Was gestern im Fernsehen Wichtiges zu sehen war und von mir archiviert wurde. Täglich im rauskuck.

Bolivien                                                                        

  (letzter Eintrag 24.8.21)

Datum Beitrag Sender (Schlüssel) Länge (Min.)
15.10.07

"Die Inka-Revolution" Film von Rodrigo Vasquez (arte-Schwerpunkt Demokratie) 

(Infos und Download hier )

arte 54
18.10.07

Expräsident Sanchez unter Genozidanklage, Opferfamilien fordern von USA Auslieferung 

A  
19.10.07

Rechte Opposition besetzt Flugplatz, fordert Autonomie 

B  
20.10.07

Der Streik der Bergarbeiter, Streit mit Morales um Verstaatlichungen

"Looking for the Revolution"  (engl. Fassung des arte-Films vom 15.10) 

arep

B

13

47

24.10.07

Prostituierte im Hungerstreik 

A  
18.11.07

Streit um neue Verfassung und Hauptstadt Sucre

A

3

19.11.07

Arme alte Leute demonstrieren für "Dignity Bond", eine mit den Gaseinnahmen finanzierte Rente, Reiche in den Gasprovinzen sind dagegen und kämpfen gegen neue Verfassung (live von Teresa Bo)

A

6

25.11.07

Sucre : Morales-Gegner demonstrieren, Unruhen, 3 Tote

A,E

zus.1

28.11.07

Opposition in Santa Cruz gegen neue Verfassung

A

3

30.11.07

"Die Stunde der Indios" - Kampf um Boliviens Boden - Reportage von Thomas Aders  (NNA)*

Phoenix

44

6.12.07

Morales will Referendum, um seine Verstaatlichungspolitik zu bestätigen

A

2

7.12.07

Opposition in Santa Cruz will mit Gewalt gegen Morales kämpfen

A

3

8.12.07

Minenarbeiter streiten über Verstaatlichungspolitik

A

3

15.12.07

Reiche Provinzen erklären sich für autonom, Morales mahnt zur Ruhe

A

3

16.12.07

Streit um Autonomie der reichen Provinzen spaltet das Land

A,E

zus.5

24.12.07

Bombenexplosionen, Morales: "Wir werden uns verteidigen!"

A

1

29.12.07

Venezuela, Bolivien, Ecuador : Der schwierige Weg zur neuen (sozialistischen) Verfassung

A

3

9.2.08

Die Goldmine Yanacocha  bringt wenig Geld, aber große ökologische und soziale Probleme.

arep

6

10.3.08

Die afrikanischen Bolivier, die vor 182 Jahren als Sklaven ins Land kamen, finden unter Morales' Regierung erstmals Anerkennung. Krönung ihres Königs Bonifacio. Und sie fordern ebenfalls die Bodenreform.

A

3

29.3.08

Evo Morales im Interview mit Lucia Newman . Komplett nachzulesen hier. (NNA)*

A

22

21.4.08

Präsident Morales bringt es bei einer Konferenz der indigenen Völker (in New York) auf den Punkt : wenn wir den Planeten Erde und die Menschheit angesichts des Klimawandels und des Ressourcenmangels retten wollen, müssen wir das kapitalistische System beenden. 

B

2

1.5.08

Reportage über die Autonomiebestrebungen in einigen Bundesstaaten   (People & Power) (NNA)*

A

23

3.5.08

Vor dem Referendum in der Provinz Santa Cruz. Die Indios in La Paz (und Präsident Morales) sind gegen die Autonomie der reichen Provinz und wollen dagegen kämpfen. Berichte von beiden Seiten mit vielen Stellungnahmen von einfachen Leuten. 

ari,E,A,B

zus.13

4.5.08

Referendum der reichen Weißen in Santa Cruz. Indigene protestieren gegen die illegalen Autonomiepläne, teils mit Gewalt (Verbrennen von Wahlurnen).

A,B,E,ari,TT,NC

zus.15

5.5.08

In Santa Cruz stimmen 82% der Teilnehmer für eine Autonomie. Furcht vor Spaltung des Landes.

E,ari,A

zus.6

9.5.08

Meldung: Morales akzeptiert Referendum über seine Amtsenthebung. - Bericht über den Streit um den Koka-Anbau. Regierung Morales unterstützt den traditionellen Anbau, aber nicht die Kokain-Produktion.

ari,A

zus.4

11.5.08

Inside USA (Teil 2) über den Einfluß der USA in Lateinamerika. (NNA)*

A

19

31.5.08

Die Kampfansage der Reichen von Santa Cruz gegen die linke Regierung Morales. (NNA)*

arep

24

14.6.08

Schlägerei von Anhängern und Gegnern der Regierung.

E

1/2

7.7.08

Die linke Regierung fördert die Landwirtschaft. Es darf weiter Coca angebaut werden, aber weniger. Dafür mehr Reis und Exportfrüchte.

A

2

6.8.08

"Bolivien vor der Zerreißprobe" - Carsten Thurau berichtet über die angespannte Stimmung vor dem Referendum über die Nationalisierungspolitik von Morales. Im Hochland sind viele froh über die Verbesserungen im Sozial-und Gesundheitsbereich. Aber die reiche weiße Oberschicht in den Tieflandprovinzen fürchtet um ihre Profite.

auslandsjournal

6

8.8.08

Vor dem Referendum über die Absetzung von Präsident Morales und einiger Gouverneure.

E

1

9.8.08

Bericht von Teresa Bo über die Lage vor dem Referendum.

A

3

10.8.08

Referendum über Absetzung von Evo Morales und einigen Gouverneuren. Teresa Bo berichtet von einem sehr ruhigen Verlauf der Abstimmung. Abends Hochrechnungen, später Ergebnisse. Danach hat Morales über 60 Prozent, zwei (rechte) Gouverneure wurden abgewählt. - In "first person" begründet eine junge Frau ihre Unterstützung für "Evo".

A,B,E

zus.11

11.8.08

Morales hat mit über 63 Prozent klar gewonnen. Teresa Bo berichtet von Siegesfeiern und über die vertiefte Spaltung zwischen den armen und reichen Provinzen. Der abgewählte Gouverneur Reyes Diaz lehnt Rücktritt ab.

A,TS,E

zus.10

16.8.08

Bericht von Teresa Bo: Die US-Entwicklungshelfer von USAID dürfen nicht mehr im Lande arbeiten. Sie hatten versucht, den Koka-Anbau zu bekämpfen und sollen die rechte Opposition unterstützt haben.

A

3

17.8.08

Straßenkämpfe in Santa Cruz zwischen Regierungsgegnern und Polizei.

E

1

19.8.08

Bericht über die Unruhen in Santa Cruz (sehr allgemein).

B

2

20.8.08

Teresa Bo begleitet eine Armee-Einheit, die Kokain-Brauereien sucht und zerstört. Die Regierung unterstützt zwar den Koka-Anbau, bekämpft aber den Kokain-Handel.

A

3

30.8.08

Am 7.12. soll das Volk über die neue Verfassung abstimmen. Die Rechte in den 5 reichen Provinzen kündigt einen Boykott des Referendums und härteren Widerstand gegen die Regierung an.

A

2

31.8.08

Schlimme Bilder aus Santa Cruz. Anhänger des Präsidenten (vorwiegend Indios), die anscheinend dort  demonstrieren wollten, werden auf der Straße von fanatischen Rechten brutal angegriffen, getreten, geschlagen. Leider keine näheren Infos, aber die Bilder sprechen für sich.

ari,NC

zus.2

1.9.08

Morales besucht den Iran und wird von Ahmadinejad freundlich empfangen.

A

1

8.9.08

Die Armee besetzt Gasförderanlagen, nachdem die Separatisten angekündigt hatten, die Gasexporte zu blockieren.

B

1/2

9.9.08

In den Salzseen der Anden lagern die weltweit größten Vorräte an Lithium. Der Staat will ein Pilot-Bergwerk errichten. Bedenken wegen der Zerstörung einer einmaligen (allerdings sehr toten) Landschaft.

B

3

10.9.08

Bürgerkriegsartige Szenen in Santa Cruz. Regierungsfeindliche Randalierer haben Straßen, Flugplätze und Ölanlagen besetzt, eine Pipeline gesprengt. Jetzt greifen sie staatliche Gebäude an und plündern Geschäfte. Schwere Zusammenstöße mit Polizei und Armee. Morales verweist den US-Botschafter des Landes, weil er die Separatisten unterstützt habe. Von den seriösen deutschen Sendern berichtet nur Euronews. Sowie, ausgerechnet, RTL (wohl wegen der Gewaltszenen).

Mehr darüber auch bei Telepolis.

R,E,A,B,C,NC

zus.11

     
11.9.08

Die Kämpfe in Santa Cruz eskalieren, mindestens 10 Tote bei Zusammenstößen zwischen Separatisten und Unterstützern der Regierung. 

Momentan merkwürdig wenige Berichte. Mehr in den Zeitungen. In der taz kommentiert Gerhard Dilger: "Ja, es ist ein Putschversuch. Genau 35 Jahre nach dem blutigen Staatsstreich gegen den Sozialisten Salvador Allende in Chile gibt es ähnlich Beunruhigendes aus Bolivien zu vermelden. Eine Allianz zwischen den reaktionärsten Teilen der Oberschicht und einer ebenso reaktionären US-Regierung bemüht sich nach Kräften, eine gewählte Linksregierung aus dem Weg zu räumen." Lesenswert auch der Bericht in der jungen Welt.

T,E,C

 

 

zus.5

 

 

12.9.08

 

 

 

 

 

Venezuela , Bolivien / USA : Diplomatische Krise wegen der US-Unterstützung für den Putschversuch gegen Morales. Proteste auch der anderen Staaten Lateinamerikas, Honduras bricht die Beziehungen zu den USA ab. (Bushs Sprecher sieht lustigerweise eine Isolation der Regierungen von Venezuela und Bolivien... -OT).

Andauernde Spannung in den Unruheprovinzen Boliviens, aber auch Bemühungen um Gespräche. Nur wenige Bilder von den gestrigen Kämpfen, von Zerstörungen an Regierungsgebäuden, von den Opfern eines Massakers in Pando und von Protesten der Mehrheit gegen den Putschversuch der Reichen. In Pando wurden mindestens 14 Menschen getötet, die Regierung hat dort den Ausnahmezustand ausgerufen.

Im deutschen TV berichtet weiterhin Euronews recht vernünftig. In der heute-Sendung nur eine alberne Kurzmeldung. Die Tagesschau bringt einen recht klaren, allerdings reichlich "ausgewogenen" Bericht. (fehlt mir leider)  Bei AlJazeera berichtet Lucia Newman ausführlich und teilweise in live-Schaltungen aus Santa Cruz.

ht,A,B

 

 

 

 

zus.19

 

 

 

 

13.9.08

Der Gouverneur von Tarija kommt zu Verhandlungen nach La Paz. In den meisten Berichten nochmal (teilweise neue) Bilder von gewalttätigen Demonstrationen, Kämpfen und Toten der letzten Tage. Lucia Newman berichtet aus Santa Cruz, wo jetzt gespannte Ruhe herrscht, und aus dem Osten über die geplante Landreform. Die Guarani-Ureinwohner verlangen sie, ein Großgrundbesitzer sagt, er und seine Leute würden sie notfalls mit Gewalt verhindern.

ari,TS,A,B,C zus.15
14.9.08

Bei den Kämpfen in Pando sind inzwischen 30 Tote zu beklagen. Morales spricht von "ausländischen Killern unter dem Kommando des Gouverneurs von Pando", die ein Massaker angerichtet haben. - Neue Bilder gibt es aus Tiquipaya (Santa Cruz) von einem Gefecht, sehr entschlossene aber schlecht bewaffnete junge Männer (vermutlich Faschisten) gegen nicht sichtbare Gegner (laut Euronews Separatisten gegen regierungstreue Bauern). Und von einer Friedensdemo der katholischen Kirche in La Paz. Bei CNN ein Telefonbericht von Martin Arostegui.

E,A,B,C.NC

 

zus.13

 

     
15.9.08

Keine neuen Berichte aus den Bürgerkriegsprovinzen. In Santiago de Chile treffen sich 9 Staatschefs der Unasur (Vereinigung der Staaten Südamerikas) und sprechen über Wege zur Lösung der Krise. Lucia Newman berichtet von dort. -  Bei AlJazeera Telefoninterview mit Senator Luis Vasquez (Podemos-Partei, rechte Opposition), der sich über Morddrohungen und einen "Angriff auf die Demokratie" beschwert. Er habe nie Kontakt mit der US-Botschaft gehabt. - Euronews berichtet, Verhandlungen der Regierung mit den Gouverneuren der Ost-Provinzen stünden vor einem Erfolg.

A,E

 

zus.12

 

16.9.08

Berichte über das Unasur-Treffen in Santiago, über die Verhandlungen der Regierung mit den oppositionellen Gouverneuren, über die Festnahme des Gouverneurs von Pando und über Demonstrationen im Hochland für Morales (und gegen die USA).

E,ht,ari,TS,A

zus.10

17.9.08

Heute keine aktuellen Berichte, nur noch zwei Mal Zusammenfassungen der Entwicklungen, aber mit teilweise neuen Bildern. arte meldet "Durchbruch" bei den Verhandlungen mit den Gouverneuren.

ari,B

zus.2

18.9.08

Bericht über die Verhandlungen in Cochabamba zwischen Regierung und Gouverneuren.

A

2

21.9.08

"Endkampf um die Macht? Der Aufstand gegen die Indios" - Thomas Ahlers berichtet aus dem "Halbmond" über den Kampf um eine Straßensperre (Bilder davon sahen wir schon, jetzt Informationen, wer da gegen wen kämpfte) und mit aufschlußreichen Eindrücken aus dem Lager der faschistischen "Kreuzritter". Viele sind selber arm und werden von den Reichen mit Hetze und Geld zum Kampf gegen ihre Brüder gebracht.

WS 7
22.9.08

Karl Penhaul berichtet aus Santa Cruz von beiden Seiten der Barrikaden. 

C

5

23.9.08

Karl Penhaul berichtet über einen Marsch von Tausenden Regierungstreuen nach Santa Cruz.

C

3

24.9.08

Karl Penhaul berichtet aus Santa Cruz. Eine Versammlung von Faschisten (FSB-Partei, mit Nazi-Gruß und Falange-Plakat), ihr Anführer Santiesteban droht den 40.000 Bauern mit einem Blutbad, die zufuß nach Santa Cruz marschieren um dort die Ordnung wiederherzustellen.  - Meldung: Der Marsch auf Santa Cruz wurde dann aber doch vor dem Ziel abgebrochen.

Im Bericht ein ganz kurzer Ausschnitt von der Rede Evo Morales' bei den UN. Live-OT davon fehlt mir leider.

Bei AlJazeera gibt's ein Interview mit Morales zum Ansehen.

C

 

4

 

21.10.08

Regierung und Opposition einigen sich über Verfassungsreferendum. Großdemo von Hunderttausenden in La Paz  zur Unterstützung von Morales.  

ari,A

zus.2

23.10.08

"Child Miners - 2 years on" - Reportage von Rodrigo Vasquez über Kinder, die in den Zinn-Minen arbeiten, und über die sozialen Veränderungen unter der linken Regierung und die Kämpfe zwischen verschiedenen Gewerkschaften in dieser Zeit.  (witness)  (NNA)*

A

23

1.11.08

Morales wirft die US-"Drogenbekämpfer" aus dem Land, denen er Spionage und die Unterstützung der Opposition vorwirft.

B,E

zus.2

18.11.08

Bericht über grausame Lynchjustiz in einem Ort im Westen des Landes.

A

2

25.11.08

Meldung: Bei einer Inspektion im Rahmen der anstehenden Landreform eröffnen Arbeiter einer US-Ranch das Feuer auf die Polizei.

B

1/2

24.1.09

Vor der Volksabstimmung über die neue Verfassung. Die Indio- Bauern im Hochland unterstützen den Wandel, die Reichen in den Tieflandprovinzen wehren sich gegen eine Landreform. Lucia Newman berichtet über arme Bauern im reichen Santa Cruz, die Morales unterstützen. - Meldung: Verstaatlichung des Chaco-Energie-Konzerns.

A,B,ht,E

zus.12

25.1.09

Tag des Referendums über die neue Verfassung. Informationen über die Inhalte des Gesetzes, das aus Bolivien einen modernen demokratischen Staat machen soll. Lucia Newman berichtet aus Santa Cruz über den friedlichen Verlauf der Abstimmung. In den Tagesthemen vergleicht Carmen Miosga den Wandel in Bolivien mit der Wahl Obamas. Peter Puhlmann berichtet recht gut über die fortschrittliche Entwicklung und über den Widerstand der alten Herrschaften, die sich speziell auch über die geplante Trennung von Staat und Kirche erregen.

A,B,TT,E

zus.11

26.1.09

Mehr als 60 Prozent stimmen (friedlich und ohne Zwischenfälle) für die neue Verfassung. Die rechte Opposition will sie trotzdem nicht akzeptieren. In La Paz feiern der Präsident und Tausende Bürger das Ergebnis.

B,TS,E

zus.5

28.1.09

"Sozialismus oder Tod - Bolivien und der Kampf um Gerechtigkeit" - ein Film von Carsten Thurau.  Leider (NNA)*, aber offenbar recht sehenswerte Dokumentation der politischen und sozialen Entwicklungen, teilweise kritisch gegenüber Morales, aber doch voll Sympathie für ein Volk im Aufbruch. 

ZDF

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7.2.09

In La Paz feiern Zigtausende die Inkraftsetzung der neuen Verfassung.

B

2

20.2.09

Im Umweltmagazin "Global" ein Beitrag über den Salzsee von Uyuni, in dem etwa 70 Prozent der weltweiten Vorkommen an Lithium lagern. Der Rohstoff soll jetzt industriell gefördert werden. 

arte

3

11.3.09

 

Ein Bericht aus Bolivien über die Kultur der Koka, die für das Land von großer Bedeutung ist. Präsident Morales ist bei einer UN-Konferenz über Suchtstoffe in Wien und kaut dort öffentlich Kokablätter und erklärt noch mal den Unterschied zwischen der Heilpflanze Koka und der Droge Kokain.

Hier ein Interview des ORF mit Morales über Koka und Kokain und die politische Lage Boliviens.

E,B

zus.3

     
16.3.09

Teresa Bo berichtet aus Tarabuco. Guarani-Indianer feiern bei einem traditionellen Fest einen Sieg über die Spanier aus der Kolonialzeit und zugleich den neuen Sieg, daß sie Dank der Landreform ihr Land von Großgrundbesitzern zurückbekommen.

A

3

     
20.3.09

Bericht über einen möglichen indianischen Gegenkandidaten gegen Morales. (NNA)*

A

3

22.3.09

Der US-Cowboy Duston Larsen wehrt sich dagegen, daß er durch die Landreform "seine" Ranch in Santa Cruz verlieren soll, auf der er die Einheimischen angeblich wie Sklaven für sich schuften läßt. Am meisten interessiert ihn aber das dort vermutete Erdölvorkommen. Bericht von Teresa Bo. 

A

3

28.3.09

 

 

 

 

"San Pedro - das Gefängnisdorf" - Reportage von Julien Hamelin, Patrick Vanier und Gwenaël Giard-Barberin. (NNA)*

Text von der arte-Seite: "Jeden Morgen geht Mercedes auf den Markt von La Paz, um für ihr Restaurant einzukaufen. Dann macht sie sich an die Arbeit. Ihr Mann Angel hilft ihr in der Küche. Am Nachmittag geht er einer anderen Arbeit nach. Im oberen Stock ihrer kleinen Unterkunft fertigt er Dentalprothesen an. Zwei Gehälter sind kein Luxus, um die Miete bezahlen zu können. Und während die Eltern arbeiten machen die beiden Kinder ihre Hausaufgaben.
Ein scheinbar ganz normaler Alltag. Doch Angel ist wegen Drogenhandel verurteilt worden. Er und seine Frau leben im Gefängnis San Pedro in La Paz, Bolivien
Eintausendvierhundert Männer sitzen hier ihre Haftstrafe ab, Freigang bekommen sie nicht. Einige leben in San Pedro mit ihrer Frau, andere haben selbst ihre Kinder mitgebracht.
Die Gefängniswärter betreten San Pedro nur äußerst selten, sie bewachen lediglich das Eingangstor. Die Häftlinge sind sich selbst überlassen, sie haben sich wie in einer Dorfgemeinschaft organisiert. In den Gassen gibt es Restaurants, Gemischtwarenläden, Obstverkäufer und sogar eine Schreinerei. Kleine Unternehmen, deren Kundschaft sich nicht nur auf die Häftlinge beschränkt, sie verkaufen auch nach außen.
Arbeit ist hier kein Zeitvertreib, sondern lebensnotwendig. Alles muss bezahlt werden. Sogar die Zelle. Sie muss gemietet, kann aber auch gekauft werden. Staatliche Gelder gibt es so gut wie keine, deshalb verlangt die « Gewerkschaft » der Gefangenen eine Art Eintrittsgeld von jedem Neuankömmling.
Wilmer Gonzales kann diese « Steuer » nicht bezahlen. Der 21-Jährige, der wegen Diebstahl verhaftet wurde, muss für seine Mithäftlinge umsonst arbeiten. Ohne viel Hoffnung wartet er auf sein Urteil.
San Pedro ist ein Konzentrat der Situation in Bolivien. Hier findet man soziale Ungerechtigkeit, Armut, aber auch Einfallsreichtum und Solidarität..."

arep

 

 

 

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7.4.09

"The other America - Power to the People?"   (NNA)*  

"Can the answer to the problem of poverty in Latin America be summed up in a single word - democracy? That is the suggestion at the heart of radical reforms going on in Latin America's most unequal society, Bolivia."

B

22

9.4.09

Präsident Morales beginnt einen Hungerstreik, den er durchhalten will bis die Opposition die Blockade eines neuen Wahlgesetzes im Senat beendet.

B,E

zus.2

13.4.09

Präsident Morales ist seit fünf Tagen im Hungerstreik um das neue Wahlgesetz durchzusetzen.

ari,A

zus.4

14.4.09

Evo Morales beendet seinen Hungerstreik, nachdem der Senat seinem Wahlgesetz endlich zugestimmt hat. Damit kann er sich im Dezember zur Wiederwahl stellen.

A

2

16.4.09

In Santa Cruz gibt es eine stundenlange Schießerei mit einigen Männern, die ein Attentat gegen Präsident Morales planten. Drei der Männer (Rechtsextemisten aus Bolivien, Irland und Ungarn) werden getötet, zwei festgenommen. Bei Al Jazeera ausführliche Berichte über Hintergründe.

A,E

zus.10

17.4.09

Weitere Berichte zum vereitelten Attentatsplan gegen Morales. Die Festgenommenen sollen Rechtsextreme aus Rumänien und Bolivien sein.

B,E

zus.3

22.4.09

Präsident Morales berichtet in einem Gespräch über Details des geplanten Attentats auf ihn und andere Politiker. Es soll in Bolivien eine Verschwörung von etwa 400 Rechtsextremisten geben, darunter 17 Iren.

A

3

8.5.09

Lucia Newman untersucht Details des Mordkomplotts gegen Morales. Während die Regierung Teile der Opposition beschuldigt, hinter der Verschwörung zu stecken, sieht die Opposition sich selber als Ziel eines Komplotts. Luis Vasquez (Senator der Podemos-Partei) fordert weitere Untersuchungen (Telefoninterview).

A

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11.5.09

"President Evo" - Dokumentation von Rodrigo Vasquez über Präsident Morales und die sozialistisch- demokratische Revolution.  (Witness special)  (NNA)*  (Nochmal aufgenommen bei Press-TV und beschrieben am 12.9.10)

A

45

     
21.5.09

Bericht über Normalisierung der Beziehungen mit den USA, Besuch von Thomas Shannon (Obamas Lateinamerika-Beauftragter) bei Präsident Morales. Kurz zuvor war auch Ahmadinejad dort.

A

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10.6.09

Die Regierung startet ein Programm zur Suche nach Uran-Vorkommen.

B

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27.6.09

 

 

 

 

 

"Lithium - das graue Gold Boliviens" - Reportage von Sébastien Mesquida und Yann Le Gléau  (NNA)*

Text von der arte-Seite: "In der größten Salzwüste der Erde in Bolivien liegt ein Schatz, der dem Land einen ungeheuren Reichtum bescheren könne: Lithium, der Stoff für die Batterien unserer Mobiltelefone, tragbaren Computer und vor allem für die Energiespeicher der neuen Hybrid- und Elektro-Autos. Bolivien verfügt über die Hälfte der weltweit bekannten Vorräte an dem weichen grauen Metall.Lithium ist der Stoff, der die Batterien für Elektrogeräte und die neuen „sauberen“ Autos kleiner und leistungsfähiger machen soll. Fünf Millionen Tonnen an Lithium-Vorräte mit einem Wert von 515 Milliarden Dollar vermuten Geologen im Südwesten des Landes: Damit könnte Bolivien den derzeit führenden Produzenten Argentinien und Chile Konkurrenz machen.
Der Wettlauf auf die Schürfrechte ist in vollem Gange. Die Regierung um den Präsidenten Evo Morales verhandelt im vollen Bewusstsein der hohen nationalen Bedeutung dieser „Grauen Goldgrube“ mit den Franzosen und den Japanern, mit Bolloré und mit Mitsubishi.
Bolivien aber hat aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt : Anders als früher wollen sie nicht alle Rechte an die Firmen aus dem Ausland abtreten. Die Bolivianer wissen, dass sie das Lithium nicht ohne ausländische Hilfe schürfen können – aber sie wollen die Herren ihrer Reserven bleiben und sie stellen deshalb Bedingungen: Wirtschaftliche Unabhängigkeit, die Mehrheit am Gewinn durch den Lithium-Abbau und Arbeitsplätze für Bolivianer in den neuen Batteriefabriken im Land.
Zur Zeit entsteht eine Modell-Fabrik am Rande der Salzwüste mit gut 60 Arbeitern, die aus dem ganzen Land hierher gekommen sind. Die Landbevölkerung und die indigenen Völker hoffen auf eine große Zukunft, aber sie haben natürlich auch Angst, dass sie zu den Verlieren zählen könnten.
Bis jetzt ist die Region von Salar d’Uyuni noch eines der beliebtesten Urlaubsziele des Tourismus in Bolivien. Umweltschützer ahnen, dass es damit bald vorbei sein könnte und sie fürchten vor allem die Folgen der Ausbeutung der Salzwüste im großen Stil für die Natur – für sie gehört die bolivianischen Salzwüste zum Naturerbe der Welt."

arep

 

 

 

15

 

 

 

7.7.09

Die Polizei beschlagnahmt und zerstört eine große Kokainfabrik. 

B

2

6.8.09

Die traditionelle Regenbogenfahne der Indigenen wird als gleichberechtigtes Staatssymbol anerkannt. Ein Bericht von Lucia Newman über den Kampf der Indigenen (nicht nur in Bolivien) um Anerkennung. First Person: ein indianisches Ehepaar in La Paz über die Bedeutung der Wiphala-Fahne.

A

5

18.8.09

Ein Bericht über die Einführung einer zweiten Nationalflagge. Die Wiphala wird von den Indios als Zeichen nationaler Einheit empfunden, andere fürchten, daß die alte Trikolore irgendwann ganz abgeschafft wird.

B

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8.9.09

 

 

 

 

"Koka, Terror und der Inka-Aufstand" - Dokumentation von Marcel Kolvenbach.  (NNA)*

Text von der kaputten arte-Seite: "Der Rohstoff für die Droge Kokain wird aus der in Südamerika heimischen Koka-Pflanze gewonnen, die den Ureinwohnern der Andenregion als heilig gilt. Doch von den meisten Staaten wird Koka gleichgesetzt mit Kokain und steht damit als Verursacher von menschlichem Leid und Gewalt auf dem Index. Deshalb unterstützen vor allem die USA einen erbarmungslosen Kampf gegen den Anbau der Koka-Pflanze. Doch die Koka-Bauern wehren sich - auch gewaltsam - gegen die Vernichtung ihrer Existenzgrundlage. Und ihre Widerstandsbewegung gewinnt an politischem Einfluss.
Für die meisten Menschen ist Koka gleich Kokain. Und Kokain bedeutet Gewalt und Terror. Darum finanzieren vor allem die USA jährlich mit Hunderten Millionen Dollar einen militärischen Feldzug gegen den Koka-Anbau in den Andenländern Südamerikas. Für Diana aus Kolumbien hingegen ist dieser "Krieg gegen die Drogen" Völkermord und der Kampf gegen die Koka-Pflanze nur ein Vorwand für die fortschreitende Vernichtung der indigenen Bevölkerung. Darum kämpft die Krankenschwester, die Mitglied im Andenrat ist, unter Einsatz ihres Lebens für die Legalisierung einer Pflanze, die den Inkas und ihren Nachkommen bis heute heilig ist.
Die Dokumentation begleitet Diana von den entlegenen Koka-Anbaugebieten Kolumbiens über das Amazonasbecken Perus - hier trifft sie die politische Koka-Aktivistin Elsa Malpartida - bis hinauf zu den atemberaubenden Andengipfeln Boliviens, des Landes, in dem ein ehemaliger Koka-Bauer Präsident geworden ist.
"Koka, Terror und der Inka-Aufstand" ist ein politisches Roadmovie, das den Zuschauer mit den provokanten Thesen der Koka-Bauern der Andenregion konfrontiert und damit alles auf den Kopf stellt, was wir bisher über den Drogen-Krieg zu wissen glauben. Mehr als fünf Jahre lang hat der Dokumentarfilmer Marcel Kolvenbach den indigenen Widerstand der Koka-Bauern verfolgt und dabei enge Kontakte zu den Wortführern der Bewegung geknüpft. Die sind davon überzeugt, dass die Andenregion der nächste internationale Kriegsschauplatz sein wird."

arte

 

 

 

 

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25.9.09

David Frost interviewt Präsident Evo Morales. Der erwähnt die positiven Effekte der Ausweisung von Bushs Botschafter (seitdem haben die Putschversuche erheblich abgenommen). Er hofft auf gute Beziehungen zur Obama-Regierung und sieht in ganz Lateinamerika einen irreversiblen Befreiungsprozeß. Nach seiner Amtszeit will er wieder Bauer werden.

A

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15.11.09

"Lithium - das Gold der Anden" - Michael Stocks berichtet über die Hoffnungen, mit dem Abbau von Lithium im großen Salzsee und der Produktion von Batterien eine industrielle Entwicklung zu beginnen. 

WS

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3.12.09

Vor der Präsidentenwahl am Sonntag. Es wir mit einer Wiederwahl des Sozialisten Evo Morales gerechnet. Teresa Bo berichtet über den Wirtschaftsaufschwung, den die Nationalisierung der Rohstoffindustrie gebracht hat und von dem vor allem die Armen profitieren.

A

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6.12.09

Präsidentschaftswahl und Neuwahl des Senats. Offenbar ruhiger Verlauf. Am Abend (Ortszeit) erste Trendergebnisse, wonach Evo Morales auf ca. 63 Prozent kommt. Bei der Siegesfeier ruft Morales zu einer Beschleunigung des revolutionären Prozesses auf.  Der Politologe Ramiro Molina sieht das Land dank der neuen Verfassung an einem Wendepunkt zur Regionalisierung und Demokratisierung.

ari,E,A,B

zus.10
7.12.09

Feiern nach dem deutlichen Wahlsieg von Evo Morales (ca. 63 Prozent). Teresa Bo berichtet noch mal vom Wahltag. Außer einzelnen Vorfällen war der Wahlvorgang frei, fair, und transparent.

ari,A

zus.3

13.12.09

"Lynchjustiz auf dem Vormarsch" - Thomas Aders berichtet über eine gefährliche Nebenwirkung der Rückkehr zu alten Indio-Stammesgesetzen. Damit ist auch die Lynchjustiz teilweise zur akzeptierten Gewohnheit geworden. Die Polizei ist machtlos gegen diese Gewalttaten, die aus einer Fehlinterpretation der Rechte aus der neuen Verfassung herrühren. Immer wieder werden dabei auch Unschuldige getötet.

WS

7

16.12.09

Präsident Evo Morales erklärt in Kopenhagen im Interview, warum das Scheitern der Klimakonferenz unbedeutend ist: ohne einen grundsätzlichen Wandel des Kapitalismus wird es keine Lösung der Klimakrise geben. Den reichen Ländern ist das Schicksal der Armen egal. Der Süden muß sich zusammenschließen und kämpfen, um den zerstörerischen Kapitalismus loszuwerden. 

A

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6.1.10

Noch ein Bericht über Lynchjustiz unter dem Vorwand von alten indianischen Traditionen.

ari

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6.3.10

"First Person": Die Arbeiterin Antonia Rodriguez Medrano war selber überrascht, als sie zur "Ministerin für produktive Entwicklung" berufen wurde. In diesem Amt soll sie sich um Verbesserungen bei der Produktion z.B. von Strickwaren kümmern. Sie erzählt von sich und ihren Ideen, und über die neue Rolle der Frauen in Bolivien.  ¤

A

3

10.3.10

Ein Bericht von Carsten Thurau über Fälle von Lynchjustiz als Folge der neuerdings wieder angewandten traditionellen Rechtsprechung, die überall unterschiedlich interpretiert wird.

auslandsjnl.

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5.4.10

Bei den Kommunalwahlen verliert die MAS an Stimmen, bleibt aber stärkste Partei.

E

1

10.4.10

 

 

 

 

"Lynchen oder richten" - Reportage von Marco Berger und Ana-Maria Marin    (NNA)*

Text von der arte-Seite: "Nach 500 Jahren Bevormundung erhielt die indigene Bevölkerungsmehrheit in Bolivien mit der Verfassungsänderung vor gut einem Jahr mehr Rechte – mehr Autonomie und auch das Recht zu richten nach alter indigener Sitte, vor allem in den Dörfern im Hochland. „Aufhängen“, „Steinigen“, „Verbrennen“ – das waren die Schlagzeilen der letzten Monate, wenn es um die „Richtersprüche“ in Bolivien ging.
Unsere Reporter Marco Berger und Ana-Maria Marin fuhren nach El Alto, eine Millionen-Metropole im Hochland und in die Dörfer darum herum. Und sie erfuhren, dass das mit der Autonomie und dem Richten über Verbrechen einerseits wohl ein wirklicher Fortschritt ist, aber einer, der noch viel Verwirrung erzeugt.
In der Stadt El Alto gibt es eine Polizei, Staatsanwälte und Richter – hier sind sie zuständig für die Gerichtsbarkeit und nicht die Clan-Chefs. Doch die Mittel der Justiz sind knapp bemessen, Strafverfolgung und Urteile lassen lange auf sich warten. Deshalb greifen hier immer mehr Menschen zur Selbstjustiz – Lynchen statt Richten – und berufen sich auf indigenes Recht.
In den Dörfern aber, ohne jede staatliche Strafverfolgung, scheint das Modell ein Erfolg zu sein: Unsere Reporter wurden Zeugen, wie dort die Clanchefs Recht sprechen, in der Regel mit Augenmaß. Für einen Einbruch und den Diebstahl eines Mobiltelefons, in Bolivien ein wahrer Schatz, verurteilte das Clan-Gericht zwei junge Leute zum Ziegel stampfen für das neue Gemeindehaus: 1000 Steine, das waren drei Tage harter Straf-Arbeit."

arep

 

 

 

 

13

 

 

 

 

1.5.10

Die Regierung läßt vier Energieunternehmen verstaatlichen. Polizisten besetzen Kraftwerke und sichern sie ab. Mitarbeiter der Firmen demonstrieren gegen die Nationalisierungen. Bericht von Monica Villamizar.

A,B

zus.4
     
8.5.10

Bilder von brutalen Szenen bei Unruhen in einem Dorf wo seit Wochen Straßen blockiert werden.

A

1/2

11.5.10

Hörtip: DLF, Dienstag 19:15 Uhr

"Batterien aus Bolivien - Der Kampf ums Lithium"    Feature von Gaby Weber

   
20.5.10

"Fault Lines - The other debt crisis: Climate debt"  - Reportage von Avi Lewis über den ganz alltäglichen, bereits stattfindenden Klimawandel - und über ein Land im Umbruch.    (NNA)*      ¤

A

23

     
24.6.10

"Bolivias Thirst for Change" - Film von Rodrigo Vazquez über die Basisbewegung für den Erhalt der Naturschätze in Bolivien, auch über den alternativen Weltklimagipfel von Cochabamba im April 2010.   (P+P)   sehr spannend, leider (NNA)*  ¤

A

24

     
12.8.10

In Potosi demonstrieren und streiken die Leute seit drei Wochen für mehr Entwicklung und Investitionen in ihrer Region. 700 Menschen beteiligen sich an einem Hungerstreik, die Durchgangsstraßen werden blockiert. Die Regierung verspricht, keine Gewalt einzusetzen. - Ramiro Molina (Direktor des nationalen Museums für Ethnologie) über die Hintergründe. Die Indio-Region Potosi ist eigentlich eine der Hochburgen der sozialistischen Regierungspartei, aber offenbar ist bisher vom versprochenen Fortschritt hier wenig angekommen.    ¤

A,C

zus.8

12.9.10

 

 

"President Evo"  (Teil 2)  Dokumentation von Rodrigo Vasquez. In Teil 1 (fehlt hier. Das Ganze lief letztes Jahr aber auch schon bei Al Jazeera, komplett. Siehe 11.5.09)  ging es um den langen Weg der Volksbewegung bis zum Wahlsieg von Präsident Evo Morales. Der zweite Teil berichtet von den andauernden Kämpfen, um eine gerechte Landreform, um die Nationalisierung der Bodenschätze, um die wirkliche Entmachtung der alten "Eliten", um soziale Reformen, bis hin zur mit großer Mehrheit angenommenen neuen Verfassung. Schön ist, daß der Film immer wieder zeigt: dies ist keine Revolution von oben, sondern eine zutiefst demokratische Neugestaltung eines Landes durch das Volk. Wo es zu Gewalt kam, ging diese von den rechten Banden der Landbesitzer aus, und es waren die Streitkräfte, die eine blutige Revanche der Massen verhinderten.  - Weltweit macht kaum ein Land (vielleicht noch Bhutan) mit seiner politischen Entwicklung in jeder Hinsicht so viel Hoffnung wie dieses bitterarme Bolivien unter seinem Präsidenten, dem Kokabauern und Gewerkschafter Evo Morales.   ¤¤    

Press

 

 

26

 

 

21.9.10

Ein Gespräch mit Präsident Evo Morales über das Entwicklungsprogramm Boliviens und den Aufbau einer "Bank des Südens".

A

3

25.9.10

 

 

 

"Göttinnen des Rings" - Reportage von Marco Berger   (NNA)*

Text von der arte-Seite: "Für ein paar Stunden in der Woche siegen in La Paz die Frauen über die Männer. In traditioneller Kleidung steigen die Frauen vom Volk der Aymara in den Ring und legen ihre Gegner aufs Kreuz. Das Publikum liebt sie dafür.
Carmen Rosa ist der Star unter den Göttinnen des Ringes in Bolivien. Sie zu besiegen haben bisher nur wenige geschafft. Hart hat sie für den Engelskuss oder den Todessalto trainiert. Heute erntet sie in den Turnhallen La Paz für ihre Kraft und Geschicklichkeit viel Applaus.
Ernähren kann sie ihre Familie von dem Honorar nicht. Es reicht gerade für ihre Kampfkleidung und die nötigen Pflaster, denn manchmal muss auch Carmen Schläge einstecken.
Doch die Spannung in den Turnhallen und die Begeisterung des Publikums sind Grund genug für Carmen, immer wieder in den Ring zu steigen...
Unser Reporter Marco Berger hat den Catcherinnen in La Paz zugeschaut und zeigt uns in seiner Reportage einen außergewöhnlichen Sport und eine außergewöhnliche Frau."

arep

 

 

 

5

 

 

 

9.12.10

In Cancun (Mexiko) halten die Staaten wiedermal eine Laberkonferenz zum Klimaschutz ab. Ernsthafte Beschlüsse sind nicht zu erwarten. Präsident Morales stellt fest: ohne ein Ende des Kapitalismus wird die Menschheit nicht überleben. (Leider kein OT.) Im Interview sagt Evo Morales: wenn bei einer Erhöhung um ein Grad Millionen Menschen sterben, ist das Ökozid, letztlich Genozid. Er verlangt, daß die reichen Länder ihren CO2-Ausstoß sofort auf die Hälfte senken. Es soll ein internationaler Klima-Gerichtshof eingerichtet werden, der internationale Normen festlegt. Mutter Erde hat ein Recht auf Leben ohne Zerstörung und Vergiftung.   ¤

A

 

5

 

11.12.10

Die Regierung beschließt neue Sozialleistungen und eine Senkung des Rentenalters (von 65 auf 58). Man lebt schließlich im 21. Jahrhundert. Und dank der Entprivatisierungen kann sich das Land dies auch leisten.

A

2

27.12.10

Um den Benzin-Schmuggel zu beenden, erhöht die Regierung die (bisher stark subventionierten) Treibstoffpreise um etwa 70 Prozent. Es kommt zu vereinzelten Protesten.

B,C

zus.4
28.12.10

Wegen der Benzinpreiserhöhung streiken private Fuhr- und Busunternehmer. Das Militär hilft beim Personentransport aus. Wegen des Streiks steigen auch Lebensmittelpreise .

A

2

30.12.10

Gewalttätige Proteste und Krawalle wegen Spritpreiserhöhung.   (NNA)*

arj,A,B,NC

zus.6

1.1.11

Wegen der heftigen Proteste nimmt die Regierung die Erhöhung der Treibstoffpreise zurück. Experte Eduardo Gamarra dazu. Morales hat offenbar nicht mit diesen heftigen Reaktionen seiner eigenen politischen Basis gerechnet.

A

5

10.2.11

Tausende Kleinhändler protestieren gegen staatliche Lebensmittelsubventionen, die ihnen die Preise kaputtmachen.

A

1/2

18.2.11

Seit vier Tagen demonstrieren Tausende gegen die Preissteigerungen von Lebensmitteln.

A

1/2

13.4.11

Seit Tagen demonstrieren in La Paz streikende Arbeiter für höhere Löhne. Teilweise gab es dabei Zusammenstöße mit der Polizei.

A

2
15.4.11

Seit 9 Tagen streiken Arbeiter für eine generelle Lohnerhöhung. Bei Straßenblockaden kommt es zu Gewalttätigkeiten. Bericht von Matia Kabiza.

A

2
3.6.11

Ausschnitte aus dem Spielfilm "Even the Rain" von Iciar Bollain, der eine Verbindung zieht vom Widerstand gegen die Privatisierung der Wasserversorgung heute zum Kampf gegen die weißen Eroberer vor 500 Jahren. (Fabulous Picture Show, ab 7:00 Minuten)   ¤

A

4

          
18.7.11

Im Rahmen des Bemühens der Regierung um eine Dekolonisierung des Landes werden alte Inka-Rituale wieder anerkannt, z.B. Gemeinschaftshochzeiten. Präsident Morales ist bei einer großen Zeremonie in La Paz dabei, bei der Schamanen 350 Paare vermählen. Die "katholische" Kirche ist gegen sowas. Bericht von Craig Mauro.

A

3

22.7.11

Bericht von Andreas Wunn über den Aufbau einer Coca-Industrie. Die Nationalpflanze wird als sanfte Droge überall legal verkauft, jetzt entstehen Fabriken, wo daraus zahlreiche gesunde und nützliche Sachen hergestellt werden, z.B. "Coca-Brynco", eine grüne Limonade. - (Übrigens: diese Limo dann weltweit zu verkaufen, wäre ein Musterbeispiel für eine funktionierende Marktwirtschaft: etwas erfinden, produzieren und anzubieten, was die anderen noch nicht haben. Wenn man Bolivien denn läßt.)  ¤

auslandsjnl.

6

15.8.11

Die Regierung von Bolivien läßt eine Straße quer durch den Tipnis-Nationalpark im Amazonas-Regenwald im Norden des Landes bauen. Die Ureinwohner des Waldes protestieren gegen die Zerstörung ihrer Heimat und demonstrieren auch in der Hauptstadt. Zwei Berichte.

A,B

zus.4
           
16.8.11

In La Paz blockieren Bewohner eines Slumviertels eine Schnellstraße.

A

1/2
20.9.11

Bilder von Zusammenstößen zwischen Polizisten und Arbeitern, die bei Camiri eine Straße blockiert haben. Auf einem Transparent fordert die APG-CCGSC (eine Gewerkschaft?) die Respektierung "unserer Rechte".

NC

1

24.9.11

Indios im Regenwald im Osten des Landes protestieren gegen den Bau einer Straße durch ihr Gebiet. Sie nehmen für einige Stunden den Außenminister des Landes gefangen und zwingen ihn, an ihrer Demonstration teilzunehmen, wobei er auch als Schutz gegen Übergriffe von Polizisten dient. Er wird dann wieder freigelassen.

A,E

zus.2
            
26.9.11

Ein Bericht mit weiteren Bildern von den Protesten der Regenwald-Indianer gegen den Bau einer Straße durch ihr Gebiet, und vom gewaltsamen Vorgehen der Polizei gegen die Demonstranten, das zu weiteren Protesten führt, jetzt auch in der Hauptstadt. Aus Protest ist die Verteidigungsministerin zurückgetreten.   ¤

A

2
           
27.9.11

Präsident Morales erklärt, das Straßenprojekt im Amazonaswald solle erstmal gestoppt und neu diskutiert werden. Die Indios setzen ihre Proteste aber fort und fordern, das Projekt ganz aufzugeben. Infos und Bericht von Craig Mauro.

A

6

           
29.9.11

Präsident Morales sagt, er sympathisiere mit den protestierenden Regenwaldindios. Die Proteste gehen trotz des verkündeten Moratoriums weiter, Tausende demonstrieren in Santa Cruz und La Paz jetzt ganz generell gegen Morales und fordern seinen Rücktritt, mit teilweise absurden Anwürfen (Morales wird als Faschist bezeichnet und mit Gaddafi gleichgesetzt.) Zwei Berichte von Craig Mauro, aus Santa Cruz und aus dem Tipnis-Nationalpark, bei NC Bilder von den Protesten der Indios in La Paz.   ¤

A,NC

zus.5
           
30.9.11

Der Bericht von Craig Mauro aus dem Tipnis-Nationalpark nochmal ausführlicher.

A 3
           
1.10.11

Nochmal Bilder aus La Paz von der großen Demo von Indios gegen ihren Präsidenten.

NC

1
7.10.11

Die Urwaldindios setzen ihren Protestmarsch nach La Paz gegen den (inzwischen gestoppten) Bau einer Straße durch ihr Gebiet fort.

B,P

zus.3
12.10.11

In La Paz demonstrieren einige Tausend staatliche Arbeiter zur Unterstützung der Regierung. Die Regenwaldindios sind unterdessen weiter auf ihrem Protestmarsch zur Hauptstadt. Zwei Berichte mit den gleichen Bildern, bei der BBC von Matia Cabica. Bei Press-TV leicht mißverständlicher Kommentar. 
 (Korrigierter Eintrag. Hatte den Bericht bei Press-TV komplett falsch verstanden und bei der BBC nicht richtig hingehört. Der ursprüngliche Quatsch steht noch unter den Tagesausgaben. Es gab keine Zusammenstöße, nur Jubelfeuerwerk.)

P,B

zus.4
16.10.11

Die Bolivianer dürfen erstmals bei einer landesweiten Abstimmung ihre Richter selber wählen. Bericht von Gabriel Elizondo und Infos von Kathy Ledebur (Andean Information Network), auch zu den Protesten der Opposition.

A

6

17.10.11

Kurzer Bericht von Gabriel Elizondo vom Marsch der Indios, die seit 60 Tagen zufuß unterwegs nach La Paz sind, um gegen den Straßenbau im Urwald zu protestieren.

A

1

19.10.11

Nach 500 km Fußmarsch sind die 1500 Indios aus dem Tieflandregenwald in La Paz angekommen um weiter die endgültige Einstellung des Straßenprojekts zu verlangen. Sie werden begrüßt von Tausenden, die aus anderen Gründen unzufrieden sind. Bericht von Gabriel Elizondo. 

A

3
21.10.11

Präsident Morales erklärt, daß die Pläne für den Bau einer Straße durch den Tipnis-Nationalpark endgültig aufgegeben werden. Bericht von Gabriel Elizondo.

A

2

22.1.12

Eine Zwischenbilanz (von Monica Villamizar) nach 6 Jahren Amtszeit von Präsident Morales, Gespräch dazu mit dem Autor Juan Carlos Zambrana ("Secrets of the State"), der hinter den oppositionellen Bestrebungen einiger Umweltschützer und Indiogruppen vor allem Einflüsse der Rechten und ausländischer Rohstoffkonzerne sieht. Namentlich nennt er die US-"Entwicklungshilfe"-Organisation USAID und die Lobbygruppe NED.

A

5

31.1.12

In La Paz demonstrieren etliche Tausend Leute (Indios, Gewerkschafter, Morales-Anhänger) und fordern, die Regierung solle den Bau einer Schnellstraße durch den Regenwald fortsetzen, auch gegen den Willen der dort lebenden Bevölkerung.

B,P,NC

zus.4

17.2.12

In der Kinosendung "The fabulous picture show" ein Beitrag über den Film "Even the Rain" von Iciar Bollain und Paul Lavety, in dem es um die Rebellion der Leute von Cochabamba gegen die Privatisierung der Wasserversorgung (2000) geht, und um Parallelen in der Zeit der spanischen Kolonialisierung. (Link zur Sendung folgt.)   ¤

A

4

24.2.12

In La Paz demonstrieren mehrere Hundert Körperbehinderte für gleiche Rechte und bessere Sozialversorgung. Teilweise gewalttätige Zusammenstöße mit Polizisten.

A

2
10.4.12

Mit offenen Karten: "Boliviens Traum vom Lithium" - Geschichte und Struktur des Landes, Bedeutung des großen Lithiumvorkommens im Salzsee von Uyuni. (NNA)*

arte

12
28.4.12

Zum neunten Mal marschieren Indios nach La Paz um dagegen zu protestieren, daß die Regierung die Pläne zum Bau einer Autobahn durch den Amazonas-Regenwald  immer noch nicht endgültig gestrichen hat. Einige Leute demonstrieren aber auch für die Straße, von der sie sich Wirtschaftswachstum erhoffen.

A

3
           
1.5.12

Die Regierung verstaatlicht die bolivianische Tochter des spanischen Energiekonzerns REE.

A,E

zus.3

9.5.12

In der Reihe über sterbende Sprachen, "Living the Language": "Bolivia - The Aymara" von Felix Atencio-Gonzales. Über Bemühungen von Künstlern und Historikern, die alte Indio-Sprache zu bewahren und die wahre Geschichte der Kolonisierung zu erzählen. (NNA)*  ¤

A

22
           
8.6.12

Bilder von einem großen Protestmarsch von Indios in La Paz. "Anulacion Concision - Minera de Mallku Quta Marka Sacaca". (Worum ging es da?) Einige Demonstranten prügeln auf Polizisten ein, die ein Gebäude bewachen.

NC

1

9.6.12

Die gestern gezeigten Demonstranten sind Minenarbeiter, die fordern, die Regierung solle ihre Mine verstaatlichen, die jetzt einem kanadischen Konzern gehört.

A

1/2
23.6.12

Polizisten streiken für höhere Löhne. In La Paz demonstrieren sie gewalttätig, besetzen ihre Kasernen, zünden mehrere Gebäude an und setzen Tränengas gegen Feuerwehrleute ein.

B

2

24.6.12

Die Polizisten setzen ihren Streik und gewalttätige Aktionen fort.

A

1/2

25.6.12

Die Polizisten streiken weiter, die Regierung spricht von einer Verschwörung.

P

1

27.6.12

Inside Story: "Can Morales survive Bolivia's social unrest?" - "Bolivia's bitter police strike is over. But there is more trouble for Evo Morales, the Bolivian president, as more than 1,000 indigenous protesters marched on the capital, angry with his government. It follows months of social unrest in the country -- from miners, doctors and others frustrated at the low standard of living. What does it mean for Morales's presidency?"  (Text von AJE) Gäste:  Pablo Solon, Kathryn Ledebur, Sanho Tree und Eric Farnsworth.

A

25

           
7.7.12

Zusammenstöße in La Paz zwischen Polizisten (die offenbar nicht mehr streiken) und Indios, die weiter gegen den Bau einer Autobahn durch den Amazonas-Regenwald protestieren.

A

2

           
18.9.12

Zusammenstöße in La Paz zwischen zwei rivalisierenden Gruppen von Minenarbeitern, die einen gewerkschaftlich organisiert, die anderen mit Privatverträgen.

A

2
20.9.12

Bericht von Gabriel Elizondo über den Streit zwischen zwei Gruppen von Minenarbeitern.  (NNA)*

A

3

           
18.10.12

"No Comment": in La Paz demonstrieren Tausende wütende Menschen vor der US-Botschaft, fordern Gerechtigkeit, rufen etwas von "Terrorismus". Hintergrund unbekannt.

NC

2

7.4.13

"Bolivian Escapade" - Film von Risteard O' Domhanaill (P+P) über eine (angebliche) Verschwörung einer Gruppe von Europäern zur Ermordung von Präsident Evo Morales im Jahr 2009.  (NNA)*

A

25

           
10.5.13

Die Arbeiter in den meisten staatlichen Minen streiken für bessere Pensionen. Dabei gibt es teilweise wüste Ausschreitungen gegen Polizisten, einige Arbeiter blockieren Straßen und sprengen diese mit Dynamit. 

A

2

24.5.13

Seit zwei Wochen hat die größte Gewerkschaft einen Generalstreik ausgerufen und versucht, das Land zu lähmen. In La Paz demonstrieren Tausende gegen diesen Aufstand und für die Regierung von Evo Morales.

arj

2

18.10.13

In El Alto erinnern Zehntausende an den "Gaskrieg" vor 10 Jahren, der zum Sturz des alten Regimes führte.

Sky

2

26.4.14

In La Paz demonstrieren 2000 Soldaten gegen ethnische Diskriminierung und für bessere Beförderungschancen. 700 Soldaten sind seit Tagen im Streik und deshalb zwangsweise in den Ruhestand versetzt worden. Präsident Morales verurteilt die Aktionen als Desertion und Vaterlandsverrat und spricht von einem "Putschversuch".

arj

2

12.10.14

Bei der Präsidentschaftswahl ist Evo Morales mit etwa 60 Prozent für eine dritte Amtszeit gewählt worden. Lucia Newman berichtet aus La Paz über die Gründe für die große Zustimmung für Morales: wirksame Sozialpolitik, pragmatischer Umgang mit Konflikten, erfolgreiche Verstaatlichungen, spürbarer Wirtschaftsaufschwung. Später noch ein Bericht live von der Siegesfeier.

A

5

13.10.14

Noch ein Bericht über den grandiosen Wahlsieg von Evo Morales. - Bei deutschen Sendern gab es darüber keine Meldung.

A

2
19.10.14

"Talk to Al Jazeera" - Lucia Newman spricht mit Präsident Evo Morales.  (NNA)*

A

25

           
9.7.15

 

 

Papst Franz besucht das Land auf seiner Südamerikareise und versöhnt sich mit dem linken Präsidenten Morales. Der überreicht ihm ein "kommunistisches Kreuz", eine Verbindung von Kruzifix mit Hammer und Sichel, das der 1980 ermordete Befreiungstheologe Luis Espinal schuf. In einer Predigt verkündet Franz nun eine ganz ähnliche Botschaft der Solidarität mit den Armen. (Bericht bei Euronews)   ¤

Bei arte berichtet Antoine Raux aus El Alto über Selbsthilfeinitiativen von Arbeitern und Kleinbauern, über die Bauten des neoandinischen Stararchitekten Freddy Mamani, und über die Kommentare junger Rapper. - Im ZDF berichtet Andreas Wunn aus Potosi über das gefährliche und armselige Leben der Minenarbeiter. Einige von ihnen werden heute den Papst treffen.

E

arj,hj

2

zus.7

           
22.7.15

Seit zwei Wochen streiken die Bergarbeiter in Potosi. Von dort berichtet Mariana Sanchez.

A

2

22.2.16

Beim Referendum über eine vierte Amtszeit hat Präsident Morales offenbar eine Niederlage erlitten. Das Ergebnis ist aber noch inoffiziell. Bericht aus La Paz von Daniel Schweimler.

A 2
25.5.16

In La Paz demonstrieren Behinderte für eine höhere Rente. Dabei gibt es Zusammenstöße mit Polizisten, die mehrere Rollstuhlfahrer zu Boden werfen.

Sky

2

26.8.16

Vize-Innenminister Rodolfo Illanes wird beim Versuch, mit streikenden Bergleuten in Panduro zu verhandeln, von mehreren Männern totgeprügelt. Bei AJE weitere Infos von Dan Collyns (Journalist).

A,E zus.6
           
21.11.16

Die Regierung ruft wegen der schwersten Dürre seit Jahrzehnten den Notstand aus. Die Trockenheit wird durch El Niño verursacht, aber verschlimmert durch chinesische Bergbauprojekte, die mehrere Wasserreservoirs verseucht haben. Bei AJE Einschätzungen von Eric Farnsworth

A,E

zus.4
           
23.11.16

Zwei weitere Berichte über die Wasserkrise. Trockenheit im ganzen Land, die Stauseen, aus denen La Paz und El Alto versorgt werden, sind praktisch leer, die Wasserversorgung wird streng rationiert. Teilweise gibt es darum Proteste. Präsident Morales gibt Fehler der Behörden zu, Hauptursache ist aber der Klimawandel.

arj,E

zus.5
2.12.16

Noch ein Bericht über die schlimmste Dürre, die das Land je erlebt hat. Daniel Schweimler berichtet aus La Paz.

A

3

7.12.16

In einer Schlucht am Rand zwischen Bergland und Regenwald will die Regierung zwei große Staudämme bauen lassen, die die Energieprobleme des Landes lösen sollen. Dabei würden aber einmalige Ökosysteme, archäologische Stätten und der Lebensraum mehrerer Gemeinschaften von Ureinwohnern verloren gehen. Daniel Schweimler berichtet aus Rurrenabaque.

A

3
           
9.3.17

Präsident Morales unterzeichnet ein Gesetz, mit dem die Anbaufläche von Coca verdoppelt werden soll, während gleichzeitig die Produktion von Kokain verhindert wird.

A

2

           
13.1.19

Der Schriftsteller und frühere italienische Linksextremist Cesare Battisti ist in Bolivien verhaftet worden und wird an Italien ausgeliefert. Er war nach einem Anschlag, bei dem 1979 zwei Polizisten getötet wurden, wegen Mordes verurteilt worden, hat aber eine Tatbeteiligung immer bestritten. Nach seiner Flucht aus dem Gefängnis fand er erst Aufnahme in Frankreich, später in Brasilien, zuletzt in Bolivien. Die faschistische Regierung in Rom triumphiert.

arj,E zus.4
           
21.8.19

Oppositionsgruppen demonstrieren im ganzen Land und blockieren Straßen, aus Protest dagegen, daß Präsident Morales erneut (zum vierten Mal) zur Wahl antritt. 2016 war dies durch ein Referendum abgelehnt worden. Bericht von Daniel Schweimler.

A

3

           
25.8.19

 

Auch in Bolivien sind die Waldbrände weiter außer Kontrolle. Bisher sind dort 6000 km2 Wald abgebrannt. Ein großes Löschflugzeug aus den USA soll nun helfen. Präsident Morales wird kritisiert, weil er zu lange gezögert hat, internationale Hilfe anzunehmen,   

A,B zus.4
29.8.19

Die Waldbrände im Osten des Landes breiten sich weiter aus. Präsident Morales beteiligt sich demonstrativ an den Löscharbeiten, aber die Brandbekämpfer sind hoffnungslos schlecht ausgerüstet. Morales hatte im Juli erstmals die Brandrodung zur Gewinnung von Ackerflächen in diesem Gebiet zugelassen. Infos von Lucia Newman aus Aguas Calientes.

A 4
30.8.19

Noch ein Bericht von Lucia Newman über den schwierigen Kampf gegen die Waldbrände im Osten des Landes.

A 3
           
31.8.19

Lucia Newman berichtet aus dem Chiquitano-Wald im Osten des Landes. Tierärzte sammeln Wildtiere ein, die den Waldbrand überlebt haben. Inzwischen facht der Wind die Brände immer wieder an. Apokalyptische Bilder.  ¤

A 5
           
18.10.19

Am Sonntag ist Präsidentschaftswahl. Präsident Evo Morales tritt zum vierten Mal an, und er hat gute Chancen erneut zu gewinnen. Trotz einiger Kritik, die John Holman in seinem Bericht hervorhebt, Kritik u.a. an Tendenzen zur Entdemokratisierung und an der späten Reaktion auf die Waldbrände. Im Bericht bei arte schildern arme Bauern, was Morales mit Sozialprogrammen und Investitionen in die Infrastruktur alles verbessert hat. (Wirtschaftlich ist Bolivien wohl das einzige Land Lateinamerikas, in dem es seit Jahren konstant aufwärts geht.)

A,arj

zus.7
           
19.10.19

Noch ein Bericht von John Holman über den Wahlkampf von Evo Morales und seinen einzigen ernsthaften Gegenkandidaten, Carlos Mesa, der Morales vorwirft, eine Diktatur zu errichten.

A

3

           
19.10.19

 

 

 

"Morales will zum vierten Mal antreten" - Reportage von Pascal Carcanade und David Gormezano über Bolivien unter Präsident Morales, ein Land der Widersprüche, zwischen Sozialprogrammen und undemokratischen Tendenzen, Wirtschaftsaufschwung und Ausbeutung der Naturschätze. Alles recht schön symbolisiert in der neuen Seilbahn in La Paz. Der Film wird angekündigt mit düsteren Tönen ("Entzaubert der linke Leader sich selbst?"), ist dann aber sehr differenziert und besser als der Ankündigungstext von arte.   ¤

Text von arte: "Im Oktober 2019 will sich Evo Morales zum vierten Mal zum Präsidenten der Bolivianer wählen lassen, obwohl die von ihm erlassene Verfassung nur zwei Amtszeiten als Präsident erlaubt und 51,5 Prozent seines Volkes bereits 2016 in einem Referendum gegen eine vierte Amtszeit stimmten. Fidel Castro und Hugo Chavez sind tot, Lula da Silva sitzt im Gefängnis, die Ära Kirchner in Argentinien und die Ära Correa in Ecuador sind Vergangenheit – Evo Morales ist nun der letzte Vertreter der lateinamerikanischen Linken an der Macht. "Evo" ist für die einen der Heilsbringer, er holte die indigene Mehrheit aus der Armut und brachte das Land wirtschaftlich voran – für andere aber ist er nur eine Art linker Autokrat, der sich mit allen Mitteln an die Macht klammert. Einige Indigene wundern sich, wie der Staat unter Morales die Ausbeutung der Natur vorantreibt, ohne einen Gedanken an ihren Schutz zu verschwenden. Aber seine Popularität könnte ihm noch einmal helfen, eine Mehrheit der Bolivianer von sich zu überzeugen – allen Bedenken zum Trotz."

arep

 

 

25

 

 

21.10.19

Bei der Präsidentschaftswahl hat Evo Morales am meisten Stimmen erhalten, aber es ist unklar, ob er gegen Carlos Mesa in die Stichwahl muß. Nachdem erste Ergebnisse darauf hindeuteten, wurden keine Ergebnisse mehr veröffentlicht, und Morales läßt sich als Sieger feiern. Die Opposition vermutet eine Wahlfälschung.

A,E

zus.4

22.10.19

Nachdem alle Wahlergebnisse auf eine Stichwahl hindeuteten, soll Morales auf einmal eine deutliche Führung vor Mesa haben und damit direkt gewählt sein. Die Opposition erhebt Manipulationsvorwürfe, und in La Paz und anderen Städten protestieren Tausende, teilweise gewalttätig. U.a. werden mehrere Wahlbüros in Brand gesteckt. John Holman berichtet aus La Paz.

A

5
23.10.19

Es gibt immer noch kein offizielles Wahlergebnis, aber Morales zeigt sich zuversichtlich. Sein Gegenkandidat Mesa sagt, er habe Beweise für eine Wahlfälschung, und ruft die Leute zu Massenprotesten auf. Tatsächlich demonstrieren Tausende, teilweise werden Barrikaden gebaut, es gibt Zusammenstöße. Bei AJE berichtet John Holman aus La Paz, Berichte bei CNN und Euronews.

A,C,E

zus.9

24.10.19

Präsident Morales erklärt sich selbst zum Sieger der Wahl. Angeblich hat er nun doch mehr als zehn Prozent Vorsprung und braucht demnach nicht in die Stichwahl. Die Opposition spricht von Wahlbetrug, Mesa ruft zu weiteren friedlichen Protesten auf.

A,nam,E

zus.8
             
25.10.19

Morales ist offiziell zum Wahlsieger ohne Stichwahl erklärt worden. Die Proteste dagegen dauern im ganzen Land an. 

A,arj

zus.5
             
26.10.19

Die Proteste gegen die mutmaßliche Wahlfälschung dauern an. Teilweise geht die Polizei mit Tränengas gegen Demonstranten vor. Präsident Morales deutet an, es könne doch eine Stichwahl geben, wenn es Belege für Manipulationen gibt.     

A,C,TS

zus.6
             
27.10.19

Präsident Morales stimmt einer Prüfung des Wahlergebnisses zu. Die Proteste gegen die mutmaßliche Wahlfälschung dauern an. John Holman berichtet aus La Paz.

A

3
28.10.19

In La Paz demonstrieren etwa 100.000 Leute gegen Präsident Morales, und einige hundert Bergarbeiter für ihn. Berichte von John Holman und Gustavo Valdés.

A,C

zus.6

30.10.19

John Holman berichtet aus La Paz über andauernde Proteste gegen Präsident Morales.

A

3
6.11.19

In La Paz und anderen Orten gibt es weiterhin Demonstrationen für und gegen die Wiederwahl von Evo Morales als Präsident. Teilweise kommt es dabei zu wüsten Schlägereien zwischen Anhängern beider Lager. Morales hat die Proteste mehrmals als "Putsch" bezeichnet. Bei AJE zwei Berichte.

A

5

7.11.19

Die Proteste der Opposition und die Zusammenstöße mit Anhängern von Morales werden zunehmend gewalttätig. Bisher sind dabei mindestens drei Menschen getötet worden. In der Stadt Vinto haben Demonstranten die Bürgermeisterin mißhandelt und entwürdigend zur Schau gestellt.  ¤

A,arj

zus.4
           
9.11.19

In mehreren Städten schließen sich Polizisten den Protesten der Opposition gegen Präsident Morales an und demonstrieren in Uniform, teilweise vermummt. Der BBC-Bericht spricht von "Meuterei".  ¤

A,B,E

zus.4
10.11.19

Nachdem auch die OAS das Wahlergebnis in Frage gestellt hat und Neuwahlen gefordert hat, kündigt Präsident Morales Neuwahlen an.      

A,arj,TS,E

zus.10
           
10.11.19

Am Abend erklärt Präsident Morales seinen Rücktritt. Bei einer Erklärung im Fernsehen sagt er, daß das Militär ihn dazu aufgefordert hat, um die Stabilität und Einheit des Landes wieder herzustellen. Er spricht erneut von einem Putsch und schildert diverse Gewalttaten der Opposition gegen Regierungsanhänger. Danach feiern Oppositionsanhänger im ganzen Land auf den Straßen ihren Sieg. Mexiko hat Morales Asyl angeboten.  ¤

Bei AJE erste Infos von Mariana Sanchez telefonisch aus Santa Cruz de la Sierra, dann live die Erklärung von Morales im TV. Weitere Berichte bei AJE, BBC und CNN, auf deutsch erste Infos in den Tagesthemen und ein Bericht bei Euronews. Bei CNN Einschätzungen von Brett Bruen ("Global Situation Room"). Bei RT ein Kommentar von Murad Gazdiev.

A

B,C,RT,TT,E

zus.38

zus.28

                 
11.11.19

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach dem Rücktritt von Präsident Morales und dem Großteil der Regierung ist unklar, wer das Land nun regiert. Es gibt weiter Unruhen, Plünderungen und Angriffe auf Unterstützer von Morales. Am Abend wird gemeldet, daß Morales auf dem Weg ins Exil nach Mexiko ist.  ¤

Bei AJE ausführliche Berichte und Infos aus La Paz von Mariana Sanchez und aus Mexico City von John Holman. Einschätzungen von Kathryn Ledebur (Andian Information Network, in Cochabamba). Sie meint, daß es sich eindeutig um einen Putsch handelt, aber nicht um einen Militärputsch. Die Opposition habe sich extrem nach rechts entwickelt. Die alte rechtsextreme Oligarchie drängt sich mit ausländischer Hilfe und illegalen Mitteln zurück an die Macht.  ¤

Weitere Berichte bei BBC und CNN. Bei der BBC Einschätzungen von Michael Shifter: sowohl Morales versuchte Wahlfälschung als auch die Intervention des Militärs zu seiner Absetzung waren undemokratisch. Bei CNN berichtet Gustavo Valdes aus La Paz. Bei RT wird der Sturz von Morales als Putsch bewertet. Bilder von den Zerstörungen durch die gewalttätigen Proteste, sehr kritische Kommentare, Einschätzungen von Chuck Kaufman.

Bei PressTV "The Debate", mit einem aktuellen Bericht und Debatte mit Gloria La Riva (Expertin) sowie ebenfalls Kathryn Ledebur. Auch La Riva spricht von einem "faschistischen Putsch.) (NNA)*

Die deutschen Berichte sind zwiespältig. Sowohl Kritik an Morales' autoritärem Festhalten an der Macht (wobei seine Erfolge aber anerkannt werden) als auch Beunruhigung über den erzwungenen Abtritt und die Gewalt. 

(So etwa sehe ich das auch. Morales hat mit dem Versuch, sich wiederwählen zu lassen, die Verfassung gebrochen. Das ist sein einziger, aber ein schwerer Fehler. An der Wahlfälschung war er vermutlich gar nicht selber beteiligt, er hat immerhin fast 50 Prozent bekommen, jedenfalls deutlich mehr als Mesa. Indem er dem bisher nur verbalen Druck des Militärs sofort nachgegeben hat und zurückgetreten ist, hat er dem Land einen Bürgerkrieg erspart. Die Frage ist, ob sich nun wirklich die alten Faschisten durchsetzen oder ob es doch eine gemäßigt konservative Opposition gibt, ob es nochmal freie Wahlen geben wird, und ob die Anhänger der linken Regierung dabei auch ohne Morales eine Rolle spielen können. Ein guter Kommentar in dieser Richtung steht auch im ND: "Loslassen lernen"

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B,C,RT

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arj,TS,hj,E

 

 

 

 

 

zus.21

zus.19

21

zus.9

 

 

 

 

 

                   
12.11.19

 

 

Morales hat nach seinem Rücktritt das Land verlassen und in Mexiko Asyl erhalten. Er bedankt sich bei Präsident AMLO, dieser habe ihm das Leben gerettet. Seine Absetzung nennt er einen "Putsch". In La Paz hat die rechtsextreme Senatorin Jeanine Añez. sich selber zur "Übergangspräsidentin" erklärt.  ¤

Bei AJE Berichte aus Mexico-City (John Holman) und La Paz (Mariana Sanchez). Teresa Bo berichtet El Alto, wo Tausende Unterstützer von Morales protestieren. Weitere Infos und Einschätzungen von Kathryn Ledebur (Andean Information Network) in Cochabamba. Und Eduardo Gamarra (Politologe) zieht eine sehr kritische Bilanz der Regierung von Morales. Bei RT eine Bewertung von Rafael Correa (Ex-Präsident von Ecuador).  ¤

Und bei RT ein Beitrag (bis heute, 19.11., der einzige) über die Rolle der Bodenschätze Boliviens. Das Land besitzt etwa die Hälfte der weltweiten Vorräte an Lithium. Im Juni hatte Morales angekündigt, Bolivien werde selber Batterien herstellen statt einfach nur den Rohstoff zu exportieren. Das dürfte der eigentliche Grund für den Umsturz sein. Infos dazu von Chuck Kaufman (Alliance for global Justice).  ¤¤

Berichte auf deutsch nur bei arte und Euronews.   (nachgetragen 19.11.19)

A

C,RT,arj,E

 

 

zus.27

zus.12

 

 

                 
13.11.19

Bei AJE weiter ausführliche Berichte. U.a. Mariana Sanchez aus La Paz und Teresa Bo aus El Alto über die Proteste von Tausenden Indigenen gegen den Sturz "ihres" Präsidenten. Bei RT ebenfalls ein Bericht darüber und Einschätzungen von Max Blumenthal. Auf deutsch nur bei Euronews ein Bericht über die neue Übergangspräsidentin, und bei der Tagesschau eine Kurzmeldung.  ¤

A,RT,TS,E

zus.15
           
14.11.19

 

 

 

Im ganzen Land protestieren die Anhänger der Partei MAS von Morales weiter gegen dessen Absetzung und fordern den Rücktritt der selbsternannten Übergangspräsidentin Jeanine Añez. Bei Straßenkämpfen mit Polizei und Armee wurden seit Montag mindestens zehn Demonstranten getötet. Im Parlament erhalten die Abgeordneten der MAS keinen Zutritt mehr, alle Symbole der Indigenen ("Pachamama") wurden entfernt, stattdessen demonstrativ eine Bibel und ein Kreuz aufgestellt. Eine Nazibande hat das Haus von Präsident Morales geplündert und verbreitet Videos über dessen angebliches Luxusleben (er hat doch tatsächlich eine Dusche gehabt!). Der Naziführer Luis Fernando Camacho erklärt: "Heute kehrt die Bibel zurück in den Regierungspalast. Niemals wird Pachamama hierher zurückkommen. Heute kehrt Christus zurück in den Regierungspalast." (OT bei RT)  ¤

Ausführlich berichtet nur AJE. Die deutschen Berichte sind relativ ausgewogen. Kein Sender geht auf Videos ein, die im Internet (z.B. bei @redfishstream) zu sehen sind: Polizisten und Nazibanden durchkämmen die Armenviertel, räuchern Häuser mit Tränengas aus, verschleppen hunderte Leute, offenbar Aktivisten der MAS und der Indigenenbewegung.  ¤

Bei AJE die "Inside Story: Is Bolivia heading for more unrest?" - Sami Zeidan spricht mit Wim Kamerbeek-Romero (Journalist, Sucre), Kathryn Ledebur (Andean Information Network, Cochabamba) und Dmitry Babich (Experte).

A,RT

arj,TS,E

A

zus.13

zus.6

25

                 
15.11.19

 

Teresa Bo berichtet weiter aus La Paz über die Proteste von tausenden Indigenen gegen das neue rechtsextreme Regime. Sie wird dabei von Polizisten gezielt mit Pfefferspray angegriffen. Es sind weitere Demonstranten getötet worden, die Zahl ist unbekannt. Einige Soldaten stellen sich offen auf die Seite der Indigenen. Die selbsternannte Übergangspräsidentin Jeanine Añez hat (schon vor ein paar Jahren) per Twitter offen rassistische Hetze gegen die Indigenen verbreitet und die Anhänger von Naturreligionen als "Satanisten" bezeichnet.  - Bei der BBC berichtet Will Grant aus La Paz, ebenfalls über die Proteste. Außerdem führt er ein Interview mit Frau Añez, die sich offenbar die Haare blond färbt. - Bei RT und Euronews Ausschnitte aus einem Interview mit Evo Morales in Mexiko. Bei RT Einschätzungen von Breno Altman ("Opera Mundi").  ¤

Bei "ZiB" (ORF) ein etwas alberner Beitrag über die Entwicklungen in Bolivien, Chile, Argentinien und Brasilien.

A,B,RT,P,E

3sat

zus.19

3

             
16.11.19

 

In Sacaba (bei Cochabamba) haben Polizisten bei einer Demonstration mindestens acht Morales-Anhängern erschossen. Leider keine Berichte mehr direkt aus Bolivien, nur wenige Bilder. John Holman (in Mexiko) weist darauf hin, daß es während der Proteste gegen Morales wegen der mutmaßlichen Wahlfälschung ebenfalls schwere Ausschreitungen, aber keinen einzigen Toten gab. Holman führt in Mexico City ein Interview mit Morales. Er sagt, er will nach Bolivien zurückkehren und seine Amtszeit als Präsident zuendebringen. 

Bei "UpFront" diskutiert Mehdi Hasan mit Mark Weisbrot (Experte)  und Ian Vasquez (Cato Institute) darüber, ob die Absetzung von Evo Morales ein Putsch war. Weisbrot: Ja sicher, wenn das Militär einen gewählten rechtmäßig amtierenden Präsidenten absetzt, ist das ein Putsch. Er bemerkt auch, daß es für die angebliche Wahlfälschung keinerlei Beweis gibt und die offiziellen Ergebnisse absolut nachvollziehbar waren. Vasquez bestreitet das.  ¤

A,RT,TS,E

 

A

zus.16

 

10

                   
17.11.19

Teresa Bo berichtet aus Sacaba, wo am Vortag neun Demonstranten von Polizisten erschossen wurden. Die neue selbsternannte Regierung hat den "Sicherheitskräften" Straffreiheit zugesichert.  - Gespräch mit Peter Siavelis (Politologe). Übergangspräsidentin Jeanine Añez und ihr rein-weißes Kabinett vertiefen die Spaltung des Landes. - Meldungen: in La Paz ist die Versorgung mit Lebensmitteln unterbrochen, durch Straßenblockaden der Indigenen. - Auf deutsch nur bei Euronews ein Bericht über das Massaker von Sacaba.

A,B,E

zus.9
                   
18.11.19

Teresa Bo berichtet live von einer Protestkundgebung von Indigenen gegen die rechte Übergangsregierung. Die Morales-Anhänger haben die meisten Zugangsstraßen nach La Paz blockiert, sodaß es dort zu Versorgungsproblemen kommt. Auch bei arte ein Bericht über die Proteste und Blockaden.

Das komplette Interview von John Holman mit Evo Morales in Mexico-City. (Spanisch mit englischen UT) (Talk to Al Jazeera) (NNA)*

A,arj

 

A

zus.11

 

24

             
19.11.19

Morales-Anhänger (vor allem Indigene) blockieren rund um die Hauptstadt die Zufahrtsstraßen und wollen so das neue Regime stürzen. In El Alto haben sie ein Gaswerk stillgelegt. Die Polizei marschiert dort mit schwer bewaffneten Einheiten mit Motorrädern und Panzerwagen auf. Bei Zusammenstößen werden dort mindestens drei Menschen getötet. Es gibt auch Leute, die meinen, die MAS-Partei solle sich lieber um die Aufstellung eines Kandidaten für die Neuwahl kümmern. Teresa Bo berichtet aus El Alto.

A

3

             
20.11.19

In El Alto haben Polizisten mindestens acht demonstrierende Morales-Anhänger erschossen. Insgesamt seit dem Sturz von Morales mindestens 27 Tote. Die selbsternannte Übergangspräsidentin Añez kündigt Neuwahlen für nächstes Jahr an. Bei AJE berichtet Mariana Sanchez aus El Alto. Aufnahmen von dort auch in Berichten bei RT und Euronews.

A,RT,E

zus.7
             
21.11.19

In La Paz nehmen Tausende an einem friedlichen Trauermarsch für die getöteten Demonstranten teil, zugleich eine Demonstration gegen das neue Regime. Die Polizei geht mit Tränengas gegen die Menschenmenge vor. Bei AJE Infos und Bericht aus La Paz von Mariana Sanchez.

Bei arte ein Beitrag über Boliviens Lithium-Industrie, die unter Morales verstaatlicht wurde. Das neue Regime könnte nun wieder ausländischen Konzernen den Profit überlassen.

A

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6

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22.11.19

Evo Morales ruft seine Unterstützer auf, die Blockade der Hauptstadt fortzusetzen. Das neue Regime verklagt ihn deshalb wegen "Unruhestiftung und Terrorismus". Infos aus La Paz von Mariana Sanchez. Bei der BBC ein Bericht über die Lebensmittelknappheit in La Paz und anhaltende Proteste. Bei RT Ausschnitte aus einem Gespräch mit Evo Morales und Einschätzungen von Chris Hedges zur Rolle der USA beim Sturz von Morales. Es geht um die Kontrolle über das Lithium.

A,B,RT

zus.14
23.11.19

Das Parlament hat ein Gesetz über eine Neuwahl beschlossen. Die Proteste und Straßenblockaden werden weniger. Infos aus La Paz von Lucia Newman.

A

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24.11.19

Die Nationalversammlung hat das Gesetz über die Neuwahl einstimmig beschlossen. Bericht von Mariana Sanchez.      

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25.11.19

Die Bevölkerungsmehrheit der Indigenen macht sich Sorgen um ihre Zukunft und das Wiederaufkommen des Rassismus nach dem Ende der Ära Morales, berichtet Mariana Sanchez aus Achocalla.  

A

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26.11.19

Evo Morales sagt in einem Interview, daß er nicht mehr als Präsident kandidieren werde, daß er aber das Recht habe, in sein Land zurückzukehren und an der Wahl teilzunehmen. Mariana Sanchez berichtet aus La Paz, daß die Straßenblockaden beendet sind und sich die Lage normalisiert.

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27.11.19

Mariana Sanchez berichtet aus La Paz nochmal über die Befürchtungen der Indigenen, daß die unter Präsident Morales erreichten sozialen und politischen Fortschritte vom neuen Regime beseitigt werden.

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29.11.19

Gespräch mit der Bürgermeisterin von Vinto, Patricia Arce, die am 6.11. von einem Mob von Morales-Gegnern mißhandelt und entwürdigt wurde.

RT

2

1.12.19

John Holman berichtet aus Huatajata über die Befürchtungen der Indigenen, daß sich ihre Lage unter der Herrschaft der alten rassistischen "Elite" wieder verschlechtern wird.

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5.12.19

John Holman berichtet aus La Paz, daß inzwischen eine gespannte Ruhe herrscht. Die Übergangsregierung der selbsternannten Übergangspräsidentin Añez hat sich bislang nicht um die Planung einer Neuwahl gekümmert, stattdessen suchen sie nach Beweisen für angebliche kriminelle Verstrickungen von Ex-Präsident Morales. U.a. behaupten die Rechten, er sei der Kopf eines Drogenkartells.

A 3
             
8.12.19

John Holman berichtet vom Uyuni-Salzsee, dem größten Lithiumvorkommen der Welt. Über technische Probleme bei der Lithiumgewinnung (zu großer Magnesiumanteil) und nicht zustandegekommene Handelsprojekte. Eine Privatisierung der Bodenschätze kommt hier für niemanden infrage.

A 3
             
12.12.19

Evo Morales hat in Argentinien politisches Asyl erhalten. Sein Flüchtlingsstatus verbietet ihm dort jede öffentliche politische Betätigung. Infos aus Buenos Aires von Teresa Bo.

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16.12.19

Ein Bericht aus Cochabamba. In der Koka-Anbauregion hat Evo Morales weiter viele Anhänger. Sein Nachfolger als Präsidentschaftskandidat könnte Andrónico Rodriguez sein, der Vizechef der Gewerkschaft der Kokabauern.

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17.12.19

Ein Bericht über die Evangelikalen in Santa Cruz. Die ebenso geschäftstüchtigen wie rechtsextremen Pseudochristen waren mit ihrem Hass auf den Sozialisten Morales die treibende Kraft des Umsturzes. Ihr Idol, der Faschist Luis Fernando Camacho, soll neuer Präsident werden.  ¤

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26.12.19

Mexiko protestiert beim Internationalen Gerichtshof gegen einen Polizeiaufmarsch vor seiner Botschaft in La Paz. Dort haben neun frühere Regierungsmitarbeiter, darunter vier Minister, Zuflucht vor der Verfolgung durch das neue Regime erhalten. Infos aus Mexico City von Manuel Rapalo.

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3
27.12.19

Bei arte noch ein Bericht über den diplomatischen Streit um die mexikanische Botschaft in La Paz, die von der Polizei des neuen Regimes belagert wird, weil dort neun Mitarbeiter der Regierung von Morales Zuflucht gefunden haben.

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2

30.12.19

Boliviens Regime weist den mexikanischen Botschafter und zwei spanische Diplomaten aus. "Übergangspräsidentin" Añez beschuldigt sie, sich in "innere Angelegenheiten" eingemischt zu haben. Gemeint ist, daß Mexiko in seiner Botschaft neun Mitgliedern der rechtmäßigen Regierung Asyl gewährt. Aus Protest weist auch Spanien drei bolivianische Diplomaten aus. Bericht von John Holman (Mexico City). 

A

2

             
27.1.20

Die US-Regierung beschuldigt Rußland und Kuba, sie würden über die sozialen Medien in Lateinamerika Verwirrung stiften, speziell in Bolivien. Tatsächlich verbreiten aber CIA-Agenten wie der selbsternannte "Cyber Rambo" Luis Suarez dort gezielte Propaganda für die Putschisten. Suarez hat zeitweise bis zu 69 Anti-Morales-Tweets pro Sekunde gepostet. Ein Beitrag von Caleb Maupin.

RT

5

             
10.8.20

Nach dem Sturz von Präsident Morales hatte die Übergangspräsidentin Jeanine Añez eigentlich Neuwahlen für April angekündigt. Seitdem werden die Wahlen immer weiter verschoben, angeblich wegen Corona. Jetzt wachsen die Proteste der Morales-Anhänger dagegen. Bericht von Teresa Bo.

A

3

             
17.10.20

Die Präsidentschaftswahl wurde mehrmals verschoben (angeblich wegen Corona), und soll nun am Sonntag stattfinden. Es ist vor allem eine Entscheidung zwischen dem Linken Luis Arce von der MAS (Partei von Evo Morales) und dem rechten Ex-Präsidenten Carlos Mesa. Berichte von Teresa Bo und Aruna Iyengar.

A,B zus.5
             
18.10.20

Tag der Präsidentschaftswahl. Offenbar ruhiger und geordneter Verlauf. Es wird damit gerechnet, daß Luis Arce (MAS) und Carlos Mesa (Kandidat der Reichen) in die Stichwahl kommen. Bericht bei AJE von Teresa Bo. Bei der ARD berichtet Matthias Ebert ziemlich vernünftig. Ingo Zamperoni (Tagesthemen) behauptet allerdings, bei der letzten Wahl habe es massiven Betrug gegeben - eine längst widerlegte Legende der Putschisten. Im zweiten Bericht von Ebert sowie im Weltspiegel ("Der Kampf ums weiße Gold") geht es vor allem um den wichtigsten Rohstoff des Landes, das Lithium im großen Salzsee, und den Streit darüber, wie dieser Schatz gehoben werden soll.

A,arj,TS,TT

WS

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6

                 
19.10.20

Nach Wählerbefragungen und ersten vorläufigen Ergebnissen hat der Linke Luis Arce (MAS) die Wahl deutlich mit ca. 55 Prozent gewonnen. Sein Gegenkandidat Carlos Mesa bekam nur ca. 30 Prozent. Übergangspräsidentin Jeanine Añez hat Arces Sieg bereits anerkannt. Bis zum offiziellen Wahlergebnis wird es aber noch ein paar Tage dauern. Bericht von Teresa Bo, Einschätzungen von Prof. Tanalis Padilla (unabhängige Wahlbeobachterin in La Paz).

A,E

zus.7

             
23.10.20

Es ist nun offiziell: der Linke Luis Arce hat die Präsidentschaftswahl mit 55 Prozent gewonnen. Die Wahl war frei und fair, Gegenkandidat Mesa hat das Ergebnis anerkannt. Arce soll im November das Amt antreten. Bericht von Daniel Schweimler.  

A

3

             
7.11.20

Am Sonntag soll Luis Arce als neuer Präsident vereidigt werden. Zuvor wurde bei einem indigenen Ritual der Segen von "Mutter Erde" (Pachamama) beschworen. Der Linke Arce kündigt angesichts der Wirtschaftskrise eine Sparpolitik an. Teresa Bo berichtet.

 

3

             
8.11.20

Luis Arce ist im Parlament in La Paz als Präsident vereidigt worden. Bericht von Teresa Bo. - Meldung: Evo Morales kehrt aus dem Exil nach Bolivien zurück. 

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9.11.20

Ex-Präsident Evo Morales ist in seine Heimat zurückgekehrt. Er wird vom argentinischen Präsidenten Alberto Fernandez zufuß über die Grenze begleitet und von tausenden Anhängern feierlich empfangen. In den nächsten Tagen will er mit einer Karawane durchs ganze Land reisen. Bericht von Teresa Bo, Meldung in der Tagesschau.

A,TS zus.3
             
13.3.21

Die Putschistin und frühere selbsternannte Übergangspräsidentin Jeanine Añez sowie zwei ihrer "Minister" sind in La Paz verhaftet worden und sollen wegen Terrorismus, Umsturz und Verschwörung angeklagt werden. Die Regierung erklärt, die Verhaftungen seien nicht politisch motiviert, es werde nur das Gesetz umgesetzt. Bei AJE Infos von Daniel Rampietti (in Bogota) und Einschätzungen von Thomas Becker (Menschenrechtler und Wahlbeobachter)

A,B,arj zus.12
             
24.8.21

Die inhaftierte frühere selbsternannte Übergangspräsidentin Jeanine Añez hat im Gefängnis einen Selbstmordversuch unternommen und ist in ein Krankenhaus verlegt worden. Wegen der Verbrechen beim Putsch vor zwei Jahren werden ihr Terrorismus, Völkermord und Verschwörung vorgeworfen. Bericht von Teresa Bo.

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