkt. - In einem Bericht von Jonah Hull erzählt eine junge Studentin, die mit anderen tagelang unter den Trümmern eingesperrt war, von ihrer Verzweiflung, der Rettung und ihren anhaltenden Ängsten. Sie traut sich nicht mehr, im Haus zu schlafen. Viele Überlebende leiden unter Angststörungen.

A,E

zus.7
     
19.2.10

 

Die UN erinnern daran, daß die Menschen in Haiti weiter dringend Hilfe brauchen.

Udo Lielischkies über das dubiose Geschäft mit Adoptivkindern. Der Bericht legt eine erstaunliche These nahe: erst durch die Nachfrage (vor allem in den USA) entsteht der Markt und damit das Angebot. Eltern produzieren Kinder, um sie zu verkaufen. Die Menschenhändler warten nur auf solche Katastrophen wie das Erdbeben.   ¤

Todd Bear über Haitianer, die versuchen, per Segelboot in die USA auszuwandern, unterwegs von der US-Küstenwache abgefangen werden (in internationalen Gewässern!) und zurück in Haiti erstmal im Gefängnis landen. 

ht

ktzt

A

2

8

3

     
20.2.10

Sebastian Walker über UN-Blauhelme als Ordnungsmacht gegen kriminelle Banden und politische Opposition. Ein maskierter Anhänger der Lavalas-Bewegung erklärt, daß sie auch mit Waffengewalt für den Wandel kämpfen würden.   ¤

A,E

zus.5

     
21.2.10

Steve Chao berichtet über Befürchtungen von Helfern, daß mit der Regenzeit erst die eigentliche Katastrophe beginnen wird. -  "No Comment" von einem Auftritt der "Clowns without Borders" bei haitischen Kindern.

A,NC

zus.6

     
22.2.10

Steve Chao über erbärmliche Zustände in einem katholischen Waisenhaus. Auch schon vor dem Beben waren die Kinder unterernährt, unbetreut, manche angebunden. Jetzt bekommen sie etwas Hilfe von internationalen Ärzten. Die machen auch Druck auf die Regierung, sich um solche Einrichtungen zu kümmern.   ¤

A

5

     
23.2.10

Lucia Newman berichtet von einem Interessenkonflikt. Hunderte Obdachlose zelten auf dem Grundstück einer Schule. Die Schule soll nächste Woche wieder beginnen und die Leute sollen dann fort. Nur weiß niemand, wohin. Aber man droht ihnen schon mal mit Polizeigewalt.    ¤
Steve Chao berichtet über anhaltende Kritik an nicht ausreichender Hilfe für die Überlebenden.

A

7
     
24.2.10

Ein Bericht von Lucia Newman über die brasilianischen Blauhelme, die seit 6 Jahren in Haiti für Ordnung sorgen, und über gemeinsame Anstrengungen der lateinamerikanischen Länder beim Wiederaufbau. -

No Comment: Ein evangelikaler Mob stört in Cité Soleil eine friedliche Voodoo-Zeremonie und randaliert dann.   ¤

A

NC

3

1

     
26.2.10

- Immer stärkere Regenfälle. Demonstranten verlangen Zelte, es gibt aber allenfalls Plastikplanen. 
- Besuch von Präsident Lula. 

- Der "Rebellenführer" (und mutmaßliche Drogenhändler) Guy Philippe, einer der Anführer des Putsches gegen Präsident Aristide von 2004, will jetzt selber als Präsidentenkandidat antreten. Dazu ein Bericht und Hintergrundinfos von Sebastian Walker, der Philippe in einem abgelegenen Dorf getroffen und befragt hat. Weitere Hintergründe von Kim Ives (Haiti Liberté)   ¤

E,A

 

A

zus.4

 

12

     
27.2.10

Ein Bericht von Steve Chao über US-Ärzte, von denen die meisten schon wieder abgereist sind, obwohl sie noch gebraucht würden. - "No Comment": Bilder von Schlamm, Dreck und Müll in einem Obdachlosenlager nach dem Regen.

A,NC

zus.5

28.2.10

Steve Chao fliegt mit kanadischen Ärzten ins Hinterland, in einen Ort, wo es zahlreiche Verletzte bei Erdrutschen nach dem Beben gab und bisher noch gar keine Hilfe hingelangte. - Bei schweren Regenfällen und Überschwemmungen an der Südküste (Les Cayes) kommen mehr als 10 Menschen ums Leben. Weitere Bilder von versumpften Notlagern nach den Regenfällen in der Hauptstadt. 

A,E

zus.7

1.3.10

Beim Beben wurden durch Erdrutsche Flüsse gestaut. Wenn die Dämme in der Regenzeit brechen, drohen Überflutungen. Bericht von Steve Chao. - Bei CNN ein Bericht von Devin McKenzie über die Befürchtungen, daß die Flüchtlingslager in der Regenzeit keinen Schutz bieten werden. Ratlosigkeit, wohin mit den Menschen.   ¤

A,C

zus.6

     
4.3.10

Steve Chao berichtet über die Suche der Polizei nach Häftlingen, die beim Beben aus den eingestürzten Gefängnissen entkamen. Und er trifft einen der Gesuchten, einen verurteilten Mörder und Vergewaltiger, der jetzt irgendwo untergetaucht ist und sich nicht gerade geläutert zeigt.  - No Comment: eine ausländische Politikerin läßt sich erst vom Hubschrauber aus die zerstörte Stadt zeigen und besucht dann eine Krankenstation.

A,NC

zus.6

     
6.3.10

Steve Chao berichtet vom Alltag zwei Monate nach dem Beben. Menschen stehen in Schlangen nach Essen an, sie lassen sich für eine "Volkszählung" erfassen, sie bauen Hütten für die Regenzeit, und sie stellen fest, daß die Hilfe nicht ausreicht und die meisten weiter in notdürftigen Zelten hausen, die kaum Schutz gegen den Regen bieten werden.   ¤

A

3

     
9.3.10

Präsident Preval zu Besuch in Washington. Ausschnitte aus seiner Pressekonferenz mit Frau Clinton (OT).

Blackwater und andere Söldnerfirmen beraten bei einer Konferenz in Miami über Möglichkeiten für "Sicherheits"-Geschäfte in Krisenländern wie Haiti. Kritiker nennen das "Katastrophen-Kapitalismus". (vgl. Naomi Klein) Bericht von Rob Reynolds   ¤

A

A

3

3

10.3.10

Steve Chao berichtet von Kindern in einem Waisenheim, die gerne zurück zu ihren Eltern wollen. Sie waren hier untergekommen, nachdem sie von US-Missionaren entführt worden waren. Weder die Leute vom Heim noch die Regierung unternehmen etwas für sie.

Die Nahrungsmittelhilfen führen zu neuen Abhängigkeiten und wirtschaftlichen Problemen. Dazu ein Bericht von Marc Doyle und ein Gespräch mit Doyle und Anna Ridout (World Vision).   ¤

A

B

4

7

11.3.10

Steve Chao mit Betrachtungen über Armut, Korruption und Gerechtigkeit. Zu Wort kommen dazu der Liedermacher Beken, der katholische Priester Chavannes Jeune und der Unternehmer Reginald Boulos.

Marc Doyle geht der Frage nach, warum in Haiti soviel mehr Menschen umkamen als in Chile. Ein Architekt gibt offen zu, daß er und seine Kollegen sich beim Häuserbau nicht an die Notwendigkeiten in einem Erdbebengebiet gehalten haben. 

A

B

4

3

12.3.10

Infos von Sebastian Walker über die Freilassung von zwei entführten MSF-Ärztinnen. - Craig Marrow berichtet aus Bolivien über einen Fall von Kinderhandel mit haitianischen Kindern. Die mutmaßlichen Täter wurden in Bolivien verhaftet. - Suna Lisha (?) berichtet über das Leben in Zeltstädten in einer Ruinenstadt.   ¤

A,B

zus.11

15.3.10

Bilder vom Besuch von Ban Ki Mun, viel Händeschütteln und Anlächeln, auch mit einfachen Leuten und kleinen Kindern.

NC

4

17.3.10

Drei Berichte aus Port Au Prince: Sebastian Walker über eine Bürgerwehr von Bewohnern in einer der großen Zeltstädte. - Marc Doyle über das zerstörte Staatsgefängnis. Von den 5000 entkommenen Häftlingen wurden 200 wieder eingefangen. - Stefan Schaaf über kaum vorankommenden Wiederaufbau, Korruption bei der Nahrungsverteilung, Sorgen vor der anstehenden Regenzeit.    ¤

A,B,TT

zus.9

22.3.10

Bill Clinton und George W. Bush  besuchen Port au Prince. Bush: "Ich wollte die Zerstörung mit eigenen Augen sehen." (OT)

B

2

27.3.10

 

"Haiti: Wo ist der Ausweg?" - Film von Barbara Sostaric   (NNA)*    ¤

Text von der 3sat-Seite: "Haiti kämpft nicht erst seit dem Erdbeben ums Überleben: Kolonialismus, Diktatur, Umweltschäden und Übervölkerung haben dazu geführt, dass die einstige "Perle der Karibik" seit Jahrzehnten mit dem Untergang ringt. Mit bewundernswerter Hartnäckigkeit haben ihre Bewohner es bislang geschafft, ihr Leben zu bewältigen.
Der Film "Haiti: Wo ist der Ausweg?" gibt einen Einblick in das Leben vor dem Erdbeben. Er fragt nach den Ursachen der immensen Armut auf Haiti, zeigt die Lebensbedingungen im unwegsamen Flachland und in den entlegenen Bergregionen und stellt ein Land vor, das heute nur noch anderthalb Prozent seines ursprünglichen Baumbestands hat. Wie eng Umweltschäden und Gesundheitsprobleme in Haiti zusammenhängen, offenbart die Amerikanerin Adeline Azrack, Expertin des öffentlichen Gesundheitswesens. Dass Tradition und Glauben die Arbeit auf Haiti erschweren, erfährt der junge Arzt Darwin Dorestan nach dem Erdbeben. Er versucht dem Abhilfe zu schaffen und westliche Medizin mit der Voodoo-Tradition seines Landes zu vereinbaren."

3sat

 

 

30

 

 

28.3.10

Rob Reynolds interviewt Präsident René Preval, der die Kraft seiner Regierung zum Wiederaufbau offenbar überschätzt. - Ein Bericht von Sebastian Walker über die Generation der Amputierten, vielen tausend Menschen mußten wegen ihrer Verletzungen beim Beben Gliedmaßen abgenommen werden, manche bekommen Prothesen, auf eine Ausbildung oder einen Job haben sie kaum Hoffnung.

A

9

     
29.3.10

Sebastian Walker berichtet aus dem Norden des Landes (Gonaive) über die brachliegende Landwirtschaft, Folge von billigen Nahrungsimporten. Bauern, die noch produzieren, fürchten daß ihre Betriebe von weiteren "Hilfen" des Auslands keinen Vorteil haben werden. 

A

4

     
30.3.10

Gabriel Elizondo berichtet über die Probleme in einem Land, in dem alles in der Hauptstadt zentralisiert war, die nun zerstört ist. - Cath Turner berichtet aus New York vor dem Beginn der UN-"Geberkonferenz". 

A

7

31.3.10

Berichte zur "Geberkonferenz" in New York. Mehrere Korrespondenten zur anhaltend schlimmen Lage in Port au Prince. (NNA)*

ht,TS,A,B

zus.19

     
3.4.10

Christoph Rückerath über die Menschen die in den Ruinen von Port au Prince Ostern feiern.

ht

2

5.4.10

In Port au Prince haben einige Schulen wieder mit dem Unterricht begonnen, meist in Zelten.

E

1

8.4.10

Sebastian Walker berichtet über Vorbereitungen auf die beginnende Regenzeit in den Zeltlagern und über Befürchtungen, daß es dieses Jahr besonders viele Hurrikane geben wird.

A

2

9.4.10

Gary Tuchman berichtet über Zeltlager, die wegen der beginnenden Regenzeit auf eine frisch planierte Fläche am Stadtrand von Port au Prince umgesiedelt werden sollen.

C

3

12.4.10

Sebastian Walker berichtet vom Beginn der Regenzeit. Die Leute bauen an stabileren Unterkünften, Tausende werden aus den improvisierten Zeltlagern in neue auf planierten Flächen am Stadtrand umgesiedelt.

A

7

     
13.4.10

Michelle Obama zu Besuch in Port au Prince. Sie besichtigt Hilfsprojekte und sagt, die USA würden Haiti nicht vergessen. Im Bericht von Laura Trevelyan auch Bilder von überschwemmten Zelten, seit 7 Tagen regnet es jede Nacht. - Bei TV5 ein PR-Film der EU-Kommission über europäische Hilfsprojekte.

B,T

zus.12

20.4.10

Sebastian Walker berichtet von den ersten Zwangsräumungen von Obdachlosenlagern. Die Leute sollen z.B. Schulgelände verlassen, weil der Unterricht jetzt wieder läuft. Wo sie hinsollen ist aber unklar. Es soll bei den Räumungen zu Gewalt durch Polizisten gekommen sein.

A

3

     
22.4.10

Sebastian Walker berichtet über Sorgen, daß durch die Folgen der Erdbebenkatastrophe auch die AIDS-Vorsorge leidet und das Virus sich wieder stärker ausbreitet.

A

4

23.4.10

Drei Monate nach dem Beben. Matthias Fornoff über den kaum stattfindenden Wiederaufbau, bisher hat man nur Trümmer weggeräumt und provisorische Zeltlager eingerichtet.

In Les Cayes demonstrieren einige Hundert Leute gegen das Mißmanagement von Regierung und UN. Und zwar ausgelassen tanzend und singend, während ein paar schwerbewaffnete Blauhelme sehr hilflos zusehen. Bewegende Bilder.    ¤

hj

 

NC

4

 

1

25.4.10

Sebastian Walker über einen neuen Wiederaufbaufond der Weltbank und die Kritik von Haitianern daran, daß sie selber nicht über die Entwicklungsrichtung mitbestimmen dürfen

A

3

26.4.10

Bei einem Großfeuer in Port au Prince wird der größte Markt der Stadt komplett zerstört.

E

1/2

28.4.10

Sebastian Walker berichtet über Schüler, die dagegen demonstrieren, daß ihre Schulen nicht öffnen können, weil dort immer noch Obdachlose in Zelten wohnen. Die UN schaffen es nicht, für Alle neue Unterkünfte bereitzustellen.

A

3

3.5.10

Die Regenzeit hat jetzt richtig begonnen und die Zeltsiedlungen versinken in Wasser und Schlamm. Ein paar Bilder, Infos von Anne Poulsen vom WFP.

A

4

4.5.10

Bericht über die Leute in Port au Prince, die mit ihren Zelten in Regenwasser und Schlamm versinken.

TV5

2

6.5.10

Sebastian Walker berichtet über Schäden nach den ersten heftigen Regenfällen.

A

2

10.5.10

In Port au Prince fordern etwa 1000 Demonstranten den Rücktritt von Präsident Preval, und einige die Rückkehr von Aristide. Bericht von Sebastian Walker.

A

2

11.5.10

Ein weiterer Bericht und Bilder von den Demonstrationen gegen Präsident Preval.

E,NC

zus.3

16.5.10

Sebastian Walker berichtet von Überschwemmungen und darüber, daß die Leute Hilfsgüter wie z.B. Zeltplanen nur auf dem Schwarzmarkt bekommen.

A

3

2.6.10

Zum Start einer Geberkonferenz in der Dom. Rep. ein Bericht von Sebastian Walker über Leute in Port au Prince, die die Regenzeit in improvisierten Stoffzelten überdauern müssen. 

A

 

4.6.10

 

Monsanto und andere Agrarkonzerne haben tonnenweise genmanipuliertes Saatgut (Mais) und Hybrid-Saatgut (Gemüsepflanzen) nach Haiti geliefert, als "Hilfe" nach dem Erdbeben. Bauern sorgen sich, daß sie damit unbekannten Gefahren ausgesetzt werden. Das Saatgut ist gebeizt, darf eigentlich nie berührt werden (die Bauern haben aber keine Handschuhe). Wenn sie ihre eigenen Sorten nicht mehr anbauen, sind sie auf immer von den Konzernen abhängig, müssen jedes Jahr wieder neue Saat kaufen. In Indien haben sich wegen solcher "Hilfe" Tausende Bauern schon das Leben genommen. Experten warnen und raten zu den alten, angepaßten lokalen Sorten. Bericht von Sebastian Walker, weitere Infos im live-Gespräch, Gespräch mit dem Filmemacher Robert Kenner ("Food Inc.")     ¤

Über die Demonstration am 4.Juni in Artibonite von 5000 gewerkschaftlich organisierten Landarbeitern und Bauern gegen Monsantos Gen-Geschenke kam leider nichts im Fernsehen. 

A

 

zus.7

 

          
7.6.10

Haitis Künstler malen Bilder, in denen sie die Erfahrung der Erdbebenkatastrophe verarbeiten. Ein Bericht von Sebastian Walker.

A

3

     
11.6.10

Sebastian Walker berichtet über regelmäßige und immer größere Demonstrationen, die den Sturz der Regierung und/oder Neuwahlen verlangen.

A

3

12.6.10

 

 

 

"Haiti: Warten auf die Hilfe" - Reportage von Sophie Rosenzweig und Wissam Charaf   (NNA)*      ¤

Text von der arte-Seite:"Fünf Monate nach dem Erdbeben herrscht noch immer der Notstand in Port-au-Prince, der Hauptstadt Haitis. Noch immer hausen die Menschen in 460 Lagern auf öffentlichen Plätzen. Mehr als 1 300 000 Menschen leben unter Plastikplanen im Elend. 230 000 Menschen starben in den Trümmern ihrer Häuser. Die Überlebenden warten ungeduldig auf die Entscheidungen über internationale Hilfe zum Wiederaufbau ihrer Häuser. Der haitianische Staat, einer der ärmsten der Welt, hat nicht die Mittel, seinen Bürgern neue Häuser zu bauen.
Unter der Leitung des ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton beriet in den letzten Tagen eine Kommission in Punta Cana in der Dominikanischen Republik über eine Liste der Prioritäten der internationalen Finanzhilfen für Haiti, insgesamt 11 Milliarden Dollar. Ein Teil des Geldes ist für die Internationalen Hilfsorganisationen reserviert worden – 4000 von ihnen sind inzwischen im Land, vor dem Erdbeben waren es nur 900.
Die ARTE-Reporter trafen den haitianischen Präsidenten Preval, der von den Haitianern scharf kritisiert wurde für seine verzögerte Reaktion gleich nach dem Unglück. Auch er und seine Minister beraten in Zelten, denn auch die Regierungsgebäude wurden vom dem Erdbeben in Trümmern gelegt.

arep

 

 

 

12

 

 

 

14.6.10

Sebastian Walker berichtet über junge Frauen, die nach dem Erdbeben als einzige Einkommensquelle nur noch die Prostitution sehen. Und über (Waisen)-Kinder, die in die Hände von Menschenhändlern geraten. Mehr dazu von Beth Verhey (Unicef).

A

4

     
17.6.10

Sebastian Walker berichtet von einem Treffen einiger "Geber", u.a. Bill Clinton, in einem Hotel in Port au Prince. Draußen protestieren Haitianer dagegen, daß sie an Entscheidungen nicht beteiligt werden.

A

3

     
30.6.10

Bericht von Sebastian Walker über Reaktionen auf Prevals Ankündigung von Neuwahlen für November. Einige protestieren gegen Preval und die Wahlkommission, sie vermuten, daß ein Wahlbetrug geplant wird. Das sagt auch Herold Valentin von der Lavalas-Bewegung im Interview.

A

7

10.7.10

Ein halbes Jahr nach dem Erdbeben von Port au Prince. Lucia Newman berichtet aus einem Krankenhaus, wo unterernährte Kinder aufgepäppelt werden. Sebastian Walker berichtet über zunehmende sexuelle Gewalt gegen Frauen in den Flüchtlingslagern und spricht mit Opfern. Darüber und über Ursachen auch ein Gespräch mit der Helferin Regine Zamor.

A

13

     
11.7.10

Sebastian Walker über die weiterhin sehr prekäre Unterbringung der Obdachlosen. Die meisten leben immernoch in improvisierten Unterkünften, die einem Hurrikan nicht standhalten werden.

A

3

11.7.10

"Fault Lines": Eine Lagebeschreibung sechs Monate nach dem Beben, von Sebastian Walker. Das Elend der Obdachlosen, die Gewalt gegen Frauen, die zunehmende Wut auf interessengeleitete Helfer. Gespräche mit diversen Insidern und Vertretern der linken Opposition.     ¤

A

23

     
12.7.10

Ein halbes Jahr nach dem Beben. Eine Reihe von Korrespondenten berichten (bei Al Jazeera teilweise live) von der Situation, vor allem vom Wiederaufbau, der kaum vorankommt. Von den versprochenen Milliardenhilfen ist bisher kaum etwas angekommen. Lucia Newman, Sebastian Walker, Matthew Price und Matt Frei berichten aus Port au Prince und reden mit diversen Einwohnern, Rob Rynolds ebenso in Leogane.

arj,E,A,B

zus.32
     
13.7.10

Bilder aus einem Zeltdorf, das bei einem Tropensturm völlig zerfetzt wird. Menschen, die verzweifelt und hilflos im Regen stehen.

NC

1

     
17.7.10

Am Wasserfall "Saut d'Eau" treffen Tausende Haitianer zu einer traditionellen religiösen Reinigungszeremonie (halb Marienkult, halb Voodoo) zusammen.   ¤

B,NC

zus.3
20.7.10

Ein Bericht über das "vergiftete Geschenk" von Monsanto, die Lieferung von genmanipulierter Maissaat und Hybrid-Gemüsesaatgut. Viele Bauern haben begriffen, daß dies teure Geschenke sind, auch ein Sprecher des Landwirtschaftsministeriums sagt, Monsanto wolle nur die Bauern von sich abhängig machen. (Trotzdem hat man die Lieferungen aber nicht verboten oder vernichtet.)   ¤

TV5

3

22.7.10

Sebastian Walker fragt, warum der Wiederaufbau nicht vorankommt und Baumaschinen ungenutzt herumstehen. Er entdeckt, daß die "International Haiti Recovery Commission" (IHRC), die Millionen von Hilfsgeldern verwaltet, in ihrer teuren Traglufthalle (an der Stelle, wo das alte UN-Gebäude eingestürzt war) seit drei Monaten buchstäblich gar nichts macht. Ihre Webseiten sind verwaist.

A

3

     
25.7.10

Sebastian Walker über Auswirkungen der Regenzeit. Die improvisierten Behausungen und auch manche der schönen Zelte der Hilfsorganisationen halten den schweren tropischen Regengüssen und Überflutungen nicht stand. Die Leute haben Angst vor den Folgen von möglichen Hurrikanen.

A

3

4.8.10

Der HipHop-Star Wyclef Jean kündigt an, für das Präsidentenamt zu kandidieren. (OT)

B

1

5.8.10

Wyclef Jean will Präsident werden. Imtiaz Tyab befragt in Port au Prince Leute nach ihrer Meinung dazu. Der Musiker hat zwar eine gewisse Popularität, aber niemand weiß genau, wofür er steht. -  Ray Laforest (Haiti Support Network) ist ebenfalls sehr skeptisch, und der Filmemacher und Haiti-Kenner Kevin Pina stellt erstmal fest, daß Wyclef formal gar nicht kandidieren darf, weil er nicht in Haiti lebt, und zählt auf, wo Wyclef sich früher als Unterstützer der rechten Mörder und Putschisten gezeigt hat.     ¤

A

7

7.8.10

Pras Michel war mit Wyclef Jean Mitglied der "Fugees". Er äußert sich ebenfalls ablehnend zu dessen Kandidatur, weil Wyclef kein politisches Konzept hat. Er selber unterstützt den Kandidaten Michel Martelli.

A

4

     
8.8.10

Zur Präsidentschaftswahl haben sich 20 Kandidaten angemeldet. Imtiaz Tyab fragt, ob die Wahl im allgemeinen Chaos fair sein kann.

"Was wurde aus den Spenden?" - Klaus Weidmann berichtet aus Port au Prince vom langsamen Abräumen der Trümmer und teilweise Wiederaufbau und vom schwierigen Leben in den Zeltstädten.

A

WS

3

8

9.8.10

Sean Penn (Schauspieler und Haiti-Aktivist) kritisiert Wyclef Jeans Kandidatur, weil der sich dort kaum habe blicken lassen und wenn, dann nur mit einer "obszönen" Wagenkolonne.

C

2

11.8.10

Riz Khan spricht mit dem Musiker Wyclef Jean, der als Präsident kandidieren will. Was er sagt, hört sich für mich alles sehr nach billiger Worthülsen-Drescherei an. Mit Zuschauerbeteiligung und Anmerkungen des Diplomaten Harry Fouche zu den rechtlichen Hürden, die noch vor Wyclefs Kandidatur stehen.

A

23

     
14.8.10

Imtiaz Tyab berichtet aus Port au Prince über das Wegräumen der Trümmer. Bisher haben Arbeiter erst vier Prozent der eingestürzten Häuser beseitigt.

A

3

     
16.8.10

Imtiaz Tyab berichtet von Besorgnissen, daß es zur Präsidentenwahl keine faire Berichterstattung geben wird.

A

4

17.8.10

Sebastian Walker berichtet über die Wiederaufbaukommission, die endlich angefangen hat zu arbeiten. Dazu Bilder vom Elend in den Notunterkünften im Tropenregen.

A

2

19.8.10

Die Wahlkommission hat (angeblich) die Kandidatur von Wyclef Jean nicht zugelassen. Infos von Sebastian Walker dazu und über Reaktionen. Im Bericht von Euronews Bilder einer Demonstration für freie Wahlen.

A,B,E

zus.5

20.8.10

Wyclef Jean ist nicht zur Wahl zugelassen worden. Infos von Sebastian Walker zur lange hinausgezögerten Entscheidung der Wahlkommission.

A,B

zus.4
21.8.10

Berichte u.a. von Sebastian Walker zur Ablehnung der Kandidatur von Wyclef Jean. Seine Anhänger sind enttäuscht, aber er selbst sagt, er wolle die Entscheidung akzeptieren.

arj,E,A

zus.6

     
22.8.10

Sebastian Walker berichtet, daß Wyclef Jean gegen die Ablehnung Widerspruch einlegen will.    

A

2

4.9.10

Sebastian Walker berichtet über die völlig unzureichenden Vorkehrungen für drohende Hurrikane.

A

3

25.9.10

In Port au Prince zerfetzt ein schwerer Sturm Tausende von Zelten in den Notlagern der Obdachlosen. Mindestens 11 Menschen werden getötet. Große Gebiete stehen unter Wasser.

ht,E,A,NC

zus.5
26.9.10

Zur Präsidentenwahl sind 19 Kandidaten zugelassen worden. Der Bewerber der Lavalas-Partei wurde abgelehnt. Sebastian Walker über enttäuschte Anhänger und Boykottaufrufe.

A

3

5.10.10

Die massiven Nahrungshilfen nach dem Erdbeben bringen die eigene Landwirtschaft in Schwierigkeiten, weil die Preise zusammengebrochen sind. Bericht von Sebastian Walker und Gespräch mit Myrta Kaulard (WFP) über das Problem.    

A

7

7.10.10

Die Hilfsorganisation "Refugees International" kritisiert in einem Report das weitgehende Versagen von NGOs und UN-Organisationen bei der Versorgung der Überlebenden des Erdbebens. Die Plastikzelte bieten keinen Schutz gegen den Tropenregen, die Blauhelme schützen Frauen nicht vor Vergewaltigungen. Etc. Sebastian Walker bestätigt die Vorwürfe aus eigener Erfahrung, bei einem kleinen Rundgang durch eine Elends-Zeltsiedlung. Imogen Wall (UN-Hilfe-Koordinatorin) spricht von schweren Problemen, die man in so einer Lage auch nicht lösen könne. Das Schlimmste seien die 800 beim Beben entflohenen Häftlinge.

A

6

15.10.10

In Port au Prince demonstrieren einige Hundert Leute gegen die UN-Blauhelme und blockieren die Zufahrt zu deren Camp. Es kommt zu Zusammenstößen.

A,E

zus.2

18.10.10

Bei heftigen Regenfällen stürzen in Port au Prince mehrere beschädigte Häuser ein, mehrere Menschen (vermutlich mehr als 10) werden getötet. Bericht von Sebastian Walker    

A

3

21.10.10

In Flüchtlingslagern nördlich der Hauptstadt ist die Cholera ausgebrochen. In zwei Tagen sind mindestens 130 Menschen daran gestorben, über 1000 Menschen sind erkrankt. Sebastian Walker informiert erst telefonisch und berichtet dann aus der betroffenen Stadt Saint-Marc. Erste Bilder von Kranken in einem Nothospital, wo ständig neue Patienten eintreffen.    ¤

A,B

zus.13
     
22.10.10

Choleraepidemie weitet sich aus.   ¤

arj,TS,E,A,B

zus.17
     
23.10.10

Erste Cholera-Fälle in Port au Prince, insgesamt jetzt mehr als 200 Tote. Bei Al Jazeera berichten Sebastian Walker und Craig Mauro ausführlich und mehrmals live.   ¤

A,B,E

zus.16
24.10.10

Ausbreitung der Choleraepidemie, über 250 Tote, etwa 3000 Infizierte. Engagierte Reportagen von Sebastian Walker und Craig Mauro über die Angst der Menschen und die Anstrengungen von Medizinern zur Bekämpfung der Seuche.   ¤

TS,E,A,B

zus.17
     
25.10.10

Die Ausbreitung der Cholera scheint erstmal gestoppt zu sein, vor allem dank der besseren Versorgung der Erkrankten, und weil die Infektionsquelle, ein verdreckter Fluß, jetzt gemieden wird. Berichte von Sebastian Walker, Craig Mauro und Laura Trevalian.

A,B,E

zus.11

     
26.10.10

Mehr Infos von Craig Mauro über die Choleraepidemie. Die Zahl der Toten steigt auf etwa 270.

A

3

27.10.10

Zahl der Cholera-Toten steigt auf etwa 300, das betroffene Gebiet wächst. In Saint Marc gibt es gewaltsame Unruhen von Anwohnern gegen die Einrichtung eines Behandlungszentrums für Cholera-Kranke durch MSF (Ärzte ohne Grenzen). Weiter ausführliche Infos und Berichte von Craig Mauro und Sebastian Walker. In einem Bericht findet Seb Walker Hinweise darauf, daß ein Camp von nepalesischen UN-Blauhelmen Ursprung der Cholera gewesen sein könnte. Es liegt am Oberlauf des Flußes, wo die Seuche ausbrach, kurz vorher hatte es in Nepal eine kleinere Cholera-Epidemie gegeben.  ¤

arj,A,NC

zus.14
     
28.10.10

Weiter Infos und Berichte von Craig Mauro und Sebastian Walker zur Cholerasituation, über Kritik an den Hilfsorganisationen wegen mangelhafter Vorsorge und die Frage, ob die Seuche nun wirklich auch die Hauptstadt erfaßt hat.

A,E

zus.9
29.10.10

Es gibt weiter nur einzelne Cholera-Fälle in Port au Prince, die Helfer von MSF bereiten sich auf Schlimmeres vor. Berichte von Craig Mauro und Sebastian Walker.

A

7

30.10.10

Hunderte Haitianer demonstrieren für den Abzug der nepalesischen UN-Blauhelme, die sie für die Einschleppung der Cholera verantwortlich machen. ¤ - Sebastian Walker berichtet über die schlimmen hygienischen Zustände in den Notlagern von Port au Prince und die Vorbereitungen auf einen heraufziehenden Hurrikan.

A,E

zus.4

1.11.10

Berichte von Sebastian Walker und Craig Mauro über die Vorbereitungen auf einen heraufziehenden Hurrikan und die Suche nach dem Ursprung des Cholera-Ausbruchs (möglicherweise nepalesische Blauhelme).

A,B

zus.12
3.11.10

Infos von Imtiaz Tyab und Berichte von Sebastian Walker und Laura Trevallian über das angstvolle Warten auf die Ankunft von Hurrikan Tomas.

A,B

zus.8
4.11.10

In den Zelten und Holzhütten der Notlager bereitet man sich auf den kommenden Orkan vor - soweit das geht. Die Leute sollen sichere Orte aufsuchen, die es aber nicht gibt.  Bericht von Laura Trevalian und Infos von Craig Mauro. 

B,A

zus.5

5.11.10

Der Hurrikan Tomas hat den Süden des Landes erreicht und Schäden angerichtet, vor allem durch Überschwemmungen. Viele Zelte sind eingestürzt, aber anscheinend wurden bisher nur etwa 5 Menschen getötet. Gefahr von Erdrutschen. Bei Al Jazeera Berichte von drei Korrespondenten, bei der ARD von Stefan Schaaf.

TS,E,A,B

zus.11
6.11.10

Die Choleraepidemie geht weiter. Die Zahl der Toten ist auf über 500 gestiegen, 7300 Menschen sind bisher erkrankt. Es wird befürchtet, daß die Lage sich durch die Überschwemmungen nach dem Hurrikan verschlimmert. Berichte von Sebastian Walker und Laura Trevalian. Imtiaz Tyab informiert über eine seltsame Pressekonferenz der Regierung, die selber kaum etwas weiß, aber den Hilfsorganisationen vorwirft, die Lage aus eigenen Interessen schwarz zu malen.

A,B,E

zus.12

7.11.10

Während die Choleragefahr durch die Überschwemmungen steigt (zwei Berichte von Sebastian Walker), wiederholt ein Regierungssprecher den Vorwurf gegen "manche" Hilfsorganisationen, sie würden aus eigenem finanziellem Interesse das Ausmaß der Epidemie übertreiben. Ben Smilowitz vom "Disaster Accountability Project" sagt, das Mißtrauen der Regierung ist berechtigt, aber es ist auch Unsinn, das Problem kleinzureden.   

A

10

8.11.10

In Port au Prince gibt es weitere Cholera-Fälle. Die Überflutungen haben offenbar zu einer Ausbreitung der Epidemie geführt. Insgesamt jetzt über 580 Tote. Ausführliche Infos von Sebastian Walker. Von ihm auch ein Bericht über das Labor, in dem Mediziner Proben untersuchen um festzustellen, ob jemand wirklich die Seuche hat. Und immer mehr Leute erkranken, an Cholera und an anderen  Durchfallerkrankungen.   ¤

A

6

9.11.10

Inzwischen über 100 Cholera-Fälle in Port au Prince, über 9000 insgesamt. Infos von Sebastian Walker, ein Bericht von Laura Trevalian. 

A,B,E

zus.6
10.11.10

Mehr über die Ausbreitung der Cholera, jetzt auch in den Lagern von Port au Prince. Infos und Bericht von Cath Turner.

A

7

11.11.10

Nach Ansicht von Hilfsorganisationen ist die Cholera außer Kontrolle. Die Zahl der Erkrankten ist auf über 10.000 gestiegen (es gibt auch die Angabe 40.000), die Zahl der Toten auf 700 - 800. Alle Sender sprechen von "der nächsten Katastrophe". In den Tagesthemen ein ziemlich erschütternder Bericht von Stefan Schaaf aus Cité Soleil. Bei Al Jazeera informiert Cath Turner von dort und berichtet von einer Demonstration von einigen Hundert Slumbewohnern, die wütend sind über das Versagen von Regierung und UN.   ¤

ht,arj,TT,E,A

zus.15
     
12.11.10

Die Zahl der Neuinfizierten verdoppelt sich fast täglich, jetzt bei über 1000 pro Tag. Weitere Infos und Berichte von Cath Turner und Laura Trevalian. Gespräch mit Stephanie Bunker (UN), die vor einer landesweiten Epidemie warnt. Gespräch mit Christian Lindmeier (WHO).   ¤

A,B,E,T

zus.16
13.11.10

Cath Turner berichtet über sanitäre Einrichtungen, die durch den Hurrikan beschädigt wurden, was die Ausbreitung der Cholera fördert.  - Die Dominikanische Republik hat die Grenze dichtgemacht. (Bericht bei der BBC).

A,B

zus.4
14.11.10

Die Zahl der Toten ist auf über 900 gestiegen, die Zahl der Infizierten auf 14.000. - Im Weltspiegel ein sehenswerter Bericht von Stefan Schaaf, der das Elend der Cholerakranken und die Hilflosigkeit der Helfer deutlich zeigt. ("Die nächste Katastrophe") - Cath Turner berichtet von einer TV-Sendung von Regierung und Präsident zum Choleraproblem und von desinteressierten Reaktionen.   ¤

WS,A,E

zus.16
     
15.11.10

Die Zahl der Cholera-Toten steigt auf über 1000. - In zwei Städten (Cap Haitien und ?? ) gibt es gewaltsame Ausschreitungen der Bevölkerung gegen Polizei und UN-Blauhelme. Dabei werden mindestens zwei Menschen getötet. Die Leute meinen, daß die UN-Soldaten die Cholera ins Land gebracht haben und daß die Regierung nicht genug unternimmt. Ausführliche Infos von Cath Turner und mehrere Berichte. (NNA)*

E,A,B,C

zus.18
16.11.10

Weitere Bilder von den Unruhen in Cap Haitien (brennende Straßenbarrikaden, schießende Blauhelme). Auch ein UN-Lebensmitteldepot wurde dort geplündert. Weitere Infos aus Cap Haitien von Cath Turner. Eine kurze Geschichte der Konflikte zwischen UN-Soldaten und den Haitianern. Der Journalist und Filmemacher Kevin Pina versucht, zu erklären, woher die Ablehnung der UN kommt (eben aus dieser Geschichte von Einmischungen seit der Absetzung von Präsident Aristide.) - An der Cholera sind jetzt 17.000 infiziert und 1040 gestorben.   ¤

ht,arj,TS,E,A,C

zus.26
17.11.10

Weitere Bilder und Infos von Cath Turner über die anhaltenden Unruhen in Cap Haitien, bei denen mehrere Menschen von Schüssen durch Blauhelme verletzt wurden.

Bei kulturzeit ein Beitrag über Not und Unruhe in Haiti und ein Gespräch mit dem Buchautor Hans- Christoph Buch über die verständliche Auflehnung der Haitianer gegen die westliche Bevormundung. Und über die blühende Kultur dieses Katastrophenlandes.   ¤

A,B

ktzt

zus.6

8

17.11.10

"A seismic election" - Film von Juliana Rufus und Dom Rotheroe über den Wahlkampf, die Präsidentschaftskandidaten und deren Umgang mit der katastrophalen Situation.  (P+P)  (leider NNA)*   ¤

A

24

         
18.11.10

Weiter Zusammenstöße zwischen Blauhelmen und wütenden jungen Männern, jetzt auch in Port au Prince. Bericht und Infos dazu von Cath Turner (und bei Euronews). Fragen zum Hintergrund an Prof. Peter Hallward (Haiti-Experte). Die UN werden von Vielen seit der Absetzung von Aristide als fremde Besatzungstruppe angesehen.

A,E

zus.11
19.11.10

Berichte über die Ausbreitung der Cholera (jetzt etwa 1200 Tote) und die anhaltenden Proteste gegen die UN-Blauhelme. Nach Angabe von Unicef werden die Hilfsmaßnahmen durch die Unruhen behindert. Infos von den Korrespondenten Cath Turner (Al Jazeera), Iwan Watson (CNN) und Dorothee Ollieric (TV5).  ¤

ht,E,A,C,T

zus.19
     
20.11.10

Die Cholera breitet sich weiter aus, Berichte aus Port au Prince und Cap Haitien. Insgesamt jetzt über 20.000 Fälle. Die Präsidentschaftswahl in einer Woche soll trotzdem stattfinden.

A,B,E

zus.9
21.11.10

Die UN-Hilfsorganisation beklagt, daß sie viel zu wenig Geld bekommt, um die Choleraepidemie wirksam bekämpfen zu können. Infos von Cath Turner und UN-Sprecherin Imogen Wall.

A

3

22.11.10

Trotz der Cholera soll am Sonntag gewählt werden. Cath Turner berichtet über Menschen, die in langen Schlangen für ihre Wählerregistrierung anstehen.

A

2

23.11.10

Offiziell gibt es jetzt 1344 Tote durch die Cholera, UN-Helfer schätzen aber, daß es schon über 2000 sind. 23.000 sind infiziert. Infos von Cath Turner. Und zwei Berichte von Christoph Röckerath aus Port au Prince, über unerträgliche hygienische Verhältnisse im Slum Cité Soleil, Unwissenheit, neue Massengräber und Proteste gegen die Blauhelme.   ¤

A,ht,hj

zus.10
24.11.10

Cholera und Wahl, Sebastian Walker berichtet von Protesten.   (NNA)*

arj,A

zus.6
     
25.11.10

Der Straßenwahlkampf in Port au Prince trägt trotz Cholera karnevalsartige Züge. Beobachtungen und Infos (auch über einige der Kandidaten) von Sebastian Walker, Cath Turner, Marc Doyle und Iwan Watson.

A,B,C

zus.15

26.11.10

Weitere Berichte vom Wahlkampf in den Zeiten der Cholera. Vorstellung einiger der 17 Kandidaten. Als Favoriten gelten die Oppositionelle Mirlande Manigat und der Parteifreund von Präsident Preval, Jude Celestin. Infos von den Korrespondenten Cath Turner, Sebastian Walker, Marc Doyle und Iwan Watson. Außerdem ein Bericht von Lucia Newman über das Elend in den Obdachlosenlagern. Viele Leute hier haben keine Ahnung, wie und wo sie wählen sollen. - Die Zahl der Choleratoten liegt inzwischen bei 1600.   ¤

arj,E,A,B,C

zus.25

     
27.11.10

 

Weitere Berichte vor der Wahl. Immernoch stehen Tausende für ihre Wahlregistrierkarten an, das führt zu Vermutungen über geplante Manipulationen (im Bericht von Christoph Röckerath). Angaben über verschiedene gewaltsame Zwischenfälle. - In einem Bericht von Lucia Newman ein Rückblick auf die turbulenten Wahlen in Haiti seit der Duvalier-Diktatur.   ¤

Bei arte ein Bericht über den haitianischen Theatermacher Frankétienne, der in seinem Stück "Melovivi" (Die Falle) die Hoffnungslosigkeit seines Landes (und des Planeten) thematisiert. "Haiti ist ein Sumpf, in dem gefährliche Krokodile (Politiker) zu Hause sind."   ¤

ht,E,A,B,C

 

arj

zus.23

 

3

28.11.10

 

Tag der Präsidentenwahl. Es gibt offenbar massive Probleme mit den Wählerlisten, viele Wähler können ihre Stimme nicht abgeben. Es gibt Demonstrationen von enttäuschten Wählern, der Partei von Präsident Preval werden Manipulationen vorgeworfen, 13 der 18 Kandidaten fordern gemeinsam die Annullierung der Wahl. Ausführliche Infos und Berichte von Lucia Newman und Sebastian Walker.   ¤

"Wahlen in Zeiten der Cholera" - Im Weltspiegel berichtet Peter Sonnenberg über Ansätze von Wiederaufbau in der zerstörten Hauptstadt, und über einige der Präsidentschaftskandidaten.

arj,E,A,NC

 

WS

zus.22

 

8

29.11.10

Es hat offenbar massiven Wahlbetrug zu Gunsten von Jude Celestin gegeben, und es gibt zahlreiche Proteste dagegen, die teilweise von der Polizei zerschlagen werden. Einzelne Wahllokale werden gestürmt, die Urnen geleert. Christoph Röckerath sagt in seinem Bericht, auf den Wahlzetteln stünde kein einziges Kreuz für Celestin. Weitere Infos und Berichte von Lucia Newman und Mark Doyle, Interview mit Albert Ramdin, Wahlbeobachter der OAS.   ¤

ht,hj,E,A,B

zus.16

30.11.10

Trotz der "Unregelmäßigkeiten" wird die Wahl weiter ausgezählt. Weiter Proteste auf den Straßen und von Oppositionspolitikern. Bericht von Sebastian Walker.

arj,A

zus.4
1.12.10

Auch über Haitis Präsidenten Preval stehen häßliche Dinge in den Embassy Cables: er soll schon vor einem Jahr geplant haben, seinen Wunschnachfolger mit einer getürkten Wahl zu installieren, so wie es jetzt offenbar passiert ist. Infos von Sebastian Walker   

A

3

2.12.10

Tausende demonstrieren in Port au Prince gegen die gefälschte Wahl, einige errichten Barrikaden, es gibt Zusammenstöße mit Polizei und Blauhelmen. Mirlande Manigat und Michel Martelly nehmen ihre Forderung nach Annullierung der Wahl zurück, nachdem man ihnen (beiden) gesagt hat, sie würden bei der Auszählung in Führung liegen. Infos und Bericht von Sebastian Walker    ¤

A

6

     
3.12.10

Weiter teilweise gewalttätige Proteste gegen den unsauberen Wahlablauf. Infos dazu von Sebastian Walker, und ein Bericht über die Choleraepidemie, an der inzwischen über 2000 Menschen gestorben sind.

Die Fotografin Alice Smeets ist wieder in Port au Prince unterwegs. Bericht mit einigen ihrer eindrücklichen Fotos.

A,E

ktzt

zus.6

6

        
5.12.10

Wieder demonstrieren Tausende, die sehr wütend sind wegen der gefälschten Wahl. Infos und Bericht von Sebastian Walker. Gespräch mit Jean Chavannes Jeune, einem der Kandidaten, die die Annullierung der Wahl fordern.

A

10

     
5.12.10

Ein Beitrag über die lebendige Alltagskunst der Haitianer, die auch ein Mittel ist, die Katastrophen zu verarbeiten.   ¤

ttt

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6.12.10

Bilder von zwei Protestdemos in Port au Prince (gegen die Wahlfälschung). Die eine wird von Polizisten mit Tränengas aufgelöst.

NC

2

     
7.12.10

Nach einer Untersuchung des französischen Epidemiologen Piarraux wurde die Cholera wahrscheinlich tatsächlich von den nepalesischen UN-Blauhelmen ins Land gebracht. Infos dazu von Imtiaz Tyab.  ¤

Spätabends (Ortszeit) werden erste Ergebnisse der Wahl veröffentlicht. Infos von Imtiaz Tyab. Danach hat Mirlande Manigat 31 Prozent, Jude Celestin 22 Prozent und Michel Martelli 21 Prozent. 

A

A

5

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8.12.10

Schwere Unruhen in allen Städten nach der Bekanntgabe des angeblichen Wahlergebnisses. Wahlbüros und Büros der Regierungspartei gehen in Flammen auf. Mehrere Menschen werden getötet. Berichte von Imtiaz Tyab mit teils dramatischen Bildern. In einem Bericht bei Euronews ist von einem landesweiten Aufstand die Rede.   ¤

Die Zahl der Choleratoten liegt inzwischen bei mindestens 2120. Gespräch mit Dr. Unni Krishnan Karunakara (MSF) über die völlig unzureichende Versorgung der Kranken und ausbleibende Maßnahmen zur Eindämmung der Seuche.

arj,E,A,T,NC

zus.23

9.12.10

Weiter massenhafte Proteste gegen das Wahlergebnis und massive Ausschreitungen. Präsident Preval fordert die Menschen auf, Ruhe zu bewahren. Die Wahlkommission kündigt eine Neuauszählung an. Berichte aus Port au Prince von Tim Menzel (BBC) und Imtiaz Tyab.   ¤

"Inside Story: Haiti: a nation in trouble" - Diskussion über die Lage des Landes nach der Wahl, mit Christian Wisskirchen (Haiti Support Group), Nora Rasman (Trans Africa Forum) und Monica Villamizar (Al-Jazeera-Korrespondentin). Alle sind sich einig, daß die ganze Wahl chaotisch und unglaubwürdig war. (Ansonsten NNA)*

arj,A,B

 

A

zus.8

 

24

     
10.12.10

Nochmal Berichte vom Vortag von den Protesten und Ausschreitungen von Anhängern des Drittplatzierten Martelly, Straßenblockaden aus brennenden Autoreifen, Demos mit Tausenden Teilnehmern.   - Am Freitag herrscht gespannte Ruhe, Polizei und Blauhelme bestimmen das Bild. Nochmal ein Bericht von Imtiaz Tyab.

arj,A

zus.8

     
11.12.10

Imtiaz Tyab berichtet wieder über die Cholera, besucht ein Zelthospital. Und über neue Proteste von Martelly-Anhängern. Gespräch mit dem Journalisten Kim Ives ("Haiti Liberté") über Wahl und Cholera.

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6

13.12.10

Gespräch mit Mirlande Manigat (führende Präsidentschaftskandidatin), die eine Neuauszählung ablehnt, weil sie der Wahlkommission nicht traut, die anscheinend parteiisch ist zugunsten von Jude Celestin (Zweitplazierter).

Sarah Palin besucht eine Klinik von christlichen Helfern und grinst in die Kameras. Den Haitianern ist die Frau unbekannt. Bericht von Imtiaz Tyab.

A

A

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3

     
14.12.10

Michel Martelly fordert bei einer Pressekonferenz eine Neuwahl und spricht von einem Coup gegen die Demokratie durch die Wahlkommission. Bericht von Imtiaz Tyab

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2

17.12.10

Christian Myer (WHO) zu einer Untersuchung der UN über die Herkunft des Cholera-Erregers. - Ein Entsorgungstechniker aus Leogane schildert seine alltägliche Arbeit und sagt, wegen der politischen Unruhen nach der Wahl konnten Wasseraufbereitungsanlagen nicht fertiggestellt werden, und dadurch seien unnötig weitere Menschen infiziert worden. 

A

4

18.12.10

Die Wahlkommission will die ganze Auszählung jetzt doch noch mal öffentlich wiederholen. Die Stichwahl verschiebt sich. Infos von Tom Ackerman.

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19.12.10

Tom Ackerman über das gespannte Warten auf eine Entscheidung der Wahlkommission.

A

2

22.12.10

Tom Ackerman über das Warten auf eine Entscheidung über das Wahlergebnis. Mirlande Manigat bittet die Leute um Geduld.

A

2

23.12.10

Tom Ackerman über traurige Weihnachten in Port au Prince. Die Kathedrale und andere Kirchen in Trümmern, allgemeines Elend. Die Zahl der Choleratoten ist jetzt bei 2600.

A

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24.12.10

Meldung: Im Ort Jeremy sollen mindestens 45 Menschen ermordet worden sein, weil sie angeblich mit "Hexerei" die Cholera verbreitet haben.

Press

1/2

25.12.10

Bei Pogromen haben "Christen" in letzter Zeit 45  Voodoo-Priester gesteinigt oder mit Macheten ermordet. Sie verdächtigen die Voodoo-Gläubigen, Wasser zu vergiften und die Cholera zu verbreiten. Der Voodoo-Oberpriester Max Beauvoir appelliert im Fernsehen an die Haitianer, diesen Wahnsinn zu beenden. Bericht von Monica Villamizar.   ¤¤

A,E

zus.4

28.12.10

Fischsterben im größten See des Landes (Étang Saumátre), Ursache unbekannt. - An der Cholera sterben weiter täglich etwa 40 Menschen. 

E

1

2.1.11

Bei einer öffentlichen Veranstaltung mit Noch-Präsident Preval protestieren einige Hundert wütende Leute gegen diesen und fordern seine Festnahme.

A,NC

zus.2
4.1.11

Die Wahlkommission teilt mit, daß es mit der Nachzählung und der Stichwahl noch mindestens einen Monat dauert. Infos (tel.) von Sebastian Walker und ein Bericht von Tom Ackerman.

A

5

5.1.11

Nach einem Report von Amnesty International ist seit dem Erdbeben die Zahl von Vergewaltigungen von Frauen in den Obdachlosenlagern stark gestiegen. Die Polizei ist dagegen ohnmächtig oder desinteressiert. Bericht von Tom Ackerman und Gespräch (tel.) mit Sabine Wilke von CARE Haiti.   ¤

A

5

     
8.1.11

"Haiti: Neujahr fiel aus ... " - Reportage von Michel Dumont, Eric Bergeron und Isabelle Nommay. -  Ein Jahr nach dem Erdbeben leben Hunderttausende immer noch in Zeltlagern, ohne jede Aussicht auf eine Besserung der Lage. Nichtmal die Trümmer sind überall weggeräumt. Die Regierung erscheint hilflos, der Präsident kann die Leute nur um Geduld bitten. In dem Lagern wird inzwischen sehr auf Hygiene geachtet, soweit möglich.   ¤

arep

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8.1.11

 

 

 

 

 

 

"1791 - Der Sklavenaufstand von Haiti" - Szenische Dokumentation von Noland Walker über die Haitianische Revolution.  ¤¤

Text von der arte-Seite: "Der erfolgreiche Sklavenaufstand in Haiti Ende des 18. Jahrhunderts führte zur Gründung der ersten schwarzen Republik, die auf den Grundwerten der Französischen Revolution - Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit - basierte. Damit gilt die Haitianische Revolution als Geburtsstunde der universellen Menschenrechte. Leitfigur des Aufstandes war Toussaint Louverture, der als Sklave geboren, aber noch vor dem Aufstand von seinem Besitzer freigelassen wurde und ein Stück Land besaß. Ungeachtet seiner privilegierten Situation wurde Louverture Anführer der Sklavenarmee im Kampf gegen die französischen, britischen und spanischen Truppen.
1794 reiste eine aus Weißen, Schwarzen und Mulatten zusammengesetzte Abordnung nach Paris. In einer flammenden Rede vor der Nationalversammlung prangerten die Delegierten Amoral und Gewalt der Sklaverei an und bezeichneten ihren Kampf als Teil der Französischen Revolution gegen die Tyrannei. Ihre überzeugende Argumentation führte zur Verabschiedung eines Erlasses, der die Sklaverei im französischen Staat aufhob und die ehemaligen Sklaven zu französischen Bürgern erklärte.
Aus Angst vor Louvertures militärischen Erfolgen provozierte der amerikanische Präsident Thomas Jefferson - selbst Sklavenhalter - eine Gegenoffensive Napoleon Bonapartes. Mit falschen Versprechungen geködert, wurde Louverture zum Waffenstillstand verleitet, festgenommen und nach Frankreich gebracht.
Louverture gilt als tragische Figur, aber auch als herausragende Persönlichkeit und Pionier der Geschichte. Die schwere Niederlage in Haiti brachte Napoleon dazu, auf die geplante Wiedereinführung der Sklaverei in Haiti zu verzichten und das als Nachschubbasis nun scheinbar wertlose Louisiana an die USA zu verkaufen. Die traumatische Erfahrung in Haiti ließ die Hoffnung der Kolonialmächte Frankreich und England auf blühende Geschäfte mit Plantagen und Billigarbeitskräften sinken. In einer kalten Gefängniszelle im Jura-Gebirge starb er 1803, kurz bevor Haiti seine Unabhängigkeit erlangte."

arte

 

 

 

 

 

 

52

 

 

 

 

 

 

9.1.11

 

"ECHO from Haiti", ein Beitrag in der Reihe "reporter", über die Arbeit der Katastrophenhelfer. Zeigt recht deutlich die schlimmen Lebensumstände im zerstörten Port au Prince.

Ein Bericht von Rob Reynolds über die höchst produktive Künstlerszene von Port au Prince. Die Bilder haben sich durch die Katastrophe stark verändert, ein Maler sagt: früher habe ich mich auf Bilder vom Tod konzentriert, aber seitdem der alltäglich geworden ist, ist mir das Leben wichtiger. Der Bericht zeigt einige wirklich beeindruckende Kunstwerke (und ihre Macher).   ¤

E

 

A

8

 

3

     
10.1.11

 

Eine Kommission der OAS ist immer noch dabei, die Wahlstimmen nachzuzählen. Angeblich wird sie wegen offensichtlicher Wahlmanipulationen das Ergebnis von Jude Celestin (von der bisherigen Regierungspartei) revidieren, so daß dann Mirlande Manigat und Michel Martelly in die Stichwahl kämen. Infos dazu und zur humanitären Lage von Nicole Phillips (Inst. for Justice and Democracy in Haiti).  - Sebastian Walker berichtet von einer Demonstration von Celestin-Anhängern (er spricht dort mit Celestin selber), die ankündigen, daß sie sich mit dem Votum der OAS nicht abfinden werden. Vereinzelt soll es deshalb schon zu Gewalt kommen. - Rob Reynolds berichtet über den kaum vorankommenden Wiederaufbau. Bisher sind erst 5 Prozent der Trümmer des Erdbebens beseitigt worden. Die NGOs stehen sich oft gegenseitig im Weg.

arj,A

 

zus.20

 

11.1.11

Ein Jahr nach dem Erdbeben. Eine ganze Reihe von Berichten und Gesprächen über die Entwicklung im letzten Jahr, das meiste leider aus der Sicht von ausländischen Helfern. Deshalb nur eine Auswahl davon. - Bewegend ein "First Person"-Beitrag, in dem ein sehr erwachsenes 12-jähriges Mädchen ihr Leben und ihre Erinnerungen schildert.  - Ein Bericht von Sebastian Walker behandelt die Beschwerden von lokalen Initiativen, z.B. in der Landwirtschaft, die kaum staatliche Hilfe bekommen. - Bei CNN berichtet Ivan Watson über die Voodoo-Religion und ihre Verfolgung durch Evangelikale, die etwa 30 Voodoo-Priester als "Hexer" ermordet haben. ¤

A,B,C,E

zus.21

11.1.11

 

 

arte-Themenabend: "Haiti nach der Tragödie": Christoph Röckerath (sehr kenntnisreich und engagiert) moderiert direkt in Port au Prince. 

Zuerst ein Bericht über die alltägliche Not zwischen Cholera und Ruinen und die besondere Not der Frauen.  ¤

Dann die Dokumentation "Rettet Haiti" von Patrick Forbes, über das Projekt, das Geschäftszentrum des alten Eisenmarkts wieder aufzubauen. (NNA)*.  ¤

Schließlich ein Gespräch mit Raul Peck (Filmemacher und Ex-Kulturminister) und Magali Comeau-Denis (Juristin, Schauspielerin und auch Ex-Kulturministerin). Woran liegt es, daß es so langsam vorangeht? (Peck: auch daran, daß man uns von außen Lösungen vorsetzt, und wir es nicht schaffen, uns selber zu organisieren.)  ¤

arte

 

 

zus.107

 

 

12.1.11

 

Berichte über die Gedenkfeiern am Jahrestag des Bebens, und über den stockenden Wiederaufbau. (Von Stefan Schaaf, Rob Reynolds und Matthew Price.)  Die Zahl der Todesopfer wird jetzt offiziell mit 316.000 beziffert.

"Haiti - Als die Welt einstürzte - Ein Jahr nach dem Erdbeben" - Reportage von Stefan Schaaf  -  Ich kann diesen Film nicht inhaltlich zusammenfassen, er ist einfach eine detaillierte und um Verständnis ringende Darstellung des Lebens in einem schwer traumatisierten und zugleich unglaublich lebendigen Land. Kein voyeuristischer Blick aufs Exotische, aber es wird doch klar, daß dies wirklich eine andere Welt ist (und eine höchst liebenswerte!) Unbedingt sehenswert! ¤¤¤

TT,E,A,B

 

ARD

zus.17

 

44

13.1.11

Bei arte ein Bericht über sexuelle Gewalt in den Obdachlosenlagern und einen Selbsthilfeverein von Frauen. 
Rob Reynolds über das politische Patt (kein Präsident) und die Geschichte der US-Einmischungen. 
Gespräch mit Nigel Fisher (Leiter der UN-Helfer) über die Hilfe, die Cholera, die Politik. 
Sebastian Walker über das Elend in den Lagern und die Unzufriedenheit der Leute mit unsortierter Hilfe. Im Bericht aber auch Bilder einer neuen Siedlung mit schönen kleinen Holzhäusern. 
Landkarten von Port au Prince und seinen alten zerstörten und neuen provisorischen Stadtvierteln.

arj,A

 

zus.13

 

15.1.11

Bei "Metropolis" ein Beitrag über drei haitianische Schriftsteller und einer über drei haitianische Fotografen. (Leider NNA)*   ¤

arte

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16.1.11

Der frühere Diktator "Baby Doc" Duvalier ist zurückgekehrt. Er wird von einigen Hundert Leuten begeistert begrüßt, die in ihm wohl einen starken Mann und Retter erhoffen. Was er vorhat, ist noch unklar. Ausführliche erste Informationen und Einordnungen von Sebastian Walker und Connie Watson (beide live aus Port au Prince), ein Gespräch mit dem Journalisten Eric Pape (tel.), der Duvalier vor einem Jahr interviewt hat, und ein historischer Rückblick auf die Duvalier-Diktatur.  ¤

A,C,E

zus.25

     
17.1.11

Berichte zur Rückkehr von "Baby Doc". Sebastian Walker berichtet über Reaktionen. Menschenrechtler fordern, ihn nun endlich für seine Verbrechen vor Gericht zu stellen und sein gestohlenes Vermögen zu beschlagnahmen. Bei arte und Euronews auch zwei Rückblicke auf die Duvalier-Diktatur.  

arj,E,A,C

zus.16
18.1.11

Duvalier wird vorübergehend verhaftet und zu den Vorwürfen von Diebstahl und Korruption verhört. Ausführliche Infos von Sebastian Walker und zwei Berichte.

A,B,E

zus.11
     
19.1.11

Baby Doc will nach Aussage seines Anwalts wieder Präsident werden. Die Vorwürfe gegen ihn seien "verjährt" (OT). - Auch Ex-Präsident Aristide will angeblich demnächst zurückkehren. Zweimal ausführliche Infos von Sebastian Walker zur Entwicklung. 

A

12

20.1.11

An der Cholera sind inzwischen etwa 4000 Menschen gestorben. Bericht über die Vorwürfe gegen angeblich für den Ausbruch verantwortliche Blauhelme, Gespräch mit einem Arzt darüber.   

TV5

3

21.1.11

Baby Doc Duvalier gibt eine öffentliche Erklärung ab, er drückt sein "Bedauern für die Opfer seiner Herrschaft" aus. Er wolle Haiti beim Wiederaufbau helfen, aber was genau er vorhat, sagt er nicht. Infos von Sebastian Walker. Bei der BBC ein ganz allgemeiner Bericht.

A,B

zus.7
22.1.11

Weitere Infos von Sebastian Walker zu Duvalier und seinen kryptischen Botschaften. Und ein Bericht, in dem ein Opfer der Diktatur sein altes Gefängnis zeigt und über seine Folterung spricht. Es gibt aber auch noch eine kleine Partei von Duvalier-Anhängern.

Inside Story: Diskussion über Duvaliers Rückkehr und ihre Bedeutung. Mit Myriam Breton Jones (von einer Exilantengruppe), Peter Hallward (Philosoph) und Javier Zuniga (amnesty international).

A

 

A

9

 

25

     
22.1.11

 

 

 

 

 

"Das Elend in den Dörfern" - Reportage von Michel Dumont, Eric Bergeron und Isabelle Nommay  aus der Gegend um die Stadt Petit-Goáve, in der es beim Beben schwere Schäden und 1500 Tote gab. Es geht um die Arbeit von ausländischen Helfern, z.B. beim Bau von Wasserversorgungsanlagen, und Eigeninitiativen, z.B. bei der Aufklärung über die Choleravorsorge, die auch hier inzwischen grassiert. Das Wichtigste ist langfristig wohl die Wiederaufforstung der kahlgeschlagenen und erodierenden Berghänge.

Text von der arte-Seite: "Alle Augen schauen auf Port au Prince, auf die Trümmer und das Elend der Erdbebenopfer in den Lagern. Dort arbeiten 27 Internationale Hilfsorganisationen. Nur eine einzige von ihnen, die französische Solidarités International, ist ins Innere des Landes gefahren, um den Menschen im Gebiet der « Mornes » zu helfen, in den Siedlungen und Dörfern auf dem Land bei Petit Goave südlich der Hauptstadt.
Stundenlang dauert es, mit allradgetriebenen Fahrzeugen oder Motorrädern dorthin zu gelangen. Die Erde ist hier seit Jahren schon verwüstet von den durchziehenden Wirbelstürmen, den sintflutartigen Regenfällen und von den Menschen, die die Wälder in ihrer Not bis auf die letzten Bäumchen vernichtet haben.
Das Erdbeben vom 12. Januar 2010 hat dem Leben in den Dörfern der Mornes noch einen letzten vernichtenden Schlag versetzt.
Nun bemühen sich die Helfer, die größte Not zu lindern: Sie bohren Brunnen, um an sauberes Wasser zu gelangen und bemühen sich, den Ackerbau wieder in Gang zu bringen. Die Cholera-Epedemie der letzten Monate aber gefährdet auch ihre Arbeit, den Menschen auf dem Land die Zukunft zu sichern."

arep

 

 

 

 

 

14

 

 

 

 

 

26.1.11

Jude Celestin hat angeblich seine Kandidatur jetzt selber zurückgezogen. Infos dazu von Sebastian Walker.

A

2
29.1.11

Wiederaufbau mit Hindernissen - Reportage von Michel Dumont, Eric Bergeron und Isabelle Nommay.   (NNA)*   ¤

Text von der arte-Seite: "Ein Jahr nach dem Erdbeben sollten in Port au Prince und den anderen zerstörten Städten eigentlich hunderte von Baustelle vom Wiederaufbau künden – doch ganz im Gegenteil... Die Internationale Gemeinschaft verteilt das viele Geld aus den Spenden nur zaghaft, aus Angst vor der allgegenwärtigen Korruption. Darüber klagen die haitianischen Behörden, aber viel mehr als klagen tun sie leider auch nicht!
Unsere Reporter filmten die offiziellen Wiederaufbaupläne der Regierung zum Jahrestag des Bebens und waren mehr als erstaunt als sie erkannten: Diese Pläne ähneln sehr den Zeichnungen nach denen man in den Fünfziger Jahren die Pariser Vorstädte baute. Mit anderen Worten: Dicht gedrängte Beton-Tristesse, die keine Rücksicht nimmt auf die Lebensgewohnheiten der Haitianer.
Die französische Hilfsorganisation « Fondation des Architectes de l'Urgence » bemüht sich um ein ganz anderes Konzept: Sie bauen auf den Trümmern neue Unterkünfte die „mitwachsen“ und sie reparieren die weniger zerstörten Häuser mit den traditionellen Methoden des Landes. Eine weitere Arbeit haben sie sich vorgenommen: Sie kartographisieren die zerstörten Viertel neu. Denn das Erdbeben hat mit den Häusern auch die Grundbücher in den Behörden zerstört."

arep

 

 

 

13

 

 

 

31.1.11

Die Gerüchte verdichten sich, daß auch Ex-Präsident Aristide aus dem Exil zurückkehren wird. Infos von Sebastian Walker.

A

2
3.2.11

Die Wahlkommission gibt bekannt: am 20.März findet die Stichwahl statt zwischen Michel Martelly und Mirlande Manigat. Bericht von Sebastian Walker.

A

3
7.2.11

Proteste gegen Preval. Kurzbericht von Sebastian Walker.  (NNA)*   

A

1
8.2.11

Aristide hat einen Pass für Haiti bekommen und will wohl dorthin zurückkehren. Infos von Sebastian Walker über mögliche Folgen.

A

3

9.2.11

Riz Khan: "Haiti's shaky democracy "   (NNA)*

A

25
     
10.2.11

Sebastian Walker berichtet über die verschiedenen Ansichten zu einer Rückkehr von Aristide.

A

3

17.2.11

An der Cholera sind nach offiziellen Angaben inzwischen 4550 Menschen gestorben. Bericht von Lucia Newman über die heikle Versorgung mit sauberem Wasser und den Einsatz einer Gruppe von kubanischen Ärzten.

A

3

18.2.11

Lucia Newman und Jemand von der BBC berichten über die Anhänger von Aristide, die ihn am liebsten wieder als Präsidenten haben wollen. Einige Tausend (vor allem Arme) demonstrieren deshalb dafür, die Stichwahl zu canceln.

A,B

zus.4

11.3.11

Ex-Präsident Aristide gibt bekannt, daß er nächste Woche aus dem Exil nach Haiti heimkehren will.

A

1/2
17.3.11

Ex-Präsident Aristide ist von Südafrika abgeflogen um in die Heimat zurückzukehren. Ein Bericht von Lucia Newman über begeisterte Anhänger, kurzer Rückblick auf seine Amtszeit und seine Absetzung durch die USA.   

A

3

18.3.11

Aristide kommt in Port au Prince an und wird von einer jubelnden Menschmenge empfangen. Bericht von Sebastian Walker, ein paar O-Töne von Aristide. (NNA)*

A,B

zus.9
        
19.3.11

Sebastian Walker über den Wahlkampf vor der Stichwahl am Sonntag. In den Umfragen liegt der Musiker Michel Martelly vorne.

A

2

20.3.11

Tag der Stichwahl zwischen Mirlande Manigat und Michel Martelly. Sehr geringe Beteiligung. Und ein Attentat auf Wyclef Jean (der Martelly unterstützt hat). Bericht von Sebastian Walker.

A

3
21.3.11

Nach der Stichwahl Infos von Sebastian Walker, über vereinzelte Unregelmäßigkeiten und eine sehr niedrige Beteiligung. (Die beiden Kandidaten hatten im ersten Gang 6 bzw. 4 Prozent.) Ein Ergebnis soll es in etwa 10 Tagen geben.

"Hope for Haiti?" - Riz Khan spricht mit Raoul Peck und Edwige Danticat (Schriftstellerin) über die Aussichten des Landes nach der Präsidentenwahl. (NNA)*

A

A

2

25

         
4.4.11

Michel Martelly ist offiziell zum Wahlsieger erklärt worden. Erste Infos von Sebastian Walker.

A,E

zus.3

4.4.11

Die Story: "Gewalt der Gesetzlosen - Wie Haitis Gangster die Erdbebenopfer terrorisieren" - Reportage von Dan Reed.  (NNA)*   

WDR

43
5.4.11

Bericht von Sebastian Walker über den Wahlsieg von Michel Martelly, seine Anhänger freuen sich, er verspricht, "Präsident aller Haitianer" zu sein. - Der Journalist Kim Ives (Haiti Libertaire) weiß mehr über Martelly. Der ist nicht irgendein netter Sänger, er war ein Verbündeter der Todesschwadronen der Duvallier-Diktatur und war "Cheerleader" bei den beiden Militärputschen. Auf Videos ist dokumentiert, wie er gegen Aristide gehetzt hat. ¤

A

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20.4.11

Noch vor der Verkündung des offiziellen Wahlergebnisses besucht der zukünftige Präsident Martelly Frau Clinton in Washington. Bericht von Sebastian Walker über die kaum zu befriedigenden Erwartungen an den neuen Staatschef. - Gespräch mit Kim Ives (Haiti Liberté), der Martelly sehr kritisch sieht, die Legalität der Wahl bestreitet und sich wundert, wie Martelly den Wiederaufbau schaffen will, wenn er zusätzlich auch noch wieder eine Armee  aufstellen will.

A

6

21.4.11

Sebastian Walker nochmal zu Martellys Dankesbesuch bei seinen Protegisten in den USA.

A

2

7.5.11

Craig Mauro berichtet von jungen Männern, die schon mal ein provisorisches Armee-Korps aufstellen, noch vor der Neugründung einer Armee durch den zukünftigen Präsidenten Martelly. Bei vielen Haitianern wecken die Pläne Erinnerungen an die brutale Repression der früheren Diktaturen. Kim Ives (Haiti Liberté) beschreibt die Berechtigung dieser Ängste. Die Armee hat früher 40 Prozent des Budgets gekostet und war vor allem zum Putschen da.

A

6

14.5.11

Michel Martelly ist als Präsident vereidigt worden. Mitten in der Zeremonie fiel der Strom aus.

A

2
28.5.11

Polizisten haben mit Gewalt Hunderte von Obdachlosen aus bestimmten Zeltlagern vertrieben. Infos zu den Hintergründen von Kim Ives, auch zum Hauptproblem in Haiti, dem Streit um Landbesitz.

A

3
3.6.11

Die Choleraepidemie ist nie ganz zum Stillstand gekommen, und jetzt breitet sie sich wieder stärker aus, mit etwa 2000 neuen Erkrankungen pro Woche. Infos von der Helferin Melinda Miles.  

A

4

4.6.11

Die neue Cholerawelle breitet sich aus. Und in Port au Prince hat die Polizei drei Zeltlager von Obdachlosen geräumt und plattgemacht. (Davon leider keine Bilder.)

A

2
8.6.11

Wikileaks hat E-Mails der US-Botschaft in Haiti veröffentlicht. Darin wird deutlich, daß die US-Regierungen sich mehrfach direkt eingemischt haben. Damit es in der Textilindustrie keinen Mindestlohn (von 5 Dollar am Tag!) gibt, damit das Land kein billiges Öl aus Venezuela bezieht und damit die Lavalas-Partei von den Wahlen ausgeschlossen wird. Im letzteren Fall kam der Druck der USA gemeinsam mit UN und EU. - Bericht von Imran Garda aus Washington.  ¤

A

3

          
19.6.11

Die Choleraepidemie breitet sich wieder stärker aus, mit 400 Neuinfektionen pro Tag. Bericht von Rob Reynolds aus Port au Prince.

B

3

20.6.11

680.000 Menschen haben zum Beginn der Hurrikansaison kein festes Dach überm Kopf. Präsident Martelly und Bill Clinton sehen sich eine Ausstellung von wetterfesten Unterkünften an, von denen ganze 400 gebaut werden sollen, während Tausende Leute von Grundbesitzern aus ihren Notlagern vertrieben werden. Bericht von Rob Reynolds aus Port au Prince.

A

3

21.6.11

Rob Reynolds berichtet aus Gonaives, das auf die kommenden Hurrikane kaum vorbereitet ist.

A

3

22.6.11

Rob Reynolds über Haitis wichtigste Frucht, die Mango. Wegen fehlender Transportinfrastruktur kann das Land nur einen kleinen Teil der Ernte exportieren.

A

3

24.6.11

Der irische Telefonkonzern Digicel hat etwa 15 Millionen Dollar in einige gute Wiederaufbauprojekte gesteckt. Dieses Engagement verbindet er geschickt mit Anstrengungen, den Handy-Markt in Haiti zu dominieren, aus dem er umso größere Profite zieht. Bericht von  Rob Reynolds.

A

3

27.6.11

"Haiti Survivors" - Reportage von Edouard Bergeon und anderen über das Überleben in den Trümmern von Port au Prince, sehr nah dran an deren eigener Perspektive.   ¤

P

23

12.7.11

"Stranded: The Stateless Haitians" - Film von Steve Sapienza über Gastarbeiter aus Haiti in der Dominikanischen Republik, die dort nach Jahrzehnten zu Einheimischen geworden sind, aber nicht die vollen Bürgerrechte haben.  (Witness) (mit engl. UT) (NNA)*

A

24
7.8.11

Teresa Bo berichtet über Obdachlose in Port au Prince, die von Landeigentümern aus ihren Notlagern vertrieben werden.  

A

3
          
5.9.11

Mehrere UN-Blauhelme aus Uruguay sollen einen Haitianer vergewaltigt haben, ein Video davon ist im Internet veröffentlicht worden.

A,E

zus.3
8.9.11

Ein Bericht von Ross Velton aus Port au Prince über das miserable Ansehen der UN-Blauhelme, das sich durch den neuesten Skandal (Uruguayer vergewaltigen Haitianer) weiter verschlechtert hat.

A

2
14.9.11

Einige hundert wütende Haitianer demonstrieren in Port au Prince gegen die UN-Blauhelmtruppe, die sie als Besatzer bezeichnen.  

A

2
           
16.9.11

"Haiti after the Quake" - In der neuen Reihe "Correspondent" ein persönlich gehaltener Film von Sebastian Walker, der nach dem Erdbeben einige Monate als Korrespondent aus Haiti berichtet hat, über seine Begegnungen und Beobachtungen dort. (NNA)*   ¤

A

48
8.11.11

In einer Gruppenklage haben 5000 Haitianer die UN auf Entschädigung verklagt, weil UN-Blauhelme die Cholera aus Nepal ins Land geschleppt hatten. Etwa 500.000 Menschen waren in Haiti an Cholera erkrankt, 6600 sind daran gestorben. Bericht aus New York von Kristen Saloomey. - Nachtrag: Mittwoch dazu noch ein Bericht von Marc Doyle (BBC).

A,B

zus.6

12.11.11

"Sweet Micky, der singende Präsident" - Reportage von Michel Dumont und Eric Bergeron über den neuen Präsidenten Michel Martelly und seine bisher miserable Amtsführung. (Nur in einem Nebensatz wird erwähnt, daß der Schulbesuch inzwischen tatsächlich kostenlos ist.) Der Wiederaufbau der vom Erdbeben zerstörten Hauptstadt steht weiter praktisch still. 

arep

13

29.12.11

Konzerne nutzen die Notlage des Landes, um dort Fabriken für Billigarbeiter ("Sweat shops") anzusiedeln. Bei "The Stream" Erläuterungen dazu von der Gewerkschafterin Yannick Etienne (Batay Ouvriye)

A

8
7.1.12

arte-reportage erinnert an das Erbeben vor zwei Jahren und die Hilfsanstrengungen danach. Über 500.000 Menschen sind immer noch obdachlos. Von den versprochenen Milliardenhilfen zum Wiederaufbau ist nur knapp die Hälfte angekommen.

arep

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12.1.12

Zwei Jahre nach dem großen Erdbeben. In den Tagesthemen berichtet Klaus Weidmann aus Port au Prince, das immer noch großenteils in Trümmern liegt. Eine halbe Million Menschen leben in slumartigen Notlagern. Präsident Martelly verweist aber auf Fortschritte beim Bau neuer Siedlungen. - Ähnliches im Bericht von Laura Trevalian (BBC) , dazu ein Gespräch mit Yolette Etienne (Oxfam). - Bei kulturzeit geht es um Kunst im Krisengebiet, die Galerie Monnin kauft und zeigt Werke von haitischen Künstlern, vieles davon vom Voodoo beeinflußt. Galerie-Gründer Michel Monnin unterstützt nebenbei mit seiner Stiftung Schulen und Wiederaufforstung.

ktzt,TT,B

zus.21
19.2.12

Kristen Saloomey berichtet aus Port au Prince über den wachsenden Unmut über die UN-Blauhelme, denen u.a. regelmäßige Korruption vorgeworfen wird, und die Viele als Besatzungstruppe empfinden.

A

3

8.3.12

Die UN wehren sich gegen den Vorwurf, daß nepalesische Blauhelme die Cholera nach Haiti gebracht haben. Hunderte Leute in Port au Prince demonstrieren gegen diese Uneinsichtigkeit und verlangen Entschädigungszahlungen. Bericht von Kristin Saloomey aus New York.

A

3

13.7.12

Die Bewohner eines Slumviertels in Port au Prince protestieren gegen die geplante Vertreibung von 400 Familien, deren Häuser auf einem erdrutschgefährdeten Hang liegen. Es gibt aber weiterhin viel zu wenig neue Unterkünfte. Bericht von Rachel Levine.

A

3

29.7.12

In Haiti suchen Bauern seit Jahrhunderten auf ihrem Land nach Gold, ein Nebeneinkommen im kleinen Maßstab. Jetzt beginnen US-Konzerne mit der Suche im industriellen Maßstab und haben sich für 15 Prozent des Landes Lizenzen besorgt. In der benachbarten Dom.Rep. haben sie eine gigantische offene Mine, angeblich der größte Fundort in den Amerikas, und eine üble Zerstörung der Landschaft. Angesichts der Korruption wird in Haiti von den Gewinnen kaum etwas bei den Leuten ankommen. Bericht von Rachel Levin.   ¤

A

3
           
1.10.12

In Port au Prince demonstrieren Tausende gegen Preissteigerungen und gegen die Regierung, werfen ihr Korruption vor und fordern den Rücktritt von Präsident Martelly.

P

1

31.10.12

Der Sturm "Sandy" hat vor New York schon Haiti getroffen. Auch hier schwere Schäden, vor allem durch Überschwemmungen. Zahlreiche Brücken wurden zerstört, große Teile der Ernte sind verloren. Über 50 Tote. Dank an AJE, daß darüber berichtet wird (von Rachel Levin).

A

3

2.11.12

Drei Berichte (bei AJE von Rachel Levin) über die Folgen der erneuten Naturkatastrophe in der bitterarmen Inselrepublik. Durch die Überschwemmungen breitet sich jetzt wieder die Cholera aus.

A,arj,E

zus.6

3.11.12

In der Tageschau ein Bericht über die katastrophalen Folgen von Sturm "Sandy" in Haiti und Kuba.

TS

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18.11.12

In Port au Prince demonstrieren einige Tausend wütende Lavalas-Anhänger und fordern den Rücktritt von Präsident Martelly, dem sie Korruption vorwerfen.

A

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27.11.12

Angst vor einer Hungersnot nach den Zerstörungen durch einen Wirbelsturm. Die Cholera breitet sich wieder aus. Von den nach dem Erdbeben versprochenen Hilfen ist nur die Hälfte angekommen.

arj

3

11.12.12

Christoph Röckerath berichtet aus Port au Prince über das anhaltende Elend fast drei Jahre nach dem Erdbeben.

hn

2

26.3.13

Die Regierung finanziert ein Programm zur Verbesserung der Lebensumstände im Stadtteil Jalousie von Port au Prince. Tatsächlich werden damit aber vor allem die Häuser bunt angemalt.

B,NC

zus.3
16.4.13

 

 

 

"Haiti: Tödliche Hilfe" - Dokumentarfilm von Raoul Peck, vorher und hinterher Gespräch mit dem Regisseur.  (NNA)*  ¤

Text von der arte-Seite: "Im Januar 2010 wurde der Karibikstaat Haiti von einem katastrophalen Erdbeben heimgesucht. Der Filmemacher Raoul Peck hat den Wiederaufbau seines Landes mit der Kamera festgehalten. Seine zweijährige Nonstop-Beobachtung beleuchtet die Kulissen und Irrwege der großangelegten internationalen Hilfskampagne und hinterfragt Wirksamkeit und Folgen dieser Aktion. Schonungslos prangert der Dokumentarfilm das verheerende internationale Hilfsmanagement angesichts der komplexen Situation nach dem Erdbeben in Haiti an. Zu den wichtigsten Steuermännern und Protagonisten gehören die internationalen Hilfsagenturen, die meisten weltweit tätigen Nichtregierungsorganisationen, der ehemalige US-Präsident Bill Clinton, internationale Experten von überall her, ganze Flugzeuge voller wohlmeinender Katastrophenhelfer und nicht zu vergessen: die Hollywoodstars. Die "Hilfsmaschine" überrollte die staatlichen Strukturen Haitis, schaltete den Präsidenten, seine Regierung und die haitianische Zivilgesellschaft aus und blockierte brutal jedwede lokale Initiative. Drei Jahre nach Beginn dieses fragwürdigen Wiederaufbauprozesses ist die haitianische Bevölkerung nicht nur an den Rand gedrängt, sondern noch hilfloser als vor der Katastrophe. Die insgesamt elf Milliarden Dollar, die die Weltgemeinschaft dem gebeutelten Land zugesagt hat, sind noch immer nicht vollständig ausgezahlt, geschweige denn für effektiven Wiederaufbau verwendet worden."

arte

 

 

 

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17.4.13

 

 

 

 

 

 

"1791 - Der Sklavenaufstand von Haiti" - Geschichtsdoku von Noland Walker und Margaret Koval.  (NNA)*   ¤

Text von der arte-Seite: "Die Erhebung der haitianischen Sklaven gegen die Kolonialmacht Frankreich Ende des 18. Jahrhunderts ist der einzige erfolgreiche Sklavenaufstand der Geschichte. Er führte zur Abschaffung der Sklaverei auf der Karibikinsel und zur Gründung der ersten schwarzen Republik auf den Grundwerten der Französischen Revolution. Der erfolgreiche Sklavenaufstand in Haiti Ende des 18. Jahrhunderts führte zur Gründung der ersten schwarzen Republik, die auf den Grundwerten der Französischen Revolution - Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit - basierte. Damit gilt die Haitianische Revolution als Geburtsstunde der universellen Menschenrechte. Leitfigur des Aufstandes war Toussaint Louverture, der als Sklave geboren, aber noch vor dem Aufstand von seinem Besitzer freigelassen wurde und ein Stück Land besaß. Ungeachtet seiner privilegierten Situation wurde Louverture Anführer der Sklavenarmee im Kampf gegen die französischen, britischen und spanischen Truppen. 1794 reiste eine aus Weißen, Schwarzen und Mulatten zusammengesetzte Abordnung nach Paris. In einer flammenden Rede vor der Nationalversammlung prangerten die Delegierten Amoral und Gewalt der Sklaverei an und bezeichneten ihren Kampf als Teil der Französischen Revolution gegen die Tyrannei. Ihre überzeugende Argumentation führte zur Verabschiedung eines Erlasses, der die Sklaverei im französischen Staat aufhob und die ehemaligen Sklaven zu französischen Bürgern erklärte. Aus Angst vor Louvertures militärischen Erfolgen provozierte der amerikanische Präsident Thomas Jefferson - selbst Sklavenhalter - eine Gegenoffensive Napoleon Bonapartes. Mit falschen Versprechungen geködert, wurde Louverture zum Waffenstillstand verleitet, festgenommen und nach Frankreich gebracht. Louverture gilt als tragische Figur, aber auch als herausragende Persönlichkeit und Pionier der Geschichte. Die schwere Niederlage in Haiti brachte Napoleon dazu, auf die geplante Wiedereinführung der Sklaverei in Haiti zu verzichten und das als Nachschubbasis nun scheinbar wertlose Louisiana an die USA zu verkaufen. Die traumatische Erfahrung in Haiti ließ die Hoffnung der Kolonialmächte Frankreich und England auf blühende Geschäfte mit Plantagen und Billigarbeitskräften sinken. In einer kalten Gefängniszelle im Jura-Gebirge starb er 1803, kurz bevor Haiti seine Unabhängigkeit erlangte."

arte

 

 

 

 

 

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24.4.13

Amnesty International beklagt, daß immer wieder Überlebende des Erdbeben mit Gewalt aus ihren Notunterkünften vertrieben werden.

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25.4.13

Amnesty International beklagt, daß immer wieder Überlebende des Erdbeben mit Gewalt aus ihren Notunterkünften vertrieben werden. (gleichlautender Bericht wie bei arte am Vortag.)

E

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8.5.13

Überlebende der Cholera-Epidemie von 2010 nach dem Erdbeben in Haiti fordern von den UN Entschädigungszahlungen in Milliardenhöhe. Die Seuche war wahrscheinlich von UN-Blauhelmen aus Nepal ins Land geschleppt worden. Bericht von James Bays (New York) und Infos von Sebastian Walker, der damals als AJE-Reporter Belege für die Verantwortung der Blauhelme entdeckt hat.

A

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23.5.13

Bericht über die entsetzlichen, menschenunwürdigen Haftbedingungen in einem Frauengefängnis in Petionville (bei Port au Prince), die typisch sind für die Zustände in Gefängnissen in Haiti. Die meisten Gefangenen sitzen jahrelang in Untersuchungshaft. Der Justizminister findet das völlig OK. Und er versucht, den Ex-Diktator Duvalier zu rehabilitieren.

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3

19.6.13

Laura Trevelyan berichtet aus Port au Prince über das Slumviertel Kanaan, das aus einem Notlager der Erdbebenüberlebenden entstanden ist. Heute leben hier etwa 300.000 Menschen. Premierminister Lamothe tönt, die Leute würden alle bald umgesiedelt.

B

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1.10.13

In Port au Prince demonstrieren Tausende Aristide-Anhänger gegen Präsident Martelly und dessen Regierung.

Sky,E

zus.3

17.10.13

Große Demo in Port au Prince von Aristide-Anhängern gegen die Regierung von Martelly.

P

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8.11.13

Große Demo in Port au Prince gegen Regierung und Präsident.

NC 1
18.11.13

Massenproteste gegen Präsident Martelly, Zusammenstöße mit Martelly-Anhängern.

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2
30.11.13

 

 

Nachtrag vom Vortag: Cath Turner berichtet aus El Aguacate in der Dom. Rep. Dort herrscht Pogromstimmung gegen die Haitianer, die hier als Gastarbeiter leben. Auslöser war ein Überfall, bei dem ein Rentnerehepaar getötet wurde, angeblich von jungen Männern aus Haiti. Aus Rache wurden mehrere Haitianer getötet, Hunderte Menschen suchen Zuflucht bei der Polizei und werden von den Behörden stattdessen ins Nachbarland abgeschoben.   ¤

Cath Turner berichtet weiter, von einer Grenzstation in der Dom.Rep., wo hunderte Haitianer zwangsweise ins Nachbarland abgeschoben werden. Die Regierung der Dom.Rep. hat kürzlich 200.000 Haitianern, die nach 1929 eingewandert sind (von denen also viele hier geboren wurden, viele sprechen nicht mal mehr die Landessprache Kreolo) die Staatsbürgerschaft aberkannt. - Mehr dazu in der taz, Bericht von Ulrich Dillmann: "Angst vor dem lynchenden Mob"   ¤

Bei "No Comment" Bilder aus Port au Prince von einer sehr großen (über 10.000) Protestdemo gegen die Regierung und Präsident Martelly.

A

 

A

NC

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3

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1.12.13

Noch ein Bericht von Cath Turner über das neue Staatsbürgerschaftsgesetz in der Dom.Rep., durch das Hunderttausende Menschen mit haitianischen Wurzeln plötzlich zu illegalen Ausländern erklärt werden, denen die Abschiebung droht. Darunter sind viele, die seit Jahrzehnten hier leben, die hier geboren wurden und die noch nie in Haiti waren.

A

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5.12.13

Cath Turner informiert weiter über die drohende Vertreibung von 200.000 Haitianern aus der Dom. Rep. Die UN kritisieren das Vorgehen der Dom.Rep. und fordern, daß den Menschen ihre entzogene Staatsangehörigkeit zurückgegeben werden muß. Im Bericht von Cath Turner einige von den mehreren Hundert Leuten, die bereits abgeschoben wurden.

A

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6.12.13

Weitere Demonstration in Port au Prince mit der Forderung, Präsident Martelly solle zurücktreten. Kurzbericht von Cath Turner.

A 1
11.1.14

 

 

 

"Vier Jahre danach" - Reportage von Michel Dumont, Eric Bergeron und Isabelle Nommay über die Lage in Port au Prince vier Jahre nach dem Erdbeben.   (NNA)*

Text von der arte-Seite: "Am 12. Januar 2010 erschütterte ein Erdbeben Haiti: Über 230.000 Menschen starben, über 300.000 wurden verletzt und eineinhalb Millionen verloren ihr Heim. Vier Jahre danach ist das Land noch immer von der Katastrophe gezeichnet: Der Wiederaufbau hat Fortschritte gemacht, aber die Weltgemeinschaft hat sich von Haiti abgewendet, vor allem auch wegen der neuen Hilferufe aus Syrien, dem Sahel und den Philippinen. 
In der Hauptstadt Port au Prince stehen kaum noch Zelte, die Trümmer der meisten Ruinen sind geräumt und überall sieht man Baustellen: Von den eineinhalb Millionen Obdachlosen nach dem Beben sind die meisten wieder in festen Wohnungen und Häusern untergebracht – laut UNO leben noch 145.000 Frauen, Männer und Kinder in 160 Zeltlagern: unter ihnen vor allem die Ärmsten der Armen. Sie sind die Leidtragenden von heute, denn die Spenden aus der ganzen Welt fließen in die neuen Katastrophengebiete und das führt natürlich auch zum Rückzug der Internationalen Hilfsorganisationen.
Noch immer aber braucht Haiti diese Hilfe: 50 Prozent der mit Cholera infizierten Patienten leben auf Haiti. Sieben Millionen Haitianer müssen von weniger als zwei US-Dollar am Tag ihr Leben fristen. Zu viele der großen Pläne zum Bau neuer erdbebensicherer Siedlungen ruhen nach wie vor in den Schubladen, auch vier Jahre danach."

arep

 

 

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21.2.14

Ein Gericht in Port au Prince entscheidet, daß Ex-Diktator Duvalier wegen Menschheitsverbrechen angeklagt werden kann. Bericht von Juliet Gilkes.

Sky

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15.4.14

Große Demonstration in Port au Prince gegen Präsident Martelly und seine Regierung. Die Opposition kritisiert Armut, Korruption und das Verschwinden von Hilfsgeldern.

A,E

zus.3
27.4.14

Haiti I / Dom.Rep. : "Rassismus auf Hispaniola" - Peter Sonnenberg berichtet über den allgegenwärtigen Rassismus der "europäischen" Dominikaner gegenüber den "afrikanischen" Haitianern. Als billige Arbeitskräfte sind sie willkommen, aber nicht als Nachbarn und Mitbürger. Die Regierung hat Leuten mit haitianischen Eltern die Staatsbürgerschaft wieder aberkannt, auch wenn sie selber hier geboren wurden.

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27.4.14

Bericht von Andy Gallagher über eine erneute Dürre in Haiti. Sie wird verschlimmert und wohl auch mitverursacht durch das Abholzen des restlichen Baumbestandes zur Gewinnung von Holzkohle.

A

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6.6.14

Große Demo in Port au Prince gegen den korrupten Präsidenten Martelly und für die Freilassung von politischen Gefangenen.

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5.10.14

Der frühere Diktator, Dieb und Massenmörder "Baby Doc" Duvalier ist in Port au Prince an einem Herzinfarkt gestorben ohne jemals für seine Verbrechen belangt worden zu sein. Er war 1985 mit einer Revolution gestürzt worden und ins Exil gegangen, vor drei Jahren nach Haiti zurückgekehrt und angeklagt worden, der Prozeß ist aber im Sande verlaufen. Seine Freunde und Verwandten sitzen bei Martelly wieder in der Regierung.

A,arj

zus.5
29.11.14

In Port au Prince demonstrieren Zigtausende gegen Präsident Martelly und seine korrupte Regierung und fordern deren Rücktritt.

TV5,NC

zus.4
6.12.14

Erneut Massenproteste in Port au Prince gegen den korrupten Präsidenten Martelly und seine Regierung.

A

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7.12.14

Noch ein Bericht über die Massenproteste in Port au Prince gegen den korrupten Präsidenten Martelly und seine Regierung.

A

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13.12.14

Der Premierminister ist zurückgetreten, die Demonstrationen gegen Präsident Martelly gehen weiter.

A

2
           
14.12.14

Auch nach dem Rücktritt von Premier Lamothe gehen die Demonstrationen gegen den korrupten Präsidenten Martelly weiter.

A,E

zus.3
15.12.14

Bei AJE berichtet jetzt Shihab Rattansi aus Port au Prince über die anhaltenden Proteste.

A

2

16.12.14

Shihab Rattansi berichtet direkt von einer Massendemo in Port au Prince.

A

3

17.12.14

Die Massenproteste gegen den korrupten Präsidenten gehen weiter. Bericht von Shihab Rattansi.

A

2

19.12.14

Weiter Massendemonstrationen gegen Martelly. Teilweise geht die Polizei gewaltsam gegen die friedlichen Proteste vor. (Alle drei Berichte mit den gleichen Bildern. Der AJE-Korrespondent ist leider schon wieder nach New York zurückgereist.)

A,Sky,E

zus.5
           
2.1.15

Bericht über die andauernden Massendemos gegen Präsident Martelly und für Neuwahlen.

arj

2

12.1.15

Fünf Jahre nach dem großen Erdbeben. Gabriel Elizondo und Peter Sonnenberg berichten aus Port au Prince über den lahmenden Wiederaufbau und die andauernden Proteste gegen die Regierung des korrupten Präsidenten Martelly, ebenso ein Beitrag bei der BBC.

A,B,TT zus.9
14.1.15

Präsident und Opposition einigen sich auf Neuwahlen zum Ende des Jahres. Das Parlament ist handlungsunfähig.

E

1

15.1.15

Präsident Martelly setzt per Dekret Evans Paul als neuen Ministerpräsidenten ein.

E

1
16.1.15

Gabriel Elizondo berichtet aus Port au Prince über die Misere des Bildungssystem. Bisher wurde keine der beim Erdbeben zerstörten Schulen wieder aufgebaut, Lehrer bekommen keine Bezahlung, die Regierung fördert Privatschulen.

A

3
17.1.15

Martelly kündigt die Bildung einer Übergangsregierung gemeinsam mit der Opposition an. Die Proteste gehen weiter. Bei AJE Infos von Kim Ives (Journalist, "Haiti Liberte").

A,E

zus.4

18.1.15

Bilder von Demonstrationen in Port-au-Prince gegen den Präsidenten.

NC

2
23.1.15

Vertreter des UN-Sicherheitsrates besuchen Haiti. James Bays (AJE) ist schon vorher dort und berichtet über andauernde Proteste gegen Präsident Martelly und seine neue Regierung. Auch die UN-Friedenstruppe wird sehr kritisch gesehen.

A

5

           
24.1.15

Die Delegation des UN-Sicherheitsrates trifft sich mit Präsident Martelly. Auf den Straßen demonstrieren die Leute weiter gegen Martelly. James Bays berichtet aus Port-au-Prince.

A,E zus.4
17.2.15

Beim Karnevalsumzug in Port au Prince fährt ein Musikwagen gegen eine Hochspannungsleitung. Durch Feuer und eine Massenpanik werden mindestens 18 Menschen getötet.  ¤

Sky,E zus.3
11.4.15

 

 

 

 

"Wie ein ewiger Fluch" - Reportage von Michel Dumont, Olivier Besson und André Paultre (NNA)*   ¤

Text von der arte-Seite: "Jean Christophe Rufin, ehemaliger Vorsitzender von « Médecins sans Frontière » und « Action Contre la Faim » sagt über Haiti: „Man gewinnt den Eindruck, dass dieses Land nur deshalb existiert, um den Spendern in der ganzen Welt alle zehn Jahre wieder ein gutes Gewissen zu geben. Und man hat den Eindruck, dass das niemals enden wird.“ 
Im Jahr 2005 waren die ARTE Reporter in Anse Rouge im Nordwesten von Haiti, in einer der ärmsten Regionen auf Haiti – zehn Jahre danach hat sich hier im Grunde nichts geändert. Die Menschen, die damals in der Reportage zu sehen waren, sie sagen, dass sie sich bis heute vom Staat vergessen fühlen und abgeschnitten von den Milliarden Euro an Spenden. Noch immer rühren sie hier Erde ins Wasser zu einer Art Suppe, „um unseren Hunger zu stillen“.
In der Hauptstadt Port au Prince rührt sich keine Hand mehr auf den Baustellen, die der ehemalige Sänger und heutige Präsident Michel Martelly einmal in Auftrag gab: Die Firmen stehen alle unter Zwangsvollstreckung – sie gehören einem Unternehmer aus der Dominikanischen Republik, der wegen Korruption im Gefängnis sitzt. Fünf Jahre nach dem Erdbeben vom Januar 2010, sprechen sie hier immer noch von einem Fluch, der auf Haiti liegt."

arep

 

 

 

25

 

 

 

11.7.15

In der Dom.Rep. werden immer wieder Immigranten und Leute mit haitianischer Abstammung von den Behörden ins Nachbarland abgeschoben und einfach an der Grenze ausgesetzt. Einige Hundert Menschen, die nicht wissen wo sie hin sollen, leben nun dort an der Grenze ohne jede Versorgung in einem erbärmlichen Zeltlager. Die Regierung der Dom.Rep. bestreitet die Deportationen. Bericht von Adam Raney.

A

3

8.8.15

Am Sonntag finden endlich die seit 2011 verschobenen Parlamentswahlen statt. Rob Reynolds berichtet aus Port-au-Prince über den Wahlkampf, politische Gewalt und Wählerbestechung, und spricht mit dem Blogger Jean-Junior Joseph.

A,E

zus.8
9.8.15

Tag der Parlamentswahl. Trotz niedriger Beteiligung (etwa 20 Prozent) überfüllte Wahllokale, teilweise chaotische Situation, einige Wahllokale werden zerstört. Berichte auf deutsch nur bei arte und Euronews. - Bei AJE nur ein sehr allgemeiner Bericht von Rob Reynolds über die haitische Misere, vor allem die Abhängigkeit von ausländischer Hilfe.

A,arj,E zus.6
12.8.15

Proteste gegen Manipulationen bei der Parlamentswahl. Das Ergebnis soll es erst in einer Woche geben.

E

1

24.10.15

In Haiti werden am Sonntag Parlament und Präsident neugewählt. Unter den 54 Präsidentenkandidaten haben die Aristide-Nachfolgerin Maryse Narcisse (Lavalas) und der Bauunternehmer Jude Celestin die größten Chancen. Im ZDF berichtet Ulf Röller aus Port-au-Prince.

ht,arj

zus.5
25.10.15

"Menschengemachte Not" - Peter Sonnenberg berichtet über die Diskriminierung von Haitianern in der benachbarten Dom.Rep. Die Regierung läßt Tausende haitianische Gastarbeiter abschieben, wobei diese nicht nur ihre Rentenansprüche verlieren. Die meisten leben nun mittellos in erbärmlichen Notlagern an der Grenze.

WS

7

5.11.15

Bisher nur eine Kurzmeldung bei Euronews zum Ergebnis der ersten Runde der Präsidentenwahl: Jovenel Moïse und Jude Célestin kommen in die Stichwahl.

E 1/2
7.11.15

Nach der Veröffentlichung des amtlichen Wahlergebnisses gibt es weiter Proteste und Unruhen. Die linke Favoritin Maryse Narcisse (Lavalas) hat angeblich nur 7 Prozent der Stimmen bekommen.

E

1
17.12.15

Demo von Tausenden Lavalas-Anhängern in Port-au-Prince.

NC

1

24.12.15

Die Stichwahl zur Präsidentschaft ist wegen der Betrugsvorwürfe erstmal wieder abgesetzt worden. Präsident Martelly setzt eine Kommission zur Untersuchung der Vorwürfe ein. Adam Raney berichtet aus Port-au-Prince.

A

3
25.12.15

Adam Raney berichtet aus einem Flüchtlingslager an der Grenze zur Dom. Rep. Einige Tausend Menschen leben hier, die aus dem Nachbarland ausgewiesen wurden. Im Lager ist kürzlich die Cholera ausgebrochen.

A

2

19.1.16

Kurz vor der geplanten Stichwahl gibt es landesweit Proteste und gewaltsame Ausschreitungen. Oppositionskandidat Jude Celestin zieht seine Bewerbung zurück, weil die Wahl ohnehin unfair sei.

E

1

22.1.16

Die für Sonnabend geplante Stichwahl ist "aus Sicherheitsgründen" erneut auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Wegen absehbarer Wahlfälschung gibt es seit Tagen gewaltsame Demonstrationen. Bericht und Infos aus Port-au-Prince von Andy Gallacher.

A 6
23.1.16

arte berichtet über die Massenproteste gegen Korruption und die versuchte Wahlmanipulation. Bei "No Comment" Bilder von der sehr aufgeheizten Stimmung.

arj,NC

zus.4
6.2.16

Am Sonntag endet die Amtszeit von Präsident Martelly, zugleich will das Parlament einen Übergangspräsidenten für vier Monate bestimmen. Auf den Straßen gibt es wütende Demonstrationen der Opposition gegen das ganze Verfahren. Live-Bericht aus Port-au-Prince von Natasha Ghoneim. 

A

2

7.2.16

Präsident Martelly verabschiedet sich, das Parlament ernennt für vier Monate eine Übergangsregierung, die Proteste auf den Straßen gehen weiter. Bei AJE Infos aus Port-au-Prince von Natasha Ghoneim und Einschätzungen von Kim Ives ("Haiti Liberte"). Er beschreibt im Detail die herrschende Korruption und führt alles zurück auf die Einmischungen der USA von Anfang an.

A,arj,E

zus.11
8.2.16

Natasha Ghoneim berichtet aus Port-au-Prince über andauernde Proteste.

A

2

12.2.16

Teresa Bo berichtet aus Port-au-Prince über andauernde Proteste der Opposition gegen die Kungelei der politischen Führung. Viele wollen Ex-Präsident Aristide zurückhaben.

A

3

14.2.16

Das Parlament vereidigt Jocelerme Privert als Interimspräsidenten. Er soll vor allem bis Mai neue Wahlen organisieren. Infos aus Port-au-Prince von Teresa Bo.

A,E

zus.4
22.6.16

Das Land hat seit vier Monaten keinen gewählten Präsidenten, die Amtszeit des Übergangspräsidenten Privert ist eigentlich auch abgelaufen. Neuwahlen sind immer noch nicht geplant.

A

2

7.10.16

Der Hurrikan "Andrew" hat in der Karibik schwere Verwüstungen angerichtet, vor allem in Haiti. Die Stadt Jérémie (am Westende) und einige weitere Orte sind praktisch komplett zerstört, mindestens 840 Menschen wurden getötet. Die Zahl wird weiter steigen, da einige Gebiete noch unerreichbar sind.  ¤

A,TT,arj,E

zus.9

8.10.16

Teresa Bo berichtet aus der komplett zerstörten Stadt Jérémie. Bei NC Luftbilder von dort.  ¤

A,NC

zus.6

11.10.16

Durch den Hurrikan sind im Westen und Süden Haitis über 1000 Menschen getötet worden. Jetzt breitet sich im Katastrophengebiet erneut die Cholera aus.

B,arj

zus.4
23.10.16

In Arcahaie sind bei einem Gefängnisaufstand über 170 Insassen entkommen.

"Menschengemachte Katastrophe?" - Peter Sonnenberg über die unglaublichen Zerstörungen durch den jüngsten Tropensturm und den Zusammenhang zwischen Massenelend und der Macht einer korrupten "Elite".  ¤

E

WS

1/2

7

19.11.16

Am Sonntag findet endlich die viermal verschobene Präsidentenwahl statt. Viele der Überlebenden der letzten Unwetterkatastrophe werden nicht teilnehmen können. Teresa Bo berichtet aus Port-au-Prince.

A

3

           
19.11.16

 

"Die Not der Vergessenen" - Reportage von Gwenlaouen Le Gouil und Thomas Lhoste (NNA)*

Text von arte: "Der Sturm tötete hunderte Menschen, zerstörte Städte und Dörfer und ließ die Überlebenden in lebensbedrohlichen sanitären Verhältnissen zurück. Noch immer fehlen verlässliche Informationen über die Lage in den Dörfern fern der Hauptstadt Port au Prince, denn viele Straßen ins Landesinnere sind von Trümmern blockiert. Unsere Reporter begleiteten die NGO Acted in den Süden der Insel, den Matthew besonders hart getroffen hat. Die Helfer schlagen sich auf beschwerlichen und langen Wegen zu den Menschen durch, um Nahrungsmittel zu verteilen und Erste Hilfe zu leisten, damit sich die Cholera nicht weiter zu einer Epidemie ausbreitet."

arep

 

24

 

20.11.16

Tag der Präsidentschaftswahl (erste Runde). Einige kleinere Unregelmäßigkeiten, aber ruhiger Verlauf. Als Favorit unter den 27 Kandidaten gilt Jovenal Moïse, der von Ex-Präsident Martelly unterstützt wird. Bei AJE Einschätzungen von Kim Ives (Haiti Liberte).

A,arj,TS,E

zus.11
21.11.16

Die Stimmenauszählung hat gerade begonnen und wird mindestens einige Tage dauern. Tausende Anhänger der Partei Fanmi Lavalas des linken Ex-Präsidenten Aristide demonstrieren und feiern jetzt schon den Sieg ihrer Kandidatin Maryse Narcisse.

A

3

29.11.16

Nach einem von der Wahlkommission verkündeten vorläufigen Wahlergebnis hat Jovenel Moïse bei der Präsidentenwahl 56 Prozent bekommen und bräuchte damit nicht in die Stichwahl.

E

1

7.2.17

Der Sieger der beiden umstrittenen Präsidentschaftswahlen 2015 und 2016, Jovenel Moise, ist als Präsident vereidigt worden. Die Opposition erkennt seinen Wahlsieg weiterhin nicht an. Infos aus Port au Prince von Mariana Sanchez.

A

2

13.4.17

Der UN-Sicherheitsrat beschließt, die Friedensmission der UN in Haiti nur noch um sechs Monate zu verlängern und sie dann zu beenden. Infos aus New York von Mike Hanna, Bericht bei Euronews.

A,E

zus.5
       

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