Was gestern im Fernsehen Wichtiges zu sehen war und von mir archiviert wurde. Täglich im rauskuck.

Afrika : Mali  #3                                                                                                        (letzter Eintrag 2.5.19)

  Mali #1 bis 2.1.13  

 Mali #2 bis 13.12.18

Zur Einführung empfele ich einen Text von Christof Wackernagel, eine Analyse der politischen Entwicklung in Mali bis zur französischen Intervention.

Datum Beitrag Sender (Schlüssel) Länge (Min.)
1.1.19

Meldung: in der Region um Mopti haben bewaffnete Männer mindestens 37 Dorfbewohner vom Volk der Fulani ermordet. In der Gegend gibt es immer wieder Gewalt zwischen Jägern, Ackerbauern und Viehhaltern.

A

1/2
2.1.19

Weitere Infos zu dem Massaker im Peul/Fulani-Dorf Koulogon (Region Mopti), wo bewaffnete Männer 37 Dorfbewohner ermordet haben. Die Peul sprechen von einem Genozid.

B,JA

zus.2

17.3.19

Meldung: islamistische Rebellen haben einen Stützpunkt der Armee bei Mopti angegriffen und mindestens 24 Soldaten getötet.

A

1/2
23.3.19

In der Nähe von Bankass (Region Mopti) haben bewaffnete Männer der Dogon (Donzo) zwei Dörfer der Fulani überfallen und mindestens 134 Menschen ermordet, darunter zahlreiche Frauen und Kinder. Zwischen den Dogon-Bauern und den nomadischen Fulani-Viehhirten gibt es immer wieder Auseinandersetzungen um Land und Wasser, manche Fulani haben sich den Jihadisten angeschlossen. Bei AJE Erläuterungen von Paul Melly¤

A,B,JA zus.8
23.3.19

 

"Sahel - Die Front der Jihadisten" - Reportage von Y.Maldavsky und F.Boucheseiche über den Krieg von europäischen und afrikanischen Soldaten gegen Salafisten, der auch nach deren Vertreibung in Mali und den Nachbarländern weitergeht.  (NNA)*  ¤

Text von arte: "Im Norden von Mali kämpft die Armee gemeinsam mit Soldaten aus Frankreich, Niger und Burkina Faso gegen Jihadisten. Seit 2012 kontrollieren islamistische Extremisten, als sogenannte "Ableger von al-Kaida“, den Norden Malis – sie nutzten einen Aufstand der Tuareg-Separatisten und die Schwäche der Regierung in Bamako aus, um an Einfluss in der ohnehin fragilen Sahelzone zu gewinnen. Aber trotz der französischen Intervention und des gemeinsamen Einsatzes der Streitkräfte der G5-Länder kontrollieren die Terroristen immer noch einen großen Teil dieser Region. Von dort aus weiten sie ihren Einfluss in Richtung Burkina Faso und Niger aus. Die arte-Reportage berichtet über den Kampf der Franzosen und Afrikaner gegen den Terror in einem riesigen Gebiet, das nur schwer unter Kontrolle zu bekommen ist."

arep

 

26

 

24.3.19

 

Nach dem Massaker an über 130 Fulani-Dorfbewohnern durch eine Dogon-Miliz hat die Regierung den Armeechef und mehrere hohe Offiziere entlassen, weil sie die Leute nicht schützen konnten. Außerdem soll die Armee "Selbstverteidigungsgruppen" der Dogon zum Kampf gegen salafistische Banden bewaffnet haben. Es gibt ein paar Bilder aus dem Dorf Ogossagou, das von den Angreifern komplett niedergebrannt wurde. Bei wechselseitigen Angriffen zwischen Fulani und anderen Ethnien sind letztes Jahr über 500 Menschen getötet worden. Den Fulani werden Verbindungen zu den islamistischen Rebellen vorgeworfen, aber eigentlich geht es um knappes Land und Wasser.  ¤

Bei AJE Erläuterungen von Adama Gaye (Ex-Direktor der Ecowas), bei CNN von Corinne Dufka (HRW). Bei TV5 Infos aus Bamako von Kaorou Magassa und Einschätzungen von Dougokolo Ba-Konaré (Menschenrechtsorganisation KISAL). Auf deutsch ein ordentlicher kurzer Bericht bei Euronews und eine sehr schwammige Kurzmeldung im heute-journal. Bei der ARD wie üblich gar nichts.

A,C,hj,E,JA

 

zus.17

 

                 
25.3.19

Bei dem Massaker einer Dogon-Miliz in Ogossagou und einem Nachbardorf wurden 154 Menschen getötet, ausschließlich Zivilisten. Frauen und Kinder wurden erschossen oder mit Macheten zerhackt. Der ICC hat Ermittlungen wegen Völkermord aufgenommen. Präsident Keita besucht die beiden Dörfer und kritisiert das Versagen der Armee.  - Auf deutsch ein Bericht bei arte. Bei der ARD weiter kein Wort über einen Massenmord in einem Land, in dem auch Bundeswehrsoldaten für Sicherheit sorgen sollen. Ich frage mich mal wieder, was Tagesschau-Chef Gniffke eigentlich speziell gegen dieses Land und seine Bewohner hat.  ¤

B,arj,JA

zus.7

           
29.3.19

Bericht und Infos von Nicolas Haque aus Gao über die UN-Friedenstruppe und ihren Kampf gegen islamistische Rebellen, sowie über die Eskalation der "ethnischen" Auseinandersetzungen zwischen Farmern und Viehzüchtern um knappe Ressourcen. Im "Journal Afrique" ein Bericht mit Aussagen von Hamidou Angoïba (Vizechef von GINNA, der Vereinigung der Dogon) zu dem jüngsten Massaker.

A,JA

zus.10

           
3.4.19

Nicolas Haque berichtet aus Gao über das Massaker in Ogossagou, wo vermutlich eine Dogon-Miliz über 150 Fulani-Dorfbewohner ermordet hat.

A

3
           
4.4.19

Nicolas Haque berichtet aus Gao über das Bemühen von UN-Blauhelmen und malischen Polizisten um Sicherheit, im Kampf gegen islamistische Rebellen und gegen die Ausbreitung von "ethnischen" Spannungen.

A

3
           
5.4.19

In Bamako demonstrieren über 10.000 Menschen gegen "ethnische" Gewalt und fordern den Rücktritt von Präsident Keita, weil der das Massaker von Ogossagou nicht verhindert hat. 

A,JA

zus.4

           
18.4.19

Premierminister Boubeye und die ganze Regierung sind zurückgetreten, offenbar wegen der Kritik an der Verschlechterung der Sicherheitslage nach dem Massaker von Ogossagou. Erste Infos aus Dakar von Nicolas Haque.

A

3
19.4.19

Nach dem gestern gemeldeten Rücktritt der kompletten Regierung kaum Neues. Offiziell wurde noch kein Grund genannt, aber es geht offenbar um die Vorwürfe wegen des Massakers von Ogossagou. Dieses wurde von einer Dogon-Miliz verübt, die von der Regierung für den Kampf gegen Islamisten bewaffnet wurde. Infos bei AJE von Nicolas Haque (jetzt in Bamako). Bei BBC FoA ein Bericht und Erläuterungen von Jean-Hervé Jezequel (ICG). Bei TV5 ein Bericht und Infos aus Bamako von Kaourou Magassa. - Auf deutsch nur bei RTL eine Meldung.

A,B,R,JA

zus.13

21.4.19

Meldung: in Guire (an der Grenze zu Mauretanien) haben bewaffnete Männer ein Camp der Armee angegriffen und niedergebrannt. Mindestens 12 Soldaten wurden getötet. - Nicolas Haque berichtet aus Bamako über die unklare Lage nach dem Rücktritt der Regierung.

A

3
           
22.4.19

Präsident Keita hat den Politiker Boubou Cisse als neuen Premierminister berufen. Cisse gehört zur ethnischen Gruppe der Fulani, wie die 154 Leute im Dorf Ogossagou, die am 23.3. von einer Dogon-Miliz massakriert wurden. Infos aus Bamako von Nicolas Haque.

A

2
25.4.19

Nicolas Haque spricht in Bamako mit Mouhammed Ousmane ag Mahedoune, dem Chef der islamistischen Gruppe "Coalition for the people of Azawad". Der grenzt sich von den Gruppen ab, die immer noch Anschläge auf Regierungstruppen und UN-Soldaten verüben. Seit dem Abschluß eines Friedensabkommens vor vier Jahren hat sich die Zahl der bewaffneten Angriffe stetig erhöht. 

A

3
           
2.5.19

Meldung und OT: die UN-Mission Minusma hat eine Untersuchungskommission zu dem Massaker in Ogossagou (23.3.) eingesetzt. - Bericht aus Bamako über die neue Regierung von Ministerpräsident Boubou Cissé.

JA 4
2.5.19

Berichte über Merkels Besuch bei den deutschen Soldaten in Mali. Für mehr oder weniger alberne Aufsager sind Nadine Schullerus (RTL), Ariane Reimers (ARD) und Cornelia Schiemenz (ZDF) mitgeflogen. Über die aktuelle politische Entwicklung in Mali verliert kein deutscher Sender ein Wort. Der ZDF-Bericht ist etwas ausführlicher und bringt auch kritische Stimmen zur deutschen Afrika-Politik.

R,TS,hj,E zus.8
       

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