Was gestern im Fernsehen Wichtiges zu sehen war und von mir archiviert wurde. Täglich im rauskuck.

Afrika : Mali  #3                                                                                                       

 Zur Einführung empfele ich einen Text von Christof Wackernagel, eine Analyse der politischen Entwicklung in Mali bis zur französischen Intervention.
  Mali #1 bis 2.1.13  
  Mali #2 bis 13.12.18

 (letzter Eintrag 21.11.20)

Datum Beitrag Sender (Schlüssel) Länge (Min.)
1.1.19

Meldung: in der Region um Mopti haben bewaffnete Männer mindestens 37 Dorfbewohner vom Volk der Fulani ermordet. In der Gegend gibt es immer wieder Gewalt zwischen Jägern, Ackerbauern und Viehhaltern.

A

1/2
2.1.19

Weitere Infos zu dem Massaker im Peul/Fulani-Dorf Koulogon (Region Mopti), wo bewaffnete Männer 37 Dorfbewohner ermordet haben. Die Peul sprechen von einem Genozid.

B,JA

zus.2

17.3.19

Meldung: islamistische Rebellen haben einen Stützpunkt der Armee bei Mopti angegriffen und mindestens 24 Soldaten getötet.

A

1/2
23.3.19

In der Nähe von Bankass (Region Mopti) haben bewaffnete Männer der Dogon (Donzo) zwei Dörfer der Fulani überfallen und mindestens 134 Menschen ermordet, darunter zahlreiche Frauen und Kinder. Zwischen den Dogon-Bauern und den nomadischen Fulani-Viehhirten gibt es immer wieder Auseinandersetzungen um Land und Wasser, manche Fulani haben sich den Jihadisten angeschlossen. Bei AJE Erläuterungen von Paul Melly¤

A,B,JA zus.8
23.3.19

 

"Sahel - Die Front der Jihadisten" - Reportage von Y.Maldavsky und F.Boucheseiche über den Krieg von europäischen und afrikanischen Soldaten gegen Salafisten, der auch nach deren Vertreibung in Mali und den Nachbarländern weitergeht.  (NNA)*  ¤

Text von arte: "Im Norden von Mali kämpft die Armee gemeinsam mit Soldaten aus Frankreich, Niger und Burkina Faso gegen Jihadisten. Seit 2012 kontrollieren islamistische Extremisten, als sogenannte "Ableger von al-Kaida“, den Norden Malis – sie nutzten einen Aufstand der Tuareg-Separatisten und die Schwäche der Regierung in Bamako aus, um an Einfluss in der ohnehin fragilen Sahelzone zu gewinnen. Aber trotz der französischen Intervention und des gemeinsamen Einsatzes der Streitkräfte der G5-Länder kontrollieren die Terroristen immer noch einen großen Teil dieser Region. Von dort aus weiten sie ihren Einfluss in Richtung Burkina Faso und Niger aus. Die arte-Reportage berichtet über den Kampf der Franzosen und Afrikaner gegen den Terror in einem riesigen Gebiet, das nur schwer unter Kontrolle zu bekommen ist."

arep

 

26

 

24.3.19

 

Nach dem Massaker an über 130 Fulani-Dorfbewohnern durch eine Dogon-Miliz hat die Regierung den Armeechef und mehrere hohe Offiziere entlassen, weil sie die Leute nicht schützen konnten. Außerdem soll die Armee "Selbstverteidigungsgruppen" der Dogon zum Kampf gegen salafistische Banden bewaffnet haben. Es gibt ein paar Bilder aus dem Dorf Ogossagou, das von den Angreifern komplett niedergebrannt wurde. Bei wechselseitigen Angriffen zwischen Fulani und anderen Ethnien sind letztes Jahr über 500 Menschen getötet worden. Den Fulani werden Verbindungen zu den islamistischen Rebellen vorgeworfen, aber eigentlich geht es um knappes Land und Wasser.  ¤

Bei AJE Erläuterungen von Adama Gaye (Ex-Direktor der Ecowas), bei CNN von Corinne Dufka (HRW). Bei TV5 Infos aus Bamako von Kaorou Magassa und Einschätzungen von Dougokolo Ba-Konaré (Menschenrechtsorganisation KISAL). Auf deutsch ein ordentlicher kurzer Bericht bei Euronews und eine sehr schwammige Kurzmeldung im heute-journal. Bei der ARD wie üblich gar nichts.

A,C,hj,E,JA

 

zus.17

 

                 
25.3.19

Bei dem Massaker einer Dogon-Miliz in Ogossagou und einem Nachbardorf wurden 154 Menschen getötet, ausschließlich Zivilisten. Frauen und Kinder wurden erschossen oder mit Macheten zerhackt. Der ICC hat Ermittlungen wegen Völkermord aufgenommen. Präsident Keita besucht die beiden Dörfer und kritisiert das Versagen der Armee.  - Auf deutsch ein Bericht bei arte. Bei der ARD weiter kein Wort über einen Massenmord in einem Land, in dem auch Bundeswehrsoldaten für Sicherheit sorgen sollen. Ich frage mich mal wieder, was Tagesschau-Chef Gniffke eigentlich speziell gegen dieses Land und seine Bewohner hat.  ¤

B,arj,JA

zus.7

           
29.3.19

Bericht und Infos von Nicolas Haque aus Gao über die UN-Friedenstruppe und ihren Kampf gegen islamistische Rebellen, sowie über die Eskalation der "ethnischen" Auseinandersetzungen zwischen Farmern und Viehzüchtern um knappe Ressourcen. Im "Journal Afrique" ein Bericht mit Aussagen von Hamidou Angoïba (Vizechef von GINNA, der Vereinigung der Dogon) zu dem jüngsten Massaker.

A,JA

zus.10

           
3.4.19

Nicolas Haque berichtet aus Gao über das Massaker in Ogossagou, wo vermutlich eine Dogon-Miliz über 150 Fulani-Dorfbewohner ermordet hat.

A

3
           
4.4.19

Nicolas Haque berichtet aus Gao über das Bemühen von UN-Blauhelmen und malischen Polizisten um Sicherheit, im Kampf gegen islamistische Rebellen und gegen die Ausbreitung von "ethnischen" Spannungen.

A

3
           
5.4.19

In Bamako demonstrieren über 10.000 Menschen gegen "ethnische" Gewalt und fordern den Rücktritt von Präsident Keita, weil der das Massaker von Ogossagou nicht verhindert hat. 

A,JA

zus.4

           
18.4.19

Premierminister Boubeye und die ganze Regierung sind zurückgetreten, offenbar wegen der Kritik an der Verschlechterung der Sicherheitslage nach dem Massaker von Ogossagou. Erste Infos aus Dakar von Nicolas Haque.

A

3
19.4.19

Nach dem gestern gemeldeten Rücktritt der kompletten Regierung kaum Neues. Offiziell wurde noch kein Grund genannt, aber es geht offenbar um die Vorwürfe wegen des Massakers von Ogossagou. Dieses wurde von einer Dogon-Miliz verübt, die von der Regierung für den Kampf gegen Islamisten bewaffnet wurde. Infos bei AJE von Nicolas Haque (jetzt in Bamako). Bei BBC FoA ein Bericht und Erläuterungen von Jean-Hervé Jezequel (ICG). Bei TV5 ein Bericht und Infos aus Bamako von Kaourou Magassa. - Auf deutsch nur bei RTL eine Meldung.

A,B,R,JA

zus.13

21.4.19

Meldung: in Guire (an der Grenze zu Mauretanien) haben bewaffnete Männer ein Camp der Armee angegriffen und niedergebrannt. Mindestens 12 Soldaten wurden getötet. - Nicolas Haque berichtet aus Bamako über die unklare Lage nach dem Rücktritt der Regierung.

A

3
           
22.4.19

Präsident Keita hat den Politiker Boubou Cisse als neuen Premierminister berufen. Cisse gehört zur ethnischen Gruppe der Fulani, wie die 154 Leute im Dorf Ogossagou, die am 23.3. von einer Dogon-Miliz massakriert wurden. Infos aus Bamako von Nicolas Haque.

A

2
25.4.19

Nicolas Haque spricht in Bamako mit Mouhammed Ousmane ag Mahedoune, dem Chef der islamistischen Gruppe "Coalition for the people of Azawad". Der grenzt sich von den Gruppen ab, die immer noch Anschläge auf Regierungstruppen und UN-Soldaten verüben. Seit dem Abschluß eines Friedensabkommens vor vier Jahren hat sich die Zahl der bewaffneten Angriffe stetig erhöht. 

A

3
           
2.5.19

Meldung und OT: die UN-Mission Minusma hat eine Untersuchungskommission zu dem Massaker in Ogossagou (23.3.) eingesetzt. - Bericht aus Bamako über die neue Regierung von Ministerpräsident Boubou Cissé.

JA 4
2.5.19

Berichte über Merkels Besuch bei den deutschen Soldaten in Mali. Für mehr oder weniger alberne Aufsager sind Nadine Schullerus (RTL), Ariane Reimers (ARD) und Cornelia Schiemenz (ZDF) mitgeflogen. Über die aktuelle politische Entwicklung in Mali verliert kein deutscher Sender ein Wort. Der ZDF-Bericht ist etwas ausführlicher und bringt auch kritische Stimmen zur deutschen Afrika-Politik.

R,TS,hj,E zus.8
10.6.19

In der Nähe von Mopti haben bewaffnete Männer auf Motorrädern das Dogon-Dorf Sobane-Kou überfallen und mindestens 95 Bewohner ermordet sowie sämtliche Häuser niedergebrannt. Vermutlich eine Vergeltungsaktion von Extremisten aus dem Fulanivolk.  ¤

Es gibt einige Bilder aus Sobane-Kou von zerstörten Häusern. Bei AJE Infos von Nicolas Haque (in Dakar) und Einschätzungen von Adam Day (Universität der UN). Bei BBC-FoA Infos von Louise Dewast (in Dakar). Bei TV5 Erläuterungen von Giovanni Zanoletti (Experte). Bei deutschen Sendern Kurzmeldungen. RTL zeigt dazu Bilder, die eindeutig nicht aus Mali stammen.

A,B,JA

R,hj,TT,E

zus.16

zus.2

           
11.6.19

 

Nach dem Massaker im Dogon-Dorf Sobane-Kou (Sobame-Da) mit fast 100 Toten. Weiter unklar, wer die Täter sind. Etwa 100 Dorfbewohner, die bei dem Angriff geflüchtet waren, sind in einer Schule in Sicherheit. Tausende Angehöriger beider Völker, Fulani und Dogon, sind aus der Region um Mopti nach Bamako geflüchtet und leben dort in erbärmlichen Lagern.  ¤

Bei AJE berichtet Nicolas Haque aus Bamako. Bei BBC-FoA ein Bericht von Louise Dewast (aus Dakar) und ein Gespräch mit Guillaume Ngefa (Chef der UN-Mission in Mali). Im "Journal Afrique" ein Bericht aus Sobane-Kou und Einschätzungen von Kaourou Magassa (Korrespondent von TV5 in Mali). Einziger Bericht auf deutsch bei arte. Hier Einschätzungen von Morgane le Cam (Korrespondentin von "Le Monde"): es ist kein Konflikt zwischen den beiden Völkern, sondern zwischen den bewaffneten Milizen beider Völker, die aber ausschließlich Zivilisten angreifen. In den letzten drei Jahren sind dabei mehr als 2700 Menschen getötet worden. Es droht die Eskalation zu einem Bürgerkrieg.  ¤

A,B,JA,arj

zus.21

                  
12.6.19

Premier Cisse besucht das zerstörte Dogon-Dorf Sobame-Da, wo bei einem Massaker fast 100 Bewohner ermordet wurden, zeigt sein Mitgefühl und spricht von einer Tragödie der Menschheit. Es gibt unterdessen mehrere weitere Angriffe auf Dörfer sowohl von Dogon als auch von Fulani. Infos aus Bamako von Malcolm Webb. In New York berät der UN-Sicherheitsrat über die Lage. Infos von Mike Hanna.

"Inside Story: What's behind the ethnic violence in Mali?" - Martine Dennis spricht mit drei Experten, Ibrahim Yahaya Ibrahim (Project Global Health), Tor Benjaminsen (Professor für politische Ökologie) und Paul Melly (Journalist, u.a. bei "Africa Confidential"), über die politischen und sozialen Ursachen des völkermörderischen Konflikts zwischen Dogon und Fulani. Hohes Niveau, sehenswert! (Leider nur stellenweise angesehen.)  ¤ 

A

A

3

25

           
13.6.19

Malcolm Webb berichtet aus Bamako über Reaktionen auf das Massaker im Dogon-Dorf Sobane-Kou (Sobame-Da) mit fast 100 Toten.

A

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14.6.19

In Bamako gibt es Proteste gegen die Verlegung des Hauptquartiers der westafrikanischen Eingreiftruppe G5 hierher. Die Polizei geht mit Tränengas gegen die Demonstranten vor. Malcolm Webb berichtet aus Bamako.

A

2
16.6.19

Nicolas Haque berichtet aus Bamako über Dogon und Fulani, die vor der Gewalt in die Hauptstadt geflüchtet sind, und über den Aufruf des bekannten Imams Mahmadou Dicko, zum Frieden zurückzukehren und den Kreislauf der Rache zu beenden.

A

2
           
17.6.19

Zwei Berichte. Erst von Malcolm Webb aus der Koulikoro-Region (in der Mitte des Landes) über den Konflikt zwischen Ackerbauern und nomadischen Viehzüchtern (Fulani), der durch die Erderhitzung verschärft wird und schon hunderte Menschenleben gekostet hat. Vor vier Jahren hat eine Fulani-Rebellengruppe unter dem Prediger Amadou Kufa der Regierung und den UN den Krieg erklärt, die Regierung hat darauf Dogon-Milizen bewaffnet. Beide Milizen haben nun Massaker an Zivilisten begangen.  ¤

Dann berichtet Nicolas Haque aus Bamako über eine internationale Friedenskonferenz.

A

zus.6

           
18.6.19

Meldung: in der Zentralregion haben bewaffnete Männer auf Motorrädern erneut zwei Dogon-Dörfer überfallen und mindestens 38 Bewohner ermordet. Bei TV5 Infos aus Bamako von Kaourou Magassa. - Malcolm Webb ist in Mopti und schildert nochmal die Auseinandersetzungen zwischen Ackerbauern und nomadischen Fulani-Viehzüchtern.

A,JA zus.3
19.6.19

Malcolm Webb berichtet aus der Gegend von Mopti über die Massaker von Fulani- und Dogonmilizen an den Zivilisten der jeweils anderen Seite und die Not der Menschen, die vor der Gewalt flüchten mußten. Dabei finden Fulani und Dogon in den Lagern teilweise wieder zusammen, wie sie auch früher friedlich nebeneinander gelebt haben. 

A 3
           
21.6.19

In Bamako demonstrieren Tausende Menschen (darunter sowohl Dogon als auch Peul/ Fulani) gegen Hass und Gewalt und für den Schutz der Zivilisten vor dem Terror der Milizen.

JA 2
22.6.19

Malcolm Webb berichtet aus der Gegend von Mopti. In einem Krankenhaus werden Kinder behandelt, die bei Massakern schwer verletzt wurden. Tausende Leute leben jetzt in Flüchtlingslagern.

A 4
           
23.6.19

Malcolm Webb berichtet über das Elend der Flüchtlinge. Über 50.000 Menschen haben wegen der Massaker an Fulani und Dogon ihre Dörfer verlassen und leben nun in Lagern rund um Mopti.

A 3
           
28.6.19

Bericht von Nicolas Haque über das Massaker im Fulani-Dorf Ogossagou (23.3.19, über 150 Tote). Erstmals Bilder von der Dogon-Miliz, die dafür verantwortlich sein soll. Überlebende erzählen, daß sie während des Massakers bei Armee und UN-Friedenstruppe angerufen haben. Obwohl deren Kasernen nur 20 km entfernt sind, kam die Armee erst nach sechs Stunden, die UN erst am nächsten Tag.  ¤

A 4
             
14.8.19

Ein Bericht aus Gossi (im Osten des Landes, bei Gao), über den Krieg von malischer Armee und französischem Militär ("Force Barkhane") gegen Djihadisten.

JA 3
18.8.19

Ein Bericht über die UN-Truppe Minusma, die in der Gegend um Mopti gegen islamistische Rebellen kämpft.

JA

2
25.8.19

"Talk to Al Jazeera - In the Field: The fight between the Dogon and Fulani" - Nicolas Haque geht den Ursachen des "ethnischen" Konflikts zwischen Dogon und Fulani nach. Er spricht mit Zeugen und Überlebenden der Massaker, sowie mit Mamadou Togo (oberster Repräsentant der Dogon) und mit Mahmadou Dicko (Vertreter der Fulani), außerdem mit Außenminister Tiebile Drame. Sehr spannend. Leider NNA)*  ¤¤

A 25
           
2.9.19

In Bamako ist ein dreistöckiges Wohnhaus eingestürzt. Mindestens 15 Bewohner wurden getötet, Helfer suchen in den Trümmern nach Überlebenden und weiteren Toten.

Sky,JA

zus.2

22.9.19

Im Ort Niono in der Mitte des Landes haben Dorfbewohner das Polizeirevier gestürmt und auf offener Straße einen Polizeikommissar gelyncht, dem sie Willkürakte vorwarfen. Bericht mit Handy-Aufnahmen aus dem Ort.

JA 2
1.10.19

Meldungen: bei zwei Angriffen von Terroristen mit Verbindungen zu Al Kaida auf zwei Armeestützpunkte in der Region Mopti sind mindestens 25 Soldaten getötet worden. 60 weitere werden vermisst. In der selben Region wurden in den letzten zwei Wochen bei Kämpfen etwa 30 Zivilisten getötet und 19.000 vertrieben.

A,Sky

zus.1

2.10.19

Nach dem Angriff von islamistischen Terroristen auf zwei Armeestützpunkte in der Region Mopti suchen malische und burkinische Truppen im Grenzgebiet nach 60 entführten Soldaten. Bei den Angriffen waren mindestens 25 Soldaten getötet worden. Bei BBC-FoA Infos von Lamine Konkobo (BBC Afrique). Bei TV5 ein Bericht.

B,JA

zus.7

3.10.19

In Bamako fordern Angehörige der von Terroristen entführten Soldaten Aufklärung. Die Zahl der bei den Angriffen getöteten Soldaten ist auf 38 gestiegen.

JA

2
4.10.19

Erster und wohl einziger Bericht auf deutsch über die Anschläge von Islamisten auf Armeestützpunkte, bei denen mindestens 38 Soldaten getötet wurden. Seltsam, daß der Bericht die etwa 60 entführten Soldaten nicht erwähnt.

arj

2
7.10.19

Die deutsche Kriegsministerin ist zu Besuch bei ihrer Truppe in Mali. Mitgereist sind Lothar Keller (RTL) und Andreas Huppert (ZDF).

R,hj

zus.7

8.10.19

Die zu Al Kaida gehörende Jihadistengruppe GSIM hat sich zu den Angriffen auf zwei Armeestützpunkte vor einer Woche bekannt. Dabei seien nicht 30, sondern 80 Soldaten getötet worden. Von den ca. 60 entführten Soldaten ist keine Rede mehr. Erläuterungen von Ousmane Ndiaye.

JA

5

1.11.19

Erste Meldungen: in Menaka im Osten des Landes haben islamistische Rebellen einen Armeeposten überfallen und mindestens 53 Soldaten getötet.

A,B

zus.½

2.11.19

Mehr über den Angriff von Jihadisten auf einen Militärstützpunkt in Indelimane (bei Menaka im Osten des Landes), bei dem mindestens 53 Soldaten getötet wurden. Eine ISIS-Gruppe hat sich zu dem Anschlag bekannt. Bei AJE ausführliche Infos von Mohammed Vall und Einschätzungen von Susanna Wing (Expertin). Auf deutsch ein Bericht bei arte und Kurzmeldungen bei ARD und ZDF.

A,JA,arj,TS,hj

zus.13

             
9.11.19

"Mit offenen Karten: Mali - Die Probleme der Sahelzone" - Geographie, Bevölkerung, Geschichte. Unabhängigkeit 1960, Tuaregaufstände, ab 2007 Rebellion von drei Islamistengruppen: AQMI (Al Kaida, in Tessalit), Mujao (Malischer Islamismus, in Kidal) und Ansar Dine (Salafisten, in Gao). Armut und Anfälligkeit für Fanatismus. Sturz Gaddafis 2011 überschwemmt das Land mit Waffen. Tuareg-Rebellen rufen eigenen Staat ("Azawad") im Norden aus, Bündnis der Tuareg mit den Islamisten. Zerstörungen in Timbuktu. Frankreich interveniert. Seitdem Dauerpräsenz von französischen und internationalen Truppen. Der Staat fördert die Bildung von Stammesmilizen, es kommt zu Massakern zwischen Dogon und Fulbe. Terroranschläge von Jihadisten in Mali, Niger und Burkina Faso. Zusammenhänge zwischen Malis Islamisten, Boko Haram und Al Shabab.  ¤

arte 12
16.11.19

Der Sänger Salif Keita hat ein Video veröffentlicht, in dem er Präsident Keita und Frankreich scharf kritisiert und den Rücktritt des Präsidenten und den Abzug der französischen Truppen fordert. (Soweit ich es verstanden habe.) 

JA

3
18.11.19

Meldung: in der Nähe von Gao sind malische Soldaten in einen Hinterhalt geraten, mindestens 24 wurden getötet und 29 verletzt.

A 1/2
19.11.19

Bericht über den gestern gemeldeten Anschlag in der Nähe von Gao, bei dem 24 Soldaten getötet wurden.

JA 2
26.11.19

Meldung: bei einem Kampfeinsatz sind zwei französische Hubschrauber zusammengestoßen. Alle 13 Soldaten an Bord wurden getötet.

E 1
14.12.19

In Niger Staatsbegräbnis und drei Tage Staatstrauer für die 71 Soldaten, die bei einem Angriff von Islamisten getötet wurden. In Bamako beginnt eine Konferenz des "nationalen Dialogs", um das Land wieder zusammenzubringen. Allerdings nehmen keine Vertreter der bewaffneten Rebellengruppen teil. Bei AJE berichtet Ahmed Idris aus Bamako, bei TV5 Kaourou Magassa.

A,JA zus.5
15.12.19

Wegen der Angriffe von Jihadisten sind in Mali und Niger tausende Zivilisten auf der Flucht. In Niamey findet ein Gipfeltreffen der "G5" statt, der fünf vom islamistischen Terror betroffenen Sahel-Staaten. Bei AJE ein Bericht von Ahmed Idris. Im arte-Bericht wird erstmals auf deutsch das Massaker von Inates erwähnt, bei dem Jihadisten 71 nigrische Soldaten getötet haben.

A,arj,JA zus.7
             
16.12.19

Ahmed Idris berichtet aus Bamako über das Gipfeltreffen der "G5" in Niamey zum Kampf gegen denn Terrorismus in der Sahelregion.

A 2
16.12.19

 

 

Eine sehr gute Sendung im Radio, bei WDR 5: die Reportage "Klimakrise in Mali - Über Bauern, Hirten und Islamisten" von Bettina Rühl. Die Autorin ist nach Mali gereist, um herauszufinden, warum es dort seit zwei Jahren zu beiderseitigen Massakern zwischen den Dogon (Bauern) und den Fulani (Hirten) kommt und welche Rolle die Armee dabei spielt. Die beiden Völker haben früher friedlich zusammengelebt und sich das Land zum beiderseitigen Nutzen geteilt. Durch die Klimaänderung wird das nutzbare Land weniger, das Wetter unberechenbar, zugleich wächst die Bevölkerung. Der Aufstand der Islamisten vor fünf Jahren hat das Land destabilisiert, der Staat verliert an Ansehen und Einfluß, einige wenden sich den islamistischen Heilsbringern zu, andere bewaffnen sich dagegen, die Armee ergreift Partei für letztere. Und Europa setzt mal wieder nur auf eine militärische Lösung, die hier offensichtlich nicht funktioniert.

Hervorragende verständnisfördernde Reportage. Auf der verlinkten Seite des WDR kann man die Sendung nachhören, als mp3 herunterladen, es gibt das Manuskript und eine Fotostrecke von der Reise der Autorin. Sehr zu empfehlen!  ¤¤

   
17.12.19

"Inside Story: What's behind the upsurge in violence in the Sahel?" - Folly Bah Thibault spricht mit Marie-Roger Biloa (Afrikaexpertin) und Stig Jarle Hansen (Professor für internationale Beziehungen). (NNA)* 

A 25
             
4.1.20

Bilder von Protesten gegen die UN-Blauhelme, die die Bevölkerung nicht schützen können. Dazu eine Erklärung von Marcelin Guenguere, Sprecher einer Bürgermiliz. Leider keine Details verstanden.

JA

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13.1.20 (Sahel) : Bei einer Konferenz in Pau (Südfrankreich) trifft sich Präsident Macron mit den Präsidenten von Mali, Niger, Burkina Faso, Mauretanien und Tschad, um über den Kampf gegen den islamistischen Terror zu beraten. Er kündigt an, 220 zusätzliche Soldaten nach Mali zu schicken. Diverse Berichte. Mehrmals mit Bildern von Massenprotesten in Mali gegen die Anwesenheit der französischen Truppen.

In den Tagesthemen ein Bericht von Norbert Hahn über die ethnisch / religiösen Konflikte in Mali, und Einschätzungen von Prof. Matthias Basedau (GIGA-Institut für Afrikastudien). Bei "ZiB" (ORF/3sat) ein Hintergrundbeitrag von Margit Maximilian.

A,arj,TS,
TT,E,ZiB

zus.24

                   
25.1.20

Soll man mit den Jihadisten verhandeln? Ein Bericht über die Debatte in Mali, Einschätzungen von Bakary Sambe (Direktor Timbuktu-Institut).

JA 6
26.1.20

Meldung: bei einem Angriff von Jihadisten sind in Sokolo (an der Grenze zu Mauretanien) mindestens 19 Soldaten getötet worden.

Im "Journal Afrique" (TV5) ein Gespräch mit Choguel Maïga (Mouvement Patriotique pour le Renouveau - Autor von "Les Rébelliones au Nord du Mali"). 

E

JA

1/2

8

14.2.20

Das Fulani-Dorf Ogossagou in der Region Mopti ist erneut von einer Dogon-Miliz überfallen worden, mindestens 20 Bewohner wurden getötet und 28 entführt. Vor einem Jahr wurden dort bereits über 130 Bewohner ermordet. Meldung bei AJE, kurzer Bericht bei TV5.

A,JA

zus.2

19.3.20

Meldung: bei einem Angriff auf einen Armeeposten in Tarkint (im Osten des Landes, 120 km nördlich von Gao) sind mindestens 30 Soldaten getötet worden.

A 1/2
25.3.20

Meldung: der Oppositionsführer Soumaila Cisse ist nach einer Wahlkampfveranstaltung in Niafunke (Landesmitte) von Unbekannten entführt worden.

A 1/2
26.3.20

Es ist weiter unklar, wer den Oppositionspolitiker Soumaila Cisse entführt hat, vermutlich eine Al-Kaida-Gruppe. Präsident Keita will die am Sonntag anstehende Parlamentswahl trotzdem abhalten lassen. Bericht von Nicolas Haque. 

A

2
27.3.20

Bericht über die Vorbereitung der morgigen Parlamentswahl in der Zeit von Corona.

TV5 2
28.3.20

Der Bericht von Nicolas Haque vom 26.3. leicht aktualisiert, über die Entführung des Oppositionspolitikers Soumaïla Cissé (vermutlich durch Salafisten) und die morgige erste Runde der Parlamentswahl.

A

2
             
29.3.20

Die Beteiligung bei der Parlamentswahl ist gering, wegen der Angst vor Corona und vor Anschlägen. Bericht von Nicolas Haque, im ZDF eine Meldung.

A,hj zus.3
6.4.20

Bei einem Angriff von Rebellen auf ein Armeelager bei Bamba (Region Gao) sind mindestens 20 Soldaten getötet worden. Infos von Nicolas Haque (in Dakar).

A

2
7.4.20

Der UN-Sicherheitsrat hält eine Sitzung zu Mali als Videokonferenz ab. Es geht sowohl um die Sicherheitslage und das Mandat der Blauhelme als auch um die Corona-Epidemie. Die Blauhelm-Truppen werden weltweit erstmal bis Ende Juni nicht mehr ausgewechselt, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern. Bericht aus New York von James Bays.

A

3
18.4.20

Sonntag findet die zweite Runde (Stichwahl) der Parlamentswahl statt. Nicolas Haque berichtet über den schwierigen Wahlkampf eines Oppositionskandidaten, wegen der Corona-Gefahr und wegen der Drohungen von Islamisten. Eine immer noch unbekannte Gruppe, die den Oppositionsführer Soumaïla Cissé entführt hat, fordert 80 Millionen Dollar als Lösegeld. Bei den Verhandlungen darüber wurde der Unterhändler ebenfalls entführt.

A 2
             
19.4.20

Auch bei der Stichwahl ist die Wahlbeteiligung sehr niedrig, wegen der Angst vor Corona und wegen der Angst vor Terroranschlägen. Bewaffnete Gruppen greifen mehrere Wahlbüros an. Berichte bei AJE von Nicolas Haque und bei Euronews.

A,E

zus.4

             
25.4.20

"Warum die Gewalt nicht aufhört" - Reportage von Ousmane Samassékou über die ethnischen Konflikte in der Region Mopti und den Krieg gegen islamistische Gruppen, und wie beides zusammenhängt.  (leider NNA)*  ¤¤ 

Text von arte: "Das Zentrum Malis und der Norden kommen seit 2012 nicht zur Ruhe. Die Konflikte der Ethnien im Land und der Terror der Dschihadisten versetzten das Volk in Angst und Schrecken. Dörfer, die früher trotz religiöser und ethnischer Unterschiede friedlich nebeneinander lebten, sind heute bis aufs Blut verfeindet. Der malische Reporter Ousmane Samassekou zeigt uns in seiner Reportage, wer da warum gegen wen kämpft. Anders als einem weißen Reporter ist es ihm gelungen, Menschen vor die Kamera zu holen, die uns den Konflikt in ihrem Land aus ihrer eigenen Sicht erzählen."

arep 25
30.4.20

Die Partei von Präsident Keita ist bei der Parlamentswahl stärkste Partei geworden, hat aber keine absolute Mehrheit. Bericht von Nicolas Haque.

A 3
           
13.5.20

Meldung: auch in Mali gibt es Proteste gegen die Corona-Ausgangssperren. Im Ort Kayes töten Polizisten drei Demonstranten.

A 1/2
14.5.20

In der Stadt Kayes (im Westen des Landes) gibt es seit Tagen Unruhen und Proteste gegen Polizeiwillkür. Viele Familien sind auf die Überweisungen der Arbeitsmigranten in Europa angewiesen. Diese entfallen jetzt wegen Corona. 

arj 3
5.6.20

Französische Truppen haben im Norden Malis den Anführer von "Al Kaida in Nordafrika", Abdelmalek Droukdel getötet.  - In Bamako demonstrieren Zehntausende gegen Präsident Boubacar, die größte Demonstration seit 30 Jahren. 

A,B

zus.4

             
6.6.20

Meldungen: bei einem erneuten Massaker sind in dem Dorf Binedama (Region Mopti) mindestens 26 Bewohner getötet worden.

Noch ein Bericht von Nicolas Haque über die Massenproteste in Bamako gegen die Regierung.

Und bei arte, Euronews und TV5 weitere Berichte über die Tötung von Abdelmalek Droukdel durch französische Soldaten in der Nähe von Tessalit (im Norden Malis).  

A,arj,E,JA

zus.9

12.6.20

Nicolas Haque berichtet am Beispiel Mali über die sich gegenseitig verstärkenden Krisen der Sahelregion: Armut, Klimawandel, ethnische Auseinandersetzungen, Terrorgruppen. schwache Regierungen. 

A

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15.6.20

Meldungen: in dem Ort Bouka Weré an der Grenze zu Mauretanien haben Jihadisten einen Armeeposten überfallen und mindestens 40 Soldaten getötet. Etwa ebensoviele werden vermißt und wurden vermutlich entführt. 

A,JA

zus.1
19.6.20

In Bamako demonstrieren erneut zigtausende Menschen gegen Präsident Keita und fordern seinen Rücktritt. Bei AJE Infos von Nicolas Haque (Dakar), Berichte bei BBC und TV5. 

A,B,JA zus.7
             
20.6.20

Noch ein Bericht bei arte über die Massenproteste gegen Präsident "IBK" Keita in Bamako.

arj 2
2.7.20

Meldung: in der Region Mopti haben bewaffnete Männer auf Motorrädern drei Dogon-Dörfer überfallen und mindestens 27 Zivilisten ermordet

A 1/2
10.7.20

In Bamako protestieren erneut Zehntausende gegen Präsident Keita. Sie errichten Barrikaden auf den Hauptstraßen und greifen mehrere Regierungsgebäude und das Parlamentsgebäude an. Bei Zusammenstößen mit der Polizei wird mindestens eine Person getötet. Bei AJE Infos und Bericht von Nicolas Haque, bei TV5 ein Bericht.

A,JA

zus.8

11.7.20

Die Proteste gegen Präsident Keita mit Unruhen und Straßenblockaden dauern an. Mindestens vier Personen wurden dabei getötet. Mehrere Oppositionspolitiker sowie mindestens 60 Demonstranten wurden verhaftet. Bei AJE heute leider kein neuer Bericht, nur Infos und Bilder. Bei TV5 ein Bericht aus Bamako, sowie ein Bericht aus dem Dorf Fana (im Süden des Landes?), wo Jihadisten mehrere Bewohner ermordet haben. (leider nicht alles verstanden)

A,JA

zus.6

12.7.20

 

Nach den schweren Unruhen in Bamako ruft einer der Anführer der Proteste, der Imam Mahmoud Dicko, zur Ruhe auf. Präsident Keita kündigt die Bildung einer Einheitsregierung an. Bei den Protesten wurde u.a. das Hauptquartier der Regierungspartei niedergebrannt. Bei AJE ein Bericht von Ahmed Idris, bei TV5 ein Bericht, einziger Bericht auf deutsch bei arte.

"Inside Story: Will Mali's president be forced to step down?" - Adrian Finighan bespricht die Lage mit Fatima Al Ansar (Beraterin des malischen Außenministers), Noufal Abboud (Westafrika-Experte) und Prof. William Lawrence (Ex-US-Diplomat).  (NNA)*

A,arj,JA

A

zus.11

24

                   
13.7.20

Bei den Unruhen in Bamako sind mindestens 11 Personen getötet worden. Teilweise hat die Polizei mit scharfer Munition auf Demonstranten bzw. Plünderer geschossen. Inzwischen herrscht gespannte Ruhe, Präsident Keita hat ein paar Zugeständnisse gemacht, sein korrupter Sohn ist als Chef des Verteidigungsausschusses zurückgetreten, einige Oppositionelle wurden aus dem Gefängnis freigelassen. Bei AJE Infos von Nicolas Haque (in Dakar), bei BBC-FoA ein Bericht.

A,B

zus.7

14.7.20

Beim ICC in Den Haag hat der Prozeß gegen Al Hassan Ag Abdoul Aziz begonnen. Ihm wird vorgeworfen, daß er als Chef der "Religionspolizei" der Jihadistengruppe Ansar Dine während deren Herrschaft in Timbuktu 2012 für den Terror gegen die Bevölkerung und die Zerstörungen von Weltkulturerbe verantwortlich war. Vier Berichte aus Den Haag, und ein Rückblick von Nicolas Haque auf die Terrorherrschaft der Islamisten und ihre wahnwitzige Zerstörung von heiligen Stätten und uralten Dokumenten - ein Verbrechen nicht nur gegen die Menschheit, sondern auch gegen den Islam. Zum Glück haben damals die Bürger der Stadt, vor allem Frauen, einen Großteil der alten Schriften in Sicherheit gebracht.  ¤

A,B,arj,TS

zus.11

             
17.7.20

Bei den Massenprotesten in Bamako sind diese Woche 12 Menschen von der Polizei erschossen worden. Der Premierminister entschuldigt sich jetzt dafür und verlangt eine Untersuchung. Nigerias Ex-Präsident Jonathan will im Auftrag der Ecowas vermitteln. Bericht von Nicolas Haque.

A 3
             
19.7.20 Das Verhandlungsteam der Ecowas hat vorgeschlagen, eine Koalitionsregierung zu bilden mit 50 % Anteil für Regierungspartei, 40 % für die Opposition und 10 % für die Zivilgesellschaft. Die Opposition lehnt den Vorschlag ab und verlangt weiter den Rücktritt von Präsident Keita. Infos von Nicolas Haque (in Dakar).

A

3
20.7.20

Andauernde Proteste in Bamako. Die Opposition legt die ganze Stadt mit Straßensperren lahm. Die Vermittlung der Ecowas ist anscheinend gescheitert. Bericht von Nicolas Haque.

A

3
             
23.7.20

In Bamako versuchen fünf afrikanische Präsidenten erneut, eine Einigung zwischen Regierung und Opposition zu vermitteln. Bei AJE ein Bericht von Nicolas Haque, bei BBC-FoA ein Bericht von Lamin Kokobo und Einschätzungen von Jean-Hervé Jezequel (ICG). Auf deutsch ein Bericht bei arte.

A,B,arj

zus.13

             
27.7.20

Bei AJE ein Bericht von Nicolas Haque über die andauernde Regierungskrise und die Vermittlungsversuche der Ecowas. Die Protestkundgebungen sind wegen eines muslimischen Feiertages erstmal unterbrochen worden. Außerdem Infos von Charles Bays aus New York, wo der UN-Sicherheitsrat über die Lage in Mali spricht. - In den Tagesthemen ein Bericht von Norbert Hahn über die Massenproteste gegen Präsident Keita und über den Oppositionsführer Mahmoud Dicko ("Ajatollah von Bamako")

A,TT

zus.9

             
11.8.20

In Bamako demonstrieren erneut zigtausende Leute gegen Präsident Keita und fordern seinen Rücktritt. Bericht und Infos von Nicolas Haque (Dakar), Bericht bei TV5.

A,JA,NC

zus.10
             
18.8.20

 

 

In Bamako meutert ein Teil der Armee und nimmt Präsident Keïta und den Ministerpräsidenten fest. Größere Kämpfe hat es dabei nicht gegeben. Auf den Straßen demonstrieren Tausende zur Unterstützung der Putschisten. Dabei werden mehrere Regierungsgebäude in Brand gesteckt. Die AU, die ECOWAS  und westliche Staaten verurteilen den Putsch. In der Nacht lassen die Soldaten dann den Präsidenten wieder frei, und dieser erklärt in einer TV-Ansprache seinen sofortigen Rücktritt, "um weiteres Blutvergießen zu verhindern". Es ist unklar, wer nun die Kontrolle hat.  ¤

Bei AJE Infos von Ahmed Idris (in Abuja) und aus Bamako von dem Journalisten Mohamed ag Hamaleck. Bei BBC-FoA Infos von Nicolas Négoce (BBC Afrique), bei der BBC später ein Bericht. Das "Journal Afrique" (TV5) bringt eine ganze Sonderausgabe, mit drei aktuellen Berichten, einem Hintergrundbericht sowie Einschätzungen von drei Experten, Serge Daniel (in Bamako), Mamadou Konaté und Mamadou Cissé. In der Tagesschau eine Meldung (zu diesem Zeitpunkt nur sehr knapp), im Nachtmagazin ein Bericht von Caroline Hoffmann (der Bericht ist OK, aber es ist seltsam, daß die ARD-Afrikareporterin nicht weiß, wie man den Namen Keïta ausspricht.) Euronews braucht bis zum Morgen für einen Bericht, aber der ist dann recht gut.  

A,B

JA

TS,nam,E

 

zus.20

26

zus.4

 

                   
19.8.20

 

Nach dem Militärputsch ist die Lage in Bamako ruhig, offenbar wird die Machtübernahme des Militärs weithin begrüßt, auch von den Oppositionsparteien. Die Putschisten haben ein "Nationales Komitee zur Rettung des Volkes" eingesetzt. Dessen Sprecher, Oberst Ismaël Wagué, erklärt, man wolle nicht auf Dauer an der Macht bleiben, sondern werde für Stabilität und für baldige Neuwahlen sorgen. Die westlichen Regierungen haben von den Entwicklungen der letzten Monate offenbar nichts mitbekommen und fordern, die Armee solle die Macht sofort wieder an den gewählten Präsidenten zurückgeben. (Dieser ist soeben zurückgetreten ...)  ¤

Bei AJE ein Bericht, und Einschätzungen von Paul Melly. Bei TV5 wieder eine Sonderausgabe des "Journals Afrique", von der ich aber nur zwei Berichte aufgehoben habe. Auf deutsch brauchbare Berichte bei arte und im ZDF (von Timm Kröger) Der Bericht von Caroline Hoffmann (Tagesschau / Tagesthemen) ist dagegen dümmlich und fehlerhaft. Sie kann den Namen Keïta immer noch nicht richtig aussprechen, ebensowenig wie Jan Hofer und Annette Gerlach. Armselig.

A,B,JA

arj,TS,hj,TT

 

zus.20

zus.10

 

                   
20.8.20

 

Nach der Machtübernahme der Armee normalisiert sich die Lage. Die Armee läßt etwa 20 Oppositionspolitiker frei, die vor zwei Wochen verhaftet worden waren. Der Chef des Militärkomitees, Colonel Assimi Goïta erklärt, daß die Soldaten keinerlei politische Ambitionen haben. Es soll bald eine zivile Übergangsregierung geben und vor allem Neuwahlen. Das Komitee hält eine Sitzung gemeinsam mit Vertretern der alten Regierung und der Opposition ab. Issa Kaou Djim, der Sprecher der Oppositionskoalition, erklärt, es handele sich nicht um einen Putsch, sondern um die Machtübernahme des Volkes, und die Ecowas solle sich etwas Besseres ausdenken als Sanktionen. - Berichte bei AJE, BBC-FoA, TV5 und auf deutsch bei Euronews. Bei BBC-FoA ein Portrait von Colonel Goïta, der in Deutschland, Frankreich und Ägypten für den Kampf gegen Terroristen ausgebildet wurde.  ¤

A,B,JA,E

 

zus.10

 

           
20.8.20

"Inside Story: Will Mali's coup leaders hand over power to civilians?" - Hashem Ahelbarra spricht mit Manu Lekunze (Experte für den Sahel), Susanna Wing (Westafrika-Expertin) und Mohamed Salaha (Journalist, Experte für die Konflikte im Sahel).  (NNA)*

A 25
           
21.8.20

Während die Ecowas den Putschisten mit Sanktionen droht, demonstrieren in Bamako Zehntausende zur Unterstützung der Armee, zeigen der Ecowas, daß sie den Sturz der alten Regierung sehr begrüßen, und feiern "den Sieg des Volkes". Colonel Ismaël Wagué erntet für seine kämpferische Ansprache stürmischen Beifall. - Übereinstimmende Berichte bei AJE, BBC, TV5 und arte. Bei BBC-FoA Einschätzungen von Moses Rono (BBC Monitoring). Bei ARD und ZDF mal wieder nichts.  ¤

 - Lesenswert die jW vom Donnerstag: Titelthema: "Befreiungsschlag in Mali", und ein schöner Kommentar von Ina Sembdner: "Putsch nicht ohne Paris"  

A,B,JA,arj

zus.11

             
22.8.20

Als Vertreter der Ecowas spricht Goodluck Jonathan mit Vertretern des Militärrates in Bamako und fordert eine baldige Rückkehr zu einer zivilen Regierung. (Genau das haben die Militärs ja bereits angekündigt, aber kein Datum genannt.) Infos und Bericht von Ahmed Idris (in Abuja), Bericht bei TV5.

A,JA

zus.7

             
23.8.20

Weitere Gespräche zwischen dem "Komitee" und Vertretern der Ecowas. Diese treffen auch den gestürzten Präsidenten Keïta.

A,arj,JA

zus.7

24.8.20

In Bamako halten Vertreter des Militärrats und der Ecowas den dritten Tag Gespräche. Keine offiziellen Ergebnisse, außer daß Ex-Präsident Keïta wieder sein Haus oder auch das Land verlassen darf. Er erklärt, er sei freiwillig zurückgetreten und wolle auch nicht wieder ins Amt zurück. Angeblich strebt die Militärrat eine dreijährige Übergangsregierung mit Beteiligung der Armee an, erst dann solle es Neuwahlen geben. Ausführliche Infos und ein Bericht von Ahmed Idris (in Nigeria) bei AJE.

A,JA,E

zus.9

             
26.8.20

Interview mit dem Sprecher des Militärrats, Colonel Ismaël Wagué.

JA 11
             
27.8.20

Ungefähr zum vierten Mal wird gemeldet, daß der gestürzte Präsident Keïta aus dem Hausarrest entlassen wurde. - Bericht von Ahmed Idris über die wirtschaftlichen Probleme des Landes, die durch die Sanktionen der Ecowas wegen des Putsches (vor allem die Schließung der Grenzen) weiter verschlimmert werden.

A 3
             
30.8.20

Ulrike Dässler berichtet aus Bamako über die Auswirkungen der Wirtschaftssanktionen der Ecowas.

Im "Weltspiegel" ein Bericht von Caroline Hoffmann über die Machtübernahme der Armee, die von der Bevölkerung (jedenfalls in Bamako) klar begrüßt wird. (Beitrag aus verfügbarem Material; die ARD hat dort keine eigene Reporterin.) (NNA)*

arj

WS

3

5

3.9.20

Ulrike Dässler berichtet aus Bamako über unterschiedliche Reaktionen in der Oppositionsbewegung "M5" auf die Machtübernahme der Armee.

arj

3
5.9.20

In Bamako diskutieren bei einer großen Konferenz Vertreter der Militärregierung mit Vertretern von Parteien, Gewerkschaften, Zivilgesellschaft und Ex-Rebellen über die Zukunft des Landes. Bericht bei TV5, Meldung bei AJE. Meldung bei arte am nächsten Tag.

A,JA,arj

zus.4
7.9.20

Die Ecowas stellt der Militärregierung ein Ultimatum, innerhalb von einer Woche eine zivile Übergangsregierung einzusetzen. Infos aus Abuja von Ahmed Idris.

A 4
12.9.20

Bei der gemeinsamen Konferenz von Militär und Zivilgesellschaft in Bamako ist ein Plan für den Übergang zu einer zivilen Regierung beschlossen worden. Das Militär soll einen zivilen Übergangspräsidenten auswählen, der den "Übergang zur zivilen Regierung beaufsichtigen" soll. Neuwahlen soll es dann innerhalb von 18 Monaten geben. Ein anderer detaillierter Plan, den Oppositionsgruppen entwickelt hatten, wurde nicht berücksichtigt. Infos und Bericht von Ahmed Idris, Einschätzungen von Marie-Roger Biloa. Bei TV5 Infos aus Bamako von Kaourou Magassa.

A,JA

zus.14

             
13.9.20

In der Tagesschau eine Kurzmeldung über den Plan zur Bildung einer zivilen Übergangsregierung. - TV5 berichtet, daß die Oppositionsbewegung "M5" diesen Plan ablehnt.

"Inside Story: Mali coup leaders' road map back to democracy suffers setback" - Sami Zeidan spricht mit Manu Lekunze (Westafrika-Experte), Marie-Roger Biloa (Expertin) und Mohamed Salaha (Experte für die Konflikte im Sahel). (NNA)*

JA,TS

A

zus.3

25

             
15.9.20

Die Vermittler der Ecowas haben bei einem Gipfel in Accra dem Plan für eine 18-monatige Übergangsregierung zugestimmt. Wenn es innerhalb einiger Tage eine zivile Regierung gibt, sollen die Sanktionen beendet werden. Bericht von Nicolas Haque, Bericht bei arte.

A,arj

zus.5

16.9.20

Die Ecowas fordert, daß innerhalb einer Woche ein ziviler Übergangspräsident ernannt wird, und droht erneut mit einem Wirtschaftsembargo. Der Militärrat will das nicht zusagen. Infos von Nicolas Haque (in Dakar).

A 2
21.9.20

Die Militärregierung hat den zukünftigen zivilen Übergangspräsidenten benannt: Ex-Verteidigungsminister Bah N'Daou. Infos dazu aus Bamako von Kaourou Magassa. Bei AJE heute nur eine Kurzmeldung. Morgen mehr.

JA 2
22.9.20

Zur Feier des 60. Jahrestages der Unabhängigkeit gibt es in Bamako eine kleine Militärparade. Panafrikanische Gruppen haben zu antifranzösischen Protestkundgebungen aufgerufen. Zur Berufung von Ex-Verteidigungsminister Bah N'Daou als Übergangspräsidenten bisher kaum Reaktionen. Er soll am Freitag vereidigt werden. - Bei AJE Infos und Bericht von Nicolas Haque (in Dakar), bei arte ein Bericht.

A,arj

zus.9

25.9.20

Ba N'Daw ist als Interimspräsident für 18 Monate vereidigt worden. Berichte von Nicolas Haque und bei TV5.

A,JA

zus.5

27.9.20

Übergangspräsident N'Daw hat den früheren Außenminister Moctar Ouane zum neuen Premierminister berufen. Infos von Nicolas Haque.

A

2
6.10.20

Der im März entführte Oppositionspolitiker Soumaila Cisse ist von den Entführern freigelassen worden, ebenso eine französische Entwicklungshelferin. Im Austausch hat die Regierung mehr als 100 inhaftierte Islamisten freigelassen. Infos von Ahmed Idris.

A

2
8.10.20

Eine Jihadistengruppe im Norden des Landes hat mehrere Geiseln freigelassen: den Politiker Soumaila Cisse, die französische Entwicklungshelferin Sophie Petronin, drei italienische Entwicklungshelfer und einige malische Soldaten. Petronin war fast vier Jahre in der Gewalt der Jihadisten. Alle zusammen sind heute per Flugzeug in Bamako angekommen. Im Gegenzug wurden etwa 100 inhaftierte Islamisten freigelassen. Die Vereinbarung mit den Entführern wird als großer Erfolg der Übergangsregierung angesehen. - Bei AJE Infos und Bericht von Nicolas Haque. Bei TV5 eine ganze Sondersendung des "Journal Afrique". Daraus der Anfang mit Infos aus Bamako und einem Bericht.

A,JA

zus.13

             
9.10.20

Die AU und die Ecowas haben ihre Wirtschaftssanktionen wieder aufgehoben, die sie nach dem Militärputsch verhängt hatten. Infos von Nicolas Haque. - arte berichtet als einziger deutsprachiger Sender über die Freilassung von Oppositionsführer Soumaïla Cissé und anderen und die Rückkehr von Sophie Pétronin nach Frankreich

Bei TV5 nochmal eine Sonderausgabe des "Journal Afrique" (diesmal komplett aufgehoben) über die Freilassung der Geiseln und die Reaktionen. Mit drei Berichten, sowie einem längeren Gespräch mit dem Journalisten Seidik Abba (Experte für die Jihadistengruppen im Sahel).

A,arj

JA

zus.4

26

             
3.11.20

Bei einem französischen Luftangriff im Grenzgebiet zu Niger und Burkina Faso sind angeblich etwa 50 Jihadisten getötet worden. Bei BBC-FoA Infos von Lalla Sy (in Dakar).

B

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19.11.20

Ein Bericht aus Bamako, über Frauen, deren Männer als Soldaten bei Anschlägen der Jihadisten getötet wurden. Dieses Jahr sollen mehrere hundert Soldaten so umgekommen sein. Mit schuld daran ist auch die Korruption vieler Kommandanten der Armee.

arj 3
21.11.20

 

 

"Mali: Kann man der Armee vertrauen?" - Reportage von Peggy Bruguiere und Marléne Rabaud über die Korruption, die den ganzen Staat vergiftet und auch die Armee erfasst hat und damit den Kampf gegen die Jihadisten beeinträchtigt. Der Universitätsprofessor Clément Dembélé hat mit seiner scharfen Kritik an Korruption und Straffreiheit viel Aufsehen erregt.  ¤

Text von arte: "Als die jungen Offiziere der malischen Armee im August den im Volk unpopulären Präsidenten Ibrahim Boubacar Keïta, sieben Jahre nach seinem Amtsantritt stürzten, war das für manchen Malier ein Anlass, auf eine Wende zu hoffen, auf einen Übergang zu einer Demokratie.
Allerdings sind die Verhältnisse in Mali zerrüttet: Der öffentliche Dienst dient weniger den Bürgern, als der Bereicherung korrupter Amtsträger, feindliche Ethnien bekriegen sich, und Dschihadisten terrorisieren das Land.
Die Armee hat nur wenige Erfolge gegen den islamistischen Terror vorzuweisen: Seit einigen Monaten wird sie immer wieder von Terrorkommandos angegriffen, die dabei schon dutzende Soldaten töteten. Der Armee fehlen Waffen, Munition und Fahrzeuge im Kampf gegen den Terror – auch deswegen, weil korrupte Kommandeure sich daran bereichern, zu Lasten der kämpfenden Truppe. Einige Soldaten wagen es, die Dinge beim Namen zu nennen, aber damit riskieren sie ihr Leben. Vertrauen haben in Armee und Staat, das wäre schön, in Mali."

arep

 

 

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